Der erste Tierarztbesuch

Der erste Tierarztbesuch
Kaum war sie bei uns, hat sie ihren ersten Tierarztbesuch erlebt

Der erste Besuch beim Tierarzt ist etwas ganz Besonderes für dich und deine Katze. Von ihm hängt es zum großen Teil ab, wie sich deine Katze bei den nächsten Besuchen verhält. Spätestens mit acht Wochen solltest du mit deiner Katze zur Erstuntersuchung gehen. Dann ist auch die richtige Zeit, um mit der Grundimmunisierung anzufangen. Hier erklären wir dir, wie die Erstuntersuchung abläuft und was du tun kannst, damit deine Katze ganz entspannt damit umgeht.

Wann sollte die Erstuntersuchung gemacht werden?

Wenn deine eigene Katze Nachwuchs bekommt, möchtest du mit Sicherheit wissen, ob mit den Kitten alles in Ordnung ist. Ein Tierarztbesuch ist für ein Neugeborenes Kätzchen eine extreme Belastung. Neugeborene sollten deshalb nur im Notfall zum Tierarzt gebracht werden.

Wenn mit der Mutter alles in Ordnung ist und das Kitten keine Missbildungen oder sonstige Auffälligkeiten aufweist, kannst du ihm diesen Stress ersparen. Es wird empfohlen, nicht vor einem Alter von zwei Wochen zum Tierarzt zu gehen. Sollten sich die Kleinen prächtig entwickeln, kannst du auch noch warten.

In jedem Fall solltest du dein Kätzchen im Alter von acht Wochen dem Tierarzt vorstellen. Dann ist es alt und groß genug. Außerdem bietet sich dieses Alter an, um mit der Grundimmunisierung zu beginnen.

Wie ist der Ablauf der Erstuntersuchung?

Die Erstuntersuchung ist im Grunde eine Allgemeinuntersuchung, bei welcher der Gesundheits- und Entwicklungszustand des Kätzchens kontrolliert wird.

Der Tierarzt wird am Anfang sicherlich ein paar Fragen rund um die Gesundheit der kleinen Katze stellen. Für ihn ist es zum Beispiel wichtig zu wissen, wie gut das Tierchen frisst, ob der Stuhlgang regelmäßig ist oder ob dir irgendetwas an dem Kleinen merkwürdig vorkommt.

Sollte es noch nicht geschehen sein, wird per Blickkontrolle das Geschlecht bestimmt. Bei unserer Cloé war das notwendig. Als wir sie bekommen haben, war sie zuvor noch nie beim Tierarzt. Dann wird dein Kitten körperlich untersucht. Es wird gewogen und abgetastet. Augen, Ohren, Zähne, Bauch und Fell werden untersucht, genau wie Herz- und Lungenfunktion.

Alles sollte ganz vorsichtig ablaufen. Jeder Tierarzt weiß, dass die Situation für das Kätzchen sehr aufregend und spannend, aber auch furchteinflößend und beängstigend sein kann. Ein guter Tierarzt zeigt dem Kitten auch ein paar Untersuchungshilfsmittel, sodass es diese spielerisch als ungefährlich erkennen kann.

Nach der Untersuchung wird der Tierarzt die Ergebnisse mit dir besprechen. Du erfährst, ob alles in Ordnung ist und worauf du bei deinem Fellnachwuchs achten solltest. Gerade wenn du deine erste Katze als Kitten bekommst, hast du sicherlich noch Fragen an den Tierarzt, selbst wenn du dich intensiv auf die Katzenhaltung vorbereitet hast.

Wenn alles geklärt ist, wird wahrscheinlich sicherheitshalber eine Wurmkur durchgeführt und mit der Grundimmunisierung begonnen. Du musst die Grundimmunisierung nicht durchführen lassen. Jeder auch nur halbwegs anständige Tierarzt wird sie dir jedoch mit Nachdruck empfehlen, weil dein kleines Fellbündel damit vor teils sehr schlimmen und tödlichen Krankheiten geschützt wird, die zum Teil sogar für dich selbst gefährlich werden können.

Welche Impfungen das sind, wann sie wiederholt werden müssen, was es kostet und noch mehr, erfährst du in unserem Artikel über Impfungen für Katzen.

Wenn du deine Katze mit ins Ausland nehmen möchtest oder sie als Freigängerin leben darf, solltest du sie an diesem Termin auch gleich chippen lassen. Deine Katze bekommt einen kleinen Chip unter die Haut gespritzt, welcher per RFID ausgelesen werden kann. Sie wird in einer Datenbank registriert.

Dort werden auch deine Kontaktdaten als Halter gespeichert. Sollte sich deine Freigängerin verlaufen oder einen Unfall haben und zum Tierarzt gebracht werden, ist es problemlos möglich, sie mit dir in Verbindung zu bringen. Falls jemand deine Katze finden und sie der Polizei oder einem Tierheim übergeben sollte, ist es ebenfalls möglich, dich zu identifizieren und zu kontaktieren. Mehr darüber erfährst du in unserem Artikel über das Chippen von Katzen.

Kein Stress: Kitten auf den ersten Tierarztbesuch vorbereiten

Keine Katze geht gerne zum Tierarzt. Das ist einfach so. Allerdings verhalten sich Katzen diesbezüglich unterschiedlich. Manche verhalten sich verängstigt, andere aggressiv und wieder andere lassen alles stoisch über sich ergehen.

Ein Grund dafür ist das Temperament der jeweiligen Katze. Ein anderer Grund liegt in der Vergangenheit. Unsere Katzen merken instinktiv, wenn wir sie zum Tierarzt bringen möchten. Davon sind sie wahrlich nicht begeistert, obwohl sie keine schlechten Erfahrungen gemacht haben. Wenn es dann aber so weit ist, dass wir sie im Körbchen haben und in der Praxis sitzen, bleiben sie relativ gelassen. Auch auf dem Behandlungstisch benehmen sie sich meist ziemlich gut, natürlich abhängig von dem, was der Tierarzt gerade macht. Große Kämpfe gab es nie. Wir haben dort aber auch ganz andere Katzen beobachten können.

Jeder Tierarztbesuch bedeutet Stress, allein schon aufgrund des Weges dorthin. Die Erfahrungen beim Tierarzt sind maßgeblich dafür verantwortlich, wie sich deine Katze bei den nächsten Besuchen verhält. Der erste Besuch beim Tierarzt überhaupt, spielt dabei eine ganz besondere Rolle. Er bestimmt nicht selten darüber, wie eine Katze während ihres ganzen Lebens auf Tierärzte reagiert.

Beim ersten Mal ist für das Kitten alles noch neu und total spannend. Es weiß nicht, wo es ist und was passiert, die neuen Eindrücke wollen erst einmal sortiert werden. Entscheidend ist, was dein Kätzchen nach dem Besuch mit der Praxis, vor allem mit dem Geruch, verbindet. Schlechte Erfahrungen können das Tier traumatisieren und weitere Arztbesuche werden für euch beide zum Kraftakt.

Mit der richtigen Vorbereitung kannst du deinem Kitten seinen ersten Tierarztbesuch möglichst stressfrei gestalten. Natürlich kannst du schlechte Erfahrungen nicht ausschließen. Wenn dein Kätzchen in dem Moment zuckt, in dem der Tierarzt die Impfspritze ansetzt und ihm deswegen versehentlich wehtut, hilft auch die beste Vorbereitung nichts. Aber wenigstens kannst du für die optimalen Rahmenbedingungen sorgen.

Alles beginnt mit dem Termin. Wenn dein Tierarzt Termine vergibt, solltest du unbedingt einen vereinbaren, um die Wartezeit möglichst kurz zu halten. Ein guter Zeitpunkt ist kurz nach der Öffnung oder direkt nach der Mittagspause. Vereinbarst du einen späteren Termin, kann es sein, dass du trotzdem lange warten musst, weil manche Behandlungen länger gedauert haben als gedacht oder akute Notfälle dazwischengekommen sind.

Sollte dein Tierarzt keine Termine vergeben, kannst du ihn anrufen und fragen, wann erfahrungsgemäß am wenigsten Betrieb herrscht. Da es dabei auf einen Tag nicht ankommt, kannst du auch vor dem Losfahren nochmal kurz anrufen und fragen, ob grad viel los ist oder nicht.

In einem gewissen Rahmen kannst du dein Kätzchen auch auf die Untersuchung vorbereiten. Du kannst dein Kitten daran gewöhnen, sich abtasten zu lassen. Berühre es ruhig häufiger mal an den Pfoten, am Mäulchen oder am Bauch. Dadurch kann es lernen, dass derartige Berührungen durch Menschen normal sind und keinen Grund darstellen, sich zu fürchten.

Beim Kraulen kannst du auch nebenbei mit einem Stift spielen. Ein Stift hat von der Form her eine gewisse Ähnlichkeit mit einer Spritze. Wenn du den Stift in ihrer Nähe hast und sie hin und wieder ganz vorsichtig damit pikst, wird sie wahrscheinlich keine Angst bekommen, wenn sich der Tierarzt mit der Spritze nähert.

Während der Untersuchung ist es oft gut, Präsenz zu zeigen. Dein Kätzchen soll dich sehen, riechen und fühlen können. Ein guter Tierarzt wird dich auch dazu ermutigen. Nur wenn etwas gemacht wird, was Schmerzen verursachen könnte, solltest du dein Fellbündel nicht festhalten. Sollte der Piekser mit der Impfspritze wehtun, wird deine Katze den Schmerz mit dem Arzt bzw. der Praxis verbinden. Hältst du sie dabei fest, verbindet sie den Schmerz auch mit dir, und das muss ja nicht sein.

Erster Tierarztbesuch mit älterer Katze

Eine besondere Situation ist es, wenn du mit einer älteren Katze das erste Mal zum Tierarzt gehst. Wir gehen an dieser Stelle davon aus, dass du eine bereits erwachsene Katze bei dir aufgenommen hast. Diese hat mit Sicherheit bereits ihre Erfahrungen mit Tierärzten gemacht. Doch du weißt nicht, wie sie sich verhält, wenn du mit ihr zum Tierarzt gehst, vor allem, wenn es sich nicht um die Praxis handelt, welche sie bereits kennt.

Wenn du die Katze bei dir aufnimmst, solltest du dich mit dem vorherigen Halter über dieses Thema austauschen. Es ist durchaus hilfreich zu wissen, worauf du dich einstellen solltest. Falls die Katze Angst vorm Tierarzt hat oder aggressiv reagiert, kann dir ihr früheres Herrchen oder Frauchen bestimmt ein paar Tipps geben, wie du sie beruhigen kannst. Es hilft auch dem Tierarzt, wenn du ihm gleich am Anfang sagen kannst, dass ihn ein aggressives Tier erwartet.

In dem Gespräch solltest du dir auch ihre medizinische Vorgeschichte erzählen lassen. Erfreute sie sich stets bester Gesundheit und musste nur zu Routineuntersuchungen zum Tierarzt? Ist sie anfällig für bestimmte Erkrankungen, weil sie eventuell einen sehr empfindlichen Magen hat? Hat sie schmerzhafte Erfahrungen gemacht, weil sie nach einer bösen Verletzung operiert werden musste?

All das sind Informationen, welche dir dabei helfen, den ersten Besuch mit deiner neuen Katze bei dem für sie neuen Tierarzt möglichst stressfrei zu gestalten. In einem separaten Artikel haben wir noch weitere Tipps zum Thema „Stressfrei zum Tierarzt“ zusammengetragen.