Durchfall

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So ziemlich jede Katze hat mal Durchfall. Der feucht-matschige Stuhlgang ist ungewöhnlich und nicht normal. Dabei ist Durchfall nicht immer gleich ein Grund zur Besorgnis. Gelegentlicher Durchfall ist harmlos. Dauert er jedoch an, ist sehr flüssig oder sogar mit Blut versetzt, kann es sich um ein Krankheitssymptom handeln. Hier erklären wir dir, was Katzendurchfall verursachen kann und wann du deswegen zum Tierarzt gehen solltest.

Was genau ist Durchfall?

Durchfall (Diarrhoe) ist definiert als das häufige Ausscheiden von in Menge und Beschaffenheit verändertem Kot. Nicht jeder Schiss deiner Katze sieht gleich aus. Das ist ganz normal und hat unter anderem auch mit dem Futter zu tun. Du kennst das aus eigener Erfahrung bestimmt auch selbst.

Wenn es recht gleichmäßige Würstchen sind, ist alles in Ordnung, die dürfen auch mal etwas heller oder dunkler sein. Von Durchfall spricht man üblicherweise, wenn der Kot unförmig, flüssig oder breiig ist. Er unterscheidet sich nicht nur optisch von gesundem Stuhl, sondern meistens auch geruchlich.

Durchfall, gerne auch mal als Dünnschiss oder Dünnpfiff bezeichnet, ist keine Krankheit, sondern ein Symptom. Deine Katze hat demnach Durchfall, sie ist nicht an Durchfall erkrankt. Das eigentliche Problem ist nicht der Durchfall, sondern sein Auslöser.

Ursachen von Durchfall

Durchfall kann vielerlei Ursachen haben. Wie so oft sind manche davon harmlos, manche jedoch sehr gefährlich. Grundlegend bedeutet Durchfall, dass etwas mit dem Verdauungssystem nicht stimmt. Aber auch das kann harmlos sein.

So ist es zum Beispiel möglich, dass deine Katze etwas Falsches gegessen hat. Möglicherweise war das Nassfutter leicht verdorben. Dann kann es nicht richtig verdaut werden und wird möglichst schnell wieder ausgeschieden. Auch eine Vergiftung kann zu Durchfall führen, genau wie das Verschlucken kleiner Fremdkörper.

Möglich ist auch eine Lebensmittelallergie bzw. -unverträglichkeit. Ebenso kann es an einer Futterumstellung liegen. Wenn du die Marke wechselst, bekommt deine Katze einen anderen Nährstoffmix. Da kann es gut sein, dass sich die Verdauung erst noch richtig darauf einstellen muss.

Eine Krankheit kann eine weitere Ursache für Katzendurchfall sein, beispielsweise eine Darmentzündung, eine kranke Schilddrüse oder eine Lebererkrankung. Der Stoffwechsel funktioniert dann eben nicht richtig und der Kot wird dünn. Parasiten wie Würmer verursachen ebenfalls häufig Durchfall.

Katzendurchfall kann auch psychische Gründe haben. Viele Menschenhaben zum Beispiel Prüfungsangst. Nicht selten wirkt sich dieser Stress auf die Verdauung aus. Auch deine Katze kann sehr gestresst sein oder auch Depressionen entwickeln, in deren Rahmen es zu Durchfall kommen kann.

Begleitsymptome von Katzendurchfall

Das Kernsymptom ist selbstverständlich der weiche Stuhl. Mal ein etwas weicherer Köttel stellt kein Problem dar. Du gehst ja auch sicher nicht jedes Mal zum Arzt, wenn es bei dir mal nicht ganz so fest herauskommt. Von wirklichem Durchfall sprechen wir, wenn der Kot richtig weich ist und eher an eine dicke Flüssigkeit erinnert. Zudem ist es in der Regel kein richtiger Durchfall, wenn es eine einmalige Sache ist. Es sollte schon mehrmals hintereinander vorkommen.

Eine Ausnahme gibt es jedoch. Üblicherweise legt jede Katze einen einfachen weichen Schiss ganz normal in ihre Katzentoilette. Es macht auch nichts, wenn sie damit den Rand trifft, denn den „Spritzguss“ hat sie selten auf dem Schirm. Besonders aufmerksam sein solltest du, wenn deine Katze den Durchfall irgendwo in der Wohnung absetzt. Dann ist es nämlich wahrscheinlich, dass es sie so unerwartet überkommen hat, dass sie es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette geschafft hat.

Um Rückschlüsse auf die Ursache und den Ernst der Lage ziehen zu können, solltest du auf die genaue Beschaffenheit des Durchfalls sowie eventuelle Begleitsymptome achten.

Siehst du Blutflecken oder -schlieren im Schiss, kann es sich um eine Darmentzündung oder sogar um eine Verletzung handeln. Das sollte sich möglichst schnell ein Tierarzt ansehen. Sehr dunkler Dünnpfiff muss nicht, kann aber ebenfalls Blut im Stuhl anzeigen. Das Blut hat sich dann sauber mit dem Rest vermischt. Eine sehr helle Farbe ist meist ein Indiz für organische Erkrankungen.

Würmer erkennst du, wenn du sie siehst. Das kannst du mir glauben, ich spreche aus Erfahrung. Kleine weiße Punkte oder winzige Würmchen sind ein klares Symptom von Wurmbefall, welcher sich leicht behandeln lässt.

Mögliche Begleitsymptome sind:

  • Abgeschlagenheit
  • Appetitlosigkeit
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Nicht mehr trinken
  • Ruhelosigkeit vor dem Stuhlgang
  • Schmerzen (Erfolgloses Pressen, Fauchen etc.)
  • Verhaltensveränderung (Zurückziehen, Extreme Anhänglichkeit, Aggression etc.)
  • Verschlechterung des Allgemeinzustands

Solltest du derartige Begleitsymptome bei deiner Katze beobachten, kann ein Tierarztbesuch nicht schaden.

Wann zum Tierarzt?

Wie bereits erwähnt, musst du nicht wegen jedem weichen Flatschen zum Tierarzt gehen. Wenn es keine weiteren Auffälligkeiten gibt und sich deine Mieze ansonsten ganz normal verhält, fällt das wohl eher unter natürliche Schwankungen. Auch ein zweiter weicher Köttel ist noch kein Alarmzeichen. Im Normalfall sollten solche leichten Durchfallerscheinungen innerhalb von 24 Stunden verschwinden oder zumindest sichtbar besser werden.

Sollte es stattdessen schlimmer werden, machst du mit einem Tierarztbesuch mit Sicherheit nichts falsch. Falls du mindestens eines der oben genannten Begleitsymptome beobachtest, ist ein Tierarztbesuch in jedem Fall angeraten.

Blut im Stuhl ist immer ein Alarmzeichen und sollte so schnell wie möglich untersucht werden. Sollte sich deine Katze zusätzlich zum Durchfall erbrechen, solltest du dich möglichst schnell auf den Weg machen, wenn sie nicht trinken oder fressen möchte. Deine Katze verliert reichlich Flüssigkeit, Salze und Mineralstoffe, welche ihr unbedingt wieder in ausreichender Menge zugeführt werden müssen.

Und auch hier gilt die goldene Regel: Lieber einmal zu oft als einmal zu selten zum Tierarzt gehen. Selbst wenn es eigentlich harmlos aussieht, kann es nie schaden, sich Gewissheit zu verschaffen, was den Gesundheitszustand deiner Katze angeht. Möglicherweise ist ja eine schlimme Krankheit dafür verantwortlich und bei allen Krankheiten gilt, je früher sie entdeckt und behandelt wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung.

Vorsicht: Kitten hat Durchfall

Wenn du ein kleines Kitten hast, solltest du doppelt und dreifach wachsam sein. Flüssigkeitsverlust kann für ein so winziges Wesen schnell sehr gefährlich werden. Hier empfehlen wir dir, bei leichten Abweichungen ins Flüssige zunächst deinen Tierarzt anzurufen.

Ist der Durchfall richtig weich oder kommt auch noch Erbrechen hinzu, solltest du besser alles stehen und liegen lassen, damit du deine Minimiez zum Tierarzt bringen kannst.

Diagnose von Durchfall bei der Katze

Die Diagnose kann natürlich nur dein Tierarzt stellen, indem er deine Katze untersucht. Du kannst ihm dabei sogar ganz einfach helfen. Alles was du brauchst, ist eine Kotprobe. Du benötigst dafür lediglich ein geruchsneutral (!!!) verschließbares Behältnis, welches du anschließend entsorgen kannst. Wenn nächstes Mal ein Konservenglas, beispielsweise ein Marmeladenglas oder ein Glas mit sauren Gürkchen leer wird, spül es einfach gründlich aus und stelle es samt Deckel in den Schrank.

Dann hast du immer einen passenden Behälter zur Hand, wenn du mal eine Stuhlprobe deiner Katze einsammeln musst. Der Tierarzt kann sich den veränderten Kot in Ruhe anschauen und ggf. Teile der Probe im Labor analysieren lassen.

Zusätzlich wird der Tierarzt eine gründliche Untersuchung des Magen-Darm-Traktes vornehmen. Je nach Situation kann auch noch eine Blutuntersuchung erfolgen oder es werden bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall oder Röntgen durchgeführt.

Therapie von Durchfall

Wie Durchfall behandelt wird, hängt von seiner Ursache ab. Zunächst wird dafür gesorgt, dass der Flüssigkeits- und Elektrolythaushalt normalisiert wird. Die Behandlung von ursächlichen Krankheiten erfolgt meisten mithilfe von Medikamenten.

Die Magenreizung zu bekämpfen ist obligatorisch. Höchstwahrscheinlich wird deine Katze eine Diät verordnet bekommen, in dessen Rahmen sie spezielles Futter oder allgemein Schonkost verordnet bekommt. Sie sollte nur noch essen, was den Magen nicht unnötig belastet. Ein Beispiel für Schonkost ist gekochtes Hühnchenfleisch ohne Gewürze.

Dein Tierarzt wird dir sagen können, welche Nahrung für deine Katze am besten geeignet ist, bis sie wieder ganz gesund ist. Allerdings wirst du dich wahrscheinlich darauf einstellen müssen, dass es nicht so leicht wird, Schonkost in deine Katze zu bekommen. Unser Jack hatte auch mal einen gereizten Magen. Die mit Liebe gekochten Hühnerfetzen hat er nur fragend angeschaut, dran gerochen und gekonnt ignoriert.

Wenn deine Katze das auch so handhabt, kannst du das Fleisch pürieren und dadurch so etwas wie einen Fleischbrei produzieren. Frisst sie den auch nicht, kannst du ihn ihr immer noch ins Fell schmieren. Der natürliche Putztrieb sorgt dafür, dass sie sich den Brei aus dem Fell leckt und ihn runterschluckt. Das ist dann zwar keine richtige Mahlzeit, aber immer noch besser, als wenn deine Katze so rein gar nichts frisst. Vielleicht kann dir der Tierarzt ja auch ein Mittel mitgeben, welches den Appetit anregt.

Durchfall-Prophylaxe

Katzendurchfall kannst du durch Vorbeugemaßnahmen nicht verhindern. Du kannst aber die Wahrscheinlichkeit senken, indem du die klassischen Auslöser bekämpfst.

Alles fängt bei der Ernährung deiner Katze an. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung sorgt für einen gesunden Darm. Dazu gehört nicht nur das richtige Futter, sondern auch der Umgang damit. Die Futternäpfe sollten vor jeder Mahlzeit geleert und kurz ausgespült werden. So kann nichts verderben und auch Bakterien etc. haben kaum noch eine Chance. Zusätzlich sollte das Futter richtig gelagert werden. Eine angebrochene Dose Nassfutter sollte keinesfalls in der Sonne stehen.

Deine Katze darf keinen Zugang zu giftigen Substanzen haben. Dinge wie Reinigungsmittel gehören in einen Schrank, welchen deine Katze nicht öffnen kann. Sollte dir mal ein Glas oder ein Teller runterfallen und zerbrechen, solltest du den Boden weitläufig absaugen, um auch winzige Splitter zu entfernen, die du mit dem bloßen Auge vielleicht übersiehst.

Viele für uns vollkommen übliche Zimmerpflanzen sind für Katzen giftig. Wir empfehlen dir hier unseren Artikel über Pflanzen und Katzen, in dem steht, welche Pflanzen für Katzen giftig oder ungiftig sind. Für Katzen giftige Pflanzen solltest du aus deiner Wohnung entfernen oder zumindest so platzieren, dass deine Katze keine Chance hat, sie zu erreichen.

Solltest du die Ernährung deiner Katze umstellen wollen, ist es möglich, dass deine Katze aufgrund der anderen Zusammensetzung mit Durchfall reagiert. In diesem Fall gibst du ihr wieder das bekannte Futter und mischst das neue Futter nach und nach unter. Dann gewöhnt sich der Verdauungstrakt deiner Katze langsam daran.

Und sollte der Dünnpfiff mal neben der Toilette landen, kannst du in unserem Ratgeber „Katzenkot entfernen“ nachlesen, wie du alles wieder richtig sauber bekommst.