Fremde Katze besucht mich

Katze besucht mich
Eine fremde Katze besucht dich. Wie verhältst du dich richtig?

Vermutlich hat jeder Gartenbesitzer, der nicht komplett isoliert auf dem Land wohnt, schon mal eine fremde Katze in seinem Garten gesehen. Das ist ganz normal, eine Freigängerin hält nichts von Grundstücksgrenzen. Nun kann es aber sein, dass du gezielt Besuch von einer Katze bekommst. Sie hält sich häufiger in deinem Garten auf und sucht vielleicht sogar Kontakt zu dir. Hier erklären wir dir, warum sich manche Freigängerkatzen feste Besuchspartner suchen und wie du dich richtig verhältst, wenn dich eine Katze im Garten besucht.

Vorwort

Der Großteil dieses Artikels richtet sich an Menschen, die selbst keine Katze haben und sich nicht besonders gut mit Katzen auskennen. Wenn dich in deinem Garten oder auf deinem Balkon eine fremde Katze besucht, bist du wahrscheinlich zunächst einmal überrascht. Wir gehen hier davon aus, dass du Katzen magst oder zumindest nicht ablehnst.

Auf einmal ist da diese Katze bei dir und möglicherweise stellst du dir die Frage, was du jetzt mit ihr machen sollst. Lockst du sie an? Verjagst du sie? Sollst du sie füttern? Kannst du sie anfassen? Das sind klassische Fragen und Entscheidungen, die beantwortet und getroffen werden müssen. Sicherlich möchtest du ja auch nichts falsch machen und irgendwelche Schäden anrichten.

Wir geben dir hier ein paar Tipps an die Hand, die auch auf eigenen Erfahrungen beruhen. Meine Frau und ich haben auch mal Besuch von einer fremden Katze bekommen. Meine Eltern bekommen seit geraumer Zeit auch Katzenbesuch, mit dem sie mittlerweile gut klar kommen. Fangen wir am besten mit der Frage an, warum eine Katze überhaupt andere Menschen besucht.

Wenn es dir darum geht, Katzenbesuch zu vermeiden, ist unser Ratgeber „Katzen mit Katzenschreck fernhalten“ für dich vermutlich hilfreicher als dieser Artikel.

Warum besucht mich eine fremde Katze?

Freigängerinnen sind neugierig. Sie haben ein festes zu Hause mit hoffentlich liebevollen Haltern. Genug Freigang und Bewegung haben sie auch. Aber es gibt immer etwas zu entdecken. Wenn dich eine Katze besucht, ist sie sicherlich schon mehrmals durch deinen Garten gehuscht, weil er zu ihrem Revier gehört. Das ist bei Freigängerinnen kaum zu vermeiden.

Unter Besuch verstehen wir hier, dass die Katze zumindest ein Mindestmaß an Interesse an dir zeigt, und sei es nur, dass sie auf der Wiese liegt und dich beobachtet. Das zeugt von einem gewissen Grundvertrauen. Menschen sind ihr nicht fremd und wenn sie nicht mit ein paar Menschen schlimme Erfahrungen gemacht hat, geht sie wohl davon aus, dass auch du ihr nichts tust.

Sobald sie merkt, dass von dir keine Gefahr auszugehen scheint, nähert sie sich wahrscheinlich an. Das ist auch reine Neugier. Wenn eine fremde Katze Zeit bei dir verbringen möchte, bedeutet das nicht gleich, dass es ihr zu Hause schlecht geht und sie sich deswegen eine neue Familie sucht.

Und mit Sicherheit versucht sie auch, irgendeinen Vorteil aus ihrem Besuch zu ziehen. Möglicherweise spekuliert sie auf ein paar Krauleinheiten oder, was etwas wahrscheinlicher ist, auf etwas Leckeres zu Futtern.

Wie verhalte ich mich gegenüber der fremden Katze?

Wenn du Besuch von einer Katze bekommst, besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass sie dir wohlwollend gesonnen ist. Dass sich eine Katze in einen fremden Garten schleicht, um dem dort ansässigen Menschen wehzutun, passiert nun eher sehr selten. Sollte sie dich nicht mögen oder aus irgendwelchen Gründen Angst vor dir haben, würde sie dich eher meiden.

Das bedeutet jedoch nicht, dass du einfach auf sie zu gehen und kraulen oder sogar hochheben darfst. Das entscheidet die Katze immer noch selbst. Du solltest vorsichtig sein und dich zurückhalten. Wahrscheinlich beobachtet sie dich erst einmal. Wenn sie bereit ist, Kontakt aufzunehmen, wird sie schon von sich aus ankommen. So eine neue Begegnung ist auch für die Katze aufregend. Gehst du direkt auf sie zu, könnte sie sich bedrängt fühlen.

Im besten Fall machst du einfach das, was du gerade machst bzw. machen wolltest. Lass die Katze gucken. Und wenn sie ankommt, lass sie einfach mal machen. Wie angemerkt, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass sie zu dir kommt, um dich zu kratzen oder im schlimmsten Fall sogar zu beißen. Du kannst ihr vorsichtig deine Hand hinhalten, damit sie daran schnuppern und den Geruch aufnehmen kann. Anfassen solltest du sie noch nicht.

Wenn sie ihr Köpfchen an deiner Hand reibt, ist es wahrscheinlich in Ordnung, wenn du sie etwas am Kopf kraulst. Widme dich aber anfangs nur der Schädeldecke. Vermutlich vertraut sie dir noch nicht so gut, als dass du sie am Kinn oder den Wangen streicheln darfst. Im schlimmsten Fall ziehst du dir einen Katzenbiss zu, welcher richtig schmerzhaft ist und bleibende Schäden verursachen kann.

Wichtig ist, sich auf die Katze einzulassen und auf sie zu reagieren. Vorsicht und Respekt sind vor allem bei den ersten Begegnungen geboten. Angst und Hektik spürt die Katze und verunsichert sie.

Darf ich die fremde Katze füttern?

Katzen gehen gerne den Weg des geringsten Widerstands. Sie wissen, dass sie von Menschen gefüttert werden. Da wundert es nicht, wenn sich eine Katze dazu entschließt, dich um Futter anzubetteln. Das ist immerhin deutlich einfacher, als selbst auf die Jagd zu gehen.

Du solltest eine Besucherkatze aus mehreren Gründen nicht füttern. Einer ist ganz offensichtlich. Wenn du dich mit Katzen nicht auskennst, besteht das Risiko, dass du ihr etwas Unverträgliches und schlimmstenfalls giftiges fütterst.

Das Füttern ist für die Katze zudem eine Bestätigung ihres Verhaltens. Sie merkt sich, dass sie von dir etwas bekommen hat und wird es wieder versuchen. Immerhin kann sie sich so die Jagd ersparen und da sie zu Hause auch noch etwas bekommt, kann sie im Überfluss schlemmen. Die Halter wissen ja nichts von der zusätzlichen Mahlzeit und wundern sich vermutlich, warum ihre Katze bei gleicher Ernährung mit der Zeit immer dicker wird.

Wenn es im Sommer richtig heiß ist, macht es nichts, wenn du eine Schale mit frischem Leitungswasser hinstellst. So manche Katze neigt dazu, zu wenig zu trinken. Für ihr Futter haben sie und ihre Halter allerdings selbst zu sorgen.

Natürlich gibt es eine Ausnahme von der Regel. Auch als Laie kannst du problemlos erkennen, ob es sich bei dem Tier um eine gepflegte Freigängerin handelt oder um eine abgemagerte Streunerin. Sieht die Katze ungepflegt und abgemagert aus, ist es schon in Ordnung, ihr etwas zu fressen hinzulegen. Achte bitte nur darauf, dass es sich um etwas handelt, was Katzen auch fressen dürfen.

Was ist mit dem Halter der fremden Katze?

Solltest du den Halter der Besucherin darüber informieren? Wenn dich eine Katze gelegentlich besuchen kommt und sie gesund und gepflegt aussieht, ist das nicht notwendig. Dann ist sie wahrscheinlich einfach grad in der Nähe und schaut mal vorbei. Das ist ganz normal, in etwa wie wenn du jemandem auf der Straße begegnest, grüßt und ein kleines Schwätzchen hältst.

Wenn die Katze dich allerdings regelmäßig besucht, länger bleibt und etwas von dir zu wollen scheint, kann es nicht schaden, den Halter darauf anzusprechen, wenn du weißt, wem deine Besucherin gehört. Die Katze hat dann wohl einen Grund für ihren Besuch. Irgendetwas scheint ihr zu fehlen. Möglicherweise fühlt sie sich zu Hause nicht ausreichend geliebt und versucht, sich ihre Streicheleinheiten bei dir zu holen.

Im Gespräch mit dem Halter kannst du so etwas mal ansprechen, aber natürlich ohne ihm Vorwürfe zu machen. Wahrscheinlich kümmert er sich nicht aus böser Absicht zu wenig um seine Mieze. Vielleicht ist die Katze aber auch von Natur aus sehr verschmust und der Halter ist tagsüber nicht zu Hause. Dann freut sich die Katze sicherlich darüber, jemanden gefunden zu haben, der sie zwischendurch mal flauscht.

Generell ist es für den Halter gut zu wissen, wo sich seine Katze so rumtreibt. Wenn seine Rumtreiberin abends nicht nach Hause kommen sollte, kann er zuerst dich fragen, ob seine Katze bei dir ist oder, ob du sie an dem Tag überhaupt gesehen hast. Er wird sich bestimmt Sorgen machen.

Die fremde Katze geht in meine Wohnung

Der Kontakt mit der Besucherin sollte sich eigentlich auf draußen beschränken. Es kommt durchaus vor, dass sich Freigängerinnen eine zweite Familie suchen. Manchmal suchen sie sich auch eine neue Familie und bleiben zumindest für eine Weile dort. Solange es ihnen dort gut geht, besteht nicht viel Anlass dazu, wieder ins eigentliche Heim zu gehen.

Deine Wohnung zu inspizieren ist ein Schritt in diese Richtung. Es ist nicht schlimm, wenn sie mal hineinhuscht und einen kleinen Rundgang macht. Das befriedigt nur ihre Neugier. Du solltest aber darauf Wert legen, dass sie sich nicht einnistet und es sich gemütlich macht. Wenn sie merkt, dass sie das darf, wird sie es immer wieder tun und anfangen, es einzufordern.

Dabei wird eine Grenze überschritten. Die Katze hat ein warmes, trockenes und sicheres Revier, und das ist das ihres Halters.

Meine Eltern bekommen seit geraumer Zeit auch Besuch von einer Katze. Wenn die Terrassentür offen ist, flitzt sie auch manchmal ins Haus. Sie schaut sich um, läuft zweimal um den Esstisch, schaut nochmal und geht dann wieder raus. Das ist in Ordnung, die Mieze ist nur neugierig und macht keine Anstalten, sich heimisch einrichten zu wollen. Sie kommt einfach nur zum Spaß zu Besuch, Leckerchen oder ganze Mahlzeiten bekommt sie nicht.

Übrigens: Sollte die fremde Katze Schäden verursachen, indem sie zum Beispiel die neue Ledercouch aufschlitzt oder eine teure Vase runterwirft, ist der Halter dafür haftbar und muss dir die Schäden ersetzen. Schäden, die seine Katze verursacht, sind üblicherweise mit der Privathaftpflichtversicherung des Halters versichert.

Die Besucherkatze möchte nicht mehr gehen

In diesem Fall solltest du dich unbedingt an den Halter wenden, denn wenn sie sich bei dir wohler zu fühlen scheint als bei ihrem Bezugsmenschen, fehlt ihr wahrscheinlich wirklich irgendetwas. Sie scheint dort nicht glücklich zu sein, was nicht automatisch heißt, dass ihr Halter sie absichtlich vernachlässigt.

Du solltest in jedem Fall versuchen, den Gesundheitszustand deiner Besucherin zu überprüfen. Ist das Fell glatt und glänzend? Sind die Augen klar? Sind Verkrustungen an Augen und Nase zu finden? Hat die Katze mindestens Normalgewicht? Zeigt sie irgendwelche Verhaltensweisen, die dir als Laien ungewöhnlich vorkommen?

Der Befund spielt eine wichtige Rolle, wenn du mit dem Halter sprichst. Sollte irgendetwas nicht stimmen, sprich ihn bitte unbedingt darauf an.

Nun kann es natürlich sein, dass du nicht weißt, zu wem deine Besucherin gehört. In diesem Fall möchten wir dir unseren Ratgeber „Katze gefunden: Was tun?“ ans Herz legen. Darin erfährst du mehr darüber, wie du den Halter ausfindig machen kannst und was zu tun ist, wenn dir auffällt, dass es der Katze nicht gut geht.

Carsten
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