Chronische Niereninsuffizienz (CNI)

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Chronische Niereninsuffizienz (CNI) ist die häufigste Todesursache bei älteren Katzen. Bei einer Niereninsuffizienz werden die Nieren deiner Katze irreparabel zerstört, was letztendlich zu einer Vergiftung mit Todesfolge führt. Zwingend tödlich ist die unheilbare chronische Nierensuffizienz allerdings nicht. Hier erfährst du, was du über die CNI wissen solltest und wie du deiner Katze helfen kannst, sollte sie eine Nierenkrankheit entwickeln.

Was ist eine chronische Niereninsuffizient?

Die Niereninsuffizienz ist eine Krankheit, die bei Katzen weit verbreitet ist. Die Nieren sind so etwas wie das Klärwerk des Organismus deiner Katze. In ihr entscheidet sich, welche Bestandteile des Blutes deiner Katze gut sind und weiterverarbeitet werden können. Schlechte oder giftige Bestandteile werden in den Harnbereich geleitet und beim pinkeln ausgeschieden. Die Nieren sorgen zudem für einen geregelten Wasser- und Elektrolythaushalt. Auch für den Blutdruck und Neubildung von Blut sind sie verantwortlich.

Wie du siehst, ist die Niere so etwas wie ein Superorgan. Ohne die Nieren bräche der gesamte Stoffwechsel deiner Katze direkt in sich zusammen. Bei der ganzen Arbeit, die die Nieren den ganzen Tag über verrichten, kann auch mal etwas schief gehen.

Zusammen befinden sich in den Nieren deiner Katze etwa 400.000 sogenannte Nephronen. An dieser Stelle möchten wir nicht genauer darauf eingehen, es reicht zu wissen, dass es diese Nephronen sind, die für die Funktion der Nieren verantwortlich sind. Tritt bei deiner Katze eine Niereninsuffizienz auf, wird es kritisch, denn diese greift die Nephronen an. Das Hauptproblem dabei ist, dass die Nephronen nicht neu gebildet werden. Was zerstört ist, bleibt auch zerstört.

Damit nimmt die Leistungsfähigkeit der Nieren immer weiter ab. Das Klärwerk arbeitet nicht mehr richtig und immer mehr Bestandteile des Blutes werden falsch sortiert, der Filter wird immer durchlässiger. Am Ende verliert deine Katze so viel Wasser und trägt so viele Giftstoffe im Körper, dass sie daran stirbt.

Ältere Katzen sind besonders häufig betroffen, denn wie so ziemlich alle Knochen und Organe, baut auch die Niere im Laufe der Zeit altersbedingt ab. Wird die Niereninsuffizienz rechtzeitig erkannt, kann sie aufgehalten werden. Dann funktionieren die Nieren zwar nicht mehr wie neu, aber sie bauen wenigstens nicht weiter oder nur noch sehr langsam ab.

CNI ist für dich nicht gefährlich, es besteht für Menschen keine Ansteckungsgefahr.

Symptome der CNI

Das Problem bei der Symptomatik der chronischen Niereninsuffizienz ist, dass die Symptome ziemlich unspezifisch sind. Erste Erkrankungserscheinungen mögen wie eine akute Vergiftung erscheinen. Gemein ist auch, dass es sich um eine chronische, also langwierige und langsam fortschreitende Krankheit handelt. Anders als bei einer Infektion ist deine Katze nicht von heute auf morgen krank.

Ein Symptom ist, dass deine Katze mehr trinkt. Das kannst du aber nur mit der Zeit feststellen, vielleicht schreitet die Krankheit auch so langsam voran, dass du es gar nicht mitbekommst. Mitbekommen kannst du die CNI erst in einem fortgeschrittenen Stadium. Die Nieren deiner Katze tuen weh, das merkst du daran, dass sich deine Katze weniger bewegt, vor allem was schnelle Bewegungen wie rennen oder springen angeht.

Aber auch diese Schmerzen treten schleichend auf. Deine Katze versucht, sich nichts anmerken zu lassen, bis die Schmerzen zu stark werden. Bei einem normalen Krankheitsverlauf sind dann schon 50 bis 75 Prozent der Nieren zerstört. Besonders schlimm ist es, wenn du farbigen, riechenden oder blutigen Urin findest. Dann solltest du sofort zum Tierarzt fahren.

Zu den häufigsten Symptomen zählen:

  • Abgeschlagenheit
  • Abmagerung
  • Appetitlosigkeit
  • Fieber
  • Häufiger Harndrang
  • Inkontinenz
  • Starker Durst
  • Unruhe

Wenn du deine Katze in der Nierengegend (im Lendenbereich, seitlich der Wirbelsäule) abtastest, wird sie mit dem Ausdruck von Schmerz reagieren, wenn die Nieren teilweise zerstört sind.

Diagnose und Behandlung

Eine Blutanalyse reicht aus, um eine CNI eindeutig nachzuweisen. Die Blutwerte geben auch Aufschluss darüber, in welchem Stadium sich die Krankheit befindet. Bei der Diagnose einer Niereninsuffizienz brauchst du noch nicht in Panik zu geraten. Atme einfach kurz tief ein und aus, dann kannst du mit deinem Tierarzt das weitere Vorgehen besprechen.

Es gibt im Handel spezielles Nieren-Diät-Futter. Das Futter ist von seiner Zusammensetzung her besonders nierenschonend. Allerdings wird sich deine Katze erstmal irritiert umschauen, wenn du es ihr vorsetzt, denn es schmeckt schlichtweg nicht so gut wie normales Katzenfutter. Vielleicht hast du ja Glück, und deine Katze findet das Diätfutter sogar besonders lecker.

Die meisten Katzen sehen das nicht so. Verweigert deine Katze das Diätfutter, mischst du ihr etwas unter das normale Futter. Du tauschst einfach eine kleine Menge aus. Wenn sie das frisst, erhöhst du den Anteil des Spezialfutters, bis du es ihr pur geben kannst. Du solltest auch dafür sorgen, dass deine Katze viel trinkt. Je nach Krankheitsstadium und individueller Ausprägung wird deine Katze auch Medikamente bekommen, die du ihr regelmäßig verabreichen musst.

Nierenkrankheit bei Katzen vorbeugen?

Maßnahmen wie eine Schutzimpfung gegen Niereninsuffizienz gibt es nicht. Du kannst ihr auch nicht wirklich vorbeugen. Was du aber tun kannst ist, deine Katze einmal pro Jahr zum Gesundheitscheck zu bringen. Mit einem Blut- und Urintest kann eine Niereninsuffizienz schon in einem sehr frühen Stadium entdeckt werden. Da die zerstörten Nephronen nicht erneuert werden, ist es wichtig, dass die Krankheit frühzeitig entdeckt wird.

Die Krankheit ist nicht heil-, aber behandelbar. Mit der Umstellung auf spezielles Diätfutter und mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen stehen die Chancen sehr gut, dass deine Katze in Ruhe alt wird.