Fellpflege

Auch das Schwänzchen soll gepflegt werden.
Foto: Christine Numrich

Fellpflege ist der Katze heilig. Nicht umsonst nimmt sie sich pro Tag über drei Stunden Zeit, um sich das Fell zu putzen. Fellpflege deinerseits gehört für Hauskatzen dazu. Es unterstützt sie, sie verschluckt weniger Haare, was zu weniger Haarbällchen führt, die sie hochwürgen müsste. Außerdem ist die gemeinsame Fellpflege ein wunderschönes Ritual, welches die Bindung zwischen dir und deiner Katze stärkt. Hier erfährst du, warum Fellpflege so wichtig ist und wie du deiner Katze damit helfen kannst.

Fellpflege – Das macht meine Katze doch selbst?

Grundlegend ist das richtig. Katzen verbringen etwa 3 ½ Stunden des Tages damit, sich zu putzen. Bei einem reinen Stubentiger mit kurzem Fell, beispielsweise eine klassische Hauskatze, ist die Fellpflege theoretisch nicht notwendig. Sie Haare können kaum verfilzen und dreckig werden sie in der Wohnung auch nicht. Trotzdem solltest du das Fell deiner Katze regelmäßig pflegen, und wenn es nur Bürsten ist.

Das Fell einer Katze besteht aus dichter Unterwolle und dem längeren Oberfell. Das obere Fell pflegt deine Katze selbst, an die Unterwolle kommt sie schwer ran. Allein deswegen solltest du sie bei der Fellpflege unterstützen.

Beim Putzen verschluckt deine Katze regelmäßig Haare. Meistens werden sie einfach durch den Darm abtransportiert. Verschluckt sie aber viele Haare, können sich Haarballen bilden, die sie dir dann in die Wohnung kotzt. Ebenso besteht die Möglichkeit, dass sich im Darm Haarballen bilden, was zu einem tödlichen Darmverschluss führen kann. Dieses Risiko reduzierst du durch die Fellpflege, denn Haare, die in der Bürste hängen bleiben, gelangen nicht in deine Katze hinein.

Außerdem ist die Fellpflege für die Verbindung zwischen dir und deiner Katze wichtig. Wenn du kein wirklich seltsames Exemplar hast, wird deine Katze die Fellpflege genießen. Wenn sie sich auf deinem Schoß einrollt, schnurrt und sich bürsten lässt, ist das ein schönes Zeichen von Zuneigung und Vertrauen. Deine Katze genießt es und mal ehrlich gesprochen, es ist doch einfach nur schön, wenn sich eine Katze bei dir einrollt, dich anschnurrt und ihr euch beide entspannen könnt.

Wichtige Tipps rund um die Fellpflege

Fellpflege ist wichtig. Bei Kurzhaarkatzen ist das auch ganz leicht. Bei Langhaarkatzen ist es manchmal etwas komplizierter, gerade am Bauch. Aber das kriegst du schon hin. Im Vordergrund steht natürlich der Klassiker der Fellpflege, nämlich die mechanische Pflege mit Kamm, Bürste oder Handschuh.

Das ist aber noch nicht alles. Du kannst noch mehr dafür tun, dass deine Katze ein sauberes, glänzendes und gesundes Fell bekommt. Denn es kommt zum Beispiel auch auf die Ernährung an. Hier erfährst du, was du über die Fellpflege wissen solltest.

Wie viel Fellpflege braucht meine Katze?

Das kommt ganz auf die Katze und ihre Haltung an. Eine Europäisch Kurzhaar, die in der Wohnung gehalten wird, brauchst du nur alle paar Tage zu bürsten. Im Fellwechsel solltest du mindestens jeden zweiten Tag zur Bürste greifen. Jeden Tag wäre aber noch besser.

Langhaarkatzen solltest du als Stubentiger auch außerhalb des Fellwechsels mindestens jeden zweiten Tag bürsten. Während des Wechsels empfehlen wir dir, sie täglich zu bürsten.

Freigänger sollten jeden Abend nach ihrem Freigang gebürstet werden. Das Fell verfilzt viel schneller als das von Stubentigern und außerdem weißt du ja nie, was deine Katze mit ihrem Fell noch alles in die Wohnung einschleppt.

Viel Zeit brauchst du nicht zu investieren. Eine Viertelstunde am Tag ist bei regelmäßiger Pflege vollkommen ausreichend. Nach dieser Zeit verlieren die meisten Katzen sowieso die Lust an der Pflege.

Obwohl du nicht viel Zeit investieren musst, solltest du viel davon mitbringen. Angenommen, du musst in zehn Minuten unbedingt das Haus verlassen und dir fällt ein, dass du die Fellpflege vergessen hast, dann lass sie lieber ausfallen. Deine Katze spürt es, wenn du unter Zeitdruck stehst. Sie spürt deinen Stress und kann die Pflege nicht genießen.

Außerdem sollte es ruhig und gemütlich sein. Wenn du zur Miete wohnst und im Innenhof spielen brüllende Nachbarskinder, ist das sicher für euch beide nicht sonderlich entspannend. Auch in deiner Wohnung sollte es angenehm und entspannt sein. Wenn du nebenbei fernsiehst, sollte das Gerät nicht zwingend auf Kinolautstärke eingestellt sein.

Das richtige Werkzeug zur Fellpflege

Du hast die Wahl zwischen einer Katzenbürste, einem Katzenkamm und einem Fellpflegehandschuh. Bürste und Kamm solltest du dir in jedem Fall zulegen, der Handschuh ist optional bzw. eine Alternative, wenn deine Katze Bürsten nicht mögen sollte. Hier stellen wir die einzelnen Werkzeuge einmal vor.

Bürste

Die richtige Katzenbürste ist das A und O der Fellpflege und sollte regelmäßig zum Einsatz kommen. Mit der Bürste bürstest du hauptsächlich das Oberfell, bei Kurzhaarkatzen erreichst du oft auch die Unterwolle.

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Bürsten für die Fellpflege gibt es wie Sand am Meer. Obwohl sie alle grundlegend ähnlich aussehen, gibt es doch feine Unterschiede. Eine halbwegs hochwertige Fellbürste hält ein Leben lang, es wäre unsinnig, es hier auf zwei Euro mehr oder weniger ankommen zu lassen.

Im Idealfall kaufst du dir zwei Bürsten. Eine davon sollte Metallborsten haben. Metallborsten haben den Vorteil, dass du mit ihnen sehr gut überschüssige Haare aus dem Fell bürsten kannst. Achte darauf, dass die Borsten nicht zu scharf sind, sonst kannst du deiner Katze wehtun. Gut ist es, wenn sie leicht abgerundet sind.

Dann gibt es noch Fellbürsten mit weicheren Borsten. Das sind Pflegebürsten, die das Fell glätten und zum Glänzen bringen sollen. Die Bürsten haben unterschiedliche Dichten, was die Borsten anbelangt. Wenn deine Katze besonders dickes Fell bzw. dicke Haare hat, kannst du eine Bürste nehmen, deren Borsten ein wenig weiter auseinanderstehen. Bei ganz feinem und zartem Fell, sollten die Borsten dünner sein und eng beieinanderstehen.

Taste dich in Sachen Bürsten langsam an die Bedürfnisse deiner Katze ran. Wenn du deinem Kätzchen direkt mit einer scharfborstigen Bürste mit ordentlichem Druck auf die Pelle rückst, ist das vielleicht schon dein letzter Versuch (Entscheidung der Katze).

Handschuhe

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Der Fellpflegehandschuh ist das Werkzeug der Wahl, wenn du mit Bürste und Kamm nicht weiterkommst. Fellpflege muss nun mal sein und wenn die wirksamsten Werkzeuge nicht angenommen werden, führt der Handschuh meist zum Erfolg.

Ein solcher Handschuh hat auf der Unterseiten Noppen oder Borsten. Du streichelst damit überschüssiges Fell einfach aus. Für deine Katze ist das wie gestreichelt werden, es fühlt sich nur etwas merkwürdig an. Wenn du dich mit sanftem Druck herantastest, solltest du jede Katze dazu kriegen, die Prozedur mitzumachen. Bei harten Fellbündeln oder Verknotungen wirst du aber trotzdem mit dem Kamm arbeiten müssen.

Akzeptiert deine Katze Kamm und Bürste, brauchst du so einen Handschuh nicht. Es kann aber auch nicht schaden, einen zu haben, um einfach ein wenig Abwechslung in die Fellpflege zu bringen. Mit dem Handschuh kannst du die Fellpflege auch gleich mit einer angenehmen Katzenmassage verbinden.

Kamm

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Der Kamm für Katzen eignet sich ideal für die Pflege der Unterwolle und die Entfernung von Verknotungen. Für die alltägliche normale Fellpflege ist er nicht so gut geeignet, weil er einfach etwas unhandlicher ist als eine Bürste.

Du denkst jetzt vielleicht, dass du einfach deinen Kamm nehmen kannst. Katze kämmen, Haare entfernen und kurz unter Wasser abspülen, das war‘s dann. Theoretisch kannst du das so handhaben. Kämme für Katzenfell sehen denen für Menschen sehr ähnlich, sind jedoch von ihrer Struktur her an das Katzenfell angepasst, welche einfach anders ist als die von Menschenhaaren.

Ein guter Kamm ist eine Investition fürs Leben. Es ist sinnlos, da jetzt einen minderwertigen Kamm zu kaufen, nur weil ein hochwertiger vielleicht drei Euro mehr kostet. Nimm aber bitte keinen Plastikkamm, vor allem aber keinen, der eigentlich für Menschenhaare gedacht ist. Der wird sich nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit elektrisch aufladen und wir nehmen mal an, dass deine Mieze nicht gerade auf Stromschläge steht.

Deine Katze an die Fellpflege gewöhnen

Externe Fellpflege ohne Katzenzunge ist den meisten Kitten zunächst nicht geheuer. „Da hat der Mensch auf einmal so ein komisches, stacheliges Ding in der Hand und möchte mir damit aufs Fell rücken?“ wird sich dein Kitten wahrscheinlich denken. Es ist wichtig, deine Katze so früh wie möglich an die Fellpflege zu gewöhnen.

Wenn du dich für eine Bürste oder ein anderes Werkzeug entschieden hast, solltest du es deiner Katze erst einmal zeigen. Wir empfehlen, mit einer Bürste anzufangen, das ist für die meisten Katzen am angenehmsten.

Leg sie einfach auf den Boden, sie wird sie allein schon aufgrund reiner Neugier untersuchen. Macht sie das von selbst, begreift sie zwar nicht, was das sein soll, aber sie lernt, dass von diesem Gegenstand keine Gefahr ausgeht. Gib ihr ruhig ein paar Tage Zeit.

Nimm die Bürste auch mal in die Hand und zeige sie ihr, damit sie sich an das Bild von dir und der Bürste in deiner Hand gewöhnt und Vertrauen fasst. Dann wartest du auf einen günstigen Moment, beispielsweise einen Moment, in dem sich deine Katze bei dir einrollt.

Dann streichst du ganz sanft mit der Bürste über das Fell. Sollte sie gleich abhauen, lass deine Katze in Ruhe, du hast noch genug Zeit für weitere Versucht. Du beginnst am Rücken. Dort ist deine Katze am „robustesten“. Wenn du direkt mit dem Kopf anfängst ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich deine Katze verzieht, ziemlich hoch. Sobald du den Rücken bürsten darfst, kannst du es nach und nach mit den empfindlicheren Stellen versuchen.

Du kannst deine Katze auch mit der anderen Hand zur Beruhigung streicheln. Und welche Katze sagt schon „nein“ zu Leckerlis als Belohnung? So zeigst du ihr, dass es etwas Gutes ist, was du mit der Bürste machst.

Die richtige Technik

Welche Technik deine Katze bevorzugt, kannst nur du allein herausfinden. Im Internet bekommst du viele Tipps und Tricks, die dir weismachen wollen, dass es eine ultimative Technik zum Bürsten von Katzen gibt. Unserer Meinung nach ist das Unsinn.

Was allerdings stimmt ist, dass du niemals gegen den Strich bürsten solltest. Das mag so gut wie keine Katze. Bürste deine Katze immer mit dem Strich. Oft liest du auch, dass du unbedingt an den hinteren Oberschenkeln und keinesfalls am Kopf anfangen sollst. Du findest auch oft genug gegenläufige Behauptungen.

Wir raten dir, es einfach auszuprobieren. Wenn du deine Katze an die Fellpflege gewöhnst, ist der Rücken am besten geeignet. Die Vorlieben deiner Katze findest du mit der Zeit raus. Unser Jack ist zum Beispiel eher der Kopf-Typ. Er liebt es unheimlich, den Kopf gekrault oder gebürstet zu bekommen. Jeden Morgen wartet er auf mich und lässt mich nicht aus dem Blick, bis ich mir die Haare bürste. Er steigt dann gerne an mir auf und fordert auch eine Bürstung.

Die beiden Mädels finden es besser, wenn wir mit den hinteren Oberschenkeln oder dem unteren Rücken anfangen. Auch den richtigen Druck findest du selbst raus. Jack liebt es, wenn man ihn striegelt wie ein Pferd, die Mädels mögen es lieber sanfter.

Generell sind fließende, ruhige Bewegungen beliebt. Lass dir Zeit, keine Hektik, es soll für alle Beteiligten entspannend sein. Solltest du mit der Bürste an einem Haarknoten hängen bleiben, wäre es gut, zum Kamm zu wechseln und den Knoten mit leichten Bewegungen aus dem Fell zu lösen.

Für ein schönes Fell reicht Bürsten nicht aus

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Vom Bürsten allein kriegen die meisten Katzen bereits ein schönes Fell. Es gibt aber noch andere Faktoren, von denen die Beschaffenheit des Katzenfells abhängt. Du solltest darauf achten, dass deine Katze genug trinkt. Es gibt genügend Katzen, die trinkfaul sind und nur die Menge Flüssigkeit zu sich nehmen, die sie brauchen, um zu überleben. Gerade im Sommer kann das ein Problem sein.

Das Fell einer Katze, die zu wenig trinkt, wirkt stumpf. Die Haare sind trocken und können spröde werden. Wenn du so eine trinkfaule Katze hast, kannst du sie möglicherweise mit einem Trinkbrunnen zum Trinken animieren.

Die Ernährung spielt ebenfalls eine Rolle. Will das Fell deiner Katze einfach nicht richtig glänzen, liegt vielleicht ein Nährstoffmangel vor. Prüfe mal die Nährstoffangaben von Nass- und Trockenfutter. Stiftung Warentest hat in diesem Jahr (2020) diverse Nassfutter getestet. Die Qualität war durch die Bank weg gut, allerdings gab es teils enorme Schwankungen, was die Nährstoffzusammensetzung anbelangt.

Das bedeutet, dass es gut möglich ist, dass deine Katze unter Umständen von einigen Nährstoffen, die auch für das Fell wichtig sind, zu viel oder zu wenig bekommt. Sprich im Zweifel auch mal mit deinem Tierarzt darüber.

Muss ich meine Katze baden?

Nein, nur in Ausnahmefällen. Katzen sind in der Regel wasserscheu und können einem Bad oder einer Dusche so rein gar nichts abgewinnen. Außerdem sollte man meinen, dass etwa 3 ½ Stunden Fellpflege pro Tag ausreichen, um sich sauber zu halten.

Ein Bad ist nur nötig, wenn deine Katze so dreckig geworden ist, dass sie es allein kaum wegputzen kann. Wenn sie draußen von einem Regenguss überrascht wurde und sich dazu noch einen Revierkampf im Schlamm geleistet hat, könnte das so ein Fall sein.

Oder sie ist mit potentiell gefährlichen Stoffen in Kontakt gekommen, zum Beispiel, wenn sie sich an einem frisch lackierten Tisch gerieben hat, dessen Lack noch nicht ganz trocken war. Ausführliche Informationen dazu findest du in unserem Ratgeber „Katze reinigen“.

Hilfe, das Fell meiner Katze ist verfilzt

Verfilztes Fell ist nicht nur unschön, es kann auch gefährlich sein. Verfilztes Fell ist nämlich ein Nährboden für diverse Parasiten und Hauterkrankungen. Daher solltest du es gar nicht erst dazu kommen lassen. Mit regelmäßiger Fellpflege kannst du Verfilzungen sehr gut vorbeugen, da du sie schon im Ansatz herausbürstest.

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Nun gehen wir mal von der Situation aus, dass das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist. Natürlich probierst du zuerst aus, ob du die Verfilzung vorsichtig herausbürsten kannst. Wenn du längere Haare haben solltest, kennst du das bestimmt auch von dir. Du schläfst mal nicht gut, wühlst die ganze Nacht in deinem Kissen herum und siehst am Morgen aus wie ein gerupftes Huhn.

Idealerweise hast du auch noch am Kopf geschwitzt. Da kann es schon mal länger dauern, bis die Haare wieder glatt gebürstet sind. Bei solchen Nestern bürstest du dich ja auch vorsichtig vom Ende bis zum Haaransatz vor. So probierst du es auch bei deiner Katze.

Wenn das nicht geht, versuchst du, die Verfilzung mit deinen Fingern zu entfernen. Meistens reicht es wenn du die Stelle zwischen zwei Fingerkuppen nimmst und versuchst, sie durch reiben und leichtes ziehen zu entwirren.

Anschließend kannst du es nur noch mit einer harten Bürste oder einem Kamm versuchen und das möglichst ohne, deiner Katze wehzutun. Hilft alles nichts, bleibt letzten Endes nur der Griff zur Schere. Dabei solltest du besonders behutsam vorgehen. Du brauchst eine kleine scharfe Schere, ein gutes Auge und vor allem, eine kooperative Katze. Wenn sie nicht still hält, bringt das gar nichts. Dann kannst du die Verfilzung vom Tierarzt entfernen lassen. Das geht schnell und dürfte nicht viel kosten.