Katzenjammer

Schon als Kleinkind lernen wir: Die Katze sagt Miau. Das ist nach wie vor richtig und der Hauptlaut, den Katzen von sich geben. Die Frage ist nur: Was will die Katze uns mit dem Miau sagen? Wenn die Katze ständig miaut, nennt man das landläufig Katzenjammer. Was versteckt sich dahinter? Warum jammert und miaut die Katze ununterbrochen? Das erfährst du in unserem Artikel über ständiges Miauen.

Warum sagt die Katze „miau“?

Den Ursprung des „Miau“ kann wahrscheinlich niemand mehr herausfinden. Es ist auffällig, dass vor allem neugeborene Kitten diesen Laut von sich geben. Das ist auch ganz normal, denn sie haben ja noch verschlossene Augen und sind komplett hilf- und wehrlos. Mit dem Miau orientieren sie sich und machen ihre Mutter auf Bedürfnisse aufmerksam.

Im Laufe des Lebens sprechen Katzen weniger in Miau-Sprache. Jugendliche und erwachsene Katzen kommunizieren eher mit Körpersprache oder alarmierenden Lauten. Das Miau bleibt meist uns Menschen vorbehalten, denn schon im Kittenalter haben sie gelernt, dass Sie Aufmerksamkeit bekommen, wenn sie den Menschen mit „Miau“ ansprechen.

„Miau“ – Aufmerksamkeit, bitte, Mensch

Wenn deine Katze dich anmaunzt, will sie dir irgendetwas mitteilen. Was genau das ist, musst du erst noch herausfinden. Katzen sind aber ziemlich intelligent, sodass du bald rausfindest, was deine Katze will. Ein häufigeres Miau zur Essenszeit ist sicher eindeutig, dann bettelt sie und hofft, dass es etwas früher schon Futter gibt oder, dass du sie ja nicht vergisst.

Unsere Cloé ist total verspielt. Ihr Lieblingsspielzeug ist ein Stück Sisalseil. Das können wir umherkreisen lassen und sie liebt es, das Ende zu jagen. Obwohl sie erst fast zwei Jahre alt ist, hat sie es schon raus, wie sie uns zum Spielen bringt. Sie hockt sich stoisch vor das Seil und schaut es an. Dann schaut sie uns an, dann das Seil und dann miaut sie uns an. Schon klar, die Kleine will mit dem Seil spielen. Manchmal muss man ihr auch ein Erfolgserlebnis gönnen und sie das Seil erbeuten lassen. Wenn sie uns das Seil vor die Füße legt, original wie ein Hund, uns anschaut und dabei Miau sagt, möchte sie noch eine Runde spielen.

Mit Miau kann deine Katze dich auch auf Missstände aufmerksam machen. Jack hat es drauf, uns anzustarren und Miau zu sagen. Wenn er unsere Aufmerksamkeit hat, dreht er den Kopf in die Richtung seines Wunsches und schaut uns wieder an. Wenn wir dann aufstehen, bewegt er sich zu seinem Ziel und kontrolliert, ob wir ihm auch wirklich folgen. Ist dem hohen Herrn das Katzenklo oder sein Napf nicht sauber genug, bleibt er davor stehen, setzt sich und miaut.

Manchmal läuft er auch einfach so durch die Wohnung und miaut rum. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass er spielen möchte, weil ihm gerade langweilig ist. Er hat gelernt, dass wir ihm Aufmerksamkeit schenken, wenn er das tut. Natürlich reagieren wir nicht immer, aber er versucht es immer wieder. Meist kommt dann auch Cloé an, um miteinander zu raufen. Er hat mit ihr den Raufkumpanen, den er immer brauchte. Manchmal geht er auch spielerisch auf die große Ginny los. Die hat aber keinen Bock und wirft sich abwehrend in die Ecke. Dazu gibt sie Laute von sich, die übersetzt vermutlich so böse sind, dass das derbste Gangster-Rap-Album dagegen wie ein Hörbuch für Kinder wirkt.

„Miau“ – Reviermarkierung

Wenn du dich etwas mit Katzen auskennst, weißt du, dass Reviermarkierung nicht mit einem leichten „miau“ gemacht wird. Die Kommunikation verläuft eher über Duftspuren und bedrohlichen Schreien, wenn sich eine andere Katze in das Revier traut. Was wir an dieser Stelle meinen ist eher ein beschützendes Miau.

Und wieder ein Schwank aus der Kategorie „komische Dinge, die Jack tut“. Unser Kater Jack hat sich etwas angewöhnt, seitdem er begriffen hat, dass Mama und Papa abends irgendwann das Licht ausmachen und offline sind, sprich, schlafen. Seitdem tigert er noch mindestens zweimal durch die gesamte Wohnung und brüllt in jeden Raum. Es ist ein recht lautes Miau, eher ein „Miaouhouhou“.

Wir haben uns gefragt, was der Künstler uns damit sagen möchte. Die einzige sinnstiftende Antwort war, dass er uns damit beschützen wollte. Wir sind die, die gut zu ihm sind, mit ihm spielen, ihn kraulen und stets für einen vollen Napf sorgen, zumindest zu den Essenszeiten. Wenn wir ins Bett gehen und nicht mehr auf uns selbst aufpassen können, seiner Meinung nach, brüllt er mehrmals in jeden dunklen Raum, um dem imaginären Feind mitzuteilen, dass er hier der Gottkönig ist und sich bloß niemand anderes hier her trauen sollte.

„Miau“ – Ich bin krank

In einigen Fällen drückt das Miau aus, dass die Katze krank ist. Katzen haben im Laufe der Evolution gelernt, Schmerzen zu verstecken. Kein Feind soll erkennen, dass die Katze geschwächt und somit relativ leichte Beute ist. Obwohl Katzen manchmal schnell lernen und bereits in der Antike domestiziert wurden, was uns die Hauskatze beschert hat, die wir heute kennen, haben sie nicht gelernt, dass sie ihrem Menschen nur etwas mitteilen müssen, wenn es ihnen nicht gut geht.

Wenn deine Katze krank ist, wird sie das so gut wie möglich verstecken. Erst wenn die Schmerzen zu groß werden, fangen sie an, deswegen zu miauen. Du solltest bei erhöhtem Miau-Takt unbedingt nachschauen, ob deine Katze irgendwelche Krankheitssymptome zeigt. Möglicherweise hat sie eine Erkrankung der Schilddrüse oder Bluthochdruck. Dann solltest du damit natürlich direkt zum Tierarzt gehen, der prüfen kann, ob deine Katze wirklich krank ist oder einfach nur erhöhten Redebedarf hat.

Deine Katze kann auch ganz einfach nur Angst haben. Hast du eine größere Veränderung in der Wohnung vorgenommen? Dann kann ihr das Angst einjagen, weil sie ihr Revier nicht mehr richtig wiedererkennt. Ängstliches Miau klingt in der Regel anders als ein normales Kommunikations-Miau. Meist ist es sehr intensiv und laut, sie versucht sich damit zu beruhigen und Böses zu verjagen.

Allerdings kann es auch ein erstes Anzeichen von Demenz sein, vor allem, wenn die Katze sich einfach irgendwo verkriecht und vor sich hin miaut.