Schilddrüsenüberfunktion

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Eine Schilddrüsenüberfunktion ist, wenig überraschend, eine Überfunktion der Schilddrüse. Diese produziert die wichtigen Hormone T3 und T4. Wird zu viel davon produziert, geht der Stoffwechsel deiner Katze durch die Decke, sie kann Atemnot oder Bluthochdruck bekommen, hyperaktiv werden oder Heißhunger entwickeln, wobei sie trotzdem abmagert. Hier erfährst du, was du über die Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen wissen solltest.

Was ist eine Schilddrüsenüberfunktion?

Wie eingangs erläutert, handelt es sich um eine Überfunktion der Schilddrüse. Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 regeln den Stoffwechsel und den Energiebedarf deiner Katze. Ausgelöst wird eine Schilddrüsenüberfunktion durch gutartige Tumore oder Knötchenbildung in den Schilddrüsenlappen. Die Oberfläche der Schilddrüse wird dadurch vergrößert und die Produktion der wichtigen Hormone wird gesteigert.

Theoretisch sollte es doch gut sein, wenn nützliche Hormone in großer Menge ausgeschüttet werden. In diesem Fall ist es aber zu viel des Guten. Du kannst dir deinen Verdauungstrakt wie einen Motor vorstellen. Im normalen Bereich verbraucht er nicht viel Sprit und verschleißt nicht so schnell. Nun trittst du voll aufs Gaspedal, welches sich daraufhin verklemmt. Der Motor läuft nur noch auf Höchstleistung. Das kann auf Dauer nicht gut gehen, oder?

Wenn das nämlich passiert, bekommt deine Katze diverse Probleme. Das Futter wird nicht mehr richtig verdaut. Es wird mit Höchstgeschwindigkeit durch Magen und Darm abtransportiert, was in Durchfall endet. Dementsprechend stellt sich bei deiner Katze das Sättigungsgefühl erst sehr spät ein, wodurch sie deutlich mehr frisst als sie sollte. Da aber zu wenig Zeit da ist, um das Futter ordentlich zu verstoffwechseln, nimmt sie trotzdem ab. Auch verliert sie viel Flüssigkeit durch Dünnpfiff und Erbrechen. Sie trinkt deutlich mehr und geht entsprechend oft auf die Toilette.

Zudem steigt die Herzfrequenz deiner Katze an. Sie wird ruhelos und aggressiv, was eine Untersuchung manchmal schwierig gestaltet, da der Besuch beim Tierarzt zusätzlichen Stress verursacht.

Unbehandelt führt eine Schilddrüsenüberfunktion zum Beispiel zu Herzmuskelerkrankung, Bluthochdruck, Magen-Darm-Beschwerden, Niereninsuffizienz oder Harnwegsinfektionen. All das kann das Leben deiner Katze teils drastisch verkürzen. Aber wir können dich beruhigen, denn die Schilddrüsenüberfunktion lässt sich unterdrücken und heilen. Meist wird sie mit Medikamenten unterdrückt. In vielen Fällen wirken sich die Medikamente dagegen aber negativ auf die Nieren aus, sodass zunächst getestet wird, wie die Nieren deiner Katze darauf anspringen.

Ist eine Behandlung mit Medikamenten zu riskant, kann man die Schilddrüse entfernen oder überflüssiges Gewebe zerstören.

Die Schilddrüsenüberfunktion deiner Katze ist für dich ungefährlich, du kannst dich nicht bei ihr damit anstecken.

Symptome einer Schilddrüsenüberfunktion

Eine Schilddrüsenüberfunktion kann sich in Form diverser Symptome äußern. In den meisten Fällen ist eine kranke Katze ständig auf Draht, sie legt eine Energie an den Tag, wie ein Kleinkind auf dem Fahrrad. Das kannst du ja auch am Morgen rauslassen, damit es immer um den Block radeln kann. Das macht es dann den ganzen Tag mit Höchstgeschwindigkeit und wenn es Abendessen gibt, musst du mit einem Fangnetz nach draußen, um es irgendwie wieder einzusammeln.

Dabei ist nur das mit dem Fangnetz etwas übertrieben. Ansonsten spreche ich aus Erfahrung, ehemalige Nachbarn hatten zwei solche Kinder, die morgens rausgingen und mit dem Fahrrad bis in den Abend hinein immer um den Block rasten. Ohne Pause. Mit Plastikstützrädern. Auf Kopfsteinpflaster. Genau unter meinem Fenster. Ich wünschte, ich hätte diese Energie. Aber nun weiter im Text.

Wie immer gilt, dass nicht alle Symptome auftreten müssen. Es gibt Katzen, die entwickeln einen regelrechten Heißhunger und auch welche, die keine große Lust mehr auf ihr Fressen haben. Folgende Symptome können auf eine Schilddrüsenüberfunktion hinweisen:

  • Aggressivität
  • Appetitlosigkeit
  • Durchfall
  • Erbrechen
  • Fellveränderung (wirkt oft fettig)
  • Gewichtsverlust
  • Großer Durst
  • Hecheln
  • Heißhunger
  • Herzrhythmusstörung
  • Hoher Blutdruck
  • Hyperaktivität
  • Ruhelosigkeit
  • Schwäche
  • Starker Harndrang
  • Verändertes Pflegeverhalten

Diagnose und Behandlung

In den meisten Fällen ist die Schilddrüse so vergrößert, dass der Tierarzt sie ertasten kann. Bei einer gesunden Schilddrüse kann er das nämlich normalerweise nicht. Besteht der Verdacht auf eine Schilddrüsenüberfunktion, gibt es diverse Labortests, wie einen einfachen Bluttest. Sicherer sind jedoch ein großes Blutbild und ein serologischer Test.

Geben solche Tests kein eindeutiges Ergebnis zurück, solltest du mit deiner Katze in eine Spezialtierklinik mit einer radiologischen Abteilung gehen. Dort wird ihr ein radioaktiver Stoff gespritzt und nach zwei Tagen, wenn deine Katze nicht mehr radioaktiv strahlt, hast du ein sicheres Ergebnis und kannst deinen Liebling auch wieder mit nach Hause nehmen.

Wird eine Schilddrüsenüberfunktion festgestellt, wird die überflüssige Hormonproduktion zunächst mit Medikamenten unterdrückt. Das Organ produziert dadurch wieder weniger Hormone, wodurch es deiner Katze recht schnell wieder gut gehen kann. Gerade in der Anfangsphase kann es sein, dass sich die Symptome verschlimmern oder ins Gegenteil umkippen.

In diesem Fall stimmt die Dosis nicht. Diese wird so oder so individuell festgelegt und du musst mit deiner Katze häufiger zum Tierarzt, damit er Blut und Urin untersuchen kann. Deine Katze wird dann wahrscheinlich lebenslang diese Medikamente brauchen, denn wenn du sie absetzt, treten im Normalfall sämtliche Symptome erneut auf. Glücklicherweise gehören die Medikamente zu der preiswerteren Sorte.

Verträgt deine Katze die Medikamente nicht, weil sie ihr zum Beispiel auf die Nieren schlagen, kann die Schilddrüse operativ entfernt werden. Dieser heilende Eingriff ist jedoch mit einigem Risiko verbunden. Muss die gesamte Schilddrüse inklusive beider Lappen entfernt werden, leidet deine Katze anschließend mit Sicherheit an einer Schilddrüsenunterfunktion und muss ebenfalls lebenslang Tabletten schlucken.

Eine weitere Möglichkeit der Heilung ist eine Form der Strahlentherapie. Deiner Katze wird leicht radioaktives Jod gespritzt, welches dafür sorgt, dass die hyperaktiven Teile der Drüse zerstört werden. Das ist aber eine recht teure Prozedur, denn deine Katze muss nicht nur in eine Spezialklinik mit Radiologie, sondern in eine, die auch eine Isolierstation hat. Dort muss sie dann bis zu zwei Wochen bleiben, damit sie dich und andere Tiere nicht mehr verstrahlen kann.

Schilddrüsenüberfunktion vorbeugen?

Eine Schilddrüsenüberfunktion entwickelt sich „einfach so“. Du kannst dich ja auch gesund ernähren und körperlich fit sein. Trotzdem ist es möglich, dass du hohen Blutdruck entwickelst. Ähnlich ist es bei einer Schilddrüsenüberfunktion. Da keine bestimmten Viren oder Bakterien dafür verantwortlich sind, gibt es auch keine Impfung dagegen. Auch ist eine Wohnungskatze genauso anfällig wie eine Freigängerkatze.

Das Einzige, das du tun kannst, ist, gut auf deine Katze zu achten. Stellst du irgendwelche Symptome fest, solltest du schnell zum Tierarzt fahren, um sie untersuchen zu lassen. Wie immer gilt, dass es besser ist, einmal zu viel als einmal zu wenig zum Tierarzt zu fahren. Bei der Schilddrüsenüberfunktion ist es wie bei so ziemlich jeder Krankheit: Je früher sie erkannt wird, desto besser lässt sie sich behandeln.