Milben

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Milben bei der Katze
Milben verursachen bei deiner Katze Juckreiz und mehr.

Milben sind Ektoparasiten. Einige davon können dich und deine Katze befallen. Milben sind relativ vielfältig, manche sind eher harmlos, andere können sehr gefährlich werden. Die Ohrräudemilbe zum Beispiel kann unbehandelt dazu führen, dass deine Katze taub wird. Milbenbefall ist bei Katzen in der Regel gut behandelbar. Du solltest deine Katze regelmäßig auf Milbenbefall hin untersuchen. Wie du das machst, wie du Milbenbefall behandeln kannst und was du sonst noch alles über Katzenmilben wissen solltest, erfährst du in diesem Artikel.

Was sind Milben?

Milben sind Parasiten, welche zu den Spinnentieren gehören. Insgesamt gibt es mehr als 30.000 verschiedene Milbenarten. An dieser Stelle können und wollen wir natürlich nicht auf jede einzige Art eingehen. Tatsächlich gehört auch die Zecke zur Gattung der Milben. Da sich die Zecke jedoch stark von den hier behandelten Milben unterscheidet, behandeln wir sie in einem separaten Artikel.

Viele Milbenarten sind harmlos. Sie sind winzig klein, leben im Boden und fallen uns gar nicht auf. Aber es gibt eben auch Schädlinge unter den Milben. Ein paar dieser Schädlinge können Katzen und Menschen befallen und krank machen. Bei einigen Arten ist eine Zoonose möglich.

Dieser Begriff beschreibt die Übertragung von Krankheiten bzw. deren Erregern vom Tier auf den Menschen und umgekehrt. Solltest du bei dir Milben entdecken, solltest du deinen Arzt fragen, ob sich diese Art auch auf deine Katze übertragen kann. Selbiges gilt natürlich auch für den umgekehrten Fall.

Milben gelten als Exoparasiten, also als Parasiten, welche auf der Haut ihres Wirts leben. Bei Milben ist dieser Begriff ein wenig aufgeweicht. Es gibt Milbenarten, die auf der Hautoberfläche leben. Aber es gibt auch Milben, die sich eingraben und in der Haut leben. Milben, welche die Haut deiner Katze durchdringen und sich in Organen, Muskeln oder Blutgefäßen einnisten, gibt es nicht.

Die von Milben verursachten Symptome sind unterschiedlich, manchmal mehr oder minder nur im Detail. Allen gemein ist jedoch, dass sie Juckreiz verursachen. Bis auf wenige Ausnahmen sind Milben relativ harmlos, wobei ein Befall selbstverständlich umgehend behandelt werden sollte. Nachfolgend möchten wir dir die Milbenarten vorstellen, welche Katzen besonders häufig befallen.

Hinweis: Die einzelnen Milbenarten werden ausführlich vorgestellt, inklusive Symptome des Befalls sowie dessen Behandlung. Wenn du dich nur allgemein über Milbenbefall bei Katzen informieren möchtest, kannst du diesen Abschnitt überspringen. Darunter findest du allgemeine Informationen zu diesem Thema.

Welche Arten von Milben gibt es?

Wie bereits erwähnt, gibt es Milben, die auf oder in der Haut ihres Wirts leben.

Haarbalgmilbe / Demodex & Demodikose

Demodikose ist eine sehr spezielle Krankheit. Deine Katze trägt die winzigen Haarbalgmilben Demodex cati und Demodex gatoi in sich. Das ist ganz normal. Von Demodikose spricht man, wenn sich mindestens eine dieser Milbensorten übermäßig vermehrt. Mehr ist eben nicht immer besser.

Je nach Art können Hautrötungen, Pusteln, Geschwüre, Papeln, Schuppen oder auch Juckreiz auftreten. Die Demodikose wird häufig übersehen. Die Milben sind winzig und leben in den Haarfollikeln deiner Katze. Meistens wird der Milbenbefall von sekundären Infektionen begleitet, welche von dem ursprünglichen Problem ablenken. Diagnostiziert wird die Krankheit durch den Nachweis der Parasiten. Diese sind zwar winzig, aber unter einem Mikroskop werden sie sichtbar.

Eine Behandlung ist mit entsprechenden Medikamenten möglich. An dieser Stelle soll gar nicht weiter darauf eingegangen werden. Demodikose kommt bei Hunden deutlich häufiger vor als bei Katzen. Der Milbenbefall ist auch nicht das eigentliche Problem.

Das Problem ist, dass Demodikose besonders oft bei Katzen mit einer systemischen Grunderkrankung auftritt. Sollte bei deiner Katze eine Demodikose festgestellt werden, heißt das nicht automatisch, dass sie eine sehr schwere Krankheit hat. Dein Tierarzt sollte deine Katze aber in jedem Fall und im wahrsten Sinne des Wortes auf Herz und Nieren untersuchen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass eine Erkrankung vorliegt und es ist ja immer so, dass besser ist, so früh wie möglich mit einer Behandlung anzufangen.

Mögliche Grunderkrankungen sind zum Beispiel Diabetes, Katzenleukämie oder auch Katzenaids.

Herbstgrasmilbe

Die Herbstgrasmilbe ist ein eher ungewöhnlicher Parasit, welcher auch unter den Namen Grasmilbe oder Erntemilbe bekannt ist. Grasmilben werden bis zu 0,3 mm groß. Aufgrund ihrer orange-roten Farbe sind sie dennoch relativ leicht zu erkennen. Sie kommen vor allem in den Sommermonaten vor, ganz grob geschätzt in etwa von Juli bis Oktober. Natürlich gibt es saisonale und regionale Schwankungen.

Ihr Lebensraum sind hauptsächlich Wiesen und Wälder.

Ungewöhnlich ist die Herbstgrasmilbe, weil die ausgewachsene Milbe eine rein pflanzliche Ernährung bevorzugt. Somit stellen ausgewachsene Grasmilben für deine Katze keine Gefahr dar. Die Larven dagegen sitzen meist wartend auf Grashalmen. Wenn ein geeigneter Wirt vorbeikommt, halten sie sich an ihm fest, arbeiten sich bis zur Haut vor und beißen hinein.

Dabei durchstechen sie die oberen Hautschichten und sondern ein Sekret ab, welches die darunter liegenden Schichten auflöst. Sie ernähren sie sich von Blut und sonstigen Körperflüssigkeiten. Der Befall dauert nicht lange. Die Larven halten sich nur kurz auf deiner Katze auf und fallen meist schon nach weniger als drei Tagen wieder ab.

Der Milbenbefall bedarf im Grunde keiner Behandlung, da sich die Sache innerhalb weniger Tage sowieso von selbst erledigt. Herbstgrasmilben an sich sind auch harmlos, es ist nicht bekannt, dass sie irgendwelche Krankheiten übertragen. Trotzdem geht so ein Milbenbefall nicht ganz spurlos an deiner Katze vorbei.

Der Speichel kann allergische Reaktionen hervorrufen, zum Beispiel Hautrötungen oder Pusteln. Außerdem verursachen die Milben einen Juckreiz. Abhängig von der Schwere des Befalls kann es sein, dass deine Katze bei einem leichten Befall überhaupt keine Symptome zeigt. Schwerer Befall hingegen geht in der Regel mit einem starken Juckreiz einher. Wenn sich deine Katze deswegen kratzt, kann sie sich verletzen. An den Wunden bilden sich Krusten und es besteht die Gefahr, dass es zu schmerzhaften Entzündungen kommt.

Wenn deine Katze sehr dichtes oder langes Fell hat, könnte es schwierig sein, Grasmilben zu entdecken. Du kannst aber mit einem ganz einfachen Trick testen, ob deine Katze von Herbstgrasmilben befallen ist. Du nimmst einfach ein weißes Tuch oder Blatt Papier und stellst deine Katze darauf. Dann nimmst du einen Floh- oder Nissenkamm und kämmst deine Katze an den Stellen, an denen du einen Befall vermutest. Fallen winzige orangene Punkte herunter oder kannst du nach dem Kämmen welche am Kamm erkennen, ist die Sache relativ eindeutig.

Grasmilben halten sich meist in Bodennähe auf. Dementsprechend sind Pfoten, Beine und Bauch bei Katzen besonders oft befallen. Sicherlich ist es auch möglich, dass sie sich ganz andere Körperstellen aussuchen, das kommt jedoch eher selten vor.

Vorhin haben wir erwähnt, dass ein Befall mit Grasmilben keiner Behandlung bedarf. Eine Behandlung ist auch gar nicht möglich, es gibt in Europa kein zugelassenes Medikament gegen Grasmilbenbefall. Das Problem löst sich sowieso von selbst.

Je nach Ausprägung der Symptome ergibt es selbstverständlich Sinn, diese zu behandeln. Der Juckreiz hält meistens noch eine Zeit lang an, nachdem die Milben abgefallen sind. Du kannst die Stellen mit entzündungshemmenden Salben für Katzen behandeln, um den Juckreiz zu mildern.

Die Haut sollte gereinigt werden, beispielsweise mit einem antiparasitären Shampoo. Wunden sollten entsprechend versorgt werden. Kleine Kratzer heilen schnell wieder ab. Behalte sie einfach im Auge, um auf eventuelle Entzündungen schnell reagieren zu können. Größere oder großflächige Wunden solltest du von deinem Tierarzt untersuchen lassen.

Die Herbstgrasmilbe kann auch dich befallen. Auch beim Menschen verursachen sie Juckreiz und möglicherweise allergische Reaktionen der Haut. Du kannst dich aber nur durch direkten Kontakt infizieren, wenn du zum Beispiel barfuß über eine Wiese läufst. Was deine Katze angeht können wir dich beruhigen. Grasmilben bleiben auf ihrem Wirt. Du kannst dich bei deiner Katze nicht anstecken. Anders herum ist das ebenfalls nicht möglich. Für andere Tiere in deinem Haushalt gilt das genauso.

Kopfräude-Milben / Grabmilben

Kopfräude-Milben befallen die Kopfhaut deiner Katze und lösen die sogenannte Kopfräude aus. In der Fachsprache wird der Parasit Notoedres cati genannt. Übertragen wird die Kopfräude-Milbe über Kontakte zu befallenen Tieren. Dabei muss es sich nicht unbedingt um direkten Körperkontakt handeln. Es kann bereits ausreichen, wenn sich deine Katze mit einem befallenen Tier im selben Raum aufhält.

Die Kopfräude-Milbe gehört zur Gruppe der Grabmilben. Sie bohren Gänge in die Haut und leben darin. Das macht sie von außen schwer erkennbar. Sie besuchen hin und wieder auch mal die Hautoberfläche, sind aber mit dem Auge kaum wahrnehmbar. Die Weibchen legen ihre Eier in die Gänge, wo sie sich innerhalb von rund drei Wochen zu erwachsenen Milben entwickeln. Als Ernährung dienen Lymphe und sonstige Gewebeflüssigkeiten.

In der Regel beginnt der Befall im Bereich der Ohren. Er weitet sich auf die gesamte Kopfhaut aus. Später werden häufig auch die Pfoten befallen. Die Milben können sich auch noch weiter verbreiten und theoretisch den gesamten Körper deiner Katze befallen. Das kommt aber eher selten vor.

Wie bei den allermeisten Milben kommt es auch bei der Kopfräude-Milbe zu schweren Hautreizungen. Diese wird durch allergische Reaktionen auf Kot und Speichel der Milben verursacht. Die Milben selbst sorgen ebenfalls für Hautirritationen.

Auf den Juckreiz reagiert deine Katze höchstwahrscheinlich mit häufigem, intensivem Lecken und Putzen. Das verursacht weitere schwere Hautirritationen und kann dazu führen, dass sich deine Katze Haare ausreißt, sodass sich kahle Stellen bilden. Die Symptome gleichen denen des Overgrooming.

Am Kopf direkt kann sich deine Katze nur bedingt mit der Zunge weiterhelfen. Bei starkem Juckreiz wird sie sich mit den Pfoten kratzen, um den Juckreiz zu bekämpfen. Dabei kann es zu Verletzungen und Verwundungen kommen. Die Wunden können sich entzünden, was ziemlich schmerzhaft ist.

Neben dem Juckreiz kommt es oft auch zu Bildung von Schorf, Falten und Krusten, sowie Haarausfall, und trockenen, schuppigen Stellen.

Mit der Kopfräude-Milbe ist nicht zu spaßen. Wenn der Befall besonders schwer verläuft, kann deine Katze abmagern oder lethargisch werden. Schlimmstenfalls droht eine tödliche Blutvergiftung.

Dein Tierarzt kann Hautproben nehmen, welche er unter dem Mikroskop untersucht. Auf diese Weise kann er die Milbenart eindeutig identifizieren und eine entsprechende Behandlung in die Wege leiten. Je nach Schwere kann dein Tierarzt ein spezifisches Medikament gegen die Kopfräude-Milbe verabreichen oder ein Kombipräparat anwenden, welches noch gegen weitere Parasiten wirkt.

Die Kopfräude ist sehr ansteckend und kann auch andere Tierarten befallen. Wenn du noch weitere Tiere hast, solltest du sie ebenfalls behandeln lassen. Du kannst dich auch selbst bei deiner Katze anstecken. Du dürftest höchstens einen Juckreiz verspüren und ggf. einen leichten Ausschlag entwickeln. Als Mensch bist du allerdings ein Fehlwirt. Die Milben können sich nicht richtig entwickeln, sodass die Probleme spätestens nach zwei Wochen von selbst gelöst sein sollten.

Eine gesunde Katze kommt in der Regel ganz gut mit der Kopfräude klar. Ein sehr schwerer Verlauf ist ziemlich unwahrscheinlich. Kopfräude gilt als Faktorenkrankheit. Dabei handelt es sich um Krankheiten, die normalerweise nur auftreten, wenn begünstigende Begleitumstände vorliegen. In diesem Fall wäre es ein geschwächtes Immunsystem, was auf eine systemische Grunderkrankung oder eine Allgemeinerkrankung schließen ließe.

Es ergibt Sinn, eine gründlichere Untersuchung vornehmen zu lassen, wenn bei deiner Katze Kopfräude diagnostiziert wurde, um mögliche unentdeckte Krankheiten aufzuspüren und behandeln zu lassen.

Unter günstigen Umständen können Kopfräude-Milden ohne ihren Wirt bis zu drei Wochen lang überleben. Daher ist es sinnvoll, häufig genutzte Kontaktflächen wie zum Beispiel Kuscheldecken oder den Kratzbaum gründlich zu reinigen, um erneutem Befall oder Übertragung auf weitere Tiere vorzubeugen.

Ohrmilben / Nagemilben

Ohrmilben sind im Schnitt rund 0,4 mm groß und leben – Überraschung – im Ohr deiner Katze. Übertragen werden Ohrmilben durch direkten Kontakt. Die Ohrmilben, auch Ohrräudemilben genannt, siedeln sich im Gehörgang deiner Katze an. Dort ernähren sie sich von Hautzellen und Zellabsonderungen, wie bspw. verschiedene Sekrete. Sie nehmen ihre Nahrung mit ihren Kauwerkzeugen auf.

Ihre Eier legen sie auf der Haut des Gehörgangs ab. Innerhalb von drei Wochen entwickeln sich die Eier zu erwachsenen Ohrmilben. Die Parasiten vermehren sich recht fleißig, sodass ihre Population schnell sehr groß wird. Die winzigen Milben sind eigentlich weiß. Allerdings sind sie so nicht zu erkennen, auch eine große Population sieht nicht aus wie ein weißer Belag im Ohr.

Äußerlich ist die Ohrräude als eine dunkle Masse zu erkennen, welche sich im Ohr ausbreitet. Diese Masse besteht aus einer Mischung aus Blut, Zellflüssigkeiten, Ohrensekret und Milbenkot. Farbe und Konsistenz erinnern etwas an Kaffeesatz.

Das wohl typischste Symptom von Ohrmilbenbefall ist Juckreiz. Deine Katze reibt sich vermehrt die Ohren, beispielsweise an Wänden oder Möbeln. Je nach Intensität des Juckreizes kratzt sie sich auch an den Ohren. Bei starkem Juckreiz kann das so weit gehen, dass sie sich dabei selbst verletzt. An den Wunden bilden sich Krusten und natürlich ist es auch möglich, dass Entzündungen auftreten. Kopfschütteln oder eine schiefe Kopfhaltung sind zwei weitere übliche Symptome.

In der Regel rötet sich die Haut im Ohr aufgrund der Hautreizung. Es kann sich dabei auch um eine allergische Reaktion auf den Speichel oder Kot der Milben handeln. Dann ist es auch möglich, dass sich Pusteln bilden oder deine Katze im Bereich der Ohren Haare verliert.

Ein Befall mit Ohrmilben ist für deine Katze sehr unangenehm und kann sogar gefährlich werden. Durch den Befall produziert deine Katze vermehrt Ohrenschmalz. Dieser kann den Gehörgang verstopfen, wodurch deine Katze schlechter hört. Innen- und Mittelohrentzündungen können auftreten, was sehr schmerzhaft ist. Werden die Ohrmilben nicht entfernt, können Entzündungen sogar so übel werden, dass deine Katze irreversibel taub wird. Selbst eine Gehirnentzündung kann durch den Befall mit Ohrmilben verursacht werden.

Dein Tierarzt kann Ohrmilben relativ einfach feststellen. Mit einen Otoskop untersucht er den Gehörgang deiner Katze. Ein Otoskop ist so etwas wie eine beleuchtete Lupe, mit der der Tierarzt in den Gehörgang blicken kann. Hat sich bereits ein Belag gebildet, kann er einen Abstrich machen und diesen zur Bestätigung ebenfalls untersuchen. Die Diagnosestellung ist weder komplex noch zeitaufwendig.

Die Behandlung eines Ohrmilbenbefalls dauert mindestens drei Wochen. Das ist wichtig, um auch wirklich alle Ohrmilben abzutöten, auch die, die bei Behandlungsbeginn noch frisch gelegte Eier sind. Der Tierarzt wird deiner Katze ein Mittel gegen Parasitenbefall verabreichen und die befallenen Ohren reinigen. Zusätzlich werden natürlich auch Begleiterscheinungen, wie z. B. Entzündungen behandelt.

Wenn du noch weitere Katzen hast, müssen diese ebenfalls behandelt werden, da es ziemlich wahrscheinlich ist, dass sie ebenfalls Ohrmilben an bzw. in sich tragen. Anschließend steht ein gründlicher Wohnungsputz an. Unter den richtigen Umständen können Ohrmilben nämlich eine ganze Weile auch ohne einen Wirt überleben. Daher solltest du Polstermöbel, Schlafplätze, Zubehör wie Kämme, Bürsten etc. gründlich reinigen.

Darüber hinaus solltest du dich täglich um die Ohren deiner Katze kümmern, sie reinigen und nach Anweisungen des Tierarztes behandeln. Wenn durch den Milbenbefall keine irreversiblen Schäden entstanden sind, wird deine Katze wieder vollkommen gesund, die Heilungsaussichten sind sehr gut.

Pelzmilben / Raubmilben

Cheyletiella-Milbe ist der Fachbegriff für Raubmilben. In der Umgangssprache spricht man auch von Pelzmilben. Der Befall mit Raub- bzw. Pelzmilben wird Cheyletiellose genannt. Die Pelzmilbe unterscheidet sich in einem Punkt signifikant von den anderen hier behandelten Milbenarten. Sie verlässt ihren Wirt nämlich nicht, es sei denn, sie hängt sich an einen anderen Wirt dran. Ansonsten bleibt die Pelzmilbe während ihrer gesamten Entwicklung vom Ei bis zur erwachsenen Milbe auf ihrem Wirt.

Die Pelzmilbe ist nicht besonders wählerisch, was ihren Wirt angeht. Zwar gibt es verschiedene Arten der Raubmilde, welche primär auf einem bestimmten Wirtstier zu finden sind, aber es macht ihnen auch nicht viel aus, sich auf einem Wirt anzusiedeln, der nicht vollkommen dem eigentlichen Beuteschema entspricht. Ohne Wirt sind sie höchstens zwei Wochen lang lebensfähig.

Übertragen werden Raubmilben durch direkten Kontakt. Wie bereits erwähnt, hat sich die Pelzmilbe nicht auf einen spezifischen Wirt festgelegt. Wenn deine Katze von Pelzmilben befallen ist, kann sie weitere Katzen und auch andere Tiere damit infizieren. Eine Übertragung ist sogar sehr wahrscheinlich, weil diese Milbenart ziemlich ansteckend ist. Du selbst kannst übrigens auch von der Pelzmilbe befallen werden.

Das ist wirklich nicht schön, denn du entwickelst auf deiner Haut dann Rötungen, die zu Bläschen werden können und wie ein Ausschlag aussehen. Das ist nicht nur unschön, sondern juckt auch noch unheimlich. Aber immer mit der Ruhe, du bist echt ein mieser Wirt. Sei bitte nicht beleidigt, aber Pelzmilben überleben auf Menschen nicht sonderlich lange. Eine spezielle Behandlung ist nicht erforderlich. Der Milbenbefall endet von alleine und zur Therapie werden in der Regel nur Medikamente verwendet, welche die Entzündungen hemmen und den Juckreiz stillen.

Die Milben bewegen sich auf der Haut. Sie sind als kleine weiße Punkte erkennbar. Aufgrund dieser Kombination aus Farbe und Bewegung tragen sie den Spitznamen „wandelnde Schuppen“. Raubmilben ernähren sich von allem, was sie so auf der Haut deiner Katze angeboten bekommen, zum Beispiel von Hautschuppen. Mit ihren Greifwerkzeugen bohren sie auch immer wieder mal in die Haut deiner Mieze und ernähren sich von ihrer Gewebsflüssigkeit.

Pelzmilben können den gesamten Körper deiner Katze befallen. Besonders beliebt sind jedoch Kopf und Rücken. Die Parasiten selbst sind für deine Katze nicht besonders gefährlich. Sie sind hauptsächlich lästig, aber nicht tödlich.

Zu den Symptomen gehört beispielsweise verstärkte Schuppenbildung an den befallenen Stellen. Oft haben befallene Tiere auch mit fettendem Fell zu kämpfen. Das nervigste Problem ist aber sicherlich der Juckreiz, welcher sehr stark werden kann. Aus irgendwelchen Gründen verstärkt sich der Juckreiz häufig nachts in einer warmen Umgebung. Es kann also sein, dass der Juckreiz für deine Katze tagsüber erträglich ist, sie dann im Laufe des Abends damit anfängt, sich immer intensiver zu kratzen und das auch während der Nacht noch macht.

Der Juckreiz ist ein Problem, welches deine Katze wirklich nervt und richtig stresst. Das größere Problem ist allerdings, dass sich deine Katze beim Kratzen verletzen kann. Die Wunden können sich entzünden und sind Einfallstore für alle möglichen Keime und Bakterien.

Manche Katzen zeigen auch überhaupt keine Symptome. Pelzmilbenbefall sollte unbedingt behandelt werden, selbst wenn deine Katze keine Symptome entwickeln sollte.

Pelzmilbenbefall zu behandeln ist ohne größere Probleme möglich. Es gibt Kombipräparate, welche Pelzmilben zuverlässig abtöten und außerdem noch gegen andere Parasiten wirken.

Wie bereits erwähnt, sind Pelzmilben hochansteckend. Wenn du noch mehr Tiere im Haus hast als die befallene Katze, sollten diese zur Sicherheit auch behandelt werden, auch wenn sie nicht betroffen zu sein scheinen. Erwachsene Pelzmilben können ohne ihren Wirt nicht besonders lange überleben. Nicht besonders lange ist aber auch ein Zeitraum. Du solltest daher Flächen wie Schlafecken, Kratzbaum, Bett oder Sofa mit einem katzenverträglichen Anti-Milben-Mittel behandeln.

Bettwäsche, Kuscheldecken und alles, womit deine Tiere sonst noch Kontakt haben und was in die Waschmaschine kann, sollte so heiß gewaschen werden, wie es erlaubt ist. Pflegeutensilien wie Bürsten sollten ebenfalls gründlich gereinigt werden, da sich an ihnen noch lebende Pelzmilbenweibchen befinden können. Über Eier und Larven musst du dir keine großartigen Gedanken machen. Ohne Wirt sterben sie ziemlich schnell ab.

Milbenbefall bei Katzen erkennen

Das Hauptsymptom von Milbenbefall ist Juckreiz. Dieser tritt für gewöhnlich bei allen Milbenarten auf. Je nach Intensität wird sich deine Katze mehr oder weniger häufig und intensiv kratzen. Heftiges Kratzen kann dazu führen, dass sie sich Haare ausreißt, wodurch kahle Stellen im Fell entstehen. Auch blutige Wunden können dadurch verursacht werden. Je nach Stelle kann es auch sein, dass sich deine Katze dort auffällig viel beleckt.

Manche Katzen reagieren auf Speichel oder Kot von Milben allergisch. Dann kommt es an den betroffenen Stellen meist zu sichtbaren Rötungen und Hautreizungen. Ein paar Milbenarten sind so groß, dass du sie ohne Hilfsmittel mit bloßem Auge erkennen kannst. Ohrmilben sind als brauner Belag in den Ohren deiner Katze erkennbar.

Der Tierarzt kann die Art der Milben leicht erkennen, indem er sie unter dem Mikroskop betrachtet. Er wird dafür Proben benötigen. Auf der Haut lebende Arten kann er zum Beispiel mit einem durchsichtigen Klebestreifen einsammeln und mikroskopieren.

Handelt es sich um Milben, die in der Haut deiner Katze leben, greift der Tierarzt zum Skalpell und nimmt ein Hautgeschabsel. Das bedeutet, dass er an einer Stelle etwas von der oberen Hautfläche abschabt, um die Hautprobe anschließend unter dem Mikroskop zu untersuchen.

Weitere Tests sind nicht notwendig, die verschiedenen Milbenarten sehen so unterschiedlich aus, dass ein Profi sie unter dem Mikroskop eindeutig bestimmen kann.

Milbenbefall bei Katzen behandeln

Wie genau deine Katze behandelt wird, hängt von der Art der Milben ab. Die gute Nachricht ist, dass es Medikamente gibt, mit welchen Milben effektiv bekämpft werden können. Je nach Art werden Anti-Parasiten-Kombipräparate oder spezielle Mittel gegen die jeweilige Milbenart eingesetzt.

Die Heilungschancen stehen sehr gut. Eine gesunde Katze kommt sowohl mit dem Milbenbefall als auch mit den Heilmitteln gut klar. Sehr junge, alte oder geschwächte Tiere leiden etwas mehr darunter. Aber bei einer rechtzeitigen Behandlung sieht es meist sehr gut aus.

Nicht ganz so gut ist die Prognose für Katzen, welche von Haarbalgmilben befallen sind. In den meisten Fällen leiden befallene Katzen an systemischen Grunderkrankungen. Der Milbenbefall kann behandelt und geheilt werden. Ob deine Katze wieder vollständig gesund wird, hängt von den Behandlungsmöglichkeiten der Grunderkrankung ab, sofern eine vorliegt.

Generell sind die Heilungschancen besser, je früher mit der Behandlung begonnen wird. Der Milbenbefall selbst ist nicht das größte Problem, sondern die Reaktion deiner Katze auf den Juckreiz. Deine Katze kann sich beim Kratzen selbst Wunden zufügen. Diese können sich entzünden. Bakterien und Keime können eindringen und schwere Krankheiten auslösen. Je eher deine Katze behandelt wird, desto unwahrscheinlicher sind derartige gesundheitliche Folgen.

Eine Milbeninfektion muss in jedem Fall behandelt werden. Du solltest keinesfalls versuchen, die Milben selbst zu behandeln. Es gibt verschiedene Mittel, welche bei Katzen gegen Juckreiz helfen. Bei Milben handelt es sich jedoch nicht um einen kurzfristigen Juckreiz, sondern um einen dauerhaften, der von Parasiten verursacht wird. Den Juckreiz zu lindern bringt überhaupt nichts, wenn nicht aktiv gegen die Milben vorgegangen wird.

Es ist wichtig, dass sich ein Tierarzt um deine Katze kümmert. Er kann die Art der Milben bestimmen und entsprechende Medikamente verabreichen und weitere Behandlungsmöglichkeiten empfehlen, welche du vielleicht auch zu Hause durchführen kannst.

Wichtig: Falls du neben deiner Katze noch einen Hund hast, musst du mit den Medikamenten vorsichtig sein. Anti-Milben-Präparate für Hunde sind für Hunde, welche für Katzen eben für Katzen. Gibst du deiner Katze ein solches Präparat, welches für deinen Hund gedacht ist, kann ihr das schaden. Im schlimmsten Fall stirbt sie sogar daran. Umgekehrt solltest du es auch nicht machen, deinem Hund also kein Mittel für deine Katze verabreichen.

Milben bei Katzen vorbeugen

Wie bei den meisten Parasiten reduziert eine gute Hygiene das Infektionsrisiko. Alles, womit deine Katze Kontakt hat, solltest du regelmäßig reinigen. Dazu zählen zum Beispiel Schlafplätze, der Kratzbaum, Ruheplätze, dein Bett und die Couch. Auch Kämme, Bürsten etc., welche du zur Fellpflege benutzt, sollten regelmäßig gereinigt werden.

Deine Wohnung sollte möglichst trocken sein. Wenn du die Lieblingsdecke deiner Katze gewaschen hast, leg sie bitte erst wieder zurück, wenn sie auch wirklich komplett getrocknet ist. Feuchte Decken etc. sind wie ein Paradies für Milben.

Es ist zwar keine wirkliche Vorbeugemaßnahme, aber du solltest die Haut deiner Katze immer wieder mal auf möglichen Milbenbefall untersuchen. So kannst du einen Befall bereits im Frühstadium erkennen und behandeln, bevor sich die Parasiten weiter ausbreiten. Die meisten Milben leben auf dem Boden, weswegen du vor allem bodennahe Körperteile wie Bauch, Beine und Pfoten im Auge behalten solltest. Die regelmäßige Reinigung der Ohren deiner Katze ist wichtig, um Ohrmilben keine Chance zu geben.

Deine Freigängerin kannst du mit einem Anti-Parasiten-Halsband schützen, auch wenn diese Halsbänder keine hundertprozentige Sicherheit garantieren können. Ob ein Halsband für deine Freigängerin sinnvoll ist, musst du selbst entscheiden. Oftmals wird von Halsbändern abgeraten, da deine Katze damit an Ästen etc. hängen bleiben kann.

Katzenmilben beim Menschen

Es ist durchaus möglich, dass sich Milben nicht mit deiner Katze zufrieden geben, sondern es sich auch noch auf dir gemütlich machen. Glücklicherweise gilt das nicht für alle Milbenarten. Die Ohrmilbe beispielsweise hat für Menschen nichts übrig und bleibt lieber bei der Katze.

Anders ist es zum Beispiel bei der Pelzmilbe. Diese kann sich durch Kontakt mit deiner Katze auf dich übertragen. Sehr schlimm ist das nicht, du stirbst nicht daran. Aber Juckreiz und Hautausschlag ist etwas, auf das du wahrscheinlich trotzdem gut verzichten kannst.

Ähnliches gilt für die Kopfräude-Milbe. Diese verursacht Entzündungen auf deiner Haut. Wenigstens sind diese im Normalfall nicht sehr schlimm und klingen von alleine wieder ab. Problematisch ist, dass beide Arten auch eine Weile ohne einen Wirt überstehen können. So kann es sein, dass du dir Milben einfängst, wenn du dich dort auf deine Couch setzt, wo deine befallene Katze gelegen hat. Das ist auch so, falls sie bereits erfolgreich behandelt wurde.

Die Herbstgrasmilbe ist eine weitere Art, welche sich auf dir ausbreiten kann. Allerdings ist eine Übertragung von deiner Katze auf dich äußerst unwahrscheinlich. Wahrscheinlicher ist es, dass du dich genauso infizierst, wie deine Katze, nämlich durch direkten Kontakt mit kontaminiertem Erdreich.

Du solltest deinen Tierarzt im Rahmen der Behandlung fragen, um welche Milbenart es sich genau handelt und, ob diese auch auf dich übertragen werden kann. Er wird schon wissen, wann es sinnvoll ist, eine Art Grundreinigung durchzuführen und alles gründlich zu reinigen, womit deine Katze häufiger Kontakt hat.

Wenn deine Mieze in deinem Bett schläft, solltest du es in jedem Fall neu beziehen und alles gründlich waschen. Das Wasser darf ruhig richtig heiß sein, um die Milben zuverlässig loszuwerden. Es kann auch nicht schaden, ein Anti-Milben-Spray zu verwenden, um möglichst alle übrig gebliebenen Milben abzutöten, zum Beispiel auf der Decke oder der Matratze.

Katzenmilben überleben auf der Haut des Menschen nicht sehr lange. Trotzdem kann es sinnvoll sein, einen Arzt aufzusuchen, um die Heilung zu beschleunigen.