Trockenfutter

Trockenfutter gehört zu einer abwechslungsreichen und ausgewogenen Ernährung einer Katze dazu. Trockenfutter ist bei den meisten Katzen sehr beliebt und zudem auch noch besonders preiswert. Als Alleinfuttermittel ist es jedoch weniger geeignet. Hier erfährst du, was du über Trockenfutter für deine Katze wissen solltest und außerdem, welches Trockenfutter für deine Katze besonders gut ist.

Braucht meine Katze Trockenfutter?

Zwingend notwendig ist Trockenfutter nicht. In der Natur frisst die Katze ja auch kein Trockenfutter, sondern ernährt sich von tierischer Beute. Trockenfutter ist eine Erfindung des Menschen, die bei Katzen gut ankommt. Es enthält so ziemlich alles, was die Katze so braucht und ist dabei leicht, geruchsarm und sauber. So manche Katze frisst ja eher wie eine Wildsau und verteilt Gelee, Sauce und Fleischbröckchen in der ganzen Küche.

Bei Trockenfutter ist das egal, was daneben landet und nicht gefressen wird, wird einfach aufgefegt. Trockenfutter ist für Katzen eine willkommene Abwechslung. Zwar ist es den Tieren grundlegend egal, was sie fressen, denn wenn es in der freien Natur nur Mäuse gibt, wird halt jeden Tag Maus gefressen. Allerdings ist es doch schön, der Katze ein wenig Abwechslung zu gönnen. Bei uns gibt es immer Trockenfutter für die Nacht. Dann kann das Futter bis zum Morgen auch in heißen Sommernächten nicht schlecht werden, was bei Nassfutter durchaus passieren kann.

Kann ich meine Katze nur mit Trockenfutter ernähren?

Das kannst du, solltest es aber nicht. In der Natur deckt eine Katze ihren Flüssigkeitsbedarf fast ausschließlich durch ihre Nahrung. Wenn du dir eine Tierdokumentation ansiehst und sich darin ein Löwe einem Wasserloch nähert, tut er das zu 90 Prozent nicht, weil er trinken möchte. Vielmehr hat er Hunger auf die anderen Tiere, die sich nach Wasser sehnen.

Nassfutter besteht zu rund 80 Prozent aus Wasser. Im Regelfall reicht das aus, um deine Katze mit genügend Flüssigkeit zu versorgen. Trockenfutter hingegen enthält kein Wasser. Du solltest daher dafür sorgen, dass deine Katze zusätzlich immer frisches Wasser zur Verfügung hat. Darüber hinaus ist der Nährstoffgehalt von Trockenfutter ziemlich dicht, sodass es energiereicher ist als Nassfutter.

Das bedeutet, dass deine Katze für die gleiche Energie weniger Trocken- als Nassfutter zu sich nehmen muss. Die kleinen leichten Bröckchen verleiten schnell dazu, mehr zu füttern als gut für die Katze ist, was rasch zu Übergewicht führen kann.

Nun gibt es auch Katzen, die kein Nassfutter fressen. Das ist zwar sehr selten, kommt aber durchaus vor. Häufig sind Unverträglichkeiten die Ursachen solchen Fressverhaltens. In so einem Fall kannst du gemeinsam mit deinem Tierarzt herausfinden, welche Futterbestandteile deine Katze nicht verträgt.

Ist deine Katze auf eine Ernährung nur mit Trockenfutter angewiesen, solltest du dafür Sorge tragen, dass deine Katze auch genügend Flüssigkeit zu sich nimmt, damit sie keine Blasen- oder Nierenprobleme entwickelt. Möglichst stressfrei geht das, indem du das Trockenfutter einfach in Wasser aufweichst.

Auch aus einem rein gesundheitlichen Grund solltest du es vermeiden, deine Katze ausschließlich mit Trockenfutter zu ernähren. Man liest und hört immer wieder, dass Trockenfutter wie Zähne bürsten sein soll. Zugegeben, wir haben das auch geglaubt. Die Theorie dahinter lautet, dass das Beißen auf das eher harte Trockenfutter die Zähne mechanisch reinigt, da möglicher Zahnbelag einfach abgekratzt wird.

Es gibt jedoch kaum eine Studie, die diese These belegt. Tatsächlich ist es so, dass Katzen, die ausschließlich mit Trockenfutter gefüttert werden, im Schnitt häufiger Probleme z.B. mit Zahnstein bekommen als Katzen, die nur Nassfutter bekommen. Der Reinigungseffekt kann sich nur einstellen, wenn die Katze die Brocken gut zerkauen würde. Das macht sie aber nicht. Stattdessen beißt sie sie vielleicht einmal durch oder schlingt die Stücke einfach ganz runter. Die Wahrheit liegt wahrscheinlich irgendwo in der Mitte.

Was ist beim Füttern mit Trockenfutter zu beachten?

Bei Trockenfutter kommt es natürlich auf die Inhaltsstoffe an. Zucker sollte keinesfalls enthalten sein. Der steht nicht auf dem natürlichen Speiseplan einer Katze und greift nur die Zähne an. Der Fleischanteil sollte möglichst hoch sein, denn schließlich sind Katzen reine Fleischfresser. Getreide sollte höchstens in ganz geringer Menge dabei sein. Generell sind pflanzliche Bestandteile nicht sonderlich von Vorteil, da Katzen eben keine Pflanzen fressen.

Ebenso wichtig ist die Menge. Wie bereits angesprochen, ist Trockenfutter sehr energiereich. Da die Brocken so klein und leicht sind, kannst du deiner Katze schnell viel mehr geben, als sie eigentlich braucht. Sollte deine Katze zunehmen, solltest du zuerst die Menge Trockenfutter reduzieren. Man verschätzt sich da wirklich schnell. Und natürlich solltest du stets frisches Wasser bereitstellen.

Beachte dabei unbedingt, dass das Trockenfutter als Alleinfuttermittel deklariert ist. Dann ist es dazu geeignet, deine Katze ein Leben lang zu ernähren ohne, dass ihr irgendwelche wichtigen Nährstoffe fehlen.

Trockenfutter im Test

Welches Trockenfutter ist wirklich gut? Dass deine Katze es gerne frisst, bedeutet ja noch lange nicht, dass es auch etwas taugt. Stell einer Gruppe Kleinkinder mal eine Schale mit echten Erdbeeren und eine mit Erdbeeren aus Fruchtgummi hin. Was ist besser für die Kinder? Welche Schale wird wohl zuerst leer sein?

Stiftung Warentest hat im Mai 2018 die Ergebnisse eines Trockenfutter für Katzen Tests veröffentlicht. Getestet wurden 25 verschiedene Trockenfutter von der Discounter-Eigenmarke über bekannte Marken bis hin zum Bio-Trockenfutter.

Getestet wurde das Trockenfutter in fünf Kategorien. Im Mittelpunkt stand die ernährungsphysiologische Qualität, die zu 60 Prozent in die Gesamtwertung einfloss. Im Labor wurde das Futter auf seine Nährstoffe untersucht, um zu prüfen, ob alle notwendigen Eiweiße, Vitamine, Mineralien etc. in ausreichender Menge enthalten waren.

20 Prozent der Gesamtwertung ergaben sich aus den Fütterungsempfehlungen. Hier kam es darauf an, ob die Fütterungsempfehlung für eine durchschnittliche Wohnungskatze geeignet waren und, ob zusätzliche Hinweise wie zum Beispiel die Bereitstellung frischen Wassers vorhanden waren.

Zu jeweils fünf Prozent flossen Verpackung und Schadstoffe in die Wertung ein. Die letzten zehn Prozent ergaben Deklaration und Werbeaussagen.

Testergebnisse Stiftung Warentest 2018

Die Testergebnisse sind denen des Tests von Nassfutter erstaunlich ähnlich. Auch beim Trockenfutter zeigt sich, dass Qualität nicht teuer sein muss. Das beste Trockenfutter im Test stammt von Bianca, der Hausmarke von Penny. Eine Tagesration kostet dich im Schnitt ungefähr fünf Cent. Für fünf Cent am Tag bekommt deine Katze alles, was sie braucht.

Zum Vergleich: Das teuerste Futter im Test stammte von Wahre Liebe und kostet dich pro Tag 49 Cent, also so gut wie zehnmal so viel. Über das Qualitätsurteil „befriedigend“ kam das Futter nicht hinaus. Den unrühmlichen letzten Platz belegt ein Katzenfutter vom Bio-Bauern. Nachfolgend findest du einen Auszug aus dem Testergebnissen.

Platz Marke Sorte Preis Tagesration Qualitätsurteil
1 Bianca (Penny) Knuspermix mit Huhn & Ente 0,05 Euro Sehr gut (1,3)
2 Kitekat Mit Huhn und Gemüse 0,15 Euro Sehr gut (1,5)
3 Coshida (Lidl) Knabberschmaus mit Rind, Huhn und Gemüse 0,05 Euro Sehr gut (1,5)
4 Purina One Bifensis Dual Defense Reich an Huhn und Vollkorn-Getreide 0,22 Euro Sehr gut (1,5)
9 Perfect Fit Adult 1+ Reich an Huhn 0,25 Euro Gut (2,0)
12 Brekkies Huhn-, Ente- & Truthahngeschmack 0,14  Euro Gut (2,3)
14 Wahre Liebe Landlust Reich an Truthahn, mit Kartoffeln und Gemüse 0,49 Euro Befriedigend (2,6)
19 Royal Canin Regular Fit 32 Ausgewachsene Katzen 0,47 Euro Befriedigend (3,2)
24 K-Classic (Kaufland) Knabbermahlzeit mit 3 Sorten Geflügel 0,05 Euro Ausreichend (4,0)
25 Defu Das Katzenfutter vom Bio-Bauern Adult Geflügel, Bio 0,43 Euro Mangelhaft (5,0)

Wie du siehst, muss gutes Trockenfutter nicht teuer sein. Wir wären selbst auch bereit, für gutes Futter ein paar Cent mehr zu bezahlen, aber warum sollten wir das tun, wenn sich unter den vier Testsiegern zwei wirklich günstige Hausmarken und zwei bekanntere Marken befinden? Eine Ernährung mit sehr gutem Trockenfutter kostet dich zwischen fünf und zweiundzwanzig Cent pro Tag.

Erfreulich ist, dass bis auf zwei Ausnahmen alle getesteten Trockenfutter in der Kategorie „Ernährungsphysiologische Qualität“ mindestens das Qualitätsurteil „Gut“ bekommen haben. Eine weitere Sache stellten die Experten der Stiftung Warentest zur Zufriedenheit fest: Es wurden keine Lockaromen gefunden.

Bei Nassfutter ist es häufig so, dass Zusatzstoffe verwendet werden, damit das Futter für den Menschen besser aussieht oder angenehmer riecht. Der Katze ist es vollkommen egal, ob die Sauce hell- oder dunkelbraun ist. Es haben sich mit Sicherheit schon häufig Menschen bei Futterproduzenten beschwert, weil ihnen die Sauce des Katzenfutters mit Ente nicht dunkel genug war.

Bei Trockenfutter wäre es gut denkbar, dass die Hersteller spezielle Aromen einsetzen, welche für die Katze besonders gut schmecken oder riechen, um sie auf genau dieses Futter zu prägen. Das war jedoch bei keinem der getesteten Trockenfutter der Fall.