Wenn Katzen trauern

Traurige Katze
Katzen können tiefe Trauer empfinden, wenn ein Mensch oder tierischer Mitbewohner stirbt

Katzen sind zu tiefen Gefühlen fähig. Dazu gehört auch die Trauer. Stirbt ein Artgenosse oder der Bezugsmensch, können Katzen in eine tiefe Trauer verfallen. Nicht jede Katze trauert gleich und geht auf ihre eigene Weise mit der Trauer um. Hier möchten wir dich über das Trauerverhalten von Katzen informieren und dir Ratschläge geben, wie du deiner Katze über die Trauer hinweg helfen kannst.

Können Katzen wirklich trauern?

Definitiv. Trauer ist nichts, was sich der Mensch allein ausgedacht hat. In der Tierwelt gibt es zahllose Beispiele dafür, dass Tiere sehr starke emotionale Bindungen untereinander aufbauen können. So manche Tiere schließen Bünde fürs Leben. Brillenpinguine, Schwertwale, Graugänse und Elefanten gehören beispielsweise zu den Tieren, die monogame Beziehungen führen.

Es steht nicht der reine Fortpflanzungstrieb im Vordergrund. Tiere, die sich gepaart haben, bleiben bis an ihr Lebensende zusammen. Sie lieben sich und zeigen typische Anzeichen der Trauer, wenn das Partnertier verstirbt.

Oder denke einfach mal an Meerschweinchen. Meerschweinchen müssen mindestens paarweise gehalten werden, da sie sonst an Einsamkeit sterben. Es kommt nicht selten vor, dass ein Meerschweinchen wenige Tage nach dem Tod seines Lebenspartners ebenfalls stirbt. Ihm direkt ein anderes Meerschweinchen ins Gehege zu setzen hilft zwar gegen die Einsamkeit, jedoch kann es das andere Tier nicht ersetzen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das verlassene Meerschweinchen trotz neuer Gesellschaft eingeht, ist durchaus nicht gering.

Katzen sind ebenfalls in der Lage, enge Bindungen zu anderen Tieren und Menschen einzugehen. In unserem Separaten Artikel über die Bindung zwischen Katze und Mensch gehen wir näher auf eine Studie zu diesem Thema ein. Die Studie belegt, dass sich die Bindung von Kleinkindern zu den Eltern kaum von der von Katzen zu ihrer Bezugsperson unterscheidet.

Auch Trennungsängste bei Katzen sind hinreichend dokumentiert. Stirbt eine Bezugsperson oder ein tierischer Mitbewohner, zeigen Katzen in der Regel Verhaltensweisen, welche eindeutig auf Trauer zurückzuführen sind.

Wie erkenne ich, dass meine Katze trauert?

Trauer ist immer individuell unterschiedlich. Jeder Mensch trauert auf seine eigene Weise. Wenn ein geliebter Mensch oder ein Haustier stirbt, verfällt der eine Mensch in eine tiefe Depression, ein anderer versucht, seinen Schmerz im Scherz zu verstecken, noch ein anderer wirkt unberührt und wieder ein anderer heult sich ordentlich aus und lebt dann ganz normal weiter.

So verhält es sich bei Katzen ebenfalls. Niemand wird dir sagen können, wie deine Katze mit dem Tod einer Mitbewohnerin umgehen wird. Es gibt Katzen, die sind nach dem Tod einer Mitkatze regelrecht aufgeblüht, als würden sie sich freuen, den Mitbewohner endlich los zu sein. Das Verhältnis zwischen den individuellen Katzen lässt auch keine Prognose bezüglich der Trauer zu. Selbst wenn sich zwei Katzen ständig streiten und bekämpfen, kann der Tod eines Tieres bei dem anderen starke Trauer auslösen.

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Traurige Katzen verhalten sich ähnlich wie trauernde Menschen. Es ist durchaus normal, dass der Verlust eines geliebten Wesens einer Katze auf den Magen schlägt. Appetitlosigkeit ist in so einem Fall eine ganz natürliche Reaktion. Es bringt aber nichts, wenn du versuchst, deine Katze zum Fressen zu „zwingen“. Das macht alles eher nur noch schlimmer.

Lass sie den Verlust verarbeiten, der Appetit wird schon zurückkommen. Achte nur darauf, dass deine Katze das Fressen nicht komplett einstellt. Spätestens nach drei Tagen Hungerstreik solltest du zum Tierarzt fahren, da sich eine gefährliche Leberlipidose entwickeln kann. Es kann jedoch auch ganz anders kommen. So manche Katze entwickelt einen Heißhunger und versucht, sich mit so viel Futter wie möglich zu trösten.

Trauer macht häufig lethargisch. Nach einem bedeutenden Verlust ist die Welt grau und schlecht, da macht nichts mehr Spaß. Spielen ist blöd, gekrault werden ist blöd und überhaupt kann es passieren, dass sich deine Katze kaum noch zu irgendetwas motivieren kann. Die Symptome ähneln denen von Depressionen bei Katzen. Dazu gehört auch ein stark erhöhtes Schlafbedürfnis, denn wenn deine Katze gerade sowieso nichts machen möchte, schläft sie halt mehr.

Ebenso kann es vorkommen, dass deine Katze regelrecht jammert. Das Miau ist ein Laut, den Katzen untereinander fast gar nicht verwenden. Als Kitten miauen sie, um ihre Mutter auf sich aufmerksam zu machen. Diese Rolle übernehmen wir Menschen später. Wenn deine Katze dich anmaunzt, möchte sie dir etwas mitteilen. Sie möchte deine Aufmerksamkeit. Du sollst dich um sie kümmern und sie unterstützen, damit sie nicht mehr so traurig ist.

Wie lange trauern Katzen so in etwa?

Auch das verhält sich wie beim Menschen. Es gibt Menschen, die verkraften schwere persönliche Verluste relativ schnell. Sie schütteln sich sozusagen einmal kurz und leben ihr Leben spätestens nach ein paar Tagen wieder wie zuvor. Andere Menschen können derartige Verluste nur sehr schwer verdauen und leiden viele Monate oder sogar Jahre darunter.

Bei Katzen ist das nicht anders. Die American Society for Prevention of Cruelty to Animals hat eine Umfrage zum Thema Trauerverhalten von Katzen durchgeführt. 160 Haushalte nahmen daran teil. Unter anderem ging es darum, wie lange Katzen den Tod eines tierischen Begleiters trauern.

Dabei kam heraus, dass die Trauerphase bis zu sechs Monate lang sein kann. Zumindest beobachteten die Katzenhalter nach maximal einem halben Jahr, dass die trauerbedingten Verhaltensmuster nicht mehr auftraten und sich die Miezen wieder ganz normal verhielten. Der Großteil der Katzen zeigte nach einem Verlust vier bis sechs Wochen lang eindeutiges Trauerverhalten.

Wie kann ich meine trauernde Katze unterstützen?

Wie erwähnt, trauert jede Katze auf ihre eigene Weise. Nur sie selbst weiß, was sie gerade braucht und was ihr gut tut. Leider kann sie mit dir nicht darüber sprechen. Wichtig ist, dass deine Katze die Zeit bekommt, die sie braucht, um alles zu verarbeiten und die Trauer am Ende überwinden zu können.

Es gibt aber ein paar Dinge, mit denen du deine Katze auf diesem Weg begleiten und unterstützen kannst.

Abschied nehmen

Wenn es möglich ist, sollte sich deine Katze von ihrer Gefährtin verabschieden können. Das geht aber nur, wenn das Tier zu Hause verstirbt. Sollte die Katze eines Tages nicht mehr aufwachen, ist es für die Katzenpsyche gut, wenn sich die lebende Katze selbst ein Bild davon machen kann, was eigentlich gerade los ist.

Katzen haben zwar kein größeres Konzept vom Tod, aber sie wissen instinktiv, dass es ihn gibt und er ewig andauert. Sie sind auch in der Lage, ein totes Tier zu erkennen. Wenn deine Katze den toten Körper sehen, anfassen und noch einmal beschnuppern kann, dürfte ihr wahrscheinlich klar werden, dass ihr Freund nie mehr wieder kommt.

Wird die Katze zum Beispiel beim Tierarzt eingeschläfert, kann die andere Katze nicht verstehen, wo sie ab geblieben ist. Sie wird noch sehr lange denken, dass sie zurückkommt. Sie sucht und ruft kläglich nach ihrem Freund, sie vermisst ihn.

Es wird davon abgeraten, eine eingeschläferte Katze zum Abschied vom Tierarzt mit nach Hause zu nehmen. Das tote Tier riecht nach Tierarztpraxis. Der Geruch dürfte sich in das Gehirn deiner Katze einbrennen und sie verbindet den Tierarztgeruch mit dem Verlust ihres Freundes.

Zusätzlich kann es nicht schaden, Gegenstände, die die verstorbene Katze oft benutzt hat, gründlich zu reinigen oder ganz zu entsorgen. Dadurch verschwindet ihr Geruch schneller aus der Wohnung und das verbliebene Tier kriegt mit, dass es sich nicht lohnt, nach der Katze zu suchen, weil sie sie nicht mehr riecht.

Routinen beibehalten

Katzen sind und bleiben Gewohnheitstiere. Der Tod eines geliebten Mitbewohners stellt auch für deine Katze so einiges auf den Kopf. Ihr Leben ist einfach nicht mehr so wie vorher. Nach dem Tod fällt es oft schwer, einfach weiter zu machen. Dabei ist es genau das, was am wichtigsten ist.

Du solltest den Tagesablauf deiner Katze so gut es geht beibehalten. Ihr Futter bekommt sie weiterhin zu den gewohnten Zeiten, die Toilette wird wie üblich gereinigt und die Spiel- und Kuschelzeiten sollten ebenfalls beibehalten werden. Dadurch lernt deine Katze, dass das Leben weiter geht. Das bietet ihr Konstanz, Struktur und Sicherheit.

Vor allem in den ersten Tagen nach dem Verlust sorgst du dich wahrscheinlich sehr um deine Katze, während du selbst ja auch noch mit deiner eigenen Trauer umgehen musst. Du solltest deine Katze nicht überbehüten, sondern, wie gesagt, so viel Normalität wie möglich an den Tag legen.

Dazu gehört auch, dass du deine Katze nicht trösten darfst. Das klingt jetzt wahrscheinlich sinnlos und gemein, ist aber nur zu ihrem Besten. Wenn du deine Katze tröstest, schenkst du ihr viel mehr Aufmerksamkeit als du sonst tun würdest. Deine Katze wird das wohl als Lob interpretieren. Sie denkt dann, dass das trauernde Verhalten erwünscht ist, da sie ja dafür belohnt wird. Folglich behält sie das Verhalten bei, und das ist ja nicht im Sinne des Erfinders.

Stress vermeiden

Der Verlust stellt eine große Veränderung im Leben deiner Katze dar, selbst wenn du dich ihr gegenüber so verhältst, als wäre nichts gewesen. Deine Katze kriegt schon ganz klar mit, dass irgendetwas anders ist. Das erzeugt automatisch Stress, und den kann sie in dieser Phase nun wirklich nicht gebrauchen.

Daher solltest du nach Möglichkeit unnötigen Stress vermeiden. Viele Katzen reagieren recht heftig auf Veränderungen in ihrem Umfeld. Neue Möbel werden nicht selten mal mit einem Protestschiss auf dem Boden begrüßt. Was für dich ganz normal oder sogar schön ist, stresst deine Mieze unheimlich.

Veränderungen im direkten Umfeld deiner Katze sollten vermieden werden, wenn es irgendwie möglich ist. Dann muss der neue Tisch eben noch einen Monat warten. Klar, wenn du gerade einen Umzug geplant hast, lässt ich der wohl eher schwierig verschieben, aber was verschoben werden kann, sollte verschoben werden, sofern es sich dabei nicht um Möbel handelt.

Gemeinsam Zeit verbringen

Dieser Ratschlag beißt sich etwas mit dem vorherigen. Es geht darum, dass du deiner Katze zeigst, dass alles in Ordnung ist und du für sie da bist. Das kannst du tun, indem du dich besonders gut um sie kümmerst und mit ihr spielst. Du darfst dich deiner Katze nur nicht aufzwingen.

Deine Katze gibt das Tempo vor. Wenn sie nicht spielen möchte, dann möchte sie nicht spielen. Sicherlich kannst du immer wieder versuchen, sie dazu zu animieren. Das ist sogar eine gute Sache. Nur wenn sie eben nicht will, dann will sie nicht. Stresse sie nicht zu sehr mit Spielzeug, wenn sie keine Lust darauf hat.

Obgleich sich für deine Katze nicht viel ändern sollte, wird sie wahrscheinlich mehr Aufmerksamkeit brauchen. Lass es auch hier ruhig angehen. Wenn sich deine Katze lieber verkriecht, um alleine zu trauern, solltest du sie nicht aus ihrem Versteck holen. Wenn sie jedoch von sich aus zu dir kommt, soll sie die Aufmerksamkeit bekommen, die sie braucht. Sie wird dann ausgiebig geflauscht und Fellpflege ist auch immer hoch im Kurs.

Im Grunde genommen kommt es auf dein Gefühl an. Lass deine Katze Katze sein, versuche, sie zu animieren, aber übertreib es nicht. Wenn sie mehr Zeit mit dir verbringen möchte, dann soll sie die auch bekommen, aber eben nur, wenn sie möchte.

Wann eine neue Katze anschaffen?

Wenn eine geliebte Katze stirbt, ist die Trauer natürlich groß. Das gilt für dich und auch die anderen Katzen. Da liegt der Gedanke nahe, der traurigen Bande frisches Leben einzuhauchen, indem die frei gewordene Stelle im Katzenhaushalt neu besetzt wird.

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Von einer schnellen „Ersatzkatze“ ist allerdings abzuraten. Der Tod der einen Katze hat eine Leere hinterlassen, die leider nicht so leicht gefüllt werden kann. Du bist die Person, die rational damit umgehen kann. Du weißt selbst am besten, wann du bereit bist, eine neue Katze in deine Familie aufzunehmen.

Das kann man von deiner anderen Katze allerdings nicht behaupten. Du kannst nicht wissen, wie sehr sie unter dem Verlust leidet. Selbst wenn du sorgfältig die Spuren des verstorbenen Tieres beseitigst, indem du den Kratzbaum gründlich reinigst, ihre Kuscheldecken etc. entsorgst, bleibt der Geruch der Katze noch eine ganze Weile präsent, zumindest für feine Katzennasen.

Eine fremde Katze wird womöglich als Bedrohung angesehen. Sofern die Gerüche noch da sind und die Trauer nicht überwunden ist, ist es nicht sonderlich wahrscheinlich, dass eine neue Katze mit offenen Armen empfangen wird. Zusammenführungen von Katzen sind für alle Beteiligten sowieso schon mit enormem Stress verbunden. Genau das ist es, was deine noch trauernde Katze mit Sicherheit als letztes braucht.

Du kannst darüber nachdenken, sobald sich deine Katze wieder normal verhält. Bedenke jedoch, dass normales Verhalten nicht automatisch bedeutet, dass sie den Schmerz schon vollkommen überwunden haben muss. Du solltest ihr daher ein paar Monate Zeit lassen. Nach drei bis sechs Monaten ist deine Katze möglicherweise wieder bereit, eine neue Freundschaft zu schließen.

Es kann auch sein, dass eine neue Katze eine ziemlich blöde Idee ist. Eingangs haben wir erwähnt, dass es Katzen gibt, die sich über den Tod des anderen Tieres zu freuen scheinen. Wenn du das Gefühl hast, dass die noch lebende Katze aufblüht und glücklicher wird, konnte sie die andere Katze wahrscheinlich einfach nicht leiden. Vielleicht ist sie auch ein Opfer von Mobbing unter Katzen gewesen.

Sollte deine Katze in diesem Fall so vital bleiben, ist sie vermutlich einfach lieber alleine unterwegs. Gerade reine Wohnungskatzen langweilen sich oft, wenn sie alleine sind, aber es gibt eben auch Ausnahmen. Unsere Ginny ist so ein Fall. Sie toleriert die anderen beiden Miezis, Freunde fürs Leben werden sie aber nicht mehr. Sie ist nun mal eine geborene Einzelgängerin und Menschenkatze.

Katze eines Verstorbenen aufnehmen

Nun gibt es noch den Fall, dass ein Katzenhalter verstirbt und die Katze alleine zurücklässt. So ist es unserer Ginny ergangen. Ihr Halter, ein älterer Mann, ist an einem zweiten Weihnachtstag verstorben. Zu diesem Zeitpunkt war sie etwas älter als ein halbes Jahr. Die Angehörigen hatten jedoch bereits vier Katzen und konnten sie nicht dauerhaft bei sich aufnehmen. Glücklicherweise suchten wir gerade nach einem Spielgefährten für Jack. Die Familie hat sich auf unser Gesuch gemeldet und die Kleine letzten Endes in unsere Obhut übergeben.

Der Tod der wichtigsten Bezugsperson ist für die meisten Katzen noch schwieriger zu verarbeiten als der Tod eines tierischen Mitbewohners. Katzen können sehr enge Bindungen zu ihren Menschen aufbauen. Als Katzenhalter bist du so etwas wie die große Katzenmama. Als solche wirst du auch angesehen. Wie eingangs erwähnt, sagen Katzen nur zu ihrer Mutter und zum Menschen Miau.

Deine Katze weiß, dass du sich um sie kümmerst, für sie da bist, mit ihr spielst, schmust und sie rundum versorgst. Das gibt ihr Sicherheit, Schutz und Geborgenheit. Wenn deine Katze eines Morgens nichts von dir hört und sie dich auch nicht dazu bringen kann, in irgendeiner Weise auf sie zu reagieren, ist das ein gewaltiger Schock für sie.

Danach wird alles erstmal nur noch schlimmer. Deine Katze steht unter Schock und weiß gar nicht richtig, was denn gerade los ist. Dann tauchen etliche aufgeregte und verstörte Menschen auf, was die Katze unglaublich stresst. Als wäre das noch nicht genug, wird sie dann auch noch in ihren Transportkorb verfrachtet und in eine fremde Umgebung transportiert.

Solltest du in die Situation geraten, die Katze eines Verstorbenen bei dir aufzunehmen, solltest du diese Umstände unbedingt berücksichtigen. Eine erwachsene Katze aufzunehmen ist generell nicht immer ganz einfach, da sie sich erst einmal an alles gewöhnen muss. Vertraute Gerüche und Geräusche sind weg, ihre Bezugsperson ebenfalls und das Revier sieht komplett anders aus als sie es kennt.

Kommt dann auch noch dieser enorme Stress dazu, ist es sicher verständlich, wenn die Süße gereizt ist und sich verängstigt irgendwo verkriecht. Es dauert seine Zeit, bis sie sich beruhigt hat und erste Kontaktversuche wagt. Zumindest ist das der Regelfall. Unsere Ginny hat sich sehr schnell eingelebt und uns sofort akzeptiert. Das kann aber auch daran liegen, dass sie eben erst ein halbes Jahr alt war.

Die Interims-Halter haben uns auch ihren vertrauten Napf und etwas von ihrem gewohnten Futter mitgebracht, damit sie sich leichter einleben kann. Wenn du so ein Notfellchen bei dir aufnimmst, solltest du dich bemühen, die persönlichen Gegenstände der Katze zu bekommen, wie ihre Lieblingsdecken, Körbchen, Toilette, Spielzeuge oder den Kratzbaum.

Alles, was vertraut ist, gibt der Fellnase Sicherheit. Es kann auch nicht schaden, etwas getragene Kleidung des Verstorbenen mitzunehmen, damit sie den vertrauten Geruch noch etwas in der Nase haben kann. Dann brauchst du nur noch Liebe und Geduld. Solange die Katze etwas frisst und ihre Verdauung funktioniert, sollte erst einmal alles soweit okay sein. Bis sie Vertrauen fasst und sich an die neue Situation gewöhnt, kann es eben etwas dauern.

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Carsten
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