Katze gefunden: Was tun?

Dieser Artikel befasst sich mal nicht mit deiner Katze, sondern mit einer gefundenen bzw. zugelaufenen Katze. Du bist wahrscheinlich hier, weil du wissen möchtest, was du tun solltest, wenn du eine Katze gefunden hast oder dir ein fremdes Tier zugelaufen ist. Hier verraten wir dir, wie du dich am besten verhältst, wie es rechtlich aussieht und wie du einen möglichen Besitzer ausfindig machen kannst.

Woran erkenne ich, ob die Katze ein Zuhause hat?

Schau dir die Katze genauer an. Ist sie gepflegt? Du erkennst auch als Laie, ob es eine wilde Streunerin ist oder ob es sich um eine gut gepflegte Katze handelt. Das Fell ist glatt und voll. Wenn es stumpf und sogar löchrig ist, ist es wohl eher eine heimatlose Katze. Die Augen sollten glänzen, denn bei kranken oder unglücklichen Katzen siehst du einen trüben Blick, die Katze schaut irgendwie hoffnungslos drein und die Augen glänzen nicht mehr richtig.

Dann spielt auch das Gewicht eine Rolle. Eine Katze mit Halter (das Wort „Besitzer“ verwende ich ungerne, es ist ein Lebewesen, kein Ding im Sinne eines Objekts.) ist in der Regel gut genährt. Wenn du ihr über die Rippen fahren darfst, fühlst du, ob sie nur noch Haut und Knochen ist. Mein Vater formulierte einmal bildlich: „Wenn du Rippenklavier spielen kannst, stimmt etwas nicht.“

Ist die Katze abgemagert, sodass du die Rippen deutlich sehen kannst, ist die Katze wahrscheinlich nicht nur halterlos, sondern auch gefährlich unterernährt. Wenn du die Möglichkeit hast, solltest du so schnell wie möglich mit ihr zum Tierarzt. Entweder ist sie schwer krank oder sie ist einfach verwahrlost und geschwächt.

Neben dem Zustand der Katze kannst du auch anderweitig herausfinden, ob die Katze zu jemandem gehört. Trägt die Katze ein Halsband, gehört sie wohl zu jemandem. Freigängerkatzen tragen meist jedoch kein Halsband. Es ist viel zu gefährlich, denn sie könnten an Ästen etc. hängen bleiben und sich erwürgen oder, falls sie vor einem Angreifer flieht, geschnappt und verwundet, im schlimmsten Fall getötet, werden. Sind an dem Halsband Kontaktdaten angebracht, ist die Sache natürlich sofort klar.

Ansonsten schau dir die Ohren an. Katzenohren sind in der Regel immer rosig. Trägt sie ein Tattoo am Ohr, hat die Katze einen Halter. Tattoos werden oft benutzt, um Katzen eindeutig zu markieren. Im Alter verwischen diese Tattoos gerne mal. Wenn du also einen Fleck findest, der irgendwie nach Tätowierung aussieht, dürfte die Katze nicht heimatlos sein.

Den nächsten Tipp solltest du nur befolgen, wenn du dir das mit absoluter Sicherheit zutraust. Es ist möglich, dass die Katze gechipt ist. Das bedeutet, dass sie unter der Haut einen Chip trägt, der zur eindeutigen Identifikation von Katze und Halter ausgelesen werden kann. Dieser Chip befindet sich immer ein paar Finger breit hinter dem linken Ohr in Richtung Schulter.

Den Chip kannst du ertasten, er fühlt sich an wie eine kleine Medikamentenkapsel. Druck brauchst du nicht ausüben, das Gewebe ist weich und der Chip ist relativ nahe unter der Haut. Tu dies aber wirklich nur, wenn du dir das zutraust. Deine Hand befindet sich ziemlich in der Nähe des Mäulchens und ein Katzenbiss kann böse enden.

Spürst du etwas, das sich in etwa so anfühlt wie eine Medikamentenkapsel, hat die Katze einen Chip. So ziemlich jeder Tierarzt oder jedes Tierheim kann den Chip auslesen und Katze und Halter wieder vereinen.

Wie reagiere ich richtig, wenn mir eine Katze zugelaufen ist?

Zunächst einmal gilt wie so oft, Ruhe bewahren, die Katze ist vermutlich genauso irritiert wie du. Nur mit einem Unterschied: Sie ist zu dir gekommen. Das heißt, dass sie dir vermutlich nicht feindlich gesonnen ist. Du musst irgendetwas an dir haben, was die Katze interessiert. Vielleicht findet sie aber auch nur deine Wohnung besonders spannend. Schließlich sind Katzen in der Regel äußerst neugierig.

Uns ist selbst auch mal eine Katze zugelaufen. Wir hatten noch keine Katzen und auf einmal schien sie entschieden zu haben, dass sie jetzt bei uns wohnt. Um uns nicht zu sehr zu wiederholen, kannst du dir gerne den Erfahrungsbericht über unsere zugelaufene Katze durchlesen.

Beobachte die Katze erst einmal. Wie verhält sie sich? In welchem Zustand befindet sie sich? Scheint sie krank oder verletzt zu sein?

Nähere dich dem Tier in jedem Fall nur vorsichtig. Selbst wenn es dir um die Beine streicht bedeutet das nicht, dass du es auch anfassen darfst. Du guckst erstmal nach, wie wahrscheinlich es ist, dass die Katze einen Halter hat. Wie das geht, haben wir im ersten Kapitel beschrieben.

Hat sie einen Chip, kannst du mit ihr zum Tierarzt gehen. Dieser kann ihn auslesen und alles Weitere veranlassen. Nun stehst du natürlich vor dem Problem, das Tier zum Arzt zu bekommen, da du vermutlich keine Transportbox oder ein anderes Behältnis hast, mit dem du es transportieren kannst. Eine Kühlbox zum Beispiel fällt komplett raus, das Tier muss ja Luft bekommen.

Hast du keine geeignete Box oder kannst sie nicht zum Tierarzt oder Tierheim bringen, weil du keine Möglichkeit hast oder dir die Katze keine lässt, kannst du auch den lokalen Tierschutzverband anrufen. Wenn du nicht weißt, welcher das ist, gib in eine Suchmaschine einfach „Tierschutzverband“ und deinen Wohnort ein. Ist dort niemand zu erreichen, kannst du auch die Polizei anrufen. Dort wird man dir sagen, an wen du dich konkret wenden kannst.

Was tue ich, wenn ich eine Katze gefunden habe?

Wenn du eine Katze findest, handelst du grundlegend so, wie wenn dir eine zugelaufen ist. Allerdings musst du viel vorsichtiger sein, denn wenn sich eine Katze so verkriecht, dass sie nicht gefunden werden will, hat sie meistens furchtbare Angst oder ist krank bzw. verletzt. Du solltest zuerst einen gewissen Abstand halten und sehen, ob du erkennen kannst, ob sie vielleicht einen Halter hat.

Geh zunächst nicht zu nah ran. Wenn sie buckelt, knurrt oder die Ohren anlegt, gehst du ein klein wenig zurück. Dann bist du ihr nämlich zu nahe gekommen. Schau dir den Zustand der Katze an. Ist sie gepflegt und normal genährt, hat sie vermutlich einen Halter. Solltest du am Ohr ein Tattoo sehen, hat sie mit Sicherheit einen Halter.

Sollte es dir möglich sein, wäre es klug, die Katze zum Tierarzt zu bringen. Dafür brauchst du allerdings eine geeignete Transportbox. Anfassen solltest du sie nur mit sicherer Kleidung, zum Beispiel mit einer Jeans- oder Lederjacke, um deine Arme zu schützen und Sicherheits- oder Arbeitshandschuhe, für den Fall dass sie zubeißt.

Kannst du die Katze nicht selbst transportieren, ruf bei deinem örtlichen Tierschutzverband an. Die Nummer findest du mithilfe deines Smartphones auch unterwegs schnell raus. Ansonsten kannst du immer noch die Polizei rufen. Die kommt entweder selbst oder schickt jemanden von einem nahegelegenen Tierheim oder Tierschutzverband.

Fass bitte in keinem Fall eine Katze an, die kahle Stellen im Fell hat. Diese Katze ist sehr wahrscheinlich schwer krank. Manche Infektionskrankheiten können auch ohne einen Biss oder eine Wunde auf den Menschen übertragen werden, und das kann richtig fies werden. Das ist dann eine Sache für die Profis.

Wichtig: Wirkt die Katze krank oder ist verletzt, kannst du sie zum Tierarzt bringen, ohne dafür bezahlen zu müssen. Die Notfallversorgung von Fundtieren ist Sache der Gemeinde. Wird der Halter ermittelt, holt sich die Gemeinde das Geld von diesem wieder. Du musst kein eigenes Geld für die Behandlung einer gefundenen Katze bezahlen. Eine Ausnahme kann natürlich bestehen, wenn du mehr als die Notfallbehandlung machen lässt. Ein guter Tierarzt sollte dich aber auch darauf hinweisen.

Die Katze ist so süß, darf ich sie behalten?

Temporär und langfristig gesehen ja. Aber natürlich darfst du das nicht einfach so. Wenn dir eine Katze zugelaufen ist oder du eine gefunden hast, musst du das melden. Informierst du die Polizei nicht, machst du dich der Unterschlagung strafbar und das ist nicht zwingend eine Lappalie, sondern kann richtig teuer werden. Du solltest auch ein Tierheim oder einen Tierarzt konsultieren. Dort kann man dann nachschauen, ob die Katze irgendwie markiert ist, mit einem Tattoo und / oder einem Chip.

Du bist nicht verpflichtet, die Katze abzugeben. Wenn du dich um sie kümmern kannst, ist das erlaubt. In jedem Fall musst du die Katze als „Fundsache“ melden. Du kannst bei der Aufnahme der Fundsache angeben, ob du das Tier behalten möchtest. Wenn du dich dafür entscheidest, gilt eine Frist von sechs Monaten. Hat sich der Halter dann noch nicht gemeldet, geht die Katze rein rechtlich in deinen Besitz über.

Selbst wenn es nur den Anschein gibt, dass die Katze einen Halter hat, solltest du versuchen, diesen ausfindig zu machen. Möchtest du eine Katze haben, gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, als sie dir zu „ergaunern“. Die Halter leben in Angst um ihre geliebte Miezekatze und sie selbst wäre wohl am liebsten auch wieder zu Hause.

Aus diesem Grund achte bitte sorgsam auf deine Umgebung, ob dort Zettel hängen, auf denen steht, dass eine Katze entlaufen ist oder vermisst wird. Auch du selbst kannst aktiv dabei helfen, dass die Katze wieder nach Hause zurückkommt. Du kannst auch selbst Steckbriefe aufhängen mit der Botschaft, dass dir eine Katze zugelaufen ist. Beschreib sie so gut es geht.

Wenn du eine Besonderheit feststellst, wie eine Ecke im Ohr, ein auffälliger Farbfleck mitten auf der Nase oder drei schwarze und eine weiße Pfote, kannst du die im Steckbrief ruhig weglassen. Wenn du einen Anruf kriegst, kannst du nach der Besonderheit fragen. So bist du auf der sicheren Seite und kannst davon ausgehen, dass es auch wirklich die Halter der Katze sind. Du kannst es auch mit Empathie versuchen. Menschen, die ihre Katze zurückbekommen wollen, klingen anders als welche, die nur eine abgreifen möchten. Die Frage nach dem Namen ist auch immer gut. Zögert oder stammelt der Anrufer, könnte es sich um einen Fake handeln.