Katze reinigen

Foto: Christine Numrich

Katzen sind bekanntermaßen sehr reinliche Tiere. Trotzdem kommt man manchmal in Versuchung, dem Tier mal eine gründliche Tiefenreinigung zu spendieren, da es zwar super ans Fell kommt, aber schlecht bis an jede Haarwurzel mit der Haut drum rum. Vielleicht stellst du dir die Frage, ob es überhaupt gut ist, deine Katze zu baden, denn die meisten Katzen sind wasserscheu. Und ist Katzen baden nicht sogar riskant? Hier erzählen wir dir, ob und wann es sinnvoll ist, eine Katze zu baden. Natürlich verraten wir dir auch, wie du am besten dabei vorgehst.

Wann sollte ich meine Freigängerin baden?

Auch Freigang-Katzen sind sehr reinliche Tiere. Während sie unterwegs sind, putzen sie sich auch immer wieder, nicht nur zu Hause. In der Regel brauchst du deine Freigängerin nicht regelmäßig zu baden oder zu duschen. Nun kann es aber sein, dass sie richtig verdreckt nach Hause kommt, weil sie sich im Regen auf einem matschigen Untergrund mit einer Nachbarskatze gefetzt hat.

Die Katze ist dann so schmutzig, dass sie das selbst kaum allein bewältigen kann. In diesem Fall kann ein Bad sinnvoll sein. Katzen baden in der Regel nicht gerne. Es gibt zwar ein paar Exemplare, die freiwillig in den See springen, aber die meisten Katzen meiden Wasser. Wasser ist zum Trinken da und nicht, um reinzuspringen. Darum funktioniert die Erziehung mit einer Wasserspritze auch so gut.

Ansonsten gilt das, was auch für Hauskatzen gilt.

Wann sollte ich meine Hauskatze waschen?

Eine Hauskatze musst du nicht baden, wenn es keinen besonderen Grund gibt. Das schafft sie schon alleine, auch die vielen Fussel, die sie unter der Couch oder hinter dem Schrank aufsammelt, bekommt sie alleine weg. Manches aber auch nicht.

Unser Kater Jack ist einmal, als wir die Fensterbretter lackiert haben, in einem unaufmerksamen Moment auf das frisch lackierte Fensterbrett gehüpft. Dass wir weder seine Pfötchen später mit Terpentinersatz reinigen wollten und er den Lack sicherlich auch nicht ablecken sollte war klar: Die Arbeit wird sofort unterbrochen und der Kater gewaschen.

Aufs Baden konnten wir verzichten, wir haben ihn in eine Decke gewickelt und die Pfoten mit Wasser und Schwamm abgewaschen, es war alles noch flüssig genug. Ein Bad war nicht notwendig und sollte auch nur gemacht werden, wenn die Katze großflächig verschmutzt ist.

Wenn deine Katze von Parasiten befallen ist oder Hautkrankheiten haben sollte, kann ein gründliches Bad sinnvoll sein. Bei Hautkrankheiten hat das einen sehr angenehmen Effekt, da zum Beispiel ein Juckreiz gemildert wird. Beim Parasitenbefall ist es natürlich sinnstiftend, da die Parasiten gründlich aus dem Fell gewaschen werden.

Wie das Beispiel von Jack zeigt, solltest du vor dem Bad prüfen, ob es wirklich notwendig ist. Wenn eine großflächige Verschmutzung nur oberflächlich ist, kannst du versuchen, sie mit einem Lappen einfach wegzuwischen. Mach den Lappen lauwarm feucht (nicht zu nass) und wasch deine Katze wie einen Teller einfach ab. Mach das so, als wenn du sie streichelst, dann ist der Putzprozess für sie vielleicht sogar besonders angenehm. Sollte das nicht ausreichen, kannst du sie immer noch baden.

Wie bade ich meine Katze richtig?

Wenn deine Miezekatze kein Wasserfreund ist, könnte dir ein längerer Kampf bevorstehen. Idealerweise duschst du deine Katze in der Badewanne. Möglicherweise springt sie auch freiwillig hinein, weil fließendes Wasser für Katzen äußerst faszinierend ist. Achte nur darauf, dass die Katze erst reinhüpft, wenn das Wasser warm genug ist. Das Wasser sollte normale Körpertemperatur haben, damit die Katze weder friert, noch einen Hitzeschock erleidet.

Zunächst machst du dann die Badewanne einmal komplett nass. Die Katze hat in der Wanne sowieso ihre Probleme, wenn die Oberfläche aber auch noch nass ist, hat sie wenig Chancen, sich daraus zu befreien. Normalerweise musst du ihr kein Vollbad einlassen, Duschen reicht meistens aus. Nun gilt es, die Kontrolle über die Katze zu behalten. Meist geht das verhältnismäßig leicht, denn auf diesem glatten Untergrund rutscht die Katze ständig aus und hat auch zu wenig Haftung, um mit einem beherzten Sprung über den Wannenrand zu hüpfen.

Wenn du sie im Griff hast, kannst du langsam anfangen, sie abzuduschen. Fang lieber vorsichtig an, damit die Katze ruhig bleibt und keine Panik bekommt. Das wird sehr wahrscheinlich passieren, wenn du gleich den gesamten Duschkopf über ihren Kopf hältst. Fang daher am besten beim Schwanz an. Es ist gut möglich, dass die Katze sich stärker wehrt, aber irgendwann dürfte sie aufgeben.

Bei Jack und Ginny ist das auch so. Ginny ist sowieso geduldig. Wenn die merkt, dass sie in einer aussichtslosen Lage steckt, setzt sie sich einfach hin und lässt es über sich ergehen. Jack wehrt sich schon stärker, kommt aber auch nicht davon. Nach einigen Fluchtversuchen macht er das, was er immer tut, wenn er nicht mehr weiter weiß: Er gibt auf. Allerdings hört man ihn quasi bei seinem bösartigsten Blick einen Racheplan schmieden.

Als Shampoo kannst du spezielles Katzenshampoo nehmen. Du kannst es aber auch billiger haben, ohne dabei an Qualität einzubüßen. Wir nehmen für unsere Katzen einfach Babyshampoo, und zwar eines ohne Duftstoffe. Von der Zusammensetzung her enthält es so wenige Chemikalien wie möglich, ist sehr sanft und tut auch nicht in den Augen weh. Ohne Duftstoffe sollte es sein, damit der Geruch den Eigengeruch der Katze nicht übertüncht. Das mögen Katzen gar nicht.

Das Shampoo kannst du einmassieren, dann bekommt die Katze auch gleich ein besseres Gefühl und dürfte sich ruhiger verhalten, wenn du das Shampoo später abspülst. Dabei beginnst du am besten am Kopf und arbeitest dich zum Schwanz vor. Das hat den Vorteil, dass du besser kontrollieren kannst, dass die Katze so wenig wie möglich ins Gesicht oder in die Augen bekommt. Außerdem fließt länger und mehr Wasser durch das dichtere Fell, um nach Möglichkeit alle Shampooreste auszuspülen.

Wenn das Wasser aus ist, wird sich die Katze erstmal gründlich schütteln, genau wie ein Hund. Dann muss sie natürlich noch getrocknet werden. Dazu wickelst du sie in ein Handtuch ein, welches idealerweise auf der Heizung vorgewärmt wurde, und versuchst, so viel Wasser wie möglich auszumassieren. Wichtig ist das Massieren. Wenn du sie abtrocknest wie du dich wahrscheinlich abtrocknest bzw. trockenrubbelst, brauchst du dich über eine sehr missliebige Katze nicht wundern.

Langhaarige Katzen kannst du auch mit dem Fön vortrocknen. Sollte die Katze schon allein aufgrund des Geräusches die Flucht ergreifen, kannst du es direkt sein lassen, dann bringt das alles nichts. Den Fön solltest du nicht zu stark aufdrehen, deine Katze wird es wahrscheinlich nicht schätzen, wenn sie vom Monsun in einen Orkan gerät.

Also fang bitte auf einer der unteren Leistungsstufen an. Gleiches gilt für die Temperatur. Du solltest eine leichte Wärme wählen. Wenn du deine Hand ein paar cm vor den Fön hältst und es angenehm warm ist, hast du die richtige Temperatur. Wird es sommerlich heiß oder stärker, ist das zu viel. Den Fön solltest du auch nicht direkt aus der Nähe auf die Katze richten. Bei ihr soll nur ein warmes Lüftchen ankommen, quasi ein lauer Frühsommerwind. Unsere Ginny mag das, wir müssen sie nur leicht festhalten, sie wehrt sich nicht.

Es ist auch nicht notwendig, die Katze ganz trocken zu Föhnen. Du brauchst sie nur vorzutrocknen, damit ihre eigene Trocknungsaktion nicht zu lange dauert. Unsere Ginny scheint den Fön zu genießen, Jack gefällt das Geräusch nicht. Beide sehen wir dann die nächsten vier Stunden nur von weitem, denn so lange brauchen sie, um sich trockengeputzt zu haben. Das ist nicht übertrieben. Einmal saß Ginny nach einem Bad vor uns, schaute uns vorwurfsvoll an und putzte sich geschlagene vier Stunden lang. Nachdem Jack sich ebenso lang geputzt hatte, hatte er seine Rachepläne schon längst wieder vergessen und ließ sich wie gewohnt streicheln und schmusen.