Nassfutter

Zur gesunden Ernährung deiner Katze gehört die richtige Menge Nassfutter. Im Nassfutter findet deine Katze alles, was sie braucht. Nun bist du auf der Suche nach dem richtigen Nassfutter für deine Miezekatze und weißt nicht, was auch wirklich gut für sie ist? Dann bist du hier richtig, denn hier verraten wir dir, was du über Katzenfutter in Gelee oder Sauce wissen solltest.

Wie viel Nassfutter braucht meine Katze?

Grundlegend kann man sagen, eine Katze braucht an die 50 Gramm Futter pro Kilo Katze am Tag. Der durchschnittliche Verbrauch von Nassfutter liegt laut Katzenschutzbund Köln bei 200 bis 300 Gramm bei drei bis fünf Kilo Katze. Wenn du deiner Katze pro Tag zwei große (100g) oder drei kleine (85g) Tütchen Nassfutter gibst, sollte das ausreichen. Wann es zu viel oder zu wenig ist, findest du ja selbst raus, wenn du beobachtest, ob deine Katze zunimmt oder abmagert.

Zusätzlich solltest du deiner Katze auch noch 30 bis 60 Gramm Trockenfutter geben. Das musst du nicht jedes mal abwiegen. Wir greifen abends einfach mit der Hand in die Tüte mit dem Trockenfutter und dann gibt es eine Faust voll für jede Katze. Wenn du die Hand quasi als Löffel verwendest, brauchst du die Hand nicht ganz voll machen oder gar so viel ausschütten, dass sich ein Berg bildet.

Wichtig ist, dass du das Futter möglichst regelmäßig gibst, im Sinne von festen Zeiten. Bei uns geben wir ihnen direkt nach dem Aufstehen etwas und wer abends zuerst wieder zurück ist, gibt das jeweils zweite Tütchen. Vorm Zubettgehen gibt es dann noch die Hand voll Trockenfutter und frisches Wasser.

Wie viel Nassfutter braucht ein Kitten?

Bei kleinen Kitten gilt die oben genannte Empfehlung nicht. Der Magen eines frischen Kitten ist gerade mal so groß wie ein menschlicher Daumennagel. Da passt nicht viel rein und vor allem am Anfang des Lebens braucht das Kätzchen viel Energie zum Wachsen.

Darum sollte dein Kitten möglichst immer Zugang zu frischem Nassfutter haben. Solltest du noch andere Katzen haben, kann das etwas kompliziert werden, da die Tierchen eben sehr futterneidisch sind. In der Regel hat das Jungtier aber den Kittenbonus, sodass die Großen Ihm das Futter lassen.

Wenn du den Napf nachts nicht nachfüllen kannst, ist das auch halb so wild, das haben wir auch nicht gemacht. Das Kitten kommt darüber hinweg, wenn es mal einen halben Tag nichts frisches gibt. Hauptsache, sie bekommt immer etwas, wenn du da bist, was du die ersten ein bis zwei Wochen nach dem Einzug des Fellbündels sowieso sein solltest.

Worauf bei Nassfutter für die Katze achten?

Bei Nassfutter solltest du vor allem auf die Bestandteile achten. Wie viele Vitamine und Mineralien das Futter enthält, erfährst du nur, wenn du es im Labor untersuchen lässt. Die Angaben der Hersteller sind da in der Regel eher vage. Was die Fleischsorte angeht, so ist Katzen alles recht. Schweinefleisch dürfen sie nicht essen, aber Katzenfutter mit Schwein findest du im Handel eigentlich sowieso nicht.

Achte hier einfach auf einen gesunden Mix. Obwohl die Geschmacksnerven der gemeinen Hauskatze nicht sonderlich ausgeprägt sind, schmecken sie doch Unterschiede. Wenn es immer nur eine Sorte gibt, wird ihnen das irgendwann zu blöd. Es ist auch egal, ob du Nassfutter in Sauce oder Gelee kaufst. Für deine Katze ist es vielleicht mal eine willkommene Abwechslung, wenn sie Gelee statt Sauce bekommt. Ernährungstechnisch ist beides gleich gut, es ist nicht so, dass Sauce gesünder wäre als Gelee oder umgekehrt.

Viel wichtiger ist die Zusammensetzung des Katzenfutters. Wie bereits erwähnt, kannst du nur im Labor herausfinden, wie viel von welchen Nährstoffen konkret enthalten ist. Du kannst aber immerhin sehen, was überhaupt drin ist.

Meiden solltest du zum Beispiel Futter mit tierischen Nebenprodukten. Gutes Katzenfutter hat einen hohen Fleischanteil, schließlich sind Katzen Raubtiere und Fleischfresser. Wenn du die Angabe „Fleisch und tierische Nebenprodukte“ findest, ist das Futter wohl eher von minderer Qualität. Dass in Katzenfutter nicht unbedingt Fleisch in Steak-Qualität enthalten ist, sondern es sich meistens um Schlachtabfälle handelt, die wir uns zu fein sind zu essen, sollte niemanden mehr verwundern.

Tierische Nebenprodukte bezeichnet Teile von Tieren, die eigentlich nicht zum Essen gedacht sind, zum Beispiel Hufe oder Hörner. Katzen können z.B. fein geriebene Hufe häufig nur schlecht verdauen. Es schadet ihnen nicht unbedingt, aber es ist eben kein Fleisch und der Nährwert hält sich in Grenzen.

Achte auch darauf, dass das Futter als Alleinfutter deklariert ist. Dann ist gewährleistet, dass alle Nährstoffe darin enthalten sind, welche deine Katze benötigt. Verzichten solltest du auch auf Konservierungsstoffe, denn die sind bei der Verpackung nicht notwendig. Konservierungsstoffe und Antioxidantien haben in Katzenfutter nichts zu suchen. Sie sollen meist nur bewirken, dass das Futter für uns besser aussieht, was deiner Katze mal vollkommen egal ist.

Auch Getreide oder Zucker sollten nicht enthalten sein. Katzen lieben fast immer gezuckertes Essen. In unseren Artikeln greifen wir häufig auf die Analogie zwischen Katze und Kleinkind zurück. Biete einem kleinen Kind mal eine Scheibe einer Erdbeere an und mit der anderen Hand eine Erdbeerscheibe aus Fruchtgummi. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Fruchtgummi vorgezogen wird, ist in der Regel ziemlich groß. Ähnlich ist es bei der Katze. Sie isst was ihr besser schmeckt und nicht, was besser für ihre Gesundheit ist.

Ein wichtiger, aber leider oft übersehener Aspekt, ist die Lagerung des Nassfutters. Egal ob Tütchen, Schälchen oder Dose, du solltest das Futter nicht der prallen Sonne aussetzen. Am besten packst du es einfach in einen Schrank. Darin ist es meist kühler als draußen, zumindest im Sommer.

Nassfutter steht im Geschäft generell nicht in der Kühlung. Das ist nicht notwendig. Wenn du eine Dose mit Nassfutter aufmachst, wirst du wahrscheinlich nicht den gesamten Inhalt auf einmal verfüttern. Die offene Dose solltest du nicht bis zur nächsten Mahlzeit rumstehen lassen, vor allem nicht im Sommer, da es dann schneller verdirbt.

Im Idealfall findest du einen Plastikdeckel, mit dem sich die Dose Nassfutter wieder richtig verschließen lässt. Ansonsten kannst du auch Frischhaltefolie verwenden oder die Dose offen in den Kühlschrank stellen. Vor der nächsten Fütterung solltest du die Dose rechtzeitig aus dem Kühlschrank nehmen, damit das Futter etwas wärmer wird. Der Geschmack ist besser und kaltes Nassfutter kann deinen Katzen an den Zähnen wehtun.

Alter der Katze

Beim Nassfutter kommt es auch auf das Alter deiner Katze an. Die meisten Hersteller bieten Futter für drei Altersstufen an. Am Anfang steht natürlich das Kittenfutter, welches auf die Bedürfnisse von Katzen bis zu einem Jahr ausgerichtet ist. Darin befinden sich viele Mineralstoffe und Vitamine, die das Wachstum deines Kätzchens unterstützen. Nicht nur die Zusammensetzung der Nährstoffe ist ideal für kleine Möchtegerntiger, sondern es ist auch besonders fein „gehackt“, sodass die Stückchen kleiner und dadurch für das Kitten einfacher zu essen sind.

In einem Jahr wächst so eine Minimieze ganz schön viel, sodass sie dann auch besser mit Nassfutter für erwachsene Katzen klarkommt. Solches Futter ist meist mit „Adult“ oder gar nicht gekennzeichnet. Viele Hersteller lassen die Kennzeichnung weg und zeichnen nur das Kitten- und Seniorenfutter besonders aus.

Damit wären wir bei der dritten Altersstufe, die in den meisten Fällen „Senior“ genannt wird. Dieses Futter ist am besten geeignet, wenn deine Katze die erste erwartete Lebenshälfte überstanden hat. Ältere Menschen entwickeln auch ein anderes Essverhalten bzw. brauchen von manchen Vitaminen und Mineralien mehr oder weniger als junge Menschen. Bei der Katze ist das nicht anders, auch ihr Stoffwechsel verändert sich mit der Zeit.

Folgendes ist positiv festzuhalten: Zumindest nach unseren Beobachtungen kostet das Futter stets gleich viel. Es ist uns noch bei keinem Hersteller aufgefallen, dass die Ernährung deiner Katze im Frühstadium oder als Senior teurer ist als bei normalen erwachsenen Katze.

Ist teures Futter auch besser als billige Hausmarken?

Jain. Es gibt teures Futter, welches wirklich nur pures Fleisch und natürlich gewonnene Minerale etc. enthält und dementsprechend teuer ist. Mit der Zeit geht das natürlich ins Geld. Wenn das für dich kein Problem ist und die Qualität auch wirklich stimmt, kannst du das teure Futter ruhig kaufen. Notwendig ist es aber nicht. Das ist in etwa wie Pizza essen gehen.

In einem Restaurant bekommst du deine Lieblingspizza für 7,50 Euro. Sie ist groß, gut belegt und schmeckt dir sehr gut. In einem anderen Restaurant zahlst du für die gleiche Pizza 20 Euro. Sie ist sichtbar kleiner, weniger stark belegt, dafür sind alle Zutaten garantiert aus rein biologischem Anbau. Diese Pizza schmeckt sicherlich etwas besser als die erste, aber rechtfertigt das den mehr als doppelten Preis? Vor allem, wenn sie so klein ist, dass du noch einen Nachtisch brauchst.

Für den Alltag reicht auch die günstige Pizza, die teure ist etwas für besondere Anlässe. So halten wir es auch. Wir lassen uns jeden Monat einen Monatsvorrat Katzenfutter liefern. Im Abo sparen wir noch Geld und müssen nichts schleppen. Drei Katzenmäulchen haben schließlich einen recht großen Bedarf an Futter. Wenn wir mal zu einem großen Supermarkt gehen oder an einem Tierbedarfsladen vorbeikommen, nehmen wir zur größeren Abwechslung immer wieder mal besonderes Futter mit.

Es gibt aber auch teures Futter, welches sogar schlechter ist als Billigfutter vom Discounter. Eine Befragung von 500 Katzen ergab leider nichts, also bleibt nur die Untersuchung im Labor.

Nassfutter im Test

Die Qualität von Nassfutter kannst du im Grunde nicht selbst bewerten. Die stehen lediglich zwei Kriterien zur Verfügung. Eines ist die Optik des Futters. Sieht es für dich gut aus? Ein anderes ist, ob deine Katze das Zeug frisst oder nicht.

Beides hat nichts mit der Qualität zu tun. Weil deine Katze es frisst, ist es noch lange nicht gut. Sieh dir nur mal das Essverhalten von Kindern an. Wenn ihnen etwas schmeckt, hauen sie rein, unabhängig davon, ob es hochwertig oder gesund ist. Und klar, du könntest das Katzenfutter auch selbst probieren. Aber selbst das sagt nichts über die Qualität aus.

Markenfutter sieht häufig besser aus als reines Discounterfutter. Die Optik interessiert deine Katze jedoch überhaupt nicht, sie ist ihr absolut egal. Bevor wir die Testergebnisse kannten, haben wir für unsere Miezen gerne mal als Ausnahme ein paar Döschen Purina Gourmet Gold mitgebracht. Und ganz im Ernst, manche Sorten sahen so gut aus, dass wir uns fast selbst mit kleinen Löffelchen darüber her gemacht hätten.

Um Katzenfutter auf seine Qualität hin testen zu können, bräuchtest du ein Labor und ein wirklich gutes Mikroskop. Im Labor können die Wissenschaftler den genauen Nährstoffmix herausfinden. Schließlich sollen alle Nährstoffe in ausreichender Form für eine durchschnittliche Katze vorhanden sein. Auf Schadstoffe und ähnliches kann das Futter dort auch untersucht werden.

Außerdem kann festgestellt werden, wie hochwertig die Zutaten sind. Die Angabe „Tierische Nebenerzeugnisse“ kann nämlich vieles bedeuten. Bestenfalls handelt es sich dabei um Innereien, die der Mensch zwar essen könnte, es aber selten tut. Die sind eben übergeblieben und können zu Katzenfutter weiterverarbeitet werden. Schlechtestenfalls handelt es sich dabei um geriebene Hufe eines Pferdes, das bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Auch Hof- oder Hornmehl geht als tierisches Nebenerzeugnis durch.

Ein Nassfuttertest ist also gar nicht so leicht, wie es zunächst klingen mag. Wenn du einen Nassfutter-Test liest, achte darauf, dass auch beschrieben wird, wie der Test durchgeführt wurde. Und bedenke auch, dass ein Test immer nur einen Querschnitt darstellt. Stiftung Warentest hat 2017 25 Produkte getestet und 30 Stück im Jahr 2020.

Wenn du etwas fütterst, was nicht in einem solchen Test erwähnt wird, bedeutet das nicht, dass das Futter schon ganz am Anfang aussortiert wurde. Es gibt nur eine so große Auswahl, dass es schlicht beinahe unmöglich ist, sämtliche Marken und Sorten zu testen, die es auf dem Markt gibt.

Stiftung Warentest Nassfutter Test 2020

Stiftung Warentest hat im Mai 2020 erneut Nassfutter für Katzen getestet. Die Wertungen der Testkategorien hat sich seit dem letzten Nassfutter Test 2017 leicht verschoben. Die ernährungsphysiologische Qualität machte 60 Prozent der Endnote aus. Getestet wurde die Nährstoffzusammensetzung nach internationalen Standards. Außerdem wurde die Wertigkeit der Zutaten beurteilt, also beispielsweise ob sich Schlachtabfälle im Futter befanden oder nicht.

Die Fütterungsempfehlungen flossen zu 15 Prozent in die Wertung ein. Hier wurde untersucht, ob richtige Fütterungsempfehlungen auf den Packungen standen und ob es besondere Empfehlungen gab, wie zum Beispiel die Dosierung nach Gewicht der Katze.

Jeweils zu 10 Prozent flossen Schadstoffe sowie Deklaration und Werbeaussagen ein. Stiftung Warentest suchte in dem Futter nach Spuren von Blei, Quecksilber und anderen Schadstoffen. Eins vorneweg: In dieser Kategorie schnitten alle Anbieter positiv ab. In der anderen Kategorie ging es darum, ob alle Angaben auch wirklich korrekt waren und ob die Werbeaussagen eingehalten wurden.

Die letzten fünf Prozent steuerte die Nutzerfreundlichkeit der Verpackung bei. Drei Experten hatten unter anderem die Aufgabe, zu testen, wie gut sich die Packungen öffnen und der Inhalt entnehmen ließ.

Testergebnisse Stiftung Warentest 2020

Genau wie im letzten Test von 2017 zeigte sich, dass gutes Futter nicht teuer sein muss. Im Gegenteil, die obere Tabellenregion wird von günstigen Hausmarken dominiert, Kitekat ist einzige Markenfutter mit der Note „sehr gut“. Das Bio-Katzenfutter von DM ist das erste Biofutter, welches die Note „gut“ erstreiten konnte.

Ganze sechs Produkte wurden als mangelhaft bewertet. Hier ist es irgendwie faszinieren, dass fünf Markenprodukte dabei waren. Stiftung Warentest hat 30 unterschiedliche Nassfutter in verschiedenen Portionsgrößen und Verpackungen getestet. Um die Preise vergleichen zu können, hat Stiftung Warentest den mittleren Preis pro Tagesration errechnet. Hier haben wir einen Auszug aus den Testergebnissen für dich:

Platz Marke Sorte Preis Tagesration Qualitätsurteil
1 K-Classic (Kaufland) Zarte Häppchen in Gelee mit Geflügel & Herz 0,50 Euro Sehr gut (1,3)
3 Winston (Rossmann) Schlemmer-Menü mit Wild 0,47 Euro Sehr gut (1,4)
4 Kitekat Mit Huhn in Gelee 0,55 Euro Sehr gut (1,5)
5 Coshida (Lidl) Mit Huhn und Sauce 0,22 Euro Sehr gut (1,5)
10 Sheba Sauce Spéciale mit Putenhäppchen in heller Sauce 1,71 Euro Gut (1,7)
15 Dein Bestes Bio (DM) Reich an Huhn mit Pute, Karotte & Rapsöl 1,05 Euro Gut (2,0)
17 Green Petfood Faircat Happy mit Hühnchen aus artgerechter Haltung 3,57 Euro Befriedigend (2,9)
23 Lucky Cat (Penny) Pastete mit Geflügel 0,52 Euro Ausreichend (4,0)
29 Purina Gourmet Gold Feine Pastete mit Thunfisch 1,01 Euro Mangelhaft (5,0)
30 Vitakraft Poésie Sauce mit Pute in Käsesauce 1,48 Euro Mangelhaft (5,9)

Wie du siehst: Augen auf beim Futterkauf. Erstaunlich ist es schon, dass es vor allem das teure Edelfutter bekannter Marken ist, welches oft deutlich teurer und minderwertiger ist als billiges Discounterfutter. Die Testergebnisse zeigen aber auch, dass sich das nicht pauschalisieren lässt. Das Futter von Kitekat kann locker mit den sehr guten Discounter-Produkten mithalten, sogar beim Preis, der im Test allerdings keine Rolle spielte.

Viele Markenprodukte sind für „gut“ befunden worden. Andersherum zeigt sich auch, dass nicht jedes Discounter-Futter auch gleich absolut super ist, beispielsweise das von Penny, welches nur ein „ausreichend“ bekam.

Freudig stimmte die Tester, dass die generelle Qualität bei allen getesteten Produkten sehr gut war. Schadstoffe wurden höchstens in unbedenklichen Mengen gefunden. Auch Zucker, welcher angeblich als Lockmittel vielen Fertigfuttern in größeren Mengen beigegeben wird, fanden die Tester kaum. Sie konnten kein Nassfutter finden, welches auch nur zwei Prozent oder mehr Zucker enthielt. Die gefundenen Mengen waren allesamt unbedenklich. Die Zutaten selbst waren durch die Bank weg hochwertig.

Doch hohe Qualität nützt überhaupt nichts, wenn der Nährstoffmix nicht stimmt. Das tat er nämlich bei sehr vielen Produkten nicht. Wenn du ins Hotel Adlon gehst, bekommst du mit Sicherheit absolute Spitzenqualität. Wenn du dort aber jeden Tag nur Schnitzel mit Pommes isst, wird dir dein Stoffwechsel auch irgendwann böse werden. Genauso ist es beim Katzenfutter

Stiftung Warentest Nassfutter Test 2017

Am 26. April 2017 hat Stiftung Warentest die Ergebnisse eines großen Nassfutter für Katzen Tests veröffentlicht. Getestet wurden 25 unterschiedliche Nassfutter-Sorten von verschiedenen Herstellern. Es wurden Sorten unterschiedlichster Preisklassen getestet. Beim teuersten Futter würdest du für eine Tagesration im Schnitt 1,53 Euro bezahlen, beim billigsten Futter nur 22 Cent.

Stiftung Warentest hat das Futter in vier Kategorien getestet. Die wichtigste Kategorie ist sicher die ernährungsphysiologische Qualität. Die Ergebnisse flossen zu 60 Prozent in die Gesamtwertung ein. Hier wurde untersucht, ob die Nährstoffzusammensetzung und -menge ausreicht, um eine durchschnittliche Katze ausreichend zu ernähren. Da es sich bei dem Futter um deklariertes Alleinfuttermittel handelt, sollte alles enthalten sein, dass die Katze gesund alt wird, wenn sie ausschließlich dieses Futter zu sich nehmen würde.

Die Fütterungsempfehlungen flossen zu 20 Prozent in die Gesamtwertung ein. Hier wurde bewertet, ob die Empfehlungen auf dem Etikett den Energiebedarf der Durchschnittskatze decken. Außerdem wurde beachtet, ob passende Empfehlungen für Katzen in bestimmten Altersklassen etc. gegeben wurden.

Schadstoffe machten nur 10 Prozent der Gesamtwertung aus. Logischerweise wurde hier auf Schadstoffe getestet. Bei Futter mit Getreide wurde zum Beispiel auch untersucht, ob Rückstände von Glyphosat oder anderen Pestiziden zu finden waren.

Die restlichen zehn Prozent stammten aus der Kategorie Deklaration und Werbeaussagen. Dabei ging es darum, ob das Futter rechtlich sauber deklariert war. Auch auf Übersichtlichkeit und Lesbarkeit wurden die Etikette untersucht.

Testergebnisse Stiftung Warentest 2017

Die Testergebnisse bestätigen, was wir zuvor beschrieben haben. Das günstige Futter ist oftmals nicht nur gut genug für den Alltag, sondern auch qualitativ am hochwertigsten, wobei man natürlich nicht vergessen darf, dass es weit mehr als 25 Sorten Katzenfutter gibt. Darunter gibt es mit Sicherheit auch Anbieter, die etwas teureres und auch wirklich sehr hochwertiges Nassfutter anbieten. Nachfolgend findest du einen Auszug aus den Testergebnissen. Da die Dosen unterschiedlich groß waren, geben wir nicht den Ladenpreis pro Dose an, sondern den mittleren Preis einer Tagesration.

Platz Marke Sorte Preis Tagesration Qualitätsurteil
1 Gut & Günstig (Edeka) Zarte Stückchen in Huhn in feier Soße 0,23 Euro Sehr gut (1,2)
2 Topic (Aldi Nord) Zarte Mahlzeit mit herzhaftem Rind & Huhn 0,31 Euro Sehr gut (1,3)
4 Kitekat Mit Thunfisch in Sauce 0,38 Euro Sehr gut (1,4)
5 Sheba Classics in Pastete mit Ente & Huhn 1,31 Euro Sehr gut (1,4)
10 Catz Finefood Huhn und Fasan 1,49 Euro Gut (2,2)
12 Coshida (Lidl) Mit Rind und Sauce 0,24 Euro Befriedigend (3,0)
15 Winston (Rossmann) Saftige Häppchen mit Huhn in Sauce 0,23 Euro Befriedigend (3,0)
18 Purina Felix Mit Lachs & Forelle in Gelee 0,79 Euro Ausreichend (4,0)
22 Defu Das Katzenfutter vom Bio-Bauern Huhn „Sensitiv“, bio 1,53 Euro Mangelhaft (5,0)
25 Tundra Complete Cat food Huhn pur 1,39 Euro Mangelhaft (5,0)

Das beste Nassfutter im Test ist also eine Hausmarke von Edeka. Die Ergebnisse zeigen aber auch, dass nicht jedes Hausmarken-Futter automatisch sehr gut ist. Das Nassfutter von Rossmanns Hausmarke Winston oder Coshida von Lidl kostet genauso viel wie der Testsieger, ist aber laut Test bei weitem nicht so gut. Enttäuschend ist, dass das richtig teure Nassfutter, welches besonders natürlich und hochwertig sein soll, so schlecht abschneidet.

Beim Kauf von Nassfutter solltest du dich daher am besten vorher über die Qualität informieren. Zugegeben, dies ist ein einzelner Test, je nach Methode und Wertung kann ein anderer Test zu einem ganz anderen Ergebnis kommen, aber es gibt sicher einen Grund, warum Stiftung Warentest die Einrichtung ist, der der allergrößte Teil der Deutschen noch wirklich vertraut.