Nachtaktivität

Verschlafener Kater
Wer am Tag schläft, hat Energie für die Nacht.

Katzen können ganz schön nervig sein, vor allem in der Nacht. Nachts sind viele Katzen sehr aktiv, allerdings sind sie nicht automatisch nachtaktiv. Wenn dir deine Katze in der Nacht auf den Keks geht, hat das bestimmt seine Gründe. Hier erfährst du, wie nachtaktiv Katzen wirklich sind und wie du ihr eine übertriebene Nachtaktivität abgewöhnen kannst.

Sind Katzen von Natur aus nachtaktiv?

Teilweise. Katzen verbringen rund 16 Stunden des Tages mit schlafen. Die anderen acht Stunden verbringt sie mit Putzen, Fressen, Spielen und so weiter. Katzen sind Raubtiere und haben einen natürlichen Jagdinstinkt. Sie können im Dunklen sehr gut sehen und der Großteil ihrer Beutetiere versteckt sich am Tag und kommt erst in der Nacht heraus.

Da ist es klar, dass Katzen gerne mal in der Nacht aktiv sind. Bei domestizierten Katzen ist dieser Instinkt etwas weniger ausgeprägt, allerdings ist er immer noch vorhanden. Sie gewöhnen sich zwar mit der Zeit an den menschlichen Tagesablauf und die regelmäßigen Fütterungszeiten, aber das hält sie nicht davon ab, in der Nacht trotzdem auf die Pirsch zu gehen. Das steckt sozusagen in ihnen.

Nachtaktive Katze stört meinen Schlaf, warum?

Wenn deine Katze in der Nacht gelegentlich wach ist, etwas frisst, zur Toilette geht oder ihr Revier inspiziert, ist das alles kein Problem. Nun gibt es aber unter den Katzen so einige Spezialisten, die es damit leider etwas übertreiben, sodass der Mensch um seinen Schlaf gebracht wird. Dass du deinen Schlaf brauchst, um am nächsten Tag wieder fleißig Geld für Katzenfutter zu verdienen, kriegst du deiner Katze nicht erklärt.

Eine nachtaktive Katze kann auf mehrere Weisen nervig sein. Sie kann ständig über dich drüber laufen, sie kann lauthals schreien, an Türen kratzen oder anderweitig störenden Lärm erzeugen. Wenn unser Jack in der Nacht mal zum Sprint ansetzt oder seine wilden fünf Minuten bekommt, klingt es ungefähr so, als würde eine Büffelherde durch die Wohnung rennen.

Gesteigerte Nachtaktivität bei Katzen kann verschiedene Ursachen haben.

Hunger

Dass deine Katze zu Hause nicht verhungert, versteht sie nicht. Unsere Miezis benehmen sich zur Fressenszeit so, als hätte es seit drei Wochen nichts mehr gegeben. Man sagt, man soll nicht mit vollem Magen schlafen gehen. Das stimmt nur zur Hälfte.

Mit leerem Magen kannst du vermutlich noch weniger schlafen. Dein Körper braucht Energie und versucht, so lange wach zu bleiben, bis du sie ihm zuführst. Deiner Katze geht es genauso. Wenn sie Hunger hat, dann hat sie Hunger. Und da du für ihr Futter zuständig bist, geht sie dir so lange auf den Keks, bis sie etwas bekommt oder vor Erschöpfung einschläft.

Langeweile

Es ist der Traum aller Eltern. Das Kind ist recht früh eingeschlafen, sodass man mal einen ganz gemütlichen Abend für sich verbringen kann. Anschließend geht es zufrieden ins Land der Träume. Um Punkt drei Uhr geht das Licht an. Das Kind springt aufs Bett. „Mama! Papa! Mir ist langweilig! Ich will spielen!“ lautet die klare Ansage. Irgendetwas muss passieren, das Kind ist hellwach.

Es ist gut möglich, dass das deiner Katze genauso geht. Wenn dich deine Katze nachts ständig anmaunzt oder über dich drüber läuft, dann ist ihr wahrscheinlich langweilig. Sie möchte dich wecken, damit du dich mit ihr beschäftigst.

Mangelnde Konsequenz

Mangelnde Konsequenz ist eine häufige Ursache für nächtliche Katzenaktivität. Deine Katze kratzt nachts an deiner Schlafzimmertür und / oder jammert kläglich davor? Dann möchte sie reinkommen.

Es gibt so einige Katzenhalter, die möchten nicht, dass ihre Katze bei ihnen im Bett schläft. Damit die Süße aber genug Auslauf bekommt, wird die Schlafzimmertür tagsüber offen gelassen, es stört auch nicht, wenn sie alleine im Bett schläft.

Kaum eine Katze dürfte diese Regel begreifen. Sie möchte ins Schlafzimmer, aber die Tür ist zu. Also beklagt sie sich lauthals oder springt auf und ab, weil sie die Tür öffnen möchte. Entweder darf deine Katze ins Schlafzimmer oder nicht. Dass sie nur am Tag in den Raum darf, in der Nacht aber nicht, wird sie wahrscheinlich nicht einsehen.

Mit mangelnder Konsequenz ist noch etwas anderes gemeint. Um bei dem Beispiel zu bleiben: In manchen Nächten klagt sie so jämmerlich, dass du sie doch reinlässt. Du kannst sie einen Monat nachts aussperren. Sie dürfte beginnen zu verstehen, dass ihr kleiner Protest nichts bringt. Lässt du sie dann auch nur einmal hinein, beginnt der Lernprozess von vorne. Der Protest bringt eben doch etwas.

Freigänger

Bei Freigängern sollte Nachtaktivität keine Rolle spielen, oder? Falsch gedacht. Natürlich können sie sich draußen austoben wie sie lustig sind. Dumm nur, wenn die muntere Mieze nachts um drei Uhr vor der Tür steht, schreiend und kratzend, weil sie wieder rein möchte.

Abhilfe schafft da eine Katzenklappe. Um Einbrüche schwerer zu machen, solltest du dich für ein Modell mit Chip und Sensor entscheiden. Deine Katze bekommt einen Chip, welcher von der Klappe ausgelesen werden kann. Eine derartige Katzenklappe öffnet sich nur, wenn die Katze mit dem entsprechenden Chip hindurch möchte.

Ansonsten solltest du deiner Freigängerin beibringen, abends nach Hause zu kommen und sie über Nacht drin behalten. Sie wird sich schon an die neuen Regeln gewöhnen. Natürlich heißt es hier, konsequent zu sein und sie nicht „ausnahmsweise“ doch mal rauszulassen. Dann lernt sie nur, dass sie bekommt was sie will, wenn sie dich nur lange genug nervt.

Wie kann ich meiner Katze ihre Nachtaktivität abgewöhnen?

Zunächst solltest du dir Ursache ausfindig machen. Wenn deine Katze in der Nacht Hunger hat, gibst du ihr abends wahrscheinlich zu früh oder zu wenig Futter. Wir haben das Problem nicht, weil der Napf mit dem Trockenfutter gefüllt wird, bevor wir ins Bett gehen. Nach dem Fressen verdauen die Katzis erstmal und legen sich anschließend schlafen. Sollte Hunger die Ursache sein, wäre es eventuell gut, es genauso zu machen.

Du musst jedoch unterscheiden, ob es noch Nacht oder schon morgens ist. Vor allem bei unserem Jack ist es so, dass er etwa eine Stunde bevor wir aufwachen, anfängt, zu lauern. In seinen besten Zeiten trampelte er dann so lange auf uns rum, bis sich jemand gerührt und ihn gefüttert hat. Das konnten wir ihm nur durch konsequentes Ignorieren abgewöhnen.

Sollte sich deine Katze so verhalten, bleibt dir im Grunde keine andere Option. Du darfst keine Reaktion zeigen, damit sie nicht denkt, dass sie bei dir auf diese Weise Frühstück bestellen kann. Mittlerweile hat er sein Verhalten angepasst. Da Rumtrampeln nichts mehr bringt, hockt er sich auf einen unserer Nachttische und starrt uns durchgehend an, um Köpfchen zu geben, sobald wir uns bewegen. Das Getrampel haben wir ihm so abgewöhnt. Jetzt ist er nachts satt und morgens friedlich.

Sollte Langeweile die Ursache sein, bleibt dir nur, deine Katze zu beschäftigen. Vielleicht denkst du über eine zweite Katze nach, mit der sie spielen kann. Oder du legst ihr für die Nacht andere Spielzeuge hin, damit sie etwas Abwechslung hat. Sonst hat sie ja nur die, mit denen sie schon den ganzen Tag gespielt hat.

Möglicherweise ist deine Katze auch einfach nur nicht ausgelastet, was ja auch eine Form der Langeweile ist. In diesem Fall ist es hilfreich, mehr mit ihr zu spielen. Vielleicht spielst du mit ihr auch die falschen Spiele. Bei Jagdspielen kann deine Katze sich so richtig auspowern und erholt sich in der Nacht, anstatt nochmal spielen zu wollen.

Wenn sie nachts trotzdem noch spielwütig ist, bleibt dir wieder einmal keine andere Wahl als konsequentes Ignorieren, auch, wenn es manchmal echt hart sein kann.