Katzensenioren – Pflege für alte Katzen

Jack ist auch nicht mehr der Jüngste. Foto: Christine Numrich

Deine Katze soll ein gutes und langes Leben haben. Alte Katzen werden auch Katzensenioren genannt. Du wirst feststellen, dass sich deine Katze im Seniorenalter verändert, genau wie sich der Mensch im Alter verändert. Hier erklären wir dir, was mit einer alten Katze auf dich zukommt und wie du deine Seniorenkatze unterstützen kannst.

Wann ist eine Katze alt?

Das ist schwer zu sagen, jede Katze ist anders. Es ist tatsächlich wie beim Menschen. Manche können mit 70 Jahren kaum noch ohne Hilfe aufstehen, andere treiben mit 85 Jahren noch Sport und sind topfit.

Genauso ist es bei Katzen. Die eine Freigängerin wird häuslicher, während eine andere ältere Katze noch eifrig auf die Jagd geht. Eine fest definierte Grenze, ab wann eine Katze als Senior zählt, gibt es nicht. Im Schnitt treten die ersten Alterungserscheinungen bei Katzen so zwischen dem zehnten und zwölften Lebensjahr auf. Es kann auch sein, dass deine Katze im Alter von 15 Jahren noch quicklebendig ist.

Woran erkenne ich, dass meine Katze alt wird?

Deine Katze wird sich verändern. Dies ist ein Ratgeber, in dem ich eigene Erfahrungen schildern kann, aber das Thema ist hochinteressant, denn Jack und Ginny sind ja beide schon zehn Jahre alt. Es wird auch nicht alles eintreten, was du im Laufe dieses Artikels lesen wirst. Ein paar Dinge werden aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eintreten.

Rein biologisch muss sich etwas verändern, denn es ist ganz natürlich, dass die Knochen abbauen, die Kräfte und Sinne nachlassen. Genauso ist es auch mit den Organen und dem Stoffwechsel. Du wirst es wissen, wenn deine Katze alt wird, das merkst du alleine an ihrem Verhalten. Wenn du Alterungsmerkmale bei deiner Katze entdeckst, lass sie bitte gründlich von einem Tierarzt untersuchen, um möglichen Altersgebrechen vorzubeugen, wenn es nötig und möglich ist.

Tatsächlich ist die Seniorenkatze durch die Domestizierung entstanden. In den letzten Jahrzehnten ist das Durchschnittsalter von Katzen sehr stark gestiegen. In der Natur ist ein Seniorendasein überhaupt nicht vorgesehen. Eine alte Katze, die schwach und vielleicht krank ist, zieht sich einfach zurück, damit sie für Feinde nicht als leichte Beute angesehen werden kann. Eine Katze kann auch nicht „in Rente gehen“. Kann sie nicht mehr richtig jagen, stirbt sie eben. Katzen leben auch nicht in Rudeln, in denen die jüngeren Tiere die Alten beschützen.

Erst als Haustier in der Moderne, also eher als Hauskatze, lebt sie in einer geschützten Umgebung, in der sie bis ins hohe Alter hin ver- und gepflegt wird. Sie braucht sich keine Sorgen zu machen und sich nicht verstecken. Auch das Jagen ist nicht notwendig, es ist ja alles da, was sie braucht.

Nachfolgend gehen wir auf die verschiedenen Veränderungen ein, die im Alter auftreten können.

Wie verändern sich die Sinne?

Auch hier verhält es sich wie beim Menschen. Bei älteren Menschen lassen viele Sinne nach, am auffälligsten sind dabei die Sinne fürs Sehen und Hören. Menschen können diese Veränderungen leicht kommunizieren. Deine Katze kann das nicht, schließlich sprecht ihr verschiedene Sprachen und sie versteht dich vermutlich besser als du sie.

So erkennst du nachlassende Sinne bei deinem Katzensenior:

Gehör

Das Gehör lässt bei den meisten Katzen im Seniorenalter nach. Nun kannst du nicht wissen, was genau sie hört, du kannst es nicht erfahren. Aber es gibt klare Anzeichen dafür, dass das Katzengehör nachlässt.

So kann es sein, dass es ihr schwerfällt, dich akustisch zu erkennen. Wenn wir unsere Katzen direkt ansprechen, drehen sie sich sofort um und schauen uns an. Es kann im Alter passieren, dass sie sich erst umsehen müssen, um zu wissen, wo wir sind, da das räumliche Hören nachlassen kann.

Genauso erkennen sie uns beide am Gang. Wenn wir oder einer von uns die Treppe zur Wohnungstür hinaufsteigt, stehen sie auf und laufen zur Tür, noch bevor zum Beispiel der Schlüssel ins Schloss gesteckt wird. Es ist möglich, dass sie das irgendwann nicht mehr machen, weil sie die Schritte nicht mehr richtig hören können.

Viele schwerhörige Katzen sagen nicht mehr ordentlich „Miau“, sondern fangen an, zu schreien. Schwerhörige Menschen sprechen ja in der Regel auch lauter, damit sie selbst hören, was sie sagen. Wenn deine Katze plötzlich anfängt, dich anzuschreien, muss ihr nicht unbedingt etwas wehtun. Vielleicht hört sie einfach nur schlecht.

Was kannst du dagegen tun? Leider kaum etwas. Ein externes Hörgerät würde deine Katze sicherlich nicht akzeptieren. Es besteht die Möglichkeit, ihr ein Hörgerät einpflanzen zu lassen. Das ist aber noch nicht weit verbreitet und kostet mehrere hundert Euro.

Was du tun kannst ist, die Katzenohren regelmäßig zu reinigen. Du kannst auch versuchen, etwas höher zu sprechen, denn Katzen hören hohe Töne besser als tiefe. Wenn das nicht hilft, bleibt dir nur noch, lauter zu sprechen.

Geruchssinn

Der Geruchssinn ist für deine Katze mindestens so wichtig, wie deiner für dich. Eine Katze, die nicht mehr gut riechen kann, neigt dazu, nicht mehr oder zumindest nicht mehr richtig zu fressen. Das Essen muss nach etwas riechen, sonst frisst sie nicht.

Angenommen, es gäbe ein ungiftiges Spray, welches du auf das Katzenfutter sprühen kannst, um den Geruch zu entfernen. Das Spray riecht auch für die Katze nach nichts. Wenn du es auf das Futter sprühst, wird deine Katze aller Wahrscheinlichkeit nach nicht fressen. Sie hockt vor dem Napf und fragt sich, wann es denn Futter gibt und ignoriert diese nach nichts riechende Pampe.

Lässt dieser Sinn im Alter nach, verhält sich deine Katze wahrscheinlich genauso. Aus diesem Grund ist Seniorenfutter meist geruchsintensiver als normales Katzenfutter. Sie wird verschiedene Gerüche auch nicht mehr so gut unterscheiden können. So kann es sein, dass deine Katze etwas frisst, was schädlich für sie ist, weil sie einen Geruch für den von Nassfutter oder Leckerchen hält.

Den Geruchssinn kannst du nicht wieder herstellen. So etwas wie einen Geruchsverstärker, den du deiner Katze in die Nase stecken kannst, gibt es nicht. Du kannst mit ihr lediglich „Riechen üben“. Das solltest du schon tun, wenn deine Katze noch jung ist. So kannst du deiner Katze zum Beispiel mit Klickertraining beibringen, dass neue Gerüche nicht schlecht sein müssen und welche auf etwas Gutes oder Schlechtes verweisen.

Sehen

Bei deiner Katze kann im Alter die Sehkraft nachlassen. Das ist gar nicht so unüblich. Und es gibt nichts, was du dagegen tun kannst. Du kannst nur Rücksicht auf sie nehmen. Ein Großteil der Katzen, die komplett erblinden, kann sich wunderbar orientieren. Ähnlich wie beim Menschen, werden die anderen Sinne stärker, wenn einer wegfällt. Eine Katze kommt da viel schneller und besser mit klar als der Mensch.

Oft kommt es vor, dass Katzenhalter erst beim Tierarzt erfahren, dass ihre Katze blind ist, und das liegt nicht daran, dass sich nicht gut um das Tier gekümmert wurde. Folglich kannst du auch nur schwer erkennen, dass die Sehkraft nachlässt. Wenn du Veränderungen der Augen feststellst, ist es in der Regel schon zu spät.

Aber deine Katze kann weiterhin friedlich weiterleben, das ist kein Grund, sie einzuschläfern. Die anderen Sinne gleichen das aus. In manchen Fällen muss deine Katze operiert werden. Auch Katzen können grünen Star kriegen. Ihr Augeninnendruck ist dann stark erhöht, was ihr sehr wehtut und am Ende sowieso zur Erblindung führt. In frühen Phasen kann man den grünen Star vielleicht noch behandeln, aber er ist sehr schwer zu erkennen. Meistens hilft da nur noch eine operative Entfernung des befallenen Auges. Aber wie bereits erwähnt, dürfte auch deine Katze problemlos mit einem oder keinem Auge weiterleben.

Du kannst lediglich Rücksicht auf deine Katze nehmen. Deine Katze betrachtet deine Wohnung als ihr Revier. Da kennt sie einfach alles, jeden Tisch, jeden Stuhl, jeden Schrank. Sie weiß genau, wo alles ist, sie muss es gar nicht sehen. Du solltest aus Rücksichtnahme bitte einfach keine Möbel umstellen. Deine Katze wird sicherlich zunächst häufiger dagegen laufen und es dauert seine Zeit, bis die „Navigationskarte im Kopf“ überarbeitet ist. Das sorgt nur für Verunsicherung und Stress bei deiner Katze.

Tastsinn

Ein verschlechterter Tastsinn ist, anders als die meisten anderen, relativ leicht zu erkennen. Deine Katze wird sich anders als sonst bewegen, sie wirkt unsicher. Es kann sein, dass sie beim Gehen einfach mal umfällt, weil sie das zweite Beinchen hebt, bevor das erste wieder fest auf dem Boden steht. Vor allem auf weichen Untergründen wie dicken Teppichen, der Couch oder dem Bett, lässt sich das oft beobachten.

Bemerkst du unsicheres Gehverhalten, solltest du deine Katze zum Tierarzt bringen, um körperliche und organische Ursachen ausschließen zu können.

Aber auch am Kuschelverhalten kannst du erkennen, dass der Tastsinn nachlässt. Deine Katze kommt bestimmt häufiger zu dir und tretelt oder patscht dich mit der Pfote an. Dabei erzeugt sie meist immer den gleichen Druck. Wenn der Tastsinn nachlässt, kann deine Katze „brutaler“ werden. Sie weiß, wie sich das anfühlt, wenn sie das tut, wann der richtige Druck erzeugt ist. Dieses Gefühl kann sie jetzt nur noch erreichen, indem sie mehr Kraft aufwendet.

Das ist vergleichbar mit einem Taubheitsgefühl. Wenn dein Arm eingeschlafen ist, braucht er etwas Zeit, um wieder richtig wach zu werden. Wenn du dir in der Zwischenzeit zum Beispiel eine Wasserflasche holst, wirst du sie mit der Hand an dem Arm deutlich kräftiger anpacken als sonst, da du bei normalem Druck das Gefühl haben wirst, die Flasche gleich wieder fallen zu lassen, da dein Griff zu lasch ist.

Ein weiteres Problem bei nachlassendem Tastsinn ist, dass das Unfallrisiko deiner Katze deutlich steigt. Dinge, von denen sie gerne runterspringt, beispielsweise der Kratzbaum, solltest du zur Sicherheit mit Kissen auf dem Boden absichern. Es kann nämlich gut sein, dass sich deine Katze etwas zu spät dazu entscheidet, die Landebewegungen einzuleiten.

Die Gefahr, dass sich deine Katze verletzen kann, ist ebenso gestiegen. Angenommen deine Katze läuft mal über deinen Herd. Vermutlich wird sie zu spät merken, dass eine Platte noch heiß ist. Sie kann sich auch leichter an einer Scherbe oder einem Messer die Pfote verletzen, weil sie schlichtweg zu spät bemerkt, dass das scharf ist und sie ihre Pfote lieber zurückziehen sollte.

Ist das „komische“ Verhalten nicht körperlich bedingt, kannst du den Tastsinn nicht wieder herstellen lassen. Stattdessen solltest du in den „Kitten-Modus“ zurückschalten und unsere Tipps für eine katzensichere Wohnung befolgen. Du musst einfach mehr auf sie aufpassen. Das heißt nicht, dass du wie eine Glucke auf ihr setzen sollst. Vielmehr ist gemeint, täglich zu kontrollieren, ob Wunden an den Pfötchen sind oder sie irgendwo Schwellungen hat, die von einem Sturz her rühren könnten.

Wie ändert sich das Verhalten?

Auf die Verhaltensänderung durch nachlassende Sinne sind wir bereits eingegangen. Kommen wir jetzt zu den allgemeinen Veränderungen, die du bei deiner älter gewordenen Katzen mit hoher Wahrscheinlichkeit wirst beobachten können. Erneut können wir hier auf alte Menschen verweisen, diese verhalten sich in gewissen Teilen genauso.

Macken und Marotten

Alte Menschen neigen dazu, sich neue Macken und Marotten anzugewöhnen und diese konsequent durchzuziehen. Häufig wird das auch Altersstarrsinn genannt. Vielleicht hat deine Katze einen Lieblingsnapf, der für sie einfach nur ihr gehört. Dann wird nur aus diesem Napf gefressen und aus keinem anderen.

Oder deine Katze gewöhnt sich etwas an, was Jack jahrelang gemacht hat. Als wir ins Bett gegangen sind und das Licht ausgemacht haben, ging er in jeden Raum und miaute laut hinein. Das war ihm wichtig, vermutlich wollte er mögliche Rivalen warnen, dass er auf uns und sein Revier aufpasst.

Anderes Beispiel: Unsere Katzen bekommen es genau mit, wenn wir morgens aufstehen und sie füttern wollen. Sie warten meist im Schlafzimmer oder im Flur und gehen schon mal vor. Die Mädels gehen direkt in die Küche, Jack dreht immer erst eine kleine Runde durchs Wohnzimmer und kommt dann nach.

Deine Katze kann sich auch angewöhnen, erst zu fressen, wenn du ihr den Kopf getätschelt hast. Solche Verhaltensänderungen sind nicht ungewöhnlich, viele Menschen werden im Alter ja auch ein wenig „schrullig“.

Solange es nicht schädlich ist, also ihr oder dir wehtut, lass sie einfach machen, das Verhalten kriegst du eh kaum noch geändert. Sollte sie sich zum Beispiel angewöhnen, erst zu fressen, nachdem sie dir in die Hand gekrallt hat, solltest du natürlich versuchen, das sofort zu unterbinden.

Schlafen

Alte Katzen werden schneller müde als junge oder erwachsene Exemplare. Sie schlafen gerne länger oder dösen deutlich öfter vor sich hin als in jungen Jahren. Oftmals wird dazu ein geschützter und warmer Ort aufgesucht.

Du kannst zum Beispiel ein Bett aus einer Kuscheldecke bauen, welches du vor der Heizung parkst. Im Sommer liegt sie dort warm und schattig und im Winter kann sie die Heizungswärme genießen. Es kann auch passieren, dass deine Katze den einen oder anderen Tag ausschließlich mit schlafen verbringt, das ist nicht unbedingt ein Grund zur Sorge, solange sie ansonsten ganz normal frisst und auf die Toilette geht.

Schmuseverhalten

Es ist eher unnormal, wenn sich das Schmuseverhalten im Alter nicht ändert. Deine Katze wird vermutlich immer häufiger zum Kuscheln kommen als sie es sonst immer getan hat. Wobei es Katzen wie Ginny gibt, bei der sich im Alter nichts ändern wird, da ihr Kuscheldrang ohnehin schon extrem ausgeprägt ist.

Deine Katze wird mehr Aufmerksamkeit von dir wollen und vermehrt Streicheleinheiten verlangen. Sie genießt es, wenn es neben oder auf deinem Schoß warm ist und sucht den Körperkontakt. Deine Katze merkt auch irgendwann, dass sie alt wird, dass jede Aktivität etwas schwerer wird und sie häufiger sehr müde ist als sonst. Lange Streicheleinheiten lassen sie das für einen Moment vergessen.

Spielen

Auf eines ist Verlass: Egal wie alt eine Katze wird, der Spieltrieb bleibt erhalten. Genau wie bei Männern. Natürlich geht es nicht mehr so gut wie früher, der Körper lässt nach, genau wie Stärke und Ausdauer. Irgendwann wird sie die Lust an Jagdspiel verlieren. Der Körper macht es einfach nicht mehr mit, sie kann keine halbe Stunde mehr hinter einem Bändchen herspringen.

Stattdessen solltest du auf Intelligenz- und Suchspiele zurückgreifen. Du kannst zum Beispiel Leckerchen an versteckten Stellen hinlegen, sodass deine Katze sich einen Weg überlegen muss, sie zu bekommen.

Oder du nimmst einen Schuhkarton und füllst ihn mit senkrecht stehenden Papprollen vom Klopapier. In ein paar davon gibst du ein Leckerchen. Deine Katze muss erstmal rausfinden, in welchen Rollen Leckerchen sind und einen Weg finden, sie sich zu schnappen. Damit ist auch eine alte Katze eine ganze Weile beschäftigt.

Generell sind Kartons immer eine gute Idee. Wenn eine Katze einen Karton sieht, muss sie dort rein, egal, wie groß oder klein er sein mag. Das wird im Alter nicht besser. Zur Abwechslung kannst du ja immer mal andere Kartons hinstellen, wenn du zum Beispiel grad ein Päckchen bekommen hast. Unsere jedenfalls streiten sich fast darum, wer zuerst in einen neuen leeren Karton steigen darf. Und obwohl Jack recht groß ist, zwängt er sich trotzdem mit aller Gewalt in einen Schuhkarton.

Du kannst auch immer wieder mal neue Dinge zum Erforschen mitbringen. Wenn du im Herbst einen Spaziergang machst, bring deiner Katze doch trockene, bunte Blätter mit. Die meisten Katzen lieben es, damit zu spielen, weil die leicht sind und so schön rascheln. Kastanien werden auch immer gerne genommen. Die kann eine Katze nicht verschlucken, aber dafür kann sie die Kastanien durch die ganze Wohnung jagen, was für die total toll ist, weil sie ja nie nur geradeaus rollen, sondern unvorhersehbar ständig die Richtung verändern.

Welche Krankheiten kommen im Alter öfter vor?

Auch wenn das jetzt blöd formuliert sein mag, aber deine alte Katze wird nicht jünger. Die Knochen werden nicht härter, die Bänder nicht weicher, die Zähne nicht besser und im Kopf funktioniert auch nicht mehr alles ganz nach Plan.

Wenn du bemerkst, dass deine Katze alt wird, solltest du sie regelmäßig vom Tierarzt durchchecken lassen. Vor allem der Stoffwechsel verändert sich, sodass du abklären solltest, ob und wie sinnvoll es ist, die Ernährung deiner Mieze umzustellen. Es verhält sich wie beim Menschen, die Widerstandsfähigkeit gegenüber Krankheiten sinkt, sie wird einfach anfälliger für organische Krankheiten wie Diabetes, Herz- oder Nierenerkrankungen.

Es gibt auch andere Krankheiten, für die alte Katzen besonders anfällig sind. Auf einige davon möchten wir näher eingehen.

Arthrose

Knochen und Gelenke werden im Alter nicht besser. Meistens treten die üblichen Abnutzungserscheinungen auf. Deine Katze wird etwas langsamer und kann nicht mehr so gut klettern und springen. Es kann gut sein, dass die den beliebten Sprung auf das Fensterbrett nicht mehr schafft und sich quält, wenn sie den Kratzbaum erklimmen möchte. Auch der Hüpfer zu dir auf der Couch kann richtig anstrengend werden.

Wenn dem so ist, solltest du zunächst zum Tierarzt gehen, um zu sehen, wie es um die Knochen und Gelenke deiner Katze bestellt ist. Vielleicht gibt es ja auch Mittel, die den Abnutzungsprozess verlangsamen oder Gelenkschmerzen lindern, sollte sie welche haben.

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Danach kannst du versuchen, es deiner Katze so leicht wie möglich zu machen. Du könntest eine Kuschelhöhle vor die Couch stellen, damit sie diese als eine Art Treppe benutzen kann. Auch für den Gang aufs Fensterbrett ist eine Treppe super geeignet. Du brauchst ja einfach nur ein Brett und ein paar Querlatten.

Du kannst ihr auch einen Kratzbaum mit kurzen Säulen besorgen, damit die Etagen nicht mehr so hoch sind. Alternativ kannst du deinen jetzigen Kratzbaum ebenfalls mit Treppen ausstatten, die ihr den Etagenwechsel erleichtern.

Demenz

Es klingt möglicherweise im ersten Moment etwas komisch, aber Demenz bei Katzen ist im Alter nicht ungewöhnlich. Das äußert sich so ähnlich wie Demenz beim Menschen. Es kann sein, dass deine Katze nach und nach Dinge vergisst oder die Orientierung verliert.

Beispielsweise kann es sein, dass du morgens aufstehst und den Futternapf befüllst. Dann gehst du ins Wohnzimmer und deine Katze blickt dich vorwurfsvoll an, weil sie auf ihr Frühstück wartet. Sie hat nämlich vergessen, dass der Napf immer in der Küche steht. Wenn das so ist, solltest du sie unbedingt zum Napf bringen, nicht den Napf zu ihr.

Das wird sie sich nämlich bestimmt merken und auch an Tagen, an denen sie klar im Kopf ist einfordern, dass du den Napf gefälligst zu ihr bringst. Es ist auch möglich, dass sie mal vergisst, wo genau die Katzentoilette ist. Das darfst du ihr nicht übel nehmen, auch einer dementen Katze ist das peinlich, wenn sie sich außerhalb der Toilette erleichtert.

Ein weiteres Anzeichen für Demenz kann sein, dass deine Katze vor allem nachts anfängt, herumzubrüllen. Dann ist sie aufgewacht und hat zunächst keine Ahnung, wo sie eigentlich ist.

Inkontinenz & Verdauungsprobleme

Ein leider weit verbreitetes Problem. Der Stoffwechsel deiner Katze verändert sich im Alter. Darum gibt es auch spezifisches Seniorenfutter, dessen Nährstoffzusammensetzung an die Bedürfnisse reifer Stubentiger angepasst ist.

Trotzdem ist der Nährstoffbedarf bei jeder Katze unterschiedlich, es kann sein, dass deine Katze von bestimmten Nährstoffen zu viel oder zu wenig bekommt. Das äußert sich dann in Problemen beim Stuhlgang, zum Beispiel in Form von Dünnpfiff. Am besten gehst du dann zum Tierarzt und nimmst deine Katze und eine Stuhlprobe mit, damit er sie analysieren kann, um bei Bedarf die Ernährung umzustellen.

Es ist auch gut möglich, dass deine Katze leicht unrein wird. Wenn sie auf die Toilette muss, ist sie langsamer unterwegs als früher, sie braucht mehr Zeit für den Weg. Gleichzeitig kann die Kontrolle über die Schließmuskeln nachlassen, sodass sie es vielleicht nicht zurückhalten kann, bis sie die Toilette erreicht hat. Du solltest das Unglück möglichst unkommentiert bereinigen. Deswegen mit deiner Katze zu schimpfen, wäre ein falsches Signal. Sie hat es schließlich nicht mit Absicht gemacht und es ist ihr sicherlich auch selbst sehr unangenehm.

Zähne

Alte Katzen neigen gern mal zu Zahnproblemen. Sie sind besonders anfällig für Zahnstein, Zahnfleischentzündungen oder Zahnausfall. Mit der richtigen Prophylaxe kannst du solche Prozesse bis zu einem gewissen Punkt hinauszögern.

Zahnhygiene ist im Alter besonders wichtig. Darum solltest du die Zähne deiner Katze häufiger Mal untersuchen lassen und mit deinem Tierarzt darüber sprechen, was du zu Hause zur Vorbeugung tun kannst. Du kannst zum Beispiel regelmäßig ihre Zähne putzen. Es genügt schon, wenn deine Katze auf einer Zahnbürste herumkaut, unsere machen das sogar gerne.

Allein das Kauen reicht aus, um sich bildenden Zahnbelag zu entfernen. Idealerweise benutzt du zusätzlich eine spezielle Zahnpasta für Katzen, welche du in die Borsten presst.

Zahnausfall ist bei Katzen sicherlich nicht schön, vor allem für die Katze selbst. Solltest du deine Katze barfen, ist damit jetzt Schluss. Du kannst versuchen, ob deine Katze ihre Portion in pürierter Form zu sich nimmt. Ansonsten ist es sehr schwierig, ein Stück Rind anständig zu kauen, wenn die Zähne fehlen.

Dann solltest du auf Seniorenfutter umsteigen. Solches Futter wird ja eh eher verschlungen als gekaut. Die Fleischstückchen sind kleiner als die in normalen Erwachsenenfutter, damit Katzensenioren mit schlechtem Gebiss nicht zu viel Arbeit beim Essen haben.

Du wirst auch nicht eines Tages aufwachen und das gesamte Gebiss deiner Katze auf dem Boden verteilt vorfinden. Deuten sich derartige Zahnprobleme an, hast du immer noch etwas Zeit, um deine Katze an das andere Futter heranzuführen.

Tipp: Wenn deine Katze im Alter häufig zum Arzt und sogar operiert werden muss, kann das ganz schön ins Geld gehen. Du kannst viel Geld sparen, wenn du bereits im jungen Alter eine Krankenversicherung für deine Katze abschließt.

Wie kann ich meine Katze im Alter unterstützen?

Sei möglichst geduldig mit und liebevoll zu deiner Katze. Sie braucht eben irgendwann etwas länger, die Wege werden weiter, die Knochen machen nicht mehr richtig mit und das Leben fällt ihr ein wenig schwerer. Deine Katze wird ein größeres Kuschelbedürfnis entwickeln und nicht mehr so aktiv spielen. Der Spieltrieb bleibt zwar bis zum Ableben erhalten, doch verlagert sich der Schwerpunkt eher auf Spiele, die sie ohne besonders große körperliche Anstrengung spielen kann, wie eben Gedulds- oder Rätselspiele.

Du solltest mit ihr auch häufiger zum Tierarzt gehen, um klassischen Alterserscheinungen so gut es geht vorzubeugen. Wenn Probleme rechtzeitig erkannt werden, besteht eine große Chance, den Verlauf deutlich zu verlangsamen. Bekommt sie zum Beispiel zu wenig von einem Nährstoff, der für die Knochen wichtig ist, kannst du sie ihr zuführen und damit mögliche Knochenbeschwerden verhindern oder eine lange Zeit lang aufschieben.

Allgemein ist es gut, ihr eine ruhige Umgebung zu geben. Ein paar kuschelige Ecken in „abgelegenen“ Teilen der Wohnung sind stets sehr beliebt. Besonders, wenn du Kinder im Haus hast, freut sich deine Katze sicherlich über einen ruhigen und bequemen Rückzugsort, fernab des ganzen Trubels.

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Auch das Trinkverhalten deiner Seniorin solltest du im Auge behalten. Bei Katzen ist es wie bei Menschen. Im Alter wird häufig die Flüssigkeitsaufnahme vernachlässigt, was sicherlich nicht gesund ist. Wenn du feststellst, dass deine Katze zu wenig trinkt, kannst du sie zum Beispiel mit einem Wasserbrunnen zum Trinken animieren. Fließendes Wasser kommt bei so ziemlich jeder Katze gut an.

Und denk bitte daran: Deine Katze wird nicht auf Knopfdruck alt. Wenn du deine Katze als Kitten bekommen hast und ihr mindestens zehn Jahre miteinander gelebt habt, kennst du sie doch sicher in- und auswendig. Verhaltensänderungen fallen dir garantiert auf, sodass du direkt darauf reagieren kannst. Der wichtigste Schritt ist der Gang zum Tierarzt, wenn du etwas bemerkst.

Der soll deine Katze mal ganz gründlich durchcheckt. Mit ihm besprichst du auch, was euch beiden so bevorsteht, welche Probleme bei deiner Katze wahrscheinlich oder unwahrscheinlich sind und wie du diesen vorbeugen kannst. Kümmere dich einfach gut um deinen Schatz und bereite ihr einen schönen Lebensabend.

Und schiebe deine alte Katze bitte niemals ab. Sie hat eine schöne letzte Zeit verdient und das Alter ist in keinem Fall ein Grund, um sie ins Tierheim zu geben oder sogar einschläfern zu lassen. Du möchtest im Alter sicherlich auch nicht einfach in einem Heim „entsorgt“ werden.