Schlafverhalten von Katzen

Schlafender Kater
Ein Kater, der so schläft, ist glücklich und zufrieden.

Das Katzenleben kann unglaublich faul sein. Rund 16 Stunden des Tages verbringen Katzen mit Schlafen und Dösen. Das Schlafverhalten von Katzen ist äußerst interessant, denn selbst die Schlafposition bzw. die Haltung deiner Katze während des Schlafs gibt dir Auskunft darüber, wie sie sich fühlt. Hier erfährst du, was du über das Schlafverhalten deiner Katze wissen solltest und wie du es richtig deutest.

Wie lange schlafen Katzen?

Katzen schlafen im Schnitt in etwa 16 Stunden pro Tag. Das ist eine ganz schöne Menge, wach sind sie schließlich nur acht Stunden, von denen sie ungefähr 3 ½ Stunden damit verbringen, sich zu putzen.

Den Großteil der Schlafenszeit schläft deine Katze aber nicht wirklich. Die Tiefschlafphase dauert insgesamt ungefähr vier Stunden. In dieser Phase erholt sie ihren Geist, sie träumt und ist im Grunde nicht ansprechbar. Du könntest ihr ihr Lieblingsfutter direkt vor die Nase stellen, interessieren würde sie sich dafür nicht.

Die restliche Zeit verbringt sie mit Dösen. Sie ruht sich körperlich aus. Da kann es sein, dass sie ihre Augen auch nur halb geschlossen hat. Vielleicht kennst du das ja selbst, wenn du dich nach einem harten Tag oder einer schlechten Nacht nochmal kurz hinlegst. Wahrscheinlich schläfst du dann nicht richtig und hörst, was um dich herum geschieht. Entspannend ist es aber trotzdem.

Wie lange deine Katze tatsächlich schläft, hängt auch von verschiedenen Faktoren ab. Junge und alte Katzen brauchen mehr Schlaf als eine Katze in ihren besten Jahren. Die Kleinen powern sich ständig aus, alles muss untersucht werden und ist total aufregend. Da ist es klar, dass die Energie häufiger wieder aufgeladen werden muss.

Katzensenioren sind dagegen nicht die frischesten Tiere, jede Bewegung kostet Energie, die wieder reingeholt werden muss. Eine Katze im „normalen“ Alter hat diese Probleme nicht. Auch die Temperatur ist ein Faktor, der zu berücksichtigen ist. An heißen Tagen schläft bzw. döst deine Katze bestimmt relativ lang.

Katzen sind auch wetterfühlig. An einem schönen Frühlingstag ist deine Katze bestimmt aktiver als an einem verregneten Herbsttag.

Können Katzen träumen?

Absolut. Beobachte deine Katze mal in aller Ruhe, wenn sie tief und fest schläft. Sie ratzt vor sich hin und kommt irgendwann in die REM-Schlafphase. REM steht für „Rapid Eye Movement“, also schnelle Bewegungen der Augen. In der Schlafforschung ist es unumstritten, dass Menschen in dieser Phase träumen. Genau diese Phase ist auch bei den allermeisten Tieren zu beobachten, besonders deutlich bei Katzen und Hunden.

Wenn deine Katze träumt, zuckt sie total niedlich zusammen. Sie wackelt immer wieder mit den Pfoten, als ob sie sich durchs Unterholz schleicht. Auch ihr Mäulchen bewegt sich, so als würde sie etwas fressen. Nicht selten kommt es dazu, dass Katzen im Schlaf Geräusche von sich geben, wie Keckern oder aufgeregtes Miauen.

Die Traumphase ist also nicht nur wissenschaftlich mess-, sondern auch beobachtbar. Wovon deine Katze genau träumt, wirst du wohl nie erfahren. Dazu müsste sie dir von ihren Träumen erzählen können. Es wird aber stark vermutet, dass Katzen im Traum die Erlebnisse des Tages aufarbeiten, genau wie der Mensch. Natürlich können sie sicher auch von etwas anderem träumen. Die Bewegungen lassen kaum einen anderen Schluss zu, außer, dass sie hauptsächlich von der Jagd und anderen typischen Dingen träumen, die Katzen so tun.

Darf meine Katze im Bett schlafen?

Das obliegt ganz allein dir. Du allein entscheidest, ob deine Katze in deinem Bett schlafen darf oder nicht. Diese Entscheidung sollte direkt am Anfang getroffen und beibehalten werden. Allerdings solltest du deine Katze dann konsequent aus dem Schlafzimmer verbannen, indem die Tür immer verschlossen ist. Sollte deine Katze trotzdem mal hinein huschen, solltest du sie direkt wieder herauskomplimentieren.

Deine Katze wird ganz bestimmt in deinem Bett schlafen wollen. Immerhin schläfst du dort als ihre Bezugsperson. Außerdem ist es dort warm, weich, kuschelig und es riecht nach dir. Ganz nebenbei fördert das eure persönliche Bindung.

Selbst, wenn du dagegen bist, dass deine Katze mit im Bett schläft, solltest du bei einem frisch eingezogenen Kitten eine Ausnahme machen, zumindest in den ersten paar Nächten. Der Grund ist ganz einfach der Aufbau einer Bindung. Für deine Minimieze ist das sehr wichtig, denn schließlich ist alles fort, was sie ihr bis dahin kurzes Leben lang kannte. Sie ist sicher verunsichert und sucht bei dir Schutz und Wärme. Als wie Cloé bekommen haben, wachte ich am Morgen der ersten Nacht auf, bewege meinen Kopf und spüre, wie sie sich bei mir auf dem Kissen eingerollt hat. Bei Jack war das kaum anders, den haben wir auch kaum aus dem Bett bekommen.

Am Anfang wird das bestimmt ungewohnt sein, vor allem, da du vermutlich nicht so viel schlafen wirst wie sonst, allein schon aufgrund der Vorsicht, das Kitten beim Stellungswechsel nicht zu zerquetschen. Vorsicht ist zwar die Mutter der Porzellankiste, aber so ganz zerbrechlich sind auch kleinere Kitten nicht.

Das Tierchen wird sich schon seinen Schlafplatz suchen. Unsere liegen gerne am Rand des Fußendes. Da sind sie am ungestörtesten und können in Frieden schlafen. Nur Ginny hat eine Besonderheit, sie neigt dazu, sich auf einem unserer Rücken oder Bäuche einzurollen, um zu schlafen. Natürlich macht das ausgerechnet unsere schwerste Katze.

Viel zu beachten gibt es nicht, wenn ihr gemeinsam in einem Bett schlaft. Deine Katze wird sich schon eine Schlafposition aussuchen, in der ihr euch nicht in die Quere kommt, denn sie will ja ebenfalls nicht im Schlaf gestört werden. Du solltest nur verstärkt auf die Fellpflege achten, damit sich nicht allzu viele Haare sammeln. Die Bettwäsche solltest du regelmäßig wechseln und es kann nicht schaden, ein Spray gegen Parasitzen zu benutzen, damit sie sich nicht im ganzen Bett verbreiten, sollten du oder deine Katze mal welche einschleppen.

Bedeutung verschiedener Schlafpositionen

Bei Menschen gibt es nicht „DIE“ Schlafposition. Es gibt unterschiedliche Haltungen, der eine schläft gerne seitlich, der andere rollt sich ein und noch jemand anders schläft besonders gerne auf dem Rücken. Die Schlafposition kann aber auch etwas über den Schlafenden verraten. Bei Katzen ist das natürlich nicht anders.

Die Schlafhaltung deiner Katze sagt viel über deine Katze und ihre Stimmung aus. Wir haben hier die häufigsten Schlafpositionen von Katzen zusammengestellt.

Auf allen Pfoten

Katzen schlafen auch gerne mal auf allen Pfoten. Sie sehen dann sehr kompakt aus, der Schwanz ist entweder um den Körper gelegt oder zeigt ganz normal nach hinten. Solche Schlafhaltungen deuten auf Unsicherheit hin.

Der Vorteil dieser Schlafhaltung ist, dass deine Katze in Sekundenbruchteilen fluchtbereit ist. Sollte Gefahr aufkommen, kann sie sofort wegsausen wie der Wind. Sehr gerne werden auch die Vorderpfoten nach vorn geschoben, damit sie ihren Kopf darauf legen kann.

Das erhöht den Schlafkomfort und entlastet die Lunge. Sollte deine Katze hautsächlich in solcher Haltung schlafen, kann es nicht schaden, ihre Lungen mal vom Tierarzt durchchecken zu lassen.

Auf dem Rücken

Wenn deine Katze auf dem Rücken schläft und alle Gliedmaßen von sich gestreckt hat, kannst du zum nächsten Goldschmied gehen und dir einen Orden anfertigen lassen, denn den hast du dir dann verdient.

Wenn sich deine Katze vor dir auf den Rücken rollt, ist das ein großartiges Zeichen des Vertrauens. Ihr Bauch ist ihre verwundbarste Körperregion. Indem sie sie dir präsentiert, zeigt sie, wie sehr sie dir vertraut. Es gibt mit Sicherheit viele Katzenhalter, die sich gut um ihre Katzen kümmern, aber nie die Plauze präsentiert bekommen haben.

Schläft sie in dieser Position tief und fest, ist sie dir vollkommen ausgeliefert. Im Wachzustand kann sie ihren Bauch mit allen vier Pfoten und den Zähnen verteidigen, im Schlaf geht das aber nicht. In der freien Natur würde sie diese Haltung niemals einnehmen. Für dich bedeutet das, dass sie dir absolut zu 100 Prozent vertraut und sich wohl und sicher bei dir fühlt. Außerdem ist sie auch noch vollkommen entspannt.

Eingerollt

Der Klassiker unter den Schlafpositionen. Deine Katze liegt auf der Seite und ist eingerollt. Der Kopf ist zu den Hinterbeinen bzw. dem Bauch hingezogen, der Schwanz liegt flach an. Meist hält sie Hinterbeine und Schwanz mit den Vorderpfoten fest.

Diese Schlafposition ist wahrscheinlich die Schlafposition, welche Wildkatzen seit Jahrtausenden einnehmen. Die Katze wirkt relativ klein. Vor allem aber ist es eine Schutzhaltung gegen Wind, Regen und Kälte. Wenn deine Katze so schläft, bedeutet das aber nicht automatisch, dass deine Katze friert. Vielmehr ist das ihre ganz natürliche Haltung, die keine politische Botschaft ausstrahlt.

Halb eingerollt

Ein weiterer Klassiker unter den Katzenschlafpositionen. Deine Katze liegt mit krummem Rücken auf der Seite. Der Kopf liegt auf dem Boden. Oft sind die Vorderpfoten vor die Brust gezogen, Schwanz und Hinterläufe sind stützend ausgestreckt.

Häufig kommt es auch vor, dass Katzen ihre Gliedmaßen an den Körper ziehen und mit den Vorderbeinen ihre Augen verdecken. Wenn deine Katze so schläft, dann lass sie einfach schlafen. Das ist eine effiziente Haltung, um Wärme zu speichern, aber die Hauptaussage dieser Schlafposition ist „Es gibt hier keine Gefahr und lass mich bitte in Ruhe“. Das ist demnach kein Grund, sich Sorgen zu machen.

Kittenschlaf sagt nichts aus

Die Schlafposition deines Kitten sagt im Grunde nichts aus, anders, als bei erwachsenen Katzen. Kitten brauchen noch mehr Schlaf als Erwachsene. Sie sind wie ganz kleine Kinder, die in der Wohnung auf Abenteuerjagd gehen und plötzlich vor Müdigkeit umfallen und einschlafen.

Dabei kann das Kitten alle denkbaren Haltungen einnehmen ohne, dass eine bestimmte Aussage dahinter steckt.

Kopf liegt nicht auf

Bei vielen Schlafpositionen, in denen deine Katze den Kopf oben behält, handelt es sich nicht wirklich um Schlafpositionen. Deine Katze döst und ruht sich aus. Im Tiefschlaf erschlafft, genau wie beim Menschen, die Muskulatur. Hält sie ihren Kopf gerade und oben, hat sie noch Spannung in den Muskeln und schläft nicht.

Seitenlage

Wenn deine Katze einfach nur auf der Seite liegt, so als wäre sie seitlich umgefallen, dann erholt sie sich einfach. Nichts ist besonders toll, nichts besonders schlecht. Für sie ist das, wie wenn du nach einem ganz normalen Tag ins Bett gehst. Sie fühlt sich sicher, hat keine Angst und streckt einfach nur alles von sich.

In dieser Haltung können Katzen besonders gut ihre Energie wieder auffüllen, es handelt sich um einen reinen Erholungsschlaf. Irgendeinen Grund zur Sorge sollte es nicht geben, sie ist ruhig und entspannt.

Wie sieht der ideale Schlafplatz für die Katze aus?

Gleich am Anfang sei festgehalten: Deine Katze entscheidet alleine, welcher der ideale Schlafplatz ist. Du kannst das perfekte, weiche und gepolsterte Jahrhundertbettchen kaufen, in welchem es ihr garantiert blendend geht. Ob deine Katze es auch nutzt, ist ihre alleinige Entscheidung. Bei uns gibt es auch zahlreiche Schlafmöglichkeiten.

Cloé besteht auf ihr altes, ausgewaschenes Kissen auf dem Boden. Sie liebt es, darauf zu liegen und zu schlafen. Dabei hätte sie so viele andere Möglichkeiten. Auch ihr Katzenkörbchen benutzt sie nur, wenn dieses bestimmte Kissen darin liegt.

Natürlich gibt es aber auch Aspekte, die vielen Katzen sehr wichtig sind. Einer davon ist Ruhe. Der Schlafplatz sollte nicht unbedingt dort sein, wo üblicherweise viel Verkehr herrscht. Wenn du schlafen möchtest, brauchst du ja sicher auch niemanden, der ständig durch dein Zimmer latscht. Ein guter Ort wäre zum Beispiel das Schlafzimmer. Dort herrscht normalerweise Ruhe. Wenn sie dort nicht rein darf, wäre vielleicht eine gemütliche Ecke im Wohnzimmer eine gute Idee, möglichst abseits des Türbereiches.

Der Ort sollte aber nach Möglichkeit so gewählt werden, dass deine Katze den gesamten Raum im Blick hat. Katzen lieben erhöhte Positionen, von denen aus sie ihr Revier überblicken können. Katzen befinden sich pro Tag lediglich vier Stunden lang im Tiefschlaf. Außerhalb dieser Zeit möchten sie schon wissen, was um sie herum geschieht. Und wenn sie sich gerne dort aufhält, schläft sie dort auch bestimmt.

Der Schlafplatz sollte sich nicht an einem Fenster mit direkter Sonneneinstrahlung befinden. Das ist für das Nickerchen viel zu hell. Im Sommer wird es bei direkter Sonneinstrahlung außerdem schnell viel zu heiß. Zugluft sollte deine Katze natürlich auch nicht abbekommen Zugluft ist ihr mit Sicherheit unangenehm und mit der Zeit kann sie davon auch krank werden.

Das Material ist ihr im Grunde vollkommen egal, denn wie schon erwähnt, sucht deine Katze sich ihren Schlafplatz selbst aus und wechselt ihn auch gerne mal. Wenn der Schlafplatz weich und kuschelig ist, ist das aber generell nicht verkehrt.