Katzen-Massagen

Wir alle möchten unsere Samtpfote verwöhnen. Dabei darf es auch gerne eine Massage für die Katze sein. Eine Katzenmassage entspannt deinen Liebling nicht nur, sondern schafft weiteres Vertrauen und steigert die Intensität der Beziehung zwischen ihr und dir. Wenn du deiner Katze eine besondere Massage gönnen möchtest, findest du hier auch Tipps für eine Pfoten-Reflexzonen-Massage.

Eines vorweg: Dies ist keine Anleitung für eine orthopädische Massage. Wenn deine Katze so verkrampft oder verspannt ist, dass dein Tierarzt ihr eine Physiotherapie mit Massagen verschreibt, dann lass das bitte einen Profi machen. Beim Menschen ist es ja ähnlich.

Es gibt im Grunde zwei Arten von Massagen. Eine ist die therapeutische Massage, die von einem Profi durchgeführt werden sollte, da er weiß, an welchen Stellen er genau mit welchem Druck ansetzen muss. Druck auf einer falschen Stelle kann die Problematik sogar noch verschlimmern.

Die andere Art ist die entspannende Wohlfühlmassage, wie du sie auch deinem Partner oder deiner Partnerin geben kannst. So eine Massage kann wunderbar angenehm sein und auch spannungslösend wirken. Gegen chronische Nackenschmerzen sind solche Massagen jedoch langfristig sinnlos, diese müssen richtig behandelt werden. So ist es auch bei deiner Katze. Du weißt sicherlich, wie schön eine angenehme Massage sein kann. Dieses Gefühl kannst du deiner Katze auch geben.

Was bringt eine Katzenmassage?

Wie bereits im ersten Satz erwähnt, wollen wir Katzenmenschen doch alle, dass es unseren Stubentigern so richtig gut geht. Dass Katzen generell gerne gekrault werden, brauchen wir wohl kaum zu erwähnen. Sie lieben es einfach, wenn sie sich einrollen können und dann ausgiebig das Fell geflauscht bekommen.

Dabei entspannt sich nicht nur das Tier. Wenn die Katze ruhig schnurrt und ihre Streicheleinheiten genießt, genießen wir das ja auch selbst. Eine Katzenmassage ist im Grunde die nächste Stufe der Wohligkeit und bei unseren Katzen sehr beliebt. Manchmal schlafen sie dabei ein, das Schnurren wird zu einem Schnircheln und dann ist die Katze total entspannt eingeschlafen. Unsere Ginny ist manchmal so entspannt, dass sie vor Entspannung so richtig einen fahren lässt.

Mit einer Katzenmassage sorgst du einerseits für körperliche Entspannung. Die Muskulatur deiner Katze kann sich genauso verspannen wie deine auch. Eine Wohlfühlmassage kann da Wunder bewirken. Auch bei leichten Beschwerden kann eine Massage nicht verkehrt sein. Wenn du beispielsweise beobachtest, dass deine Mieze etwas Probleme bei der Darmentleerung hat, kannst du ihr mit einer leichten Bauchmassage auf die Sprünge helfen und die Verdauung ankurbeln. Bleiben die Probleme bestehen oder verschlimmern sich sogar, solltest du natürlich deswegen einen Tierarzt aufsuchen.

Zur körperlichen kommt natürlich auch die mentale Entspannung hinzu. Deine Katze kann etwaige Ängste oder Stressgefühle fallen lassen und einfach nur den ruhigen Moment genießen.

Gleiches gilt für dich. Du hast da gerade ein unglaublich süßes und flauschiges Wesen bei dir, welches dir voll und ganz vertraut, sich überall von dir anfassen lässt und die Situation sichtlich genießt. Auch du kannst dabei entspannen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, wie man so schön sagt.

Solche intimen Momente fördern das Vertrauen und die Beziehung zwischen euch beiden nachhaltig. Für dich hat die Massage aber noch einen weiteren Vorteil. Du kannst das Fell deiner Katze gründlich untersuchen. Du hast viel Zeit, um die Sauberkeit des Fells zu untersuchen oder auf der Haut der Katze Flecken oder so etwas zu finden, die auf Flöhe oder Läuse hinweisen könnten. Außerdem kannst du deinen Liebling mal so richtig genau abtasten. So kannst du kleine Knötchen oder verkrustete Wunden ertasten, die du im Auge behalten solltest.

Bei einer Katzenmassage gewinnen tatsächlich mal alle.

Vorbereitung der Katzenmassage

Deine Katze kannst du nicht zu ihrem Glück zwingen. Wenn deine Katze gerade keine Lust hat, dann hat sie eben keine Lust. Folglich heißt es warten, bis die Katze zu dir kommt, um sich ein paar Streicheleinheiten abzuholen. Es kann nie schaden, eine Decke oder ein Kissen zur Hand zu haben, worauf sie es sich besonders gemütlich machen kann.

Sorge vor der Massage für eine ruhige und gemütliche Umgebung. Schließlich soll sich deine Mieze entspannen und von jedweden Stress befreien. Helles Licht und ein lauter Actionfilm helfen dabei zum Beispiel eher weniger.

Du selbst machst es dir natürlich auch so gemütlich, wie es geht, schließlich wirst du wahrscheinlich eine längere Zeit in dieser Position verharren müssen. Weitere Vorbereitungen brauchst du eigentlich nicht zu treffen. Wenn du die Massage mit Fellpflege oder so etwas kombinieren möchtest, brauchst du logischerweise die dafür notwendigen Utensilien.

Von irgendwelchen Mitteln wie beispielsweise Massageöl ist abzuraten, selbst dann, wenn es für Katzen absolut ungiftig sein sollte. Deine sauberen Hände sind alles, was du brauchst. Von Zeit einmal abgesehen, denn es nutzt wenig, eine ausgiebige Massage anzufangen, wenn du sowieso in ein paar Minuten weg musst. Das lässt deine Katze nur irritiert zurück.

So massierst du deine Katze richtig

Auch hier möchten wir mit einem „vorweg“ beginnen: Unsere Anleitung ist ein Vorschlag, keine Doktrin. Es ist schließlich keine therapeutische Massage, bei der man erst eine Muskelgruppe lockern muss, um an eine andere zu kommen. Wenn deine Katze einen Massageschritt nicht mag, dann mag sie ihn nicht. Du kannst ihn ohne Probleme weglassen.

Auch die Reihenfolge ist austauschbar. Lässt sich deine Katze besonders gern am Kinn kraulen, kannst du auch dort anfangen. Steht sie mittendrin auf und geht weg, ist das auch kein Problem. Achte einfach auf die Reaktionen deiner Katze. Ein klein wenig übernimmt sie sogar die Kontrolle, indem sie dir Feedback dazu gibt, wo es ihr gerade am besten gefällt.

Das Feedback deiner Katze ist so oder so sehr wichtig. Eine Massage ist nur sinnvoll, wenn deine Katze sich wohlfühlt. Meistens wird sich eingerollt, die Augen werden leicht geschlossen und die Schwanzspitze bewegt sich kaum noch. Fängt sie an, sich schneller zu bewegen bis hin zum „peitschen“, ist dein Stubentiger zu aufgeregt, dann solltest du vorsichtiger sein oder den Vorgang unterbrechen, bis sie sich wieder entspannt hat.

Wichtig ist auch, dass du den richtigen Druck ausübst. Sie soll ja auch etwas spüren. Nur leicht übers Fell zu streicheln ist zu wenig. Zerquetschen sollst du sie auch nicht, aber deine Katze wird dir das schon kommunizieren, wenn der Druck zu stark wird. Handel einfach instinktiv, es dürfte nicht allzu lange dauern, bis du die richtige Druckintensität gefunden haben wirst.

1: Die Nackenmassage

Der Nacken ist ideal dafür geeignet, um mit der Katzenmassage zu beginnen. Wenn du anfängst, deine Katze langsam zu kraulen, fängst du grundlegend ja auch dort an. Du benutzt deinen Daumen und deinen Zeigefinger. Du greifst die damit am Nacken, direkt unter dem Kopf. Mit leichtem Druck streichst du ihr den Nacken entlang.

Auch kreisende Bewegungen in diesem Bereich finden die meisten Katzen sehr angenehm. Bei unseren ist das der beliebteste Punkt, da wird gleich munter drauf los geschnurrt.

2: Die Rückenmassage

Anschließend gehst du zum Rücken über. Zunächst bleibst du bei Daumen und Zeigefinger. Diese positionierst du neben der Wirbelsäule und fährst ihr damit die Wirbelsäule hinunter bis zum Schwanz. Das kannst du ein paarmal machen, und dann deine ganze Hand benutzen.

Du streichelst deine Katze ein klein wenig kräftiger als sonst. Vor allem die Fingerspitzen können etwas mehr Druck ausüben. Das bewirkt einen Effekt, wie du ihn vielleicht von einem Massageroller her kennst. Wichtig ist, dass du die ganze Hand nimmst. Dein Schatz fühlt dich und deine Nähe so viel besser. Außerdem trägt das dazu bei, dass du bei dieser großen Fläche nicht zu punktuell Kraft ausübst.

3: Stirn und Ohren massieren

Wieder oben angelangt, geht es mit den Ohren weiter. Bei unseren Samtpfoten ist die Ohrenmassage fast so beliebt wie die Nackenmassage. Wieder nimmst du Zeigefinger und Daumen. Platzier deine Finger zwischen die beiden Ohren. Dann streichst du sanft vom unteren Ohransatz bis nach oben. Wenn deine Katze es mag, an den Ohren angefasst zu werden, kannst du auch über die Ohren streichen.

Es gibt eben auch Katzen, denen das zu viel ist. Du brauchst auch nicht stur an dem hoch und runter streichen festhalten. Du siehst ja, wie deine Katze es genießt, die Öhrchen gekrault zu bekommen. Mach es einfach so, wie sie es am liebsten mag.

Nun wird es Zeit für die Stirnmassage. Das klingt vielleicht komisch und sieht auch so aus, aber Katzen lieben es. Du nimmst einfach einen Finger und drückst ihn deiner Katze leicht auf die Stirn. Einfach genau in auf die Mitte. Den Finger lässt du dann ruhig kreisen. Du kannst diesen Schritt auch sehr gut mit der Ohrenmassage kombinieren, indem du mit deinem Daumen die Stirn massierst, während sich die anderen Finger um die Ohren kümmern.

4: Den Hals massieren

Den Hals massierst du sanft mit einem Finger, indem du immer wieder vom Halsansatz bis hoch zum Kinn streichst. Ich weiß nicht, wie es dir dabei geht, aber mich irritiert das immer total, wenn jemand auf diese Weise meinen Hals streichelt. Aber ich bin ja auch keine Katze, die stehen in der Regel drauf wie die Wilden.

Vielleicht hast du deine Katze jetzt schon in ein gutartiges Koma gekrault. Wie bereits erwähnt, kannst du diese Schritte beliebig kombinieren und wiederholen. Es macht auch überhaupt nichts, wenn du den Rücken fünf Minuten lang massierst, den Hals aber nur zwei Minuten. Genieß es einfach, genau wie deine Katze, die dann sicherlich ordentlich schnurrend bei oder auf dir liegt. Dies ist wohl die schönste Art, die Welt kurz etwas zu entschleunigen.

Die Pfotenreflexzonenmassage

Wie der Mensch, so haben auch Katzen Reflexzonen, nicht nur am Körper, sondern auch an den Füßen bzw. Pfoten. An dieser Massage scheiden sich die Geister der Katzen. Unser Jack macht das gerne mit und genießt es. Vermutlich kann das jeder nachvollziehen, der mal eine richtige Fußreflexzonenmassage bekommen hat. Wenn du das nicht hast, probiere es ruhig mal aus. Danach möchtest du deine Füße nicht mehr auf den Boden stellen, da das Gefühl zu schweben vorbeigehen könnte.

Bei der Pfotenreflexzonenmassage solltest du besonders vorsichtig vorgehen. Der Grund ist offenkundig: Deine Finger sind verdammt nah an den Krallen. Wenn du deiner Katze versehentlich wehtun solltest, hast du kaum eine Chance, rechtzeitig zu reagieren. Wahrscheinlich musst du es mehrfach ausprobieren, bis du die richtige Technik und den richtigen Druck gefunden hast.

Berührst du die Pfote deiner Katze nur ganz leicht, ist das für sie kitzelig. Das ist für deine Katze etwa so, als würde dir, während du nicht hinschaust, eine Feder auf den Arm fallen. Du verspürst einen Kitzelreiz und ziehst den Arm automatisch weg. Bei Katzen funktioniert das genauso. Allerdings ist es unmöglich, eine Katze so zu kitzeln, wie einen Menschen. Egal wie oft du es versuchst, du wirst von deiner Katze höchstens ein paar Pfotenhiebe bekommen. Ein Lachverhalten, wie es bei Menschen und Primaten zu beobachten ist, legen Katzen nämlich nicht an den Tag.

Katzen-Pfotenreflexzonen
Foto: Christine Numrich

Auf dem Bild siehst du eine von Ginnys Pfoten in der Nahaufnahme. Anfassen lässt sie sich da nicht, aber immerhin ist uns Fotografieren gestattet. Die Reflexzonen sind farbig markiert. Wie du siehst, gibt es für einige Körperteile und Organe nur einen, für andere gleich mehrere Druckpunkte.

Eigentlich ist eine Pfotenmassage eine Universalmassage, denn da die Pfote recht klein ist, kommst du fast schon automatisch an alle Stellen heran. Aber du siehst, auf welche Bereiche du dich konzentrieren kannst, wenn du einen bestimmten Körperbereich ansprechen möchtest.

Was die Massagetechnik angeht, können wir keinen speziellen Rat geben. Jede Katze ist anders. Manchen Pfoten kann man direkt von unten anfassen, manche erstmal von oben, an wiederum andere muss man sich vorsichtig herantasten. Manche lieben rhythmische Druckbewegungen, manche lieber konstanten Druck bei kreisenden Bewegungen des Fingers.

Auch ob du beide Hände nimmst, eine zum sanft festhalten, eine für die Massage ist dir überlassen, genauso wie der Finger. Mit dem Daumen erwischst du mehrere Druckpunkte, mit dem Zeigefinger bist du präziser.

Zusammengefasst: Eine Massage für die Katze ist gut für euch beide. Sie genießt ihre Massageeinheiten und du hast einen entschleunigten Moment der Ruhe und genießt dabei das weiche Fell und das liebevolle Schnurren. Darüber hinaus tust du deiner Katze auch gesundheitlich einen Gefallen, da du ihre Haut und ihr Fell gründlich untersuchen kannst und der leichte Druck auf die Reflexzonen kann mit Sicherheit nicht schaden.