Impfungen

Auf der Welt gibt es viele Krankheiten, die für deine Katze sehr gefährlich bis tödlich sein können. Gegen eine Vielzahl davon kannst du deine Katze impfen. Durch die Impfung wird deine Katze immun gegen viele Krankheiten. Hier erfährst du, was es mit Katzenimpfungen auf sich hat, welche Impfungen deine Katze braucht, wie oft sie geimpft werden muss und was das Katze Impfen Kostet.

Darum solltest du deine Katze impfen

Um es kurz vorwegzunehmen, möchte ich meine persönliche Meinung zum Thema Impfen darlegen. Impfungen gehören zu den besten medizinischen Errungenschaften aller Zeiten. Mit einer kleinen Spritze kann verhindert werden, dass man an bestimmten qualvollen und tödlichen Krankheiten erkrankt und stirbt. Menschen, die ihre Kinder nicht gegen tödliche Krankheiten impfen lassen und dadurch die Verbreitung der Krankheiten fördern, kann ich nicht verstehen.

Eines möchte ich an dieser Stelle noch deutlich machen. Wenn sich jemand nicht impfen lassen willst, dann ist das OK, das ist seine freie Entscheidung als Erwachsener. Das macht ihn nicht zu einem schlechten Menschen. Aber seine Kinder und Katzen können diese Entscheidung nicht treffen. Lässt er sie nicht impfen, setzt er sie tödlichen Risiken aus. Es ist nur ein kleiner Piekser und sein Kind bzw. seine Katze kann an einer gefährlichen Krankheit nicht mehr sterben.

Katzen sind anfälliger für Krankheiten als viele andere Tiere. Das liegt daran, dass sie von Natur aus Einzelgänger sind. Sie begegneten selten anderen Artgenossen. Rudeltiere haben sich im Laufe der Jahrtausende teils gegenseitig immunisiert. Katzen kamen in ihrer Entwicklung viel seltener mit anderen Katzen zusammen, die vielleicht eine natürliche Immunität entwickelt haben. So konnte sich das Immunsystem von Katzen deutlich schlechter entwickeln als das von zum Beispiel Hunden, deren Vorgänger stets im Rudel jagten und sich die Beute teilten.

Daraus folgt auch, dass die Katzen nicht nur häufiger erkranken, sondern auch, dass ihre Immunabwehr nicht besonders stark ist. Wenn du deine Katze impfst, schützt du sie vor tödlichen Krankheiten. Du rettest deiner Katze im Zweifel das Leben.

Eine Katzenimpfung ist ganz harmlos und funktioniert wie beim Menschen. Je nach Erreger wird ein spezifisches Serum injiziert. Einige Impfstoffe bringen dem Immunsystem bei, die Antikörper für diese Krankheiten selbst zu produzieren. Andere Impfstoffe enthalten bereits Antikörper und fügen sie dem Blut der Katze einfach hinzu. Kommt jetzt ein Erreger an, kann die Bakterie oder das Virus nicht mehr an den Zellen andocken. Beim Versuch, sich festzusetzen, rutscht es quasi einfach ab und stirbt oder wird von den Antikörpern getötet.

Deine Katze kriegt von alldem nichts mit. Der eine Pieks ist schnell vergessen und es gibt auch langfristig keine Nebenwirkungen. Eine winzige Gefahr möchte ich dir aber nicht vorenthalten. Die Katze bekommt den Impfstoff stets in den Flankenbereich gespritzt. Das liegt daran, dass es in ganz seltenen Fällen an der Einstichstelle zu Fibrosarkomen kommen kann. Das sind kleine Tumore, die dort wachsen. An der Flanke können sie jedoch in der Regel ohne jegliche Probleme entfernt werden. Wie angemerkt ist das Risiko aber extrem niedrig.

Generell sollte eine Impfung nur nach einem gründlichen Gesundheits-Check durchgeführt werden. Geimpft wird nur dann, wenn deine Katze vollständig gesund ist. Ist das Immunsystem geschwächt, ist die Impfung für die Katze sehr anstrengend. Häufig ist es so, dass Katzen nach der Impfung etwas schwächlich sind. Das ist überhaupt kein Grund zur Sorge.

Es liegt daran, dass das Immunsystem der Katze auf Hochtouren arbeitet. Wenn du wissen willst, wie das ist, frag mal jemanden mit starkem Heuschnupfen, wenn die Pollensaison losgeht. Er wird dir ein Lied davon singen können, und das ist nicht besonders schön. Frag deinen Tierarzt am besten, wie lange so ein Zustand anhalten könnte, damit du dir keine unnötigen Sorgen machst.

Welche Impfungen sind für meine Katze notwendig?

An dieser Stelle gehen wir davon aus, dass du ein frisches Kitten im Alter von ca. 8 Wochen bekommst. Grundlegend funktioniert der Impfschutz bei erwachsenen Katzen genauso, nur wird vorher abgecheckt, welche Impfungen bereits durchgeführt wurden.

Am Anfang des Katzenlebens steht die Grundimmunisierung an. Diese schützt vor den gefährlichsten Erkrankungen. In der achten Lebenswoche wird deine kleine Katze gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft. Diese Impfung wird in der 12. Lebenswoche aufgefrischt.

Der Grund liegt darin, dass noch Antikörper der Mutter in deinem Kitten aktiv sein können, welche die Bildung eigener Antikörper behindern. Da die Impfung ihre volle Wirkung in diesem Fall nicht entfalten kann, wird die Impfung deswegen aufgefrischt. Hinzu kommen Impfungen gegen Tollwut und Katzenleukämie, wobei diese bei einer reinen Hauskatze nicht zwingend sein müssen.

In der 16. Lebenswoche werden Katzenseuche, Katzenschnupfen und Katzenleukämie erneut aufgefrischt und erneut gegen Tollwut geimpft.

Im 15. Lebensmonat, also in etwa wenn dein Kätzchen ein Jahr lang bei dir ist, gibt es eine letzte Auffrischung und die Grundimmunisierung gilt als abgeschlossen.

Die Grundimmunisierung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Jeder anständige Tierarzt wird dir die Grundimmunisierung jedoch sehr ans Herz legen, weil besonders junge Katzen sehr anfällig sind und ein schwaches Immunsystem haben. Laut Deutschem Tierärzteverband sollten diese Impfungen in jedem Fall durchgeführt werden, da die Krankheiten tödlich sind und sich auch auf den Menschen übertragen können. Der Verband stellt auch klar, dass nur die notwendigen Impfungen durchgeführt werden sollen, nach dem Motto „so viel wie nötig, so wenig wie möglich“.

Nach diesem Motto handelt auch jeder gute Tierarzt. Wenn dir ein Tierarzt direkt das Komplettpaket anbietet, in dem Impfungen gegen wirklich alles drin sind, ist der Arzt wahrscheinlich nicht sonderlich gut. Besprich mit deinem Tierarzt den Grundschutz. Er wird dir nicht dazu raten, weil er damit einen schnellen Euro macht, sondern weil ihm das Wohl deiner Katze am Herzen liegt.

Weitere sinnvolle Katzenimpfungen

Du kannst deine Katze gegen etliche Krankheiten impfen lassen. Empfohlen wird eine Überimpfung jedoch nicht. Wenn du eine Freigängerin hältst, solltest du sie über die Grundimmunisierung hinaus gegen Katzenleukämie impfen. Man empfiehlt diese Impfung für Freigänger bis etwa acht Jahre.

Welchen Impfschutz du für deinen kleinen Tiger wirklich brauchst, besprichst du am besten mit deinem Tierarzt. Du kannst deine Katze auch gegen FIP impfen lassen, das ist jedoch nur angeraten, wenn der Tierarzt eine erhöhte Anfälligkeit feststellt. Die meisten Krankheiten wie Chlamydien lassen sich auch per Impfung unterbinden. Ob diese Impfung jedoch notwendig ist, besprichst du wie gesagt am besten mit deinem Tierarzt.

Wie oft müssen Impfungen wiederholt werden?

Im Laufe der Zeit lässt die Wirkung von Impfstoffen meistens nach. Das ist beim Menschen nicht anders, siehe die Tetanus-Impfung, die regelmäßig wiederholt werden sollte. Wie oft die einzelnen Impfungen aufgefrischt werden sollten, hängt von der Krankheit und dem konkreten Impfstoff ab.

Die Impfungen gegen Tollwut, Katzenschnupfen und Katzenleukämie solltest du jedes Jahr auffrischen. Katzenleukämie ist wie erwähnt nur notwendig, wenn du eine Freigängerin hast. Du kannst die Auffrischungen ganz leicht ritualisieren. Die Komplettwirkung der Grundimmunisierung endet zwei Jahre, nachdem dein felliger Vierbeiner bei dir eingezogen ist. Das Datum kannst du dir wahrscheinlich merken. Zugegeben, ich weiß es nicht, aber meine Frau erinnert mich immer daran, wenn es soweit ist. So kannst du das Einzugsdatum zum Impfdatum machen.

Die Katzenseuche-Impfung solltest du in etwa alle drei Jahre auffrischen. Das „in etwa“ bedeutet, dass es abhängig von Präparat und Hersteller ist. Dass dein Tierarzt gut ist erkennst du zum Beispiel daran, dass er nicht einfach nur ein Kürzel in den Impfpass schreibt. Unser Tierarzt, zu dem wir seit 15 Jahren mit allen unseren Tieren gegangen sind, klebt immer einen Aufkleber mit Logo des Herstellers und konkreter Bezeichnung des Impfstoffes in den Impfausweis. So weiß jeder andere Tierarzt exakt, welche Impfstoffe die Katze konkret bekommen hat und wann der Impfschutz aufgefrischt werden sollte.

Die Zyklen zusätzlicher Impfungen besprichst du mit deinem Tierarzt.

Was kostet die Impfung meiner Katze?

Die Kosten einer Grundimmunisierung lassen sich nicht pauschal beziffern. Wieviel die Impfungen kosten, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die durchschnittlichen Kosten unterscheiden sich von Stadt zu Stadt. In der Gebührenverordnung für Tierärzte (GOT) sind die Kosten für Impfeingriffe und Untersuchungen festgelegt. Unterschiede gibt es aber bei den eingesetzten Präparaten.

Wenn deine Hauskatze nur den Grundschutz bekommt, also nur die Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen, kannst du pro Impfung von rund 25 bis 30 Euro ausgehen. Im ersten Jahr ist es natürlich relativ teuer, da du dreimal zur Impfung gehen musst. Später brauchst du ja nur noch einmal zur Impfung gehen. Rechne zur Sicherheit nochmal 10 Euro für eine Wurmkur drauf. Diese wird vor Impfungen gerne gemacht und ist auch gut für deine Katze.

Für Freigänger ist das alles etwas teurer. Im Schnitt musst du von Kosten zwischen 50 und 70 Euro pro Jahr ausgehen. Es reicht folglich, wenn du jeden Monat fünf bis sieben Euro zurücklegst.

Insgesamt sind die Kosten der Impfung einer Katze überschaubar. Dass Freigänger insgesamt teurer sind als Stubentiger, ist ja nur logisch. Schließlich müssen sie auch allgemein häufiger zum Tierarzt, wenn sie sich mal wieder etwas getan haben sollten oder einen Revierkampf verloren haben. Der größere Impfschutz gegenüber einer reinen Hauskatze hat eben seinen Preis, aber er ist es in jedem Fall wert.