Erste Hilfe für Katzen

Erste Hilfe zu leisten, kann Leben retten

Wenn sich deine Katze verletzt hat oder ein anderer Notfall eingetreten sein sollte, solltest du sie unverzüglich zum Tierarzt bringen. Manchmal dauert das zu lange, sodass du selbst erste Hilfe leisten musst. Erste Hilfe kann deiner Katze das Leben retten. Darum ist es wichtig, sich mit diesem Thema zu beschäftigen. Hier erfährst du, was du über erste Hilfe für Katzen wissen solltest und welche Maßnahmen in welchem Fall lebensrettend sein können.

Die Redaktion von Katze.org arbeitet mit größter Sorgfalt sowie nach bestem Wissen und Gewissen. Trotzdem können wir nicht zu 100 Prozent für die Richtigkeit unserer Artikel garantieren und demnach auch keinerlei Haftung übernehmen. Wir sind keine Tierärzte. Die hier vorgestellten Maßnahmen sind für den absoluten Notfall gedacht. Wenn es irgendwie möglich ist, ruf bei einem Notfall bitte sofort (d)einen Tierarzt an. Dieser kann dich am Telefon unterstützen und anleiten.

Grundlegendes zur ersten Hilfe für Katzen

Eine Katze in Not sollte so schnell wie möglich zum Tierarzt gebracht werden. Wenn es danach aussieht, dass die Katze den Transport nicht überlebt und die Hilfe zu spät kommen würde, bist du gefragt. Dann liegt es an dir, erste Hilfe zu leisten und alles zu tun, was in deiner Macht steht, um die Katze zu retten.

Alle Maßnahmen, welche hier beschrieben sind, sollen ausschließlich der Erstversorgung im Notfall dienen. Sie sind ausschließlich dafür gedacht, die Katze am Leben zu halten, bis ihr professionell geholfen werden kann. Es handelt sich in keiner Weise um Maßnahmen, die eine Behandlung beim Tierarzt ersetzen können oder sollen. Nach den Erste-Hilfe-Maßnahmen solltest du die Katze augenblicklich zum Tierarzt bringen.

Das gilt auch für Fälle, bei denen du das Problem mittels Sofortmaßnahmen augenscheinlich gelöst hast. Wenn deine Katze zum Beispiel zu ersticken droht, weil sie einen Fremdkörper verschluckt hat und sie wieder atmet, da du den Gegenstand entfernen konntest, solltest du sie anschließend zum Tierarzt bringen.

Wenn es nur irgendwie möglich ist, rufst du dir im Ernstfall jemanden, der dir helfen kann. Diese Person kann zum Beispiel den Tierarzt anrufen und dir als Helfer zur Seite stehen, damit du deine Aufmerksamkeit ausschließlich auf die Notfallversorgung richten kannst.

Wenn die Katze bei Bewusstsein ist, ist das prinzipiell erstmal ein relativ gutes Zeichen. Du solltest beim Versuch, ihr zu helfen, stets sehr aufmerksam sein, selbst, wenn es sich um deine eigene Katze handelt. In einer Notfallsituation ist sie nicht mehr sie selbst. Sie weiß nicht was passiert, hat unglaubliche Schmerzen und Todesangst. Da kann es durchaus passieren, dass sie versucht, dich mit den Krallen abzuwehren oder sogar zu beißen, egal wie eng euer Vertrauensverhältnis ist.

Du musst tun, was auch immer notwendig ist, aber diese Tatsache darfst du dabei nicht außer Acht lassen.

Notfallapotheke für Katzen

Um auf Notfälle schnell reagieren zu können, solltest du dir eine Hausapotheke für Katzen zulegen. So bist du auf der sicheren Seite und hast alles, was du für die Erstversorgung brauchst, schnell zur Hand. Das meiste, was du brauchst, ist auch in jedem gängigen Verbandskasten enthalten, welche du als Autofahrer in deinem Kfz mitführen musst.

Aber es ist durchaus sehr sinnvoll, dir auch ein Äquivalent davon für deine Katze zu besorgen. Das Verbandsmaterial etc. sollte schon eine katzengerechte Größe haben. Das erleichtert die Wundversorgung enorm.

Was du für deine Notfallapotheke alles benötigst, erfährst du in unserem separaten Artikel über die Hausapotheke für Katzen.

Allererste Maßnahmen

Im ersten Moment machst du im Grunde am besten so gut wie nichts. Nimm dir eine Sekunde Zeit und hole tief Luft. Das ist wichtig, um im Moment zu bleiben. Es ist extrem wichtig, dass du versuchst, so ruhig wie möglich zu bleiben. Hektik oder gar Panik helfen weder dir noch deiner Katze weiter.

Anschließend schätzt du die Situation kurz ein. Bei einer blutigen Wunde oder einem offenen Bruch ist sicherlich eine andere Reaktion gefordert als wenn du deine Katze bewusstlos vorfindest. Wenn deine Katze nicht ganz offensichtlich noch lebt, weil sie um sich zuckt oder vor Schmerzen schreit, solltest du zuerst die Vitalfunktionen prüfen.

Prüfen der Vitalfunktionen

Zunächst siehst du nach, ob die Katze noch atmet. Hebt und senkt sich der Brustkorb, so ist das erstmal ein gutes Zeichen. Anschließend prüfst du, ob das Tier irgendwelche Reaktionen auf dich zeigt. Sprich es an oder mach Geräusche. Kannst du keine Reaktion feststellen, ist die Katze wahrscheinlich bewusstlos.

Nun überprüfst du den Kreislauf der Katze. Solltest du einen Kreislaufschock feststellen, sind sofortige Gegenmaßnahmen erforderlich. Welche genau das sind, erklären wir dir im weiteren Verlauf dieses Artikels. Du ziehst die Oberlippe der Katze hoch und drückst mit einem Finger auf das Zahnfleisch. Daraufhin verfärbt es sich. Nach dem Loslassen sollte es nur zwei Sekunden dauern, bis es wieder seine vorherige rosa Farbe angenommen hat. Ansonsten liegt wahrscheinlich ein Schock vor.

Jetzt geht es darum, festzustellen, ob das Herz noch schlägt. Es gibt zwei Körperstellen, an denen du das relativ leicht feststellen kannst. Den Herzschlag kannst du am Brustkorb in etwa auf der Höhe des Ellenbogens fühlen. Leg deine flache Hand dort hin und warte kurz ab.

An der Innenseite des Oberschenkels kannst du den Puls fühlen. Da beide Stellen gleichzeitig erreichbar sind, solltest du auch an beiden Stellen prüfen, ob es noch Anzeichen für Herzaktivitäten gibt.

Falls du keinen Puls oder Herzschlag feststellen kannst, greifst du umgehend zur Taschenlampe. Du leuchtest der Katze direkt ins Auge. Verengen sich die Pupillen, lebt die Katze noch. Siehst du keine Reaktion, kommt leider jede Hilfe zu spät.

Kleiner Tipp: Alles, was du hiervon mit deiner Katze üben kannst, solltest du auch üben. Wenn sie es sich bei dir gemütlich gemacht hat, fühle einfach mal ihren Puls und ihren Herzschlag. Ihr tut das nicht weh und dir hilft es, die richtigen Stellen zu finden. Im Ernstfall weißt du dann genau, wo du hin fassen musst. Das erspart dir den Schock, zu denken, deine Katze sei tot, wenn du nichts gefühlt hast, weil du nicht die richtigen Stellen erwischt hast. Wenn du deiner Katze ins Mäulchen fassen darfst, kannst du auch den Zahnfleischtest machen, damit du weißt, wie genau das aussehen soll.

Wiederbelebungsmaßnahmen

Wenn du mit der Taschenlampe eine Reaktion der Pupillen herbeiführen konntest, ist es vielleicht noch möglich, die Katze zu retten, selbst wenn Atmung und Herzschlag nicht mehr vorhanden sind. Mit den Wiederbelebungsmaßnahmen solltest du in dem Augenblick beginnen, in dem du feststellst, dass die Katze zumindest irgendwie noch lebt.

Die gängige Praxis wird als ABC-Methode bezeichnet. Dabei handelt es sich um die Reihenfolge der Maßnahmen. A steht für Atemweg. Dieser muss in jedem Fall frei sein. B steht für Beatmung. Das ist der erste Schritt, wenn feststeht, dass die Atemwege frei sind. Das C steht für Circulation und beschreibt den Kreislauf, der wieder in Gang gesetzt werden muss. Es geht hier darum, das Herz wieder zum Schlagen zu bringen.

Und so gehst du vor:

Atemweg

Es kommt nicht selten vor, dass einer Katze die Zunge in den Hals rutscht, wenn sie einen Unfall, Anfall, Schock oder vergleichbares erleidet. Du öffnest ihr daher das Mäulchen und ziehst an der Zunge. Leuchte mit der Taschenlampe in den Rachen. Dann entfernst du alles, was im Rachen nichts zu suchen hat. Neben Fremdkörpern sind auch Sachen wie Erbrochenes oder Schleim zu entfernen.

Wenn es schneller geht, wenn du die Schwerkraft zu Hilfe nimmst, dann mach das ruhig. Es geht um lebenswichtige Sekunden. Du kannst die Katze ruhig an den Beinen festhalten und hochheben, so dass sie mit dem Kopf nach unten hängt.

Es spielt keine Rolle, wenn du ihr dabei versehentlich die Beine ausrenken solltest. Gelenke kann man wieder einrenken, es geht um Leben und Tod. Solltest du allerdings, zum Beispiel aufgrund der Körperhaltung, den Verdacht haben, dass die Wirbelsäule der Katze verletzt sein könnte, lässt du das besser bleiben, denn das Risiko, dass du ihre Wirbelsäule irreparabel zerstörst, ist einfach zu groß.

Beatmung

Sind die Atemwege frei, geht es an die Beatmung der Katze. Du legst die Katze hin. Dann ziehst du die Zunge nach vorne, um sicherzustellen, dass die Atemwege weiterhin frei sind. Nun schließt du das Mäulchen und umschließt den Maul-Nasen-Bereich mit deiner Hand.

Dann beatmest du deine Katze alle drei Sekunden durch die Nase. Achte dabei darauf, deine Katze nicht aufzublasen. Wenn sich der Brustkorb leicht hebt, hast du die richtige Menge Luft erreicht. Du beatmest deine Katze zwei Mal. Danach folgt die Herzmassage.

Herzmassage

Für die Herzmassage wäre es gut, wenn du ein doppelt gefaltetes Tuch unter den Brustkorb der Katze legen könntest. Dann legst du deine linke Hand flach auf den Brustkorb, genau dort, wo du den Herzschlag hättest fühlen sollen. Damit du nicht zu viel Druck ausübst und der Katze die Rippen brichst, drückst du nur mit zwei Fingern der rechten Hand auf deinen linken Handrücken.

Drücke nun in schnellem Takt zehnmal auf deine Hand. Anschließend gehst du wieder zur Beatmung über.

Beatmung und Herzmassage werden mehrfach im Wechsel durchgeführt. Zwischendurch solltest du immer wieder überprüfen, ob du das Herz wieder zum Schlagen bekommen hast.

Wir können dir leider nicht sagen, wie oft du Beatmung und Massage durchführen sollst, bis es keinen Sinn mehr ergibt. Irgendwann musst du die Entscheidung treffen, die Katze aufzugeben. Wichtig ist, nicht zu früh aufzugeben.

Sobald Herzschlag und Atmung wieder vorhanden sind, muss die Katze schnellstmöglichst zum Tierarzt. Dass die Katze gleich wieder die Augen aufmacht und versucht aufzustehen, kommt eher selten vor. Meistens bleibt die Katze bewusstlos. Der Zustand bleibt kritisch, aber wenn sie es bis zum Tierarzt schafft, stehen die Chancen relativ gut, dass dieser den Kreislauf stabilisieren kann.

Der Rest ergibt sich aus den weiteren Untersuchungen. Der Arzt geht der Ursache für den Herzstillstand auf den Grund und wird alles tun, was in seiner Macht steht, um die Gesundheit des Tierchens wieder herzustellen.

Sollte das nicht möglich gehen, kannst du trotzdem sehr stolz auf dich sein, denn du hast alles gegeben, um einem Kätzchen in Not das Leben zu retten.

Übrigens: Wenn du eine fremde Katze in Not findest und sie zum Tierarzt bringst, kostet dich das nichts. Die Kosten für notwendige Behandlungen trägt der Halter und falls dieser nicht ausfindig zu machen ist, übernimmt die Gemeinde die Behandlungskosten.

Erste Hilfe: Notfälle

Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen sowie Atmung und Herzschlag überprüfen sind die absoluten Basics für Ersthelfer. Das sind Dinge, welche dir bei jedem Notfall helfen können. Zusätzlich solltest du dir das Vorgehen bei Katzen im Schockzustand einprägen. Viele Dinge können einen Schock auslösen und egal welcher Art oder wie ernst der Notfall ist, wenn ein Schock hinzukommt wird alles abgebrochen und sich sofort um dessen Behandlung gekümmert.

Nachfolgend haben wir dir zahlreiche gängige Notfälle inklusive empfohlener Erste-Hilfe-Maßnahmen zusammengestellt, von eher harmlos bis akut lebensbedrohlich.

Äußere Verletzungen und Wunden

Kleine Wunden sind meistens nicht schlimm und können leicht versorgt werden. Gemeint sind hier Verletzungen wie kleine Stich- oder Schnittwunden, die beim Menschen unter die Kategorie „säubern, desinfizieren, trocknen, Pflaster drauf“ fallen würden.

Eine kleine Wunde reinigst du mit körperwarmem Wasser und einem für Katzen geeigneten Desinfektionsmittel. Anschließend solltest du einen kleinen Verband anlegen, damit die Wunde sauber bleibt. Zur Sicherheit solltest du auch mit einer harmlos wirkenden kleinen Verletzung zum Tierarzt gehen. Es besteht immer die Gefahr einer Entzündung, welche nicht nur schmerzhaft, sondern auch lebensbedrohlich werden kann.

Daher ist es besser, wenn der Tierarzt die Wunde noch einmal professionell reinigt und neu verbindet. Es kommt außerdem darauf an, was die Wunde verursacht hat. Sollte es sich um eine Bisswunde handeln, solltest du unbedingt zum Tierarzt, da das Infektionsrisiko sehr hoch ist.

Mit einer offenen blutenden Wunde solltest du in jedem Fall zum Tierarzt gehen. Zuvor gilt es jedoch, die Blutung zu stillen. Alles Weitere ist erstmal zweitrangig. Du nimmst eine sterile Kompresse und drückst sie auf die Wunde. Du brauchst nicht viel Druck auszuüben. Du sollst die Blutung stoppen und nicht die Kompresse in die Wunde stopfen. Blutungen lassen sich in der Regel einfacher stoppen, wenn die Wunde gekühlt wird.

Bei einer größeren offenen Wunde solltest du kein Wasser nehmen, da das die Blutung nicht stoppt. Besser ist es, wenn du einen Kühlakku in ein Handtuch wickelst und die Wunde damit kühlst. Solltest du keinen zur Hand haben, kannst du auch irgendetwas Anderes aus deinem Gefrierfach nehmen. Hauptsache, es ist kalt und in ein Handtuch gewickelt. Die Wunde soll ja gekühlt werden und nicht schockgefrostet.

Lässt sich eine offene Blutung an einem Bein nicht stillen, bleibt dir nur die Möglichkeit, die Blutung oberhalb der Wunde abzubinden. Wenn du einen Venenstauer, auch Staubinde genannt, zu Hause hast, legst du ihn oberhalb der Wunde an und ziehst die Schlinge so lange zu, bis die Wunde nicht mehr blutet. Der Venenstauer soll so eng wie nötig sein, nicht so eng wie möglich.

Hast du so etwas nicht zu Hause, kannst du alternativ auch eine Strumpfhose oder Schnürsenkel nehmen. Im Grunde ist alles geeignet, was nicht einschneidet. Angelschnur wäre zum Beispiel ungeeignet. Sobald die Wunde nicht mehr blutet, geht es direkt zum Tierarzt.

Achte nur bitte darauf, dass der abgebundene Körperteil nicht abstirbt. Daher ist es wichtig, darauf zu achten, dass du die Staubinde im Zweifel kurz lösen kannst. Das solltest du regelmäßig tun, empfohlen werden alle zehn bis fünfzehn Minuten. Bleibt der Körperteil länger von der Blutversorgung abgeschlossen, kann er bleibende Schäden davon tragen. Im schlimmsten Fall stirbt er ab und muss amputiert werden.

Wichtig: Kleine Gegenstände wie Steinchen kannst du mit einer Pinzette vorsichtig aus einer Wunde holen. Ist die Wunde so tief, dass innere Organe verletzt sein könnten und steckt ein Gegenstand darin, solltest du ihn in keinem Fall entfernen. Sollte deine Katze beispielsweise, warum auch immer, von einem Pfeil getroffen worden sein, welcher noch in der Wunde steckt, dann lass ihn bitte stecken.

Augenverletzungen

Verletzungen der Augen sind immer ein Fall für den Tierarzt. Dabei ist es vollkommen unwichtig, wie harmlos die Verletzung aussieht. Es geht hier immerhin um das Augenlicht deiner Katze und auch wenn blinde Katzen ein recht normales Leben führen können, ist es mit Sehkraft doch irgendwie angenehmer.

Die Augen deiner Katze sind sehr empfindlich. Anders als bei anderen Verletzungen sind deine Möglichkeiten, erste Hilfe zu leisten, ziemlich begrenzt. Sollte deine Katze eine chemische oder sonst wie ätzende Flüssigkeit ins Auge bekommen, kannst du versuchen, es mit lauwarmem Wasser auszuspülen, bevor du zum Tierarzt gehst. Selbiges gilt für lose Fremdkörper. Hat deine Katze ein kleines Steinchen im Auge, kannst du es ausspülen. Klappt das nicht, bleibt es eben bis zum Tierarzt drin. Versuche bitte nicht, es mit einer Pinzette zu entfernen.

Wenn irgendetwas im Auge deiner Katze steckt, dann lass es drin. Indem du das Objekt selbst entfernst, kannst du die Verletzung eigentlich nur noch schlimmer machen.

Deine Katze wird merken, dass etwas mit ihrem Auge nicht stimmt. Also wird sie wohl versuchen, daran zu reiben, um es wieder in Ordnung zu bringen. Dass sie das nicht tun sollte, versteht sie leider nicht. Also solltest du versuchen, ihr einen Verband anzulegen und das Auge zu bandagieren.

Jetzt gibt es auch noch den Fall, dass der Augapfel deiner Katze aus der Augenhöhle springt. Das ist wirklich ziemlich kritisch. Du kannst versuchen, die Augenlider ganz vorsichtig über den Augapfel zu ziehen, damit dieser wieder in die Augenhöhle flutscht. Mehr als das solltest du nicht tun. Wenn er nicht von alleine nachgibt, solltest du in keinem Fall versuchen, den Augapfel mit deinem Finger wieder in die Höhle zu drücken. Das Risiko, das Auge unwiederbringlich zu zerstören, ist viel zu groß.

Damit eine Chance erhalten bleibt, das Auge deiner Katze zu retten, muss es auf dem Weg zum Tierarzt feucht gehalten werden, es darf nicht austrocknen.

Ersticken

Wenn deine Katze zu ersticken droht, ist selbstverständlich sofortiges Handeln angesagt. In den meisten Fällen ist es so, dass die Katze etwas verschluckt hat, was sie nicht sollte. Dieser Fremdkörper hat sich festgesetzt und blockiert nun die Atemwege.

Zuerst öffnest du deiner Katze das Mäulchen und ziehst ihre Zunge nach vorne. Gelegentlich kann es vorkommen, dass eine Katze ihre Zunge verschluckt. Beim Menschen kommt so etwas ja auch vor. Wenn sie immer noch keine Luft bekommt, schaust du in ihren Rachen. Den besten Blick hast du, wenn du den Kopf deiner Katze nach oben drückst, sodass Hals und Kinn eine Linie bilden.

Eine Taschenlampe hilft dir, Fremdkörper besser entdecken zu können. Hast du einen Fremdkörper entdeckt, holst du ihn mit einer Pinzette raus. Das ist deutlich einfacher und sicherer als deine Finger zu benutzen.

Führt das nicht zum Erfolg, kannst du eine rabiate Methode versuchen. Pack deine Katze an den Hinterbeinen, hebe sie hoch und schüttele sie kräftig durch. Das ist fies und wird ihr wehtun, aber besser das, als sie ersticken zu lassen.

Falls auch das nicht funktioniert, funktioniert vielleicht die andere Richtung. Was nicht raus will, will vielleicht tiefer rein. Du umschließt das offene Maul deiner Katze und gehst zur Schnappatmung über. Einfach schnell und kräftig ein- und ausatmen. Möglicherweise kannst du den Gegenstand ansaugen. Ansonsten kann es passieren, dass du ihn tiefer rein bläst.

Das ist die schlechteste Variante, denn das Objekt muss ja irgendwie wieder aus deiner Katze raus, wahrscheinlich muss dies operativ erfolgen. Aber dafür ist die Luftröhre wieder frei und deine Katze kann wieder atmen. Anschließend gehst du natürlich sofort zum Tierarzt.

Wenn deine Katze „nur“ schwere Atemnot hat, also grundlegend zumindest noch etwas Luft zu bekommen scheint, solltest du anstelle des letzten Schrittes lieber umgehend zum Tierarzt fahren und ihm die Sache überlassen.

Die Atmung deiner Katze solltest du generell im Auge behalten. Erkrankungen von Herz oder Lunge können ebenfalls Atemnot verursachen. Diese tritt aber eher schleichend ein. Solltest du feststellen, dass deine Katze nicht mehr wirklich gut atmen kann, muss sie schnell zum Tierarzt, um etwaige Erkrankungen erkennen und behandeln zu lassen.

Ertrinken

Katzen sind zwar meistens wasserscheu, können aber trotzdem schwimmen. Wenn eine Katze ins Wasser fällt, ist das noch lange kein Notfall. Sie wird wieder an Land schwimmen, sich schütteln und ihrer Wege gehen.

Aber natürlich ist das nicht immer so einfach. Wenn eine Katze in einen nur zur Hälfte gefüllten Pool fällt, kommt sie da alleine nicht mehr raus. Sie wird es versuchen, dabei aber nach kurzer Zeit in Panik verfallen. Sie strampelt um ihr Leben, verschluckt immer mehr Wasser und droht zu ertrinken.

In so einem Fall holst du das Tier logischerweise so schnell wie möglich aus dem Wasser. Bestenfalls ist die Katze einfach nur durchnässt und erschöpft. Wahrscheinlich ist sie etwas unterkühlt. Zur Sicherheit solltest du sie in eine Decke oder ein großes Handtuch einwickeln, um sie zu trocknen und zu wärmen.

Wenn die Katze bewusstlos sein sollte, musst du als erstes das Wasser aus den Lungen bekommen. Hier hilft dir die Schwerkraft. Du kannst die Katze an den Hinterbeinen packen und kopfüber hochheben. Das wirkt zwar grausam, aber in dieser Situation sollte das Wasser so schnell wie möglich entfernt werden, da sie ansonsten wahrscheinlich ersticken würde.

Anschließend legst du die Katze wieder hin und überprüfst die Vitalfunktionen, wie weiter oben beschrieben und leitest gegebenenfalls Wiederbelebungsmaßnahmen ein. Die Katze muss anschließend in jedem Fall zu einem Tierarzt gebracht werden. Damit sie sich unterwegs etwas aufwärmen kann, sollte sie während des Transports in eine warme Decke gewickelt sein, falls das möglich ist.

Hitzschlag

Katzen haben eigentlich kein wirkliches Problem mit Wärme. Ihre normale Körpertemperatur ist höher als unsere, was auch für die Wohlfühltemperatur gilt. Aber eine kleine Hauskatze ist eben dann doch eher ein Stubentiger als ein Löwe der Savanne.

Extreme Hitze bekommt auch ihnen nicht und kann sehr gefährlich werden. Wenn du im Hochsommer mit deiner Katze im Auto eine lange Fahrt unternimmst, solltest du unbedingt für die richtige Kühlung sorgen, um deine Katze vor einem möglichen Hitzschlag zu bewahren. Auch zu Hause kann so etwas passieren. Wenn es wirklich heiß ist und deine Katze am Fenster in der prallen Sonne einschläft, kann das gefährlich enden, vor allem, wenn sie auch noch zu den eher trinkfaulen Exemplaren gehört.

In der Regel kündigt sich ein Hitzschlag durch starkes Hecheln an. Deine Katze überhitzt und sie versucht mit allen Mitteln, sich abzukühlen. Es kann aber auch sein, dass deine Katze anfängt zu taumeln und einfach in der Hitze zusammenbricht. Gerötetes Zahnfleisch ist ein klassischer Hinweis auf einen erlittenen Hitzschlag.

Wenn deine Katze einen Hitzschlag erlitten hat, muss sie umgehend aus der Sonne und abgekühlt werden. Idealerweise legst du sie in die Dusche oder deine Badewanne. Dort kühlst du sie mit kaltem Wasser ab. Achte vor allem auf den Kopf, dieser wird beim Abkühlen oftmals zu wenig beachtet.

Die meisten Katzen kommen recht schnell wieder zu sich. Es ist auch nicht selten, dass sie sich dann übergeben. Der Hitzschlag ist eine starke Belastung für den Kreislauf und den gesamten Organismus des Fellbündels. Selbst wenn deine Katze alsbald wieder aufsteht und sich normal verhält, solltest du sie einem Tierarzt vorstellen, um sicher zu gehen, dass es ihr wirklich gut geht und keine Spätfolgen drohen.

Innere Verletzungen

Innere Verletzungen sind schwer zu erkennen. Das ist vor allem insofern tückisch, als dass sie sich manchmal erst nach einer ganzen Weile zeigen. Wenn deine Katze zum Beispiel einen Unfall hatte, bei dem sie augenscheinlich noch mit dem Schrecken davongekommen ist, ist es trotzdem möglich, dass sie eine innere Verletzung erlitten hat, welche du erst nach ein paar Tagen erkennen kannst.

Deine Katze kann auch einen kleinen spitzen oder scharfen Gegenstand verschlucken, ohne sich eine Schnittwunde im Maulbereich zuzuziehen. Beim Versuch, diesen zu verdauen, kann er trotzdem innere Verletzungen verursachen.

Ein recht sicheres Zeichen ist es, wenn deine Katze Blut ausscheidet, egal ob im Erbrochenen, im Kot oder im Urin. Wenn du so etwas siehst, solltest du deinen Tierarzt aufsuchen. Veränderungen im Kontaktverhalten können auch auf innere Verletzungen hinweisen. Zeigt deine Katze Schmerzreaktionen, wenn du sie hochheben möchtest, übst du möglicherweise Druck auf eine Verletzung aus.

Beim Verdacht auf eine innere Verletzung ist es immer ratsam, deinen Tierarzt aufzusuchen. Bedenke, dass innere Verletzungen einen Schock auslösen können. Das ist dann ein Notfall, der sofortiger erster Hilfe bedarf.

Knochenbrüche

Einen einfachen Knochenbruch zu erkennen, ist nicht immer ganz leicht. Deine Katze wird Schmerzen haben, es dir aber so gut es geht verheimlichen wollen. Wenn du nach Hause kommst und merkst, dass sich deine Katze merkwürdig bewegt, kann das ein Zeichen für einen Knochenbruch sein. Ist ein Bein verletzt, wird sie versuchen, es möglichst wenig zu belasten. Im Falle einer Rippenverletzung wird sie sich kaum auf die verletzte Seite legen und höchstwahrscheinlich auf Berührungen in der Nähe des Bruches nicht sonderlich erfreut reagieren.

Es ist einmal passiert, dass sich Jack und Ginny auf dem Kratzbaum geprügelt haben. Dabei hat sie ihn von der obersten Plattform geboxt und auf dem Weg nach unten ist er mit der Brust auf die Kante einer anderen Plattform geknallt. Danach lief er tatsächlich etwas unrund und reagierte auf bestimmte Berührungen sehr empfindlich. Wir waren mit ihm beim Tierarzt und glücklicherweise hat er sich nur einen blauen Fleck zugezogen, keinen Rippenbruch.

Was wir damit sagen möchten ist, dass du deine Katze nach einem Kampf oder Unfall genauer beobachten solltest, denn ein geschlossener Bruch kann eben auch übersehen werden. Schwerere Brüche erkennst du viel leichter.

In so einem Fall ist es wichtig, den Knochen zu stabilisieren und möglichst ruhig zu halten. Wenn du es dir zutraust, also wirklich zutraust, kannst du den Knochen schienen. Bedenke dabei, dass deine Katze höchstwahrscheinlich enorme Schmerzen hat und nicht unbedingt erfreut sein dürfte, wenn du an der schmerzenden Stelle herumdokterst.

Für eine improvisierte Schiene brauchst du so etwas wie einen Holzstab oder ein vergleichbares Objekt. Diesen positionierst du entlang des Knochens, sodass er sowohl ober- als auch unterhalb des Bruchs festgeschnallt werden kann. Das kannst du zum Beispiel mit Mullbinden oder anderem Verbandsmaterial tun. Wie angesprochen, kommt es hauptsächlich darauf an, dass die Körperpartie mit dem Knochenbruch so wenig bewegt wird wie möglich. Sollte es möglich sein, kannst du versuchen, deine Katze auf ein Brett zu legen, um sie zum Tierarzt zu bringen. Das ist deutlich schonender, als sie in ihren Transportkorb zu verfrachten.

Besonders kritisch sind offene Brüche. Sollte die Wunde bluten, solltest du vorsichtig versuchen, die Blutung zu stillen. Es ist bei offenen Brüchen sehr wichtig, dass sie so wenig wie möglich bewegt werden. Bevor es zum Tierarzt geht, muss die Wunde steril verbunden werden. Das ist vor allem für den Knochen wichtig, damit es nicht zu einer gefährlichen Knocheninfektion kommt. Der Tierarzt kümmert sich um den Rest. Bitte versuche nicht, deiner Katze etwas Gutes zu tun, indem du Wundbalsam oder irgendeine sonstige Salbe auf die Wunde oder den Knochen aufträgst. Damit hilfst du ihr nicht, eher das Gegenteil ist der Fall.

Krampfanfall

Ein Krampfanfall ist häufig harmloser als er aussieht. Auch wenn es banal klingen mag, aber so etwas kommt gelegentlich einfach vor. In der Regel hört ein Krampfanfall spätestens nach wenigen Minuten von alleine auf und deine Katze verhält sich wahrscheinlich direkt wieder normal.

Während eines Krampfanfalls ist deine Katze nicht sie selbst. Sie weiß nicht, was los ist und bekommt von allem um sich herum kaum etwas mit. Sie anzufassen kann gefährlich sein, denn sie hat keine Kontrolle über ihre Krallen und Zähne. Es gibt daher nur zwei erste-Hilfe-Maßnahmen, welche eher indirekt mit deiner Katze zu tun haben.

Wenn der Anfall beginnt, schau bitte auf die Uhr und merke dir die Uhrzeit. So kannst du nach dem Anfall genau ermitteln, wie lange dieser gedauert hat. Wenn du dir akute Sorgen um deine Katze machst, kommt dir die Zeit vermutlich viel langsamer vor, ein Krampf, der „nur“ zwei Minuten dauert, kann sich wie eine halbe Stunde anfühlen.

Anschließend räumst du auf. Du solltest soweit es geht alles aus der direktem Umgebung deiner Katze entfernen, woran sie sich verletzen könnte.

Nach dem Anfall kannst du überlegen, zum Tierarzt zu gehen. Unbedingt zum Tierarzt solltest du gehen, wenn die Anfälle länger dauern oder vermehrt auftreten. Dann ist wahrscheinlich eine Krankheit der Auslöser. Deine Katze sollte gründlich untersucht werden.

Schock

Ein Schock ist immer ein Notfall. Wir sprechen hier von einem Schockzustand, nicht von einem Elektroschock, auch wenn mit diesem ebenfalls nicht zu spaßen ist. Ein Schock kommt nicht schleichend, er kommt immer plötzlich.

Bei einem Schock zieht sich das Blut deiner Katze sozusagen zum Zentrum ihres Körpers zurück. Dort sorgt es dafür, dass die allerwichtigsten Organe funktionsfähig bleiben. Es handelt sich um den ultimativen Notfallmodus. Das Problem ist, dass dadurch die Sauerstoffversorgung des restlichen Körpers nicht mehr gewährleistet ist, auch nicht die des Gehirns.

Der Schockzustand ist für gewöhnlich eine Reaktion auf traumatische Umstände, beispielsweise einen Autounfall, eine Verletzung mit starkem Blutverlust, zu starker Flüssigkeitsverlust oder eine Vergiftung. Tatsächlich unterscheidet sich der Schock bei Katzen kaum von dem von Menschen. Er zeigt grundlegend die gleichen Symptome:

Der Körper der Katze kühlt schnell aus, weil das Blut nicht mehr in die Extremitäten gepumpt wird. Dafür rast der Puls, er ist deutlich schneller als im Normalzustand. Sehr schnell ist auch die Atmung der Katze, wobei diese so flach werden kann, dass du sie weder sehen noch hören kannst. Du musst sie aber auf ihrem Brustkorb fühlen können. Ganz klassisch ist auch, dass die Schleimhäute verblassen. Wenn das Zahnfleisch hell ist und sich die Farbe nicht binnen Sekunden normalisiert, nachdem du mit einem Finger darauf gedrückt hast, liegt wahrscheinlich ein Schock vor.

Die Behandlung des Schocks hat immer oberste Priorität. Wenn deine Katze im Rahmen eines Notfalls einen Schock erleidet, spielt der eigentliche Notfall keine Rolle mehr. Wird der Schock nicht unmittelbar behandelt, stirbt deine Katze sowieso. Daher kommt der Schock an erster Stelle, alle anderen Erste-Hilfe-Maßnahmen stehen hinten an. Sofern es irgendwie möglich ist, solltest du einen Tierarzt anrufen, welcher dich am Telefon anleiten kann.

Sollte das nicht machbar sein, kannst du Folgendes versuchen:

Du legst deine Katze auf ihre rechte Körperseite. Den hinteren Teil des Körpers stützt du mit einer Decke oder einem Kissen. Wichtig ist nur, dass es ein Gefälle gibt, damit wieder Blut in den Kopf fließen kann. Den Kopf überstreckst du nach hinten, um die Atemwege frei zu machen. Zur Unterstützung kannst du die Zunge etwas nach vorne ziehen.

Nun wickelst du deine Katze in eine Decke. Ihre Körpertemperatur ist zu niedrig und es kostet viel Energie, die Temperatur wieder herzustellen.

Stromschlag

Dass eine Katze einen Stromschlag abbekommt, kann immer mal passieren. Die häufigste Ursache ist, dass sie an einem Stromkabel knabbert und es dabei durchbeißt. Es kann auch ein technischer Defekt vorliegen, weswegen ein Objekt unter Strom steht, was es nicht sollte.

Wie dem auch sei, nicht jeder Stromschlag ist gleich gefährlich. Es kommt immer auf die Stromstärke an. Auch die Dauer der Stromzufuhr ist von Bedeutung.

Wenn du siehst, dass deine Katze einen Stromschlag abbekommen hat oder gerade bekommt, solltest du zuerst an dich denken. Fasse deine Katze in keinem Fall an, während sie noch unter Strom steht. Sollte die Sicherung nicht von selbst geflogen sein, stellst du dort den Strom ab. Ist das in der akuten Situation nicht möglich, suche dir etwas, was keinen Strom leitet und sich dazu eignet, deine Katze vom Strom zu trennen. Ein Besen mit Holzstiel wäre zum Beispiel ein solches Objekt.

Was nun folgt, hängt von dem angerichteten Schaden an. Ist deine Katze bewusstlos, überprüfst du zuerst die Vitalfunktionen, wie am Anfang dieses Artikels beschrieben. Oberste Priorität hat die Wiederherstellung des Bewusstseinszustands.

Nach einem Stromschlag solltest du deine Katze in jedem Fall zum Tierarzt bringen, selbst wenn sie das Bewusstsein nicht verloren haben sollte. Stromverletzungen sind tückisch. Es ist durchaus möglich, dass der Stromschlag innere Verletzungen verursacht hat, deren Auswirkungen so schnell noch gar nicht sichtbar sind.

Verbrennungen

Eine Verbrennung ist schnell mal passiert. Du nimmst einen Topf vom Herd, drehst dich um und Schwupps ist die Katze auf die heiße Kochplatte gesprungen. Auch das Bügeleisen kann Verbrennungen verursachen. Oder du hast einen Pyromanen wie unseren Jack, der von Kerzenflammen magisch angezogen wird und versucht, eben diese einzufangen.

Was im Notfall zu tun ist, hängt vor allem vom Grad der Verbrennung ab. Bei einer einfachen Verbrennung ersten Grades reicht es für gewöhnlich aus, die verbrannte Stelle sorgfältig mit kaltem Wasser zu kühlen. Es dürfen schon gerne mehrere Minuten sein, damit auch wirklich alles abgekühlt ist und der Schmerz nicht zurückkommt, sobald das Wasser wieder aus ist. Halte deine Katze anschließend etwas unter Beobachtung, damit du schnell eingreifen kannst, sollte sie später einen Schock erleiden.

Brandblasen müssen in jedem Fall vom Tierarzt behandelt werden. Wenn du sie selbst öffnest, kannst du deiner Katze wehtun. Möglicherweise gelangen dabei auch Keime unter die Haut, die zu einer Entzündung führen können. Zudem kann sich dort erstaunlich viel Flüssigkeit ansammeln. Unkontrollierter Flüssigkeitsverlust kann für deine Katze sehr gefährlich werden.

Nachdem du die Pfote gekühlt und Brandblasen entdeckt hast, solltest du die Pfote verbinden, damit deine Katze sie auf dem Weg zum Tierarzt nicht selbst öffnet. Du brauchst nichts weiter zu tun. Du solltest keine Brandsalbe auftragen, sondern nur kühlen, trocken tupfen, verbinden und zum Arzt fahren.

Bei starken Verbrennungen gehst du anders vor. Hier verbindest du die Wunde sofort und kühlst sie erst danach. Anschließend musst du umgehend zum Tierarzt fahren, denn es kann gut sein, dass deine Katze einen Schock erleidet, welcher lebensbedrohlich sein kann.

Vergiftungen

Es kann jederzeit passieren, dass deine Katze sich vergiftet. Eigentlich haben Katzen ein ganz gutes Gespür dafür, was für sie giftig ist und was nicht. Allerdings liegen sie leider auch gelegentlich daneben. Die meisten Vergiftungen lassen sich darauf zurückführen, dass an für Katzen giftigen Pflanzen genagt wurde oder etwas anderes gefuttert wurde, was Katzen niemals essen sollten.

Eine Vergiftung ist immer ein Notfall.

Ein absolut eindeutiges Symptom einer Vergiftung gibt es nicht. Häufige Begleiterscheinungen sind zum Beispiel Erbrechen, Durchfall, Abgeschlagenheit, Zittern, Bewegungsstörungen, starker Speichelfluss oder Schmerzen.

All diese Symptome können aber auch von etwas ganz anderem ausgelöst werden. Wenn du gesehen hast, dass deine Katze etwas Verbotenes verschluckt hat, solltest du umgehend zum Tierarzt fahren. Sollte es sich dabei um ein Medikament, ein Reinigungsmittel oder ähnliches gehandelt haben, nimmst du am besten die Packung mit, damit der Tierarzt direkt erfährt, welche Substanzen sich illegalerweise in deiner Katze befinden.

Kannst du jedoch nur die Symptome beobachten und vermutest eine Vergiftung als Ursache, solltest du deinen Tierarzt anrufen und ihm das Verhalten deiner Katze schildern. Er wird dir sagen können, worauf du achten und wann du unbedingt zu ihm kommen solltest.

Bei einer Vergiftung durch Verschlucken wird bei vielen Menschen der Reflex ausgelöst, Erbrechen herbeiführen zu wollen, damit der Giftstoff schnell aus dem Magen kommt. Bitte tu das nicht. Du tust deiner Katze damit nur weh und riskierst, einen gefährlichen Katzenbiss abzubekommen. Je nach Giftstoff kann sich die Vergiftung sogar verschlimmern, wenn das Gift wieder hochgewürgt wird und ein zweites Mal die Rachenschleimhaut passiert.

Dein Tierarzt wird wissen, was zu tun ist. Er hat auch ein spezielles Mittel, welches deine Katze kontrolliert zum Erbrechen bringt, wenn es notwendig ist.

Erste Hilfe Kurse für Katzenhalter

Erste Hilfe Kurse sind sehr wichtig, um im Zweifel ein Leben retten zu können. Wenn du den Führerschein gemacht hast, musstest du sicher einen Erste Hilfe Kurs mitmachen. Für die meisten Menschen ist dieser Kurs leider auch der einzige, den sie in ihrem Leben absolvieren. Aber selbst Menschen, die ihr Wissen regelmäßig auffrischen, stehen in der Regel vor einem verletzten Tier wie der berühmte Ochs vor dem Berg. Auf verletzte Tiere wird im Rahmen solcher Kurse nämlich meistens nicht eingegangen.

Wir können nur empfehlen, einen Erste Hilfe Kurs für Katzen- bzw. Tierhalter zu belegen. Dort bekommst du alles persönlich erklärt. Du lernst die richtigen Reaktionen im Notfall und hast jederzeit die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Es ist auch wichtig, solche Situationen einmal unter professioneller Anleitung zu üben. Eine Blutung stoppen oder einen Verband anlegen klingt in der Theorie so einfach.

Aber wenn du in der akuten Situation steckst, was machst du dann genau? So etwas einmal selbst gemacht zu haben verleiht dir für den Notfall eine Menge Sicherheit. Du musst weniger nachdenken und kannst ruhiger bleiben und dich auf deine Notfallmaßnahmen konzentrieren.

Leider gibt es keine Organisation, die regelmäßig Erste Hilfe Kurse für Katzenhalter anbietet. Um einen Erste Hilfe Kurs zu finden, fragst du am besten zuerst deinen Tierarzt. Möglicherweise bietet er solche Kurse ja selbst an. Falls nicht, kennt er vielleicht einen Kollegen, der das macht. Du kannst auch bei Tierkliniken oder Tierschutzverbänden nachfragen. Im Internet kannst du ebenfalls nach solchen Kursen in deiner Region suchen.

Erste Hilfe Kurse für Tiere werden nicht immer explizit für Katzen angeboten. Das wäre natürlich ideal, aber mit einem Erste Hilfe Kurs für Katzen und Hunde machst du auch nichts verkehrt. So unterschiedlich beide Tierarten auch sind, was Notfallmaßnahmen angeht, sind die Unterschiede kaum noch wichtig. Und wenn so ein Kurs für beide Tierarten angeboten wird, sollte sicherlich auch auf die spezifischen Details eingegangen werden, welche sich bei Katze und Hund unterscheiden.