Abkühlung bei Sommer & Hitze

Katzen liegen gern in der Sonne. Es kann aber auch zu heiß werden.
Bild: Christine Numrich

Der nächste Sommer kommt bestimmt. Das bedeutet wahrscheinlich wieder sehr viele extrem heiße Tage. Das macht nicht nur dir zu schaffen, sondern auch deiner Katze. Katzen mögen auch keine zu hohen Temperaturen, zu viel Hitze kann für sie sogar gefährlich sein. Hier erklären wir dir, wie du und deine Katze gut durch den heißen Sommer kommt und euch genügend Abkühlung verschafft.

Allgemeines über Katzen und Hitze

Katzen stammen doch vom Löwen ab, der sich gerne in der Savanne ein Sonnenbad gönnt. Da ist es noch viel heißer als hier, dann müssen Katzen unseren Sommer doch locker aushalten, oder?

Falsch gedacht. Unsere Katzen haben sich schon längst an das hiesige Klima angepasst. Sie kennen unsere ursprünglich klirrend kalten Winter und gemäßigte Sommertemperaturen. Ein besonderer Schutz gegen Hitze war seit Jahrtausenden nicht notwendig.

Tatsächlich lieben Katzen Wärme. Genau wie ihre Körpertemperatur liegt auch ihre Wohlfühltemperatur etwas über der des Menschen. Jeden Sommer können wir auch beobachten, wie sich unsere Katzen auf dem Küchenboden lang machen, wenn die Sonne direkt ins Fenster scheint. An kühlen Tagen liegt Cloé auch immer auf der Fensterbank und lässt sich von der Heizung darunter den Bauch wärmen, egal wie heiß der Heizkörper ist. Im Winter schlafen unsere drei Katzen auch viel häufiger mit im Bett als im Sommer.

Allerdings gibt es auch eine Obergrenze, ab der Hitze für Katzen nicht mehr angenehm ist. Anders als der Mensch hat die Katze nämlich kaum Schweißdrüsen. Wenn die heiß ist, produzierst du am ganzen Körper Schweiß, der dich kühlen soll. Du kannst auch einfach ganz leichte Klamotten anziehen, um mit der Hitze besser klarzukommen.

Bei deiner Katze ist das nicht so. Sie hat lediglich an den Pfotenballen ein paar Schweißdrüsen, die sicher nicht zur Kühlung der ganzen Katze ausreichen. Das dichte Fell macht die Sache auch nicht gerade angenehmer, auch wenn das Sommerfell etwas dünner ist als das Winterfell.

Neben den Ballen hat die Katze nur die Möglichkeit, sich durch putzen und hecheln abzukühlen. Auch diese Abkühlung ist nur begrenzt wirksam. Dann bleibt nur noch, sich ein schattiges Plätzchen auszusuchen und jede unnötige Aktivität zu unterlassen.

So hilfst du deiner Katze, abzukühlen

Wenn du deiner Katze bei starker Hitze nicht beim Abkühlen hilfst, droht ein tödlicher Hitzschlag. Zum Glück für die Katze bist du höchstwahrscheinlich selbst nicht sehr daran interessiert, im eigenen Saft gekocht zu werden. Darum solltest du zuerst die üblichen Tipps für eine möglichst kühle Umgebung trotz Sommerhitze befolgen.

Tagsüber solltest du die Fenster geschlossen halten. Jalousien und Vorhänge sorgen für angenehmen Schatten. Frischluft brauchst du natürlich auch, aber wenn du die Fenster öffnest, lässt du auch mit geschlossenen Vorhängen viel Hitze rein. Es wird empfohlen, morgens und abends stoßzulüften, um die Luft einmal komplett auszutauschen. Du kannst deine Fenster auch über Nacht geöffnet lassen, wenn du sie mit einem Katzennetz gesichert hast. Wichtig ist, dass die Fenster geschlossen sind, wenn es draußen richtig heiß wird.

Die natürliche Reaktion auf Hitze ist es, den Ventilator anzuschalten. Das ist immer ein eher zweiseitiges Schwert. Ein Ventilator kühlt den Raum nicht herunter. Der Luftstrom fühlt sich auf der Haut angenehm kühl an, aber sobald du ihn wieder abstellst, ist alles wie vorher. Es ist genauso warm und stickig. Wenn du ungünstig im Luftstrom sitzt, kannst du dich erkälten oder dir eine Bindehautentzündung einfangen. Gleiches kann deiner Katze auch passieren. Pass zumindest auf, dass deiner Katze nicht ständig die Luft mitten ins Gesicht weht.

Deine Katze kann sich kühlen, indem sie sich putzt. Der Speichel feuchtet das Fell an und die Verdunstung sorgt für einen kühlenden Effekt. Genau diesen Effekt kannst du nutzen, um deiner Katze zu helfen. Nimm einfach ein dünnes Handtuch und feuchte es an. Mit dem Handtuch streichelst du deine Katze. Du wäscht sie quasi ab. Dadurch befeuchtest du großflächig das Fell und sorgst für Abkühlung.

Du kannst auch ganz einfach ein feuchtes Handtuch auf den Boden legen. Achte nur darauf, dass es nicht zu kalt ist. In etwa handwarm reicht schon aus. Unsere Katzen lieben es, wenn wir im Sommer ein feuchtes Handtuch ins Wohnzimmer legen. Sich darauf zu legen ist eine angenehme Abkühlung.

Deine Katze sollte auch ins Bad oder einen anderen Raum dürfen, dessen Boden gefliest ist. Fliesen sind in der Regel kühler als Teppich und können dadurch deiner Katze beim Abkühlen helfen. Auch Dusche, Wanne und Spülbecken sollten erreichbar und frei sein. Selbiges gilt für das Spülbecken in der Küche. Bei uns liegt im Sommer immer eine Katze drin, einfach, weil es dort drin angenehm kühl ist.

Fressen und Trinken bei Hitze

Du kennst das ja sicherlich selbst: Es ist verdammt heiß und du hast Hunger. Aber jetzt essen, ernsthaft? Bei der Hitze kriegt man doch kaum etwas runter. Das sieht deine Katze genauso. Katzen fressen bei großer Hitze auch deutlich weniger als sonst. Sie brauchen auch weniger Energie, da sie sich weniger bewegen.

Wenn sie dann Appetit bekommen, dann eher morgens oder in den Abendstunden, wenn es etwas kühler wird. Es ist keine schlechte Idee, den Fütterungsrhythmus dementsprechend anzupassen. Außerdem solltest du die Fütterung auf mehrere kleine Portionen umstellen, sofern es zeitlich möglich ist.

Nassfutter verdirbt im Hochsommer schnell, es kann sein, dass du morgens den Napf voll machst und abends ist das Futter schlecht. Das ist nicht nur ärgerlich, weil du so viel Futter wegschmeißen musst, sondern es kann auch gefährlich werden, wenn deine Katze es trotzdem frisst. Außerdem riecht es schlecht und es lockt Fruchtfliegen an.

Wenn du mehrere kleine Portionen über den Tag verteilt gibst, kann deine Katze alles auffressen. Der kleine Hunger ist ja immer da, nur eine ganze Portion schafft sie in der Hitze nicht. Für die Nacht kannst du ihr Trockenfutter geben. Das wird bis zum nächsten Morgen mit Sicherheit nicht schlecht.

In einem Aspekt unterscheidet sich dein Verdauungstrakt von dem deiner Katze. Wahrscheinlich findest du es toll, bei der Hitze ein kaltes Eis oder etwas, was frisch aus dem Kühlschrank kommt, zu essen. Deine Getränke sind sicher auch am besten, wenn sie frisch aus dem Kühlschrank kommen.

Deine Katze sieht das ein wenig anders. Weder Futter noch Trinkwasser sollten direkt aus dem Kühlschrank gereicht werden. Der Magen deiner Katze ist empfindlicher als dein eigener. Ihr Magen kann dir diesen Kälteschock schnell sehr übel nehmen.

Katzen sind allgemein etwas trinkfaul, da sie den allergrößten Teil ihres Flüssigkeitsbedarfs über die Nahrung stillen. Vor allem im Sommer kann das problematisch werden. Aufgrund der Hitze frisst deine Katze sowieso weniger als sonst. Dadurch nimmt sie auch weniger Flüssigkeit auf. Ihr Flüssigkeitsbedarf steigt aber, da sie sich häufiger und intensiver putzt. Auch beim Hecheln wird weitere Flüssigkeit verbraucht.

Du solltest deiner Katze stets etwas Wasser anbieten. Natürlich sollst du ihr nicht mit einer Schale hinterherlaufen. Es bietet sich aber an, in jedem Raum mindestens ein Schälchen mit Wasser zu platzieren. Bei größeren Räumen dürfen es auch mehrere sein, idealerweise an Stellen, an denen sich deine Katze besonders oft aufhält.

Hast du nun aber eine besonders trinkfaule Katze, musst du sie ein wenig überlisten und zum Trinken animieren. Wenn du gerade im Bad oder in der Küche zugange bist und deine Katze ist bei dir, lass doch einfach mal einen Wasserhahn leicht offen. Katzen sind fasziniert von fließendem Wasser, sie patschen gerne danach oder trinken es einfach. Wenn deine Katze darauf steht, könntest du dir überlegen, einen Trinkbrunnen anzuschaffen. Dann hast du immer etwas fließendes Wasser, ohne deine Wasserrechnung zu strapazieren.

Du kannst das Wasser auch aromatisieren. Vielleicht trinkt deine Katze auch nicht so viel, weil es immer gleich schmeckt. Ein wenig Abwechslung kann da manchmal nicht schaden. Alle Katzen, die wir kennen, lieben Thunfisch im eigenen Saft. Wenn du dir etwas mit Thunfisch machst, gieße doch etwas von dem Saft ins Wasser, dann riecht und schmeckt es danach, was deiner Katze bestimmt sehr gefallen wird.

Auch Kamillentee ist eine schöne Geschmacksrichtung. Mach einfach mal eine Kanne und schenke ihn deiner Katze ein, wenn er kühl genug ist. Unser Tierarzt hat bei Magenproblemen auch immer Kamillentee empfohlen, weil er lecker und zugleich für die Katze magenschonend ist.

Ansonsten kannst du noch den Spieltrieb deiner Katze ausnutzen. Bei den meisten Katzen kommen Eiswürfel hervorragend an. Du packst einfach ein paar Eiswürfel in den Wassernapf. Das wird sie erst einmal irritieren, dann aber den Spieltrieb wecken. Es ist irgendwie interessant, diese komischen, kalten Dinger anzutapsen oder mal dran zu lecken. Bekommt man einen Eiswürfel aus dem Napf, kann man ihn auch super durch die Wohnung jagen.