Krankheiten

Auch wenn es ein unschönes Thema ist, man kommt leider nicht drum rum: Katzenkrankheiten. Katzen werden manchmal krank. Es gibt relativ harmlose Krankheiten, aber auch sehr gefährliche. Besonders anfällig sind Rassekatzen. Manche Rassen neigen verstärkt zu bestimmten Krankheiten, sodass man die Kosten der Behandlungen schon von Anfang an mit einkalkulieren kann. Hier erfährst du alles über die häufigsten Krankheiten bei Katzen und woran du erkennst, dass deine Katze zum Tierarzt gebracht werden sollte.

Das Immunsystem der Katze

Das Immunsystem der Katze ist eine Sache für sich. Hunde zum Beispiel stammen von den Wölfen ab. Wölfe sind Rudeltiere, die sich unter einander paaren und häufig vom selben Beutetier fressen. Im Laufe der Evolution kommt es immer mal zu Mutationen. So kann es sein, dass ein Wolf eine Immunität gegenüber einer bestimmten Krankheit entwickelt. Diese Immunität gibt er durch Geschlechtsverkehr an seine Nachkommen weiter, die diese dann mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in sich tragen.

Natürlich geben sie diese auch weiter an andere Wölfe. Im Laufe der Zeit führt das dazu, dass die Wölfe immer resistenter gegenüber dieser und auch anderen Krankheiten werden. Das Immunsystem ist breit aufgestellt und kann mit zahlreichen Erregern sehr gut umgehen.

Bei Katzen ist das anders. Katzen sind Einzelgänger, der Kontakt zu anderen Katzen hält sich stark in Grenzen. Während die Wölfe ihren Genpool ständig erweitern und „optimieren“, kommt es bei Katzen kaum zu einem solchen Austausch. Natürlich paaren sich Katzen auch und tauschen dadurch Genmaterial aus, aber die Häufigkeit ist bei weitem nicht so groß wie die bei Wölfen oder anderen Rudeltieren.

Daraus resultiert, dass das Immunsystem der Katze insgesamt eher schwach ist. Gezielte Züchtungen verstärken das Problem sogar noch. Rassekatzen kennen die Wildnis im Grunde nicht, sie werden quasi in einer kontrollierten Umgebung gehalten. Sie kommen kaum mit irgendwelchen bösartigen Erregern in Kontakt, weswegen sie auch keine Abwehrmechanismen entwickeln können.

Da wundert es nicht, dass die Europäisch Kurzhaar, auch als Hauskatze bekannt, das wohl stärkste Immunsystem aller Katzen hat. Die Hauskatze hat sich an den Menschen angepasst und ist schon seit hunderten von Jahren von keinem Bauernhof mehr wegzudenken. Auf den Höfen gab es vor allem damals sehr viele Katzen, die Schädlinge wie Mäuse gejagt haben und sich auf dem Hof durchfuttern konnten. Der genetische Austausch war bei den Hauskatzen besonders häufig, sodass sich ein relativ starkes Immunsystem herausbilden konnte.

Trotz allem ist auch die Hauskatze immer noch anfällig für zahlreiche Krankheiten. Beim Verdacht auf Krankheit solltest du umgehend deinen Tierarzt aufsuchen. Im besten Fall kostet es dich ein paar Euro und du weißt, dass deine Katze gesund ist. Das sollte es dir wert sein. Anderenfalls bist du wohl gerade rechtzeitig zum Tierarzt gegangen.

Wie erkenne ich, dass meine Katze krank ist?

Katzen sind neben Hunden die beliebtesten Haustiere der Deutschen. Sie haben sich an das Leben mit Menschen gewöhnt und angepasst. Manche Verhaltensweisen haben sie auch nur wegen dem Menschen angenommen. Das beste Beispiel ist das Miauen. Katzenbabys miauen nach ihrer Mama. Wenn sie größer sind, miauen Katzen untereinander in der Regel nicht mehr. Das Miau ist dem Menschen vorbehalten. Untereinander verständigen sie sich meist über die Körpersprache.

Was Katzen aber nicht gelernt haben ist, dass wir uns sofort um sie kümmern, wenn sie krank sind. Sie müssten es uns halt nur sagen. In der Natur ziehen sich kranke oder verletzte Katzen zurück. Ist der Schmerz nur leicht, agieren sie vollkommen normal. Sie zeigen nicht, dass ihnen etwas fehlt. Es wäre ja auch schön blöd, anderen Tieren zu zeigen, dass man geschwächt ist. Bei stärkeren Schmerzen verstecken sie sich und leiden heimlich vor sich hin, in der Hoffnung, dass es bald besser wird. Dieses Verhalten legen auch unsere heutigen Katzen noch an den Tag. Viele Krankheiten fallen uns daher erst auf, wenn die Lage langsam wirklich ernst wird.

Es gibt allgemeine Anzeichen für eine Erkrankung bei Katzen. Bevor wir darauf eingehen, erklären wir dir, wie du eine Krankheit bei deiner eigenen Katze erkennen kannst. Du verbringst viel Zeit mit deiner Katze und kennst sie sicher sehr gut. Du kennst ihre Macken, ihre Vorlieben und üblichen Verhaltensmuster.

Eine plötzliche Verhaltensänderung ist immer ein Warnsignal. Du musst jetzt nicht alles überinterpretieren. Vielleicht hat deine Katze einen Abend mal einfach keine Lust, bei dir auf der Couch zu liegen. Vielleicht ist ihr mal nicht nach spielen. Katzen haben eben ihre Launen.

Gemeint ist eher, dass du dir Sorgen machen solltest, wenn deine aktive Katze auf einmal lethargisch wird. Gleiches gilt für den umgekehrten Fall. Ist deine Katze ein schmusiger Faulpelz, der auf einmal komplett unruhig wird, solltest du auch über einen Tierarztbesuch nachdenken.

Nahrung, Stuhlgang & sonstige Ausscheidungen

Wenn deine Katze zwischendurch mal kurz nicht frisst, ist das noch kein großer Grund zur Sorge. Vielleicht ist ihr einfach irgendetwas über die Leber gelaufen. Du hast ja sicher auch hin und wieder mal einen Tag, an dem du mit der Gabel nur ein wenig auf dem Teller rumpickst. Sollte deine Katze aber zwei Tage lang die Nahrungsaufnahme verweigern, solltest du noch am zweiten Tag zum Tierarzt gehen, denn es könnte ein Magen-Darm-Problem vorliegen. Vielleicht frisst sie nur sehr wenig oder nur mit einer Seite des Gebisses, dann handelt es sich womöglich um ein Zahnproblem.

Auffällig ist es auch, wenn deine Katze nicht mehr oder besonders viel trinkt. Katzen sind generell eher trinkfaul, da sie mindestens 80 Prozent ihres Flüssigkeitsbedarfs durch ihre Nahrung stillen. Trinkt deine Katze auf einmal wie ein Pferd, liegt wahrscheinlich irgendetwas im Argen.

Wie normaler Katzenkot aussieht, weißt du ja sicher. Es ist ein dunkles und recht festes Würstchen. Ist der Stuhl hingegen flüssig, so ist das nicht normal. Durchfall kann immer ein Zeichen für eine Erkrankung im Magen-Darm-Trakt sein. Du musst jedoch nicht wegen jedem Dünnpfiff zum Tierarzt rennen. Es kommt manchmal einfach vor, dass der Schiss dünner ist. Das kennst du bestimmt auch, es muss nicht gleich immer eine Krankheit dahinter stecken.

Setzt deine Katze nicht nur gelegentlich eher einen Fladen als eine Wurst in die Toilette, kannst du anfangen, dir Sorgen zu machen. Das gilt umso mehr, wenn deine Katze beim Stuhlgang aussieht, als ob sie Schmerzen haben könnte. Unbedingt sofort zum Tierarzt solltest du gehen, wenn du Blut im Stuhl findest. Wenn du dir nicht sicher bist, kannst du den Fladen mit einem Zahnstocher umrühren, um evtl. mehr zu finden (an alle Außenstehenden: Ja, Katzenmenschen tun das).

Geht deine Katze zum Abkoten auf Klo, presst und nichts kommt raus, solltest du wachsam sein. Bestenfalls ist es nur ein Fehlalarm, schlimmstenfalls ein Darmverschluss, der tödlich enden kann. Solltest du dieses Verhalten nicht nur einmal beobachten, sollte sich ein Tierarzt den Darm deiner Katze mal genauer anschauen.

Erbrechen kann auch auf eine Krankheit hindeuten. Dass Katzen kotzen ist ganz normal und nicht unbedingt immer ein Alarmzeichen. Wenn du irgendetwas felliges in dem Erbrochenen findest, hat sie einfach nur einen Haarballen hochgewürgt. Findest du etwas Grünes, hat sie sich wahrscheinlich an einer deiner Pflanzen vergangen. Es ist auch gut möglich, dass sie sich lediglich überfressen hat oder ihr das Essen zu kalt war.

Übergibt sich deine Katze hingegen häufiger, sollte sich das mal ein Tierarzt ansehen, denn es könnte ein Magenproblem vorliegen. Solltest du im Erbrochenen Blut finden, gehst du natürlich sofort mit deiner Katze zum Tierarzt.

Äußere Merkmale

Das sicherlich auffälligste Krankheitsanzeichen ist das Fell deiner Katze. Das Fell einer gesunden Katze ist gepflegt, weich und glänzend. Das Fell einer kranken Katze verliert schnell seinen Glanz. Zudem wirkt es ungepflegt und eher stumpf. Besonders auffällig ist es natürlich, wenn deine Katze plötzlich kahle Stellen im Fell bekommt.

Es ist möglich, dass dir bei der Fellpflege etwas auffällt, zum Beispiel schwarze Pünktchen im Fell oder an den Borsten. Dann hat deine Katze wahrscheinlich Flöhe oder andere Parasiten. Dein Tierarzt kann dir sagen, worum es sich handelt und wie du sie wieder loswirst.

Auch an den Augen kannst du leicht ablesen, ob etwas mit deiner Katze nicht stimmt. Katzenaugen glänzen für gewöhnlich, sie strahlen regelrecht. Wirkt das Auge matt oder trüb, so ist das verdächtig. Der Blick hat ebenfalls eine große Aussagekraft. Schaut deine Katze normal oder starrt sie lethargisch geradeaus? Wie sieht das Umfeld des Auges aus, sind vielleicht ein paar Stellen verklebt von zu viel Tränenflüssigkeit oder irgendeinem Sekret? Wenn das so ist, dann geht’s ab zum Tierarzt. Ähnlich verhält es sich mit der Nase.

Die Zähne deiner Katze solltest du regelmäßig kontrollieren und dabei auch auf das Zahnfleisch achten. Erkennst du eine Veränderung, sollte sich das der Tierarzt ansehen. Mit einer Zahnfleischentzündung ist nicht zu spaßen und Zahnbehandlungen können bei einer Katze richtig teuer werden.

Verhaltensänderungen

Wie eingangs erwähnt, kennt niemand deine Katze so gut wie du selbst. Du wirst schon merken, wenn sich deine Katze für ihre Verhältnisse merkwürdig verhält. Aber es gibt natürlich auch allgemeine Verhaltensweisen, die auf eine Krankheit hindeuten können.

Eine davon ist, dass die Katze sich auffällig zurückzieht. In der Natur lassen sich Katzen kein Leid anmerken. Wird es jedoch zu stark, verstecken sie sich. Das machen Wohnungskatzen auch. Kriegst du deine Katze kaum noch zu Gesicht oder versteckt sie sich an einem ungewöhnlichen Ort, also nicht in ihrem Stammversteck, ist es Zeit, hellhörig zu werden.

Kranke Menschen sind oft leicht reizbar. Katzen geht es da nicht anders. Wenn deine Katze übermäßig aggressiv auf dich reagiert, könnte eine Krankheit dahinterstecken. Klar, manchmal hat auch eine Schmusekatze grad keine Lust auf Streicheleinheiten. Normalerweise geht sie dann einfach weg anstatt dich zum Beispiel anzufauchen.

Relativ eindeutig ist es auch, wenn du deine Katze kraulen darfst und sie dich bei Berührung einer bestimmten Stelle anmault. Dann hat sie dort offenbar Schmerzen. Sie sucht bei dir Sicherheit und Geborgenheit, weswegen sie sich bei dir einrollt und liebhaben lässt. Doch die Berührung dieser schmerzenden Stelle tut ihr dann eben sehr weh.

So einen Fall hatten wir auch schon mal. Klein Jack lief etwas unrund und hat sich im Rippen-Bauch-Bereich nicht anfassen lassen. Ginny hatte ihn zuvor vom Kratzbaum geboxt und er hat das mit der Landung auf vier Pfoten nicht so ganz hinbekommen. Die Ärztin stellte daraufhin die Diagnose „Blauer Fleck“. Naja, wenigstens kein Rippenbruch.

Ein anderes Krankheitszeichen ist, wenn deine Katze lust- und teilnahmslos wirkt. Dann raubt ihr wahrscheinlich irgendetwas die Energie. Vermutlich ist es das Immunsystem, welches mit aller Gewalt gegen irgendetwas vorgeht.

Wie kann ich Krankheiten vorbeugen?

Zunächst einmal durch eine gute Katzenhygiene. Wenn du vor jeder Mahlzeit Futterreste entsorgst und den Napf kurz auswäschst, bis du auf einem guten Weg. Damit verhinderst du, dass deine Katze Reste von etwas Verdorbenem zu sich nimmt, was vor allem im Sommer schnell passieren kann.

Die richtige Ernährung ist ebenso wichtig. In unseren Artikeln über Nassfutter und Trockenfutter kannst du nachlesen, wie du deine Katze ausgewogen und gesund ernähren kannst.

Die Katzentoilette muss auch täglich gereinigt werden. Alter Kot und Urin gehören entsorgt und das Streu sollte wieder aufgefüllt werden. Manche Katzen sind da sehr pingelig und halten lieber ein, als eine nicht ganz saubere Toilette zu benutzen. Kot und Urin krampfhaft nicht rauszulassen ist sicher nicht gesund für deine Katze.

Viele Pflanzen sind giftig für Katzen. Versuche nach Möglichkeit, alle für Katzen giftigen Pflanzen zu entsorgen oder so zu platzieren, dass deine Katze nicht heran kommt.

Selbstverständlich tragen auch Liebe und Zuwendung zur Gesundheit deiner Katze bei. Wenn sie sich rundum wohl fühlt und körperlich fit ist, wird sie auch nicht so schnell krank.

Den Impfschutz solltest du natürlich auch nicht vergessen.

Die häufigsten Katzenkrankheiten

Es gibt Krankheiten, die bei Katzen besonders häufig auftreten. Manche sind harmlos, andere können sogar tödlich sein. Für uns ist es gut, dass die Krankheitsübertragung von Katze auf Mensch und umgekehrt, so ziemlich keine Rolle spielt. Es gibt nur sehr wenige Erreger, die zu Mensch und Katze kompatibel sind.

Wenn du mit der Grippe im Bett liegst, kann sich deine Katze schnurrend um dich kümmern. Anstecken kann sie sich nicht bzw. das Virus ist für sie ungefährlich. Anders herum ist das genauso. Wenn deine Katze krank ist, kannst du sie in der Regel ganz normal schmusen und streicheln. Für dich wird es erst gefährlich, wenn deine Katze dich beißt.

Das sind 10 der häufigsten Katzenkrankheiten:

Anmerkungen

Solltest du befürchten, dass deiner Katze etwas fehlt, rufst du bitte so schnell wie möglich den Tierarzt deines Vertrauens an.

Sollte ein akuter Notfall auftreten, während der Tierarzt geschlossen hat, kannst du keine zentrale Rufnummer wie Polizei oder Feuerwehr anrufen. So etwas gibt es für tiermedizinische Notfälle leider noch nicht.

Im Internet kannst du dir auf der Seite https://www.tierklinik.de/notdienstsuche Tierärzte mit Notdienst in deiner Region raussuchen.

Das Thema ist sehr wichtig. Die Redaktion von katze.org arbeitet nach bestem Wissen und Gewissen sowie mit äußerster Sorgfalt. Wir sind jedoch keine ausgebildeten Tierärzte und können daher keine Diagnosen stellen und auch keine Haftung übernehmen.

Wir sind auch nur Menschen, und denen unterläuft bekanntermaßen auch mal ein Fehler.

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