Depressionen

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Deine Katze wirkt lustlos, schläft fast nur noch und hat keine Lust, etwas zu essen? Dann hat deine Katze möglicherweise Depressionen. Ja, richtig, Depressionen gibt es nicht nur beim Menschen, sondern auch bei Hunden und Katzen. Aber nicht jede faule Katze ist gleich depressiv. Hier erfährst du, wie du Depressionen deiner Katze erkennen und was du dagegen tun kannst.

Was sind Depressionen?

Um es kurz zu machen: Eine Depression ist eine schwere psychische Erkrankung, welche leider zu oft mit „einfach schlecht drauf sein“ verwechselt wird. Das ist jedoch nicht miteinander vergleichbar. Wenn dein bester Freund stirbt ist es zum Beispiel normal, wenn du über einen längeren Zeitraum traurig bist und keine Lust auf irgendetwas hast. Das geht aber mit der Zeit vorbei. Sie heilt deine Wunden.

Bei einer Depression ist das jedoch ein Dauerzustand. In der Regel zeigen sich Depressionen in Form von Antriebs- und Appetitlosigkeit, man interessiert sich kaum noch für etwas und hat auch keine Lust darauf. Das alles wird untermalt mit einer traurigen Grundstimmung. Depressive Menschen denken sich das nicht aus. Zwar gibt es Medikamente gegen Depressionen, aber sie lassen sich nicht wegspritzen. Ohne Psychotherapie kommt kaum jemand wieder aus seinem Loch heraus.

Bei Katzen ist das ähnlich. Wenn deine Katze ihre Lebensfreude erst einmal verloren hat, kommt sie da nur schwer wieder raus. Die Ursache zu beseitigen reicht meist nicht aus. Sie ist so an ihr depressives Denken und Verhalten gewohnt, dass es für sie leider Normalität ist.

Für dich gibt es aber etwas, was du positiv sehen kannst. Die Suizidrate bei schweren Depressionen ist nicht gerade besonders niedrig. Deine Katze hat zum Glück kein Konzept davon. Hilfe braucht sie aber in jedem Fall.

Woran erkenne ich Depressionen bei Katzen?

Wie bereits angemerkt, werden Depressionen oft mit schlecht drauf sein verwechselt. Bei vielen Menschen kann man Depressionen oft nicht erkennen, da sie diese häufig verstecken. Das bemerkt man meist erst, wenn man den Menschen länger kennt oder dieser das Thema auf den Tisch bringt. Manche Menschen sind einfach introvertiert und lethargisch, fühlen sich aber rundum wohl in ihrer Haut. Andere sind jeden Tag super drauf, brechen daheim aber direkt in Tränen aus.

So ist es auch bei Katzen. Wir selbst hatten auch mal Ginny im Verdacht. Aber da sie bis auf ihre absolute Faulheit eine ganz normale Katze ist, ist sie eben das. Sie ist nicht depressiv, sie ist einfach nur faul. Die Diagnose Depression ist eine Mischdiagnose. Es gibt definierte Symptome, die auf eine Depression hinweisen. Um die Diagnose zu stellen, müssen aber nicht alle Symptome auch wirklich vorhanden sein. Bei einer Katze treten meist folgende Symptome auf:

All diese Symptome können auch auf andere Erkrankungen hinweisen, weshalb bei Verdacht auf Depressionen der Tierarzt aufgesucht werden sollte, um körperliche Ursachen auszuschließen. Im Grunde solltest du deine Katze unter Beobachtung halten und auf dein Bauchgefühl hören. Treten verschiedene Symptome nur gelegentlich mal auf, hast du es wohl eher mit einem „schlecht drauf sein“ zu tun. Entwickelt sich das jedoch zu einer Art Dauerzustand, solltest du unbedingt handeln. Wahrscheinlich spürst du dann unterbewusst, dass mit deiner Katze etwas nicht in Ordnung ist.

Welche Ursachen kann die Katzendepression haben?

Die Ursachen einer Depression bei Katzen sind fast so vielfältig wie die beim Menschen. Allerdings kann ein Mensch nachdenken, reflektieren und über alles sprechen. Deine Katze kann das nicht. Und selbst wenn sie versucht, dir Signale zu senden, ist es sehr schwer, sie zu verstehen und richtig zu interpretieren.

Depressionen entstehen mit der Zeit. Es ist nicht so, dass deine Katze eines Morgens aufwacht und ab dann depressiv ist. Vielmehr ist es ein längerer Prozess, der schleichend vonstattengeht. Deine Katze bekommt nicht gleich Depressionen, wenn du mal nicht mit ihr spielst und ihr langweilig ist. Das kann passieren, wenn du überhaupt nicht mit ihr spielst.

Nachdem du körperliche Ursachen ausgeschlossen hast, kannst du mal darüber nachdenken, was die Depressionen langfristig verursacht hat. Darum haben wir die häufigsten Ursachen von Katzendepressionen für dich zusammengetragen.

Einsamkeit

Sicher kennst du den Begriff der Altersdepression. Viele ältere Menschen leben alleine oder ziehen in eine Pflegeeinrichtung, bei der sie den größten Teil ihrer Tage alleine im Zimmer verbringen. Der Fernseher ist dann der einzige Freund, da muss man ja beinahe schon depressiv werden.

Diese Menschen sind schlichtweg einsam. Das kann deiner Katze auch so gehen. Es gibt Katzen wie Ginny, die könntest du problemlos alleine halten, selbst mit einem Vollzeitjob. Die macht sich nichts aus anderen Katzen und döst herum, bis endlich ein Mensch heimkommt. Dann erwacht sie richtig und freut sich. Andere Katzen wiederum sehen das ganz anders.

Jack ist zum Beispiel so ein Kater. Als wir ihn bekommen haben, war uns nach wenigen Tagen klar, dass der sich zu Tode langweilt, sobald wir beide einen Job haben. Die Wahrscheinlichkeit, dass er Depressionen entwickelt hätte, wenn wir den ganzen Tag nicht da sind, war wirklich nicht gering. Manche Katzen brauchen eben Gesellschaft. Eine zweite Katze wäre dann die wohl beste Lösung.

Erlittener Verlust

Katzen sind zu sehr festen Bindungen fähig, sowohl zum Menschen als auch zu anderen Tieren. Wenn plötzlich jemand aus dem Leben deiner Katze tritt und sie bemerkt, dass diese Person oder Mitkatze nicht nur kurz weg ist, sondern einfach nicht mehr wiederkommt, kann sie in tiefe Trauer verfallen und sogar Depressionen entwickeln. Hier zeigt sich erneut, dass Katzen und Menschen gar nicht so unterschiedlich sind.

Beispiel: Jack und Ginny akzeptieren sich, haben aber keine wirklich feste Bindung. Wenn wir mal in Urlaub fahren und eine Katze mitnehmen, ist das Ginny, denn damit kommen unsere drei am besten klar. Einmal haben wir Cloé mitgenommen und die anderen beiden bei einer Freundin gelassen, die sie schon kannten. Jack hat mit ihr immer ein wenig gefremdelt, aber dieses mal war er ein ganz anderer Kater. Er hat sich nur verzogen, herumgefaucht und sich aggressiv verhalten.

Wir denken mal, dass das vor allem daran lag, dass Cloé nicht dabei war. Die beiden sind einfach unzertrennbar und wir hoffen, dass es noch sehr lange dauert, bis Jack nicht mehr unter uns weilt. Cloé könnte dann tatsächlich Depressionen entwickeln.

Familienzuwachs

Ein Thema für sich ist „Kinder und Katzen“. Einmal geht es darum, wie du Kind und Katze zusammenführen kannst. An dieser Stelle geht es aber eher darum, was passiert, wenn du selbst Nachwuchs bekommst und ein Baby ins Haus kommt. Das Baby braucht eine Menge Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit, die vorher der Katze zuteilwurde.

Deine Katze kann sich vernachlässigt fühlen, da sie die ganze Baby-Sache nicht versteht, schließlich weiß sie nur, was zu tun ist, wenn eigener Nachwuchs zu erwarten ist. Das Baby und spätere Kleinkind erfordert ja auch nicht nur eine Woche lang vermehrte Aufmerksamkeit, sondern es vergehen Monate und vielleicht Jahre, bis die Katze wieder die Zuwendung bekommen kann, welche sie damals hatte.

Das trifft nicht nur auf Kinder zu. Wenn du mit deinem Ehepartner zusammenziehst oder einen neuen Mitbewohner aufnimmst, kann deine Katze das spannend finden, oder sie schmollt beständig, weil ihr das nicht passt und auf Dauer zu viel wird.

Selbst bei einer zweiten Katze sind Depressionen nicht ausgeschlossen. Deine Katze ist die Königin in ihrem Revier. Sich eine zweite Katze zuzulegen ist meistens eine gute Idee, es gibt aber auch Katzen, die sind davon so ganz und gar nicht begeistert. Wenn sich beide einfach nicht verstehen, kann das bei einer oder gar beiden Katzen Depressionen auslösen.

Große Veränderungen

Dass Katzen Gewohnheitstiere sind, ist längst bekannt. Wenn du deine Wohnung umräumst oder Möbelstücke ersetzt, ist es gut möglich, dass deine Katze das mit einem Protestschiss quittiert. Sie zeigt dir damit, dass ihr das überhaupt nicht gefällt. In den meisten Fällen dauert die Protestphase nicht lange und die Katze gewöhnt sich an die Änderungen.

Bei wirklich großen Veränderungen ist das Depressionsrisiko gar nicht so klein. Besonders ältere Katzen können es dir richtig übel nehmen, wenn du beispielsweise umziehst. Sie kennen und lieben ihr Revier. Auf einmal ist es nicht mehr da, nichtmals mehr die alten Laufwege passen noch. Näpfe, Katzentoilette, Kratzbaum, alles steht jetzt ganz woanders.

Viele Katzen sind neugierig genug und empfinden es als Abenteuer, ein komplett neues Revier zu erkunden und für sich zu beanspruchen. Einigen ist das jedoch zu viel des Guten. Sie vermissen ihr altes Revier und können depressiv werden.

Krankheiten

Wie eingangs erwähnt, können viele Symptome auch auf verschiedene Krankheiten hinweisen. Genau darum solltest du bei Verdacht auf Depressionen zum Tierarzt gehen, um körperliche Ursachen auszuschließen. Möglicherweise hat deine Katze chronische Schmerzen. Wenn du jeden Tag unerklärliche Kopfschmerzen hast, bei denen auch Schmerztabletten nicht helfen, wird deine Laune sicher auch nicht jeden Tag besser.

Teils können Depressionen auch körperlich bedingt sein. Das Gehirn produziert den Neurotransmitter (Botenstoff) Serotonin, der auch Glückshormon genannt wird. Serotonin hat einen großen Einfluss auf viele unserer Emotionen. Serotonin wirkt im synaptischen Spalt im Gehirn. Stell dir das in etwa so vor: Du hast einen tiefen Fluss. Auf der einen Seite wird Serotonin als Grundstoff produziert, dann über das Wasser transportiert und am anderen Ufer wird es eingesammelt und weiterverarbeitet. Während es auf dem Wasser ist, wird es so bearbeitet, dass es überhaupt erst im nächsten Schritt weiterverarbeitet werden kann.

Wird zu wenig Serotonin produziert, kommt auf der anderen Seite zu wenig an, um einen effektiven Arbeitsablauf zu gewährleisten. Dadurch sinkt die Stimmung. Wird es zu schnell transportiert, ist es noch nicht fertig für die Weiterverarbeitung. Auch das ist nicht effektiv. Die externe Zufuhr von Serotonin kann den ganzen Prozess wieder stabilisieren und die Stimmung normalisiert sich.

Langeweile

Langeweile als Ursache von Depressionen ähnelt der Problematik der Einsamkeit. Deine Katze kann sich aber auch mit dir langweilen. Wenn du ihr zu wenig Beachtung schenkst zum Beispiel. Spielst du nicht mit ihr, langweilt sie sich. Eine zweite Katze kann die Sache verbessern, aber da brauchst du das Glück, dass beide Katzen auch zueinander passen.

Möglicherweise hast du auch zu wenig Spielzeug oder nur welches, mit dem deine Mieze nicht wirklich etwas anfangen kann. Dann solltest du herausfinden, was und womit deine Katze gerne spielt und sie dazu animieren.

Es kann aber auch ganz andersherum gelagert sein. Vielleicht hast du ja zu viel Spielzeug. Deine Katze hat eine so große Auswahl zur Verfügung, dass sie sich gar nicht entscheiden kann und am Ende überhaupt nicht mehr spielt. Das ist wie die „Ich hab nichts zum Anziehen“-Symptomatik. Die Entscheidung dauert ewig, weil die Auswahl zu groß ist.

Solltest du das vermuten, hilft ein einfacher Trick. Du sammelst das Spielzeug ein und packst es in eine Kiste. Jeden Tag gibt es ein anderes Spielzeug. Das ist dann eben das, was da ist. Deine Katze wird es wahrscheinlich zu schätzen wissen, dass es ein Spielzeug gibt und sie sich gar nicht mehr entscheiden muss.

Mangelnde Hygiene

Katzen sind sehr reinliche Tiere, weswegen sie sich auch gerne ausgiebig und gründlich putzen. Aber auch der Rest sollte sauber sein. Dreckige Näpfe stoßen Katzen eher ab, sie fressen dann höchstens so viel, wie unbedingt nötig ist, damit sie dort möglichst schnell wieder weggehen können.

Bei der Katzentoilette ist das nicht anders. Diese muss täglich gereinigt werden. Ist sie deiner Katze zu schmutzig, wird sie sie irgendwann nicht mehr benutzen, was ihr bitter aufstößt. Möglicherweise hast du eine besonders reinliche Katze, die fordert, dass du zweimal täglich ihre Hinterlassenschaften ausbuddelst.

Trauma

Katzen sind intelligente Lebewesen mit einer eigenen individuellen Persönlichkeit und natürlichen Instinkten. Da ist es nur logisch, dass Katzen auch Traumata erleiden können. Ein Trauma kann vor allem bei älteren Katzen Ursache einer Depression sein. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Jungtier aus einem privaten Wurf oder einer Züchtung bereits traumatisiert zu dir kommt, ist dann doch recht gering.

Die Menschen, bei der wir unsere erste Katzengrundausstattung erworben haben, hatten so eine Katze. Sie war nicht depressiv, aber ängstlich und traumatisiert. Wahrscheinlich ist sie mal von Männern mit leeren Bierflaschen beworfen worden, denn sobald sie andere männliche Schritte hörte als die ihres neuen Halters, verkroch sie sich unterm Bett und kam frühestens nach einer Stunde wieder hervor. Gleiches gilt, wenn der Halter mit einer Glasflasche angestoßen hat.

Nicht immer lässt sich ein Trauma direkt feststellen. Bei Fällen wie bei der Katze aus dem Beispiel, liegt die Ursache des panischen Verhaltens auf der Hand. Deine Katze kann aufgrund eines Traumas aber auch depressiv werden, die Ursache wirst du dann wohl nie erfahren. Trotzdem kannst du ihre Depression lindern, indem du ihr ein wunderbares Leben ermöglichst.

Wie helfe ich meiner depressiven Katze?

Wie bereits erwähnt, solltest du zum Tierarzt gehen und deine Katze gründlich durchchecken lassen. Eine Katzenkrankenversicherung übernimmt in der Regel die Kosten für den Gesundheitscheck.

Ein Tierarzt ist zwar kein Psychotherapeut, aber du kannst mit ihm ja trotzdem durchsprechen, woran das traurige Verhalten deiner Katze liegen kann. Anschließend solltest du in dich gehen, und die Lebensumstände deiner Katze genauer untersuchen.

Denk dabei auch an einfachere Sachen. Es braucht gar keine große Veränderung zu sein. Hast du eventuell vor einem Jahr das Katzenstreu gewechselt? Möglicherweise akzeptiert deine Katze das neue Streu nur aus reinem Pragmatismus. Trotzdem kann sie traurig sein, weil ist das alte Streu viel lieber war.

Wichtig ist, geduldig zu sein. Widme deiner Katze mehr Aufmerksamkeit und zeig ihr, dass sie sicher ist und geliebt wird. Eine Depression heilt nicht von einem Tag auf den anderen. Auch das ist ein Prozess. Um beim Beispiel zu bleiben: Deine Katze wird nicht sofort vor Glück herumtoben, wenn du wieder zurück auf das alte Streu wechselst. Aber es ist ein Anfang.

Deine Katze hat sich an ihre depressive Grundstimmung gewöhnt, sie muss erst lernen, dass alles wieder so wird wie vor der Depression. Das kann eine längere Zeit dauern. Halte sie bei Laune, beschäftige sie, bekämpfe mögliche Ursachen, dann wird das schon alles wieder gut. Du kannst dir aber auch professionelle Hilfe holen, wenn du nicht weißt, was du tun sollst.

Verhaltenstherapie für Katzen

Möglicherweise klingt das vielleicht zunächst nach esoterischem Humbug. Wie soll eine Psychotherapie bei Katzen funktionieren? Sie kann schließlich nicht darüber reden.

Das muss sie auch gar nicht. Wenn du dich für einen Tiertherapeuten entscheidest, solltest du bei deinem Tierarzt Empfehlungen einholen. Tiertherapeut ist nämlich kein geschützter Begriff, was bedeutet, dass sich jeder Mensch Tiertherapeut nennen kann. Daher solltest du nicht zum erstbesten Katzentherapeuten gehen, den du findest.

Eine Verhaltenstherapie für deine Katze läuft meistens folgendermaßen ab:

Du kontaktierst den Therapeuten deiner Wahl, entweder telefonisch oder ausführlich per E-Mail. Wir würden das Telefonat bevorzugen, da dir der Therapeut gezielt Fragen stellen kann und du einschätzen kannst, ob ihr beide zusammen arbeiten könnt.

Im Idealfall findest du einen Therapeuten in deiner Nähe, welcher einen Hausbesuch machen kann, um sich selbst ein Bild zu machen und ein aufklärendes Gespräch zu führen. Im Normalfall musst du auch einen sehr langen Fragebogen ausfüllen. Nach der Analyse erstellt dir der Therapeut einen Therapieplan, welcher individuell für deine Katze ausgearbeitet wird.

Anschließend liegt es an dir, den Plan einzuhalten. Die wenigsten Katzentherapeuten kommen regelmäßig bei dir vorbei. Das machen eher Hundetrainer / -therapeuten, da das Verhalten von Hunden relativ leicht zu ändern ist, wenn man sich gut genug mit Hunden auskennt. Eine Katze lässt sich aber nicht so schnell „dressieren“.

Bachblütentherapie

Die Bachblütentherapie wird gerne begleitend zur Verhaltenstherapie angewandt. Bachblüten sind Blüten, welche der Arzt Dr. Edward Bach zur Heilung bestimmter Krankheiten anwendete. Es handelt sich also nicht um eine spezielle Pflanze. Aus den Pflanzen wird eine Essenz gewonnen, welche homöopathische Wirkung haben soll.

Wirken soll sie wie ein homöopathisches Antidepressivum und soll sehr gut zur Behandlung von Ängsten, Aggressionen, Stress, Erschöpfung etc. wirken. Also im Grunde gegen alles, was eine Depression im Kern ausmacht. Wissenschaftlich bewiesen ist die Wirkung dieses natürlichen Mittels allerdings nicht.

Was hingegen bewiesen wurde ist, dass es die Bildung von Endorphinen stimuliert. Endorphine gehören zu den sogenannten Glückshormonen, wie auch Serotonin. Die Wissenschaft geht davon aus, dass diese nachweisbare Wirkung für die Gemütsverbesserung verantwortlich ist.

Tatsächlich scheint die Bachblütentherapie zu wirken. Die allermeisten Katzentherapeuten schwören darauf und auch sonst scheint die Erfolgsquote sehr hoch zu sein. Selbstverständlich gibt es keine Garantie, dass Bachblüten auch bei deiner Katze funktionieren. Es gibt ja auch Menschen, die auf bestimmte Arzneimittel schlicht nicht reagieren.

Die Bachblütenessenz verabreichst du deiner Katze mehrfach am Tag. Du kannst sie einfach in den Napf oder ins Essen träufeln. Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Trotzdem solltest du vorher mit deinem Tierarzt sprechen. Es gibt 38 Pflanzen, die zu den Bachblüten zählen. Entsprechend gibt es auch unterschiedliche Zusammensetzungen der Essenzen. Dein Tierarzt kann dir dabei helfen, die richtige Zusammensetzung für deine Katze zu finden.

Bachblütenessenz gilt als ungefährlich und soll daher nicht überdosierbar sein. Trotzdem raten wir dringend dazu, nicht in Eigenregie mit der Therapie zu beginnen, sondern Zusammensetzung, Dosierung und so weiter vorher mit deinem Tierarzt durchzusprechen. Es gibt auch alkoholhaltige Präparate. Diese kommen zum Beispiel in keinem Fall für die Behandlung deiner Katze in Frage.

Antidepressiva für Katzen

Wenn alles nichts hilft oder die Depression deiner Katze bereits so schwer ist, dass es eine Ewigkeit dauern dürfte, bis Besserung zu erwarten ist, kann deine Katze auch mit Antidepressiva behandelt werden.

Die Behandlung mit Antidepressiva ist so etwas wie der letzte Schritt. Ein häufig eingesetzter Wirkstoff ist Fluoxetin, in den USA als Prozac bekannt. Zurzeit wird der Markt von neuen Präparaten überschwemmt. Du solltest nicht zu irgendeinem Mittel greifen, sondern dir von deinem Tierarzt eine Empfehlung einholen.

Auch solltest du niemals auf die Idee kommen, deiner Katze ohne Rücksprache mit deinem Tierarzt Antidepressiva zu verabreichen. Das ist lebensgefährlich und absolut verantwortungslos. Solche Mittel bekämpfen nicht die Ursache, sondern können höchstens dafür sorgen, dass einige Symptome verschwinden. Glücklich ist deine Katze trotzdem nicht. Darum werden sie hierzulande auch meist nur angewendet, um die eigentliche Therapie besser in Schwung zu bringen.

Noch schlechter ist die Idee, deiner Katze Fluoxetin zu geben, wenn du es selbst verschrieben bekommst. Bitte lass es einfach.

Zum Abschluss dieses Artikels wünschen wir dir und deiner Katze alles Gute, und wenn deine Katze unter Depressionen leidet, selbstverständlich auch eine gute Besserung und ein glückliches Katzenleben.