Ist meine Katze glücklich?

Sicherlich möchtest du wissen, ob deine Katze bei dir glücklich ist. Leider kannst du sie nicht einfach fragen. Das Verhalten und die Körpersprache deiner Katze geben dir darüber Auskunft. Hier erklären wir dir, woran du eine glückliche Katze erkennst und was du tun kannst, wenn sie unglücklich wirkt.

Daran erkennst du, dass deine Katze glücklich ist

Katzen sind dem Menschen sehr ähnlich. Das betrifft auch ihre Ausdrucksweise. Jeder Mensch zeigt auf seine eigene Art und Weise, dass er sich freut oder glücklich ist. Ein Mensch freut sich extrovertiert, ein anderer freut sich quasi in sich hinein. Wenn eine Fußballmannschaft ein wichtiges Spiel gewinnt gibt es ja auch die Spieler, die sich hinsetzen oder langsam in die Kabine trotten und die, die plötzlich die berühmte zweite Luft bekommen und noch fünf Runden rund um den Platz hüpfen.

Beide Spielertypen freuen sich über den Sieg und sind glücklich, sie zeigen es nur anders. Bei Katzen ist das ähnlich, sie sind auch Persönlichkeiten mit unterschiedlichen Eigenschaften. Nachfolgend möchten wir dir erklären, wie Katzen zeigen, dass sie glücklich sind. Sollte nicht alles auf deine Katze zutreffen, muss sie nicht automatisch unglücklich sein. Wachsam solltest du aber in jedem Fall sein, wenn sich das Verhalten deiner Katze ändert, denn dann passt ihr irgendetwas nicht oder es ist ein Anzeichen für eine Krankheit.

Anpatschen

Wenn deine Katze dich mag, möchte sie häufig deine Aufmerksamkeit auf sich lenken. Viele Katzen machen das, indem sie Herrchen oder Frauchen anpatschen. Jack ist da besonders gut drin. Wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme und mich auf die Couch setze, dauert es nicht lange und er hockt auf der Lehne neben mir, starrt mich an, greift an der Schulter nach meinem Shirt und zieht leicht daran.

Ginny macht das so ähnlich. Es kommt nicht selten vor, dass sie sich einrollt und die Pfoten nach uns ausstreckt und sie einem von uns auf die Beine legt. Beide gehen dabei vorsichtig vor. Vor allem bei Jack merkt man, dass er seine Krallen und seine Kraft bewusst nicht mit voller Energie einsetzt. Wenn deine Katze dich häufiger mal anpatscht, macht sie das nicht unbedingt, weil sie sich langweilt oder vernachlässigt fühlt. Sie kann auch einfach nur deine Aufmerksamkeit haben und Zeit mit dir verbringen wollen.

Fressverhalten

In der freien Natur sind Katzen entweder auf der Jagd oder auf der Hut. Beim Fressen muss es schnell gehen. Die Katze hat ihr Opfer erlegt und befindet sich möglicherweise an einem einsehbaren Ort. Damit sie keiner sieht und vor allem, damit ihr keiner ihre Beute streitig machen kann, wird diese mit großer Eile heruntergeschlungen.

Die meisten Hauskatzen fressen wie ihre wilden Artgenossen. Du brauchst dir daher keine Sorgen zu machen, wenn deine Katze ihren ganzen Napfinhalt herunterstürzt. Habe nur bitte ein Auge darauf, dass sich deine Katze nicht zu hektisch überfrisst und dir in die Wohnung kotzt. Sollte das häufiger vorkommen, wäre es gut, eine Mahlzeit auf zwei kleinere aufzuteilen.

Alles ist in Ordnung, solange deine Katze so viel frisst, wie sie soll. Wenn sie nicht gleich zuschlägt oder die Hälfte liegen lässt, kann das durchaus ein großes Vertrauenszeichen sein. Sie ist sicher, sie weiß, dass ihr niemand die Beute streitig macht. Es gibt demnach keinen Grund, alles auf einmal in sich zu stopfen und Magenschmerzen zu riskieren.

Unsere machen das auch so. Sie fressen nicht sofort alles auf. So ca. eine Stunde vor der nächsten Fütterung gehen sie nochmal zum Napf und futtern den Rest der letzten Mahlzeit. Sie haben sich sozusagen angewöhnt, eine Vorspeise zu sich zu nehmen.

Sorgen brauchst du dir erst zu machen, wenn deine Katze ständig viel von dem Futter übrig lässt, also weniger frisst, als sie sollte.

Gesprächigkeit

Katzen reden nicht verbal miteinander. Als Kitten miauen sie, wenn sie irgendetwas von ihrer Mutter möchten. Später verstummen Katzen meist, die Kommunikation erfolgt durch die Körpersprache, wenn man von Drohgebärden wie Fauchen einmal absieht.

Das Miau ist dem Menschen vorbehalten. Er ersetzt sozusagen die Mutter. Wenn dich deine Katze häufig anmaunzt, möchte sie dir irgendetwas mitteilen. Es ist zugleich ein Zeichen des Vertrauens, denn sie weiß, dass sie bei dir sicher ist. Sie weiß auch, dass keine Gefahr droht, ansonsten würde sie keine lauten Geräusche machen, die ihren Aufenthaltsort verraten könnten.

Achte beim Miauen darauf, ob deine Katze dir wirklich etwas zeigen möchte. Miaut deine Katze und dreht dabei ihren Kopf hin und her, möchte sie dich wohl auffordern, ihr zu folgen. Meist geht sie dann voran und schaut, ob du auch hinter ihr herkommst. Dann geht sie meist an die Stelle, mit der ihrer Meinung nach etwas nicht stimmt und es ist deine Aufgabe, herauszufinden, was genau das sein könnte.

Köpfchen geben

Wenn deine Katze glücklich ist, gibt sie dir Köpfchen. Sie geht auf dich zu und stupst ihren Kopf an deinen. Tatsächlich ist der Kopf dabei wichtig. Wenn unsere das tun, dann suchen sie gezielt den Kopf. Jack ist dabei manchmal so übermütig, dass wir eine Wette laufen haben, wer von uns beiden zuerst mit einer gebrochenen Nase ins Krankenhaus und die Entstehungsgeschichte den Ärzten glaubwürdig erzählen muss.

Befreundete Katzen in freier Wildbahn begrüßen sich auch oft durch Köpfchen geben. Prinzipiell ist es ein gutes Zeichen, wenn sich deine Katze an dir reibt. Kleiner Tipp am Rande: Wenn du auf Englisch kommunizierst und erwähnst, dass dir deine Katze Köpfchen gegeben hat, sagst du etwas wie „she gave me a headbutt“. Als ich einmal unwissenderweise „she was giving head“ gesagt habe, fanden das alle unglaublich witzig.

Körperhaltung

Ob deine Katze gerade glücklich oder gestresst ist, kannst du ganz einfach an ihrer Körperhaltung ablesen. Eine zufriedene Mieze bewegt sich ganz ruhig. Sie schreitet stolz vor sich hin, der Kopf ist gehoben und der Schwanz in die Höhe gestreckt. Sehr gut ist auch, wenn die Schwanzspitze leicht herunterhängt, sodass der Schwanz wie ein Fragzeichen aussieht.

Das Fell der Katze ist zudem glatt und glänzend. Ist das Fell gesträubt, solltest du die Katze in Ruhe lassen. Im Stand ändert sich die Körperhaltung nicht, der Kopf bleibt oben und der Schwanz ebenfalls. Katzen setzen sich auch sehr gerne einfach nur hin. Wenn sie durch die Gegend guckt und den Schwanz um die Pfötchen gewickelt hat, zeugt das von großer innerer Gelassenheit.

Liebesbiss

Der Liebesbiss wird leider oft missverstanden. Du weißt bestimmt, dass Katzen eine gute Kontrolle über ihre Beißkraft haben. Ansonsten wäre es auch viel zu gefährlich, wenn Katzeneltern ihren Kindern in den Nacken beißen, um sie mit den Zähnen zu packen und irgendwo hinzubringen.

Ähnlich funktioniert der sogenannte Liebesbiss. Wenn Katze und Kater „Liebe machen“, beißt der Kater der Katze in den Nacken, um sie festzuhalten, bis er mit seinem mit Widerhaken gespickten Lümmel die Begattung vollzogen hat.

Auch beim Menschen setzen Katzen häufiger mal zum Liebesbiss an. Die Katze sucht sich eine Stelle an einem Arm oder Bein und beißt rein. Das fühlt sich etwas unangenehm an, aber die Mieze weiß genau, wann der Biss fest genug ist und nicht unter die Haut geht.

Selbst wenn deine Katze es gut meint, solltest du das bereits im Ansatz unterbinden. Im Grunde geht es bei einer Katze noch, da sie dich festhält wie eines ihrer Kinder. Passt sie aber mal nicht auf oder erschreckt sich, kannst du dir einen richtig üblen Katzenbiss zuziehen.

Noch wichtiger ist es, deinem Kater das zu verbieten, nicht nur wegen der Bissgefahr. Wenn dein Kater anfängt, es mit deinem Arm zu treiben, sieht das sehr witzig aus. Glaub mir, ich habe das erlebt und denke mir das nicht aus. Allerdings ist das auch ein Dominanzgebaren. Er hat die Kontrolle und möchte dich unterwerfen. Das solltest du ihm nicht durchgehen lassen.

Was du hingegen unbedingt zulassen solltest ist, dass deine Katze dich putzen darf. Leckt sie dich ab, so ist das ein eindeutiger Liebesbeweis. Du solltest sie nur ein wenig zur Seite schieben, wenn sie „falsche“ Stellen putzt. Ginny liebt es zum Beispiel, an Augenlidern zu lecken. Das ist zwar gut gemeint, aber dann doch eher etwas unangenehm.

Neugier

Neugier ist immer ein gutes Zeichen. Katzen sind von sich aus neugierig. Mir persönlich ist keine Katze bekannt, der alles Neue am Böppes vorbei geht. Unsere drei Schätzchen sind auch so drauf. Sobald zum Beispiel ein Paket in die Wohnung kommt, lassen die alles stehen und liegen und konzentrieren sich voll und ganz auf das Päckchen.

Natürlich gibt es auch Katzen, die eher scheu und skeptisch sind. Ist deine Katze schon immer so gewesen, dann ist das eben eine besondere Eigenart von ihr. Schlimmer ist es, wenn sie irgendwann die Neugierde verliert, dann könnte es sein, dass es ihr tatsächlich nicht sonderlich gut geht.

Schlaf- und Liegepositionen

Wie man sich bettet, so liegt man. Diesen altbekannten Spruch kannst du auf das Glücksniveau deiner Katze anwenden. Es gibt natürlich Katzen, die allein aus Prinzip immer nur in ihrer geschützten Kuschelhöhle schlafen. Aber die allermeisten Katzen haben kein Problem damit, irgendwo zu schlafen oder sich entspannt hinzulegen.

Je näher sich deine Katze zu dir legt, desto mehr vertraut sie dir. Noch besser ist es, wenn sie sich zum Beispiel auf deinem Schoß einrollt und genüsslich vor sich hin schnurrt. Wenn sie dann noch auf dir einschläft, hast du es in den Katzenolymp geschafft.

Generell gilt, je ungeschützter eine Katze schläft oder ruht, desto größer ist das Vertrauen, dass ihr nichts passiert, wenn sie schläft. Sie muss sich nicht verstecken, sondern legt sich einfach an den Ort, der für sie gerade am gemütlichsten aussieht.

Wenn sich deine Katze auf den Rücken legt und samt Schwanz alle Fünfe von sich streckt, verleiht sie dir damit quasi den goldenen Napf des Glückes. Der Bauch ist die angreifbarste Stelle des Körpers. Streckt sie ihr verletzbares Bäuchlein gen Himmel, fühlt sie sich wirklich rundum wohl.

Auch wenn es zu verlockend ist, sei vorsichtig, wenn du ihren Bauch anfasst. Der Bauch ist nämlich auch die einzige Körperstelle, welche sie gleichzeitig mit den Zähnen und allen vier Pfoten samt Krallen verteidigen kann. Schreckst du sie aus dem Schlaf auf, kann das sehr schmerzhafte Konsequenzen für dich haben.

Schnurren

Eine glückliche Katze schnurrt. Schnurren ist stets ein Zeichen der Wohligkeit. Wenn sich deine Katze bei dir einrollt und schnurrt, ist alles in bester Ordnung, sie ist glücklich und entspannt.

Achtsam solltest du allerdings sein, wenn sich das übliche Schnurrverhalten deiner Katze plötzlich verändert. Das Schnurren zeigt nicht nur Entspannung an, es kann auch bedeuten, dass deine Katze versucht, sich zu beruhigen, weil sie beispielsweise Schmerzen haben könnte.

Spielen

Eine zufriedene Katze spielt sehr gerne. Sie ist dabei voll bei der Sache und absolut unbeschwert. Man kann ihr ansehen, dass sie Spaß hat. Das gilt nicht nur für Spiele mit dir, sondern allgemein. Sie spielt auch viel mit ihrem Spielzeug, jagt Bälle oder Schnipsel hin und her und ist schlichtweg sehr aktiv.

Sie hat ja auch Zeit und Ruhe dafür. Sie weiß genau, dass sie sich nicht um ihr Futter sorgen muss und, dass in ihrem Revier keine Gefahren auf sie lauern.

Treteln

Hast du schon mal beobachtet, dass deine Katze tretelt? Treteln bezeichnet den Milchtritt. Wenn ein Kitten Milch von seiner Mutter trinken möchte, tretelt es abwechselnd mit der linken und der rechten Pfote am Bauch, um den Milchfluss anzuregen. Dabei geht es ganz vorsichtig vor, meistens spreizt es dabei auch seine Zehen.

Wenn deine Katze das bei dir macht, ist sie rundum glücklich. Einen größeren Vertrauensbeweis kann deine Katze dir kaum geben. Sie fühlt sich so sicher und geborgen wie sie sich als Kitten bei ihrer Mama gefühlt hat. Üblicherweise wird dabei auch noch ordentlich geschnurrt.

Was mache ich, wenn meine Katze unglücklich ist?

Wir möchten erneut darauf hinweisen, dass deine Katze nicht automatisch unglücklich ist, wenn nicht alle erwähnten Anzeichen der Glückseligkeit vorhanden sind. Trifft auf deine Katze aber kaum etwas zu, solltest du dir Gedanken machen.

Zunächst machst du das, was du immer machst, wenn mit deiner Katze etwas nicht stimmt, nämlich den Tierarzt aufsuchen. Dieser kann deiner Katze natürlich kein Glücksmessgerät in den Bürzel stecken, um einen bestimmten Glückswert zu bestimmen.

Er kann deine Katze aber gründlich untersuchen und auch Blut sowie Ausscheidungen im Labor analysieren lassen. So kannst du wenigstens erfahren, ob eine Krankheit vorliegt. Möglicherweise ernährst du deine Katze ja auch unwissenderweise falsch, weil ihr Stoffwechsel nicht so funktioniert, wie er es tun sollte.

Wenn keine körperliche Erkrankung aufzuspüren ist, liegt das Problem vielleicht in deiner Wohnung. Gehe im Kopf mal die wichtigsten Dinge durch. Hat deine Katze genug Platz, Rückzugsorte, Kratzmöglichkeiten und ähnliches? Verbringst du genug Zeit mit deiner Katze? Schmeckt ihr das Futter oder scheint sie es runter zu würgen? Hast du das Revier verändert, bevor dir aufgefallen ist, dass sie nicht glücklich zu sein scheint? Hast du Alltagssachen geändert, wie zum Beispiel ein anderes Streu benutzt?

Jedes Problem lässt sich lösen. Wenn du eine kleine Wohnung hast, in der nicht genug Platz für einen riesigen Kratzbaum ist, kannst du ja in die Höhe bauen und Kratzbretter etc. an die Wand schrauben. Vielleicht vernachlässigst du deine Katze auch, ohne es zu wissen. Wenn du zum Beispiel einen Vollzeitjob und noch einen etwas längeren Arbeitsweg hast, ist deine Katze jeden Werktag stundenlang alleine.

Selbst wenn du den ganzen Abend mit deiner Katze verbringst, bist du doch vielleicht vier Stunden für sie da, dann legst du dich schlafen und lässt sie den Morgen danach wieder alleine. Sie langweilt sich tierisch, egal wie viel Spielzeug du ihr hinlegst. Du solltest ernsthaft darüber nachdenken, dir eine zweite Katze zuzulegen.

Wenn wirklich alles nichts hilft, kannst du immer noch zum Tierpsychologen gehen. Wir schreiben hier bewusst „du“, weil du deine Katze dort nicht einmal pro Woche für eine Stunde abgeben und erwarten kannst, dass sich etwas bessert. Du arbeitest mit dem Therapeuten und deiner Katze zusammen, denn meistens ist es schlicht ein Kommunikationsproblem. Gemeinsam mit dem Therapeuten identifiziert ihr eure Probleme und arbeitet daran, sie zu beheben.