Die erste Katze

Bild: Christine Numrich

Du hast noch keine Katze und überlegst, ob du dir eine zulegen möchtest? Oder bist du mehr oder weniger Katzenpapa oder -mama geworden, weil ein Notfellchen zwingend ein neues Zuhause brauchte? Dann bist du an dieser Stelle genau richtig, denn hier erfährst du, was du als Katzenmama oder -papa wissen solltest.

Lege ich mir eine Katze zu, ja oder nein?

Eine Katze im Haushalt kann das Leben ganz schön verändern. Das kannst du mir ruhig glauben, denn meine Frau und ich haben selbst drei Katzen, der Kater, Jack, ist als erster bei uns eingezogen. Damals war er noch ein Kitten, welches gerade frisch entwöhnt war und abgegeben werden konnte. Später kam Ginny und zuletzt Cloé hinzu. Hier beantworten wir hoffentlich alle deine Frage zum Thema „meine erste Katze“.

Was kosten Anschaffung und Unterhalt einer Katze?

Eine Frage, die du dir stellen solltest ist, ob du dir eine Katze leisten kannst. Eine Katze ist kein teures Haustier, wenn du nicht gerade auf eine bestimmte Rassekatze vom Züchter aus bist. Aus privater Hand gibt es Katzen für wenig Geld. Jack haben wir beispielsweise über Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Die Katze einer gut situierten Familie war schwanger und hat mehrere Kitten zur Welt gebracht. Da die Familie bereits mehrere Katzen hatte, konnten Sie einfach nicht alle behalten.

Ihn haben wir für 50 Euro bekommen. Das Geld deckte die entstandenen Kosten ab für Streu, Futter und vor allem die Gesundheitschecks und Impfungen. Die anderen beiden sind kostenfrei bei uns eingezogen.

Die Anschaffungskosten sollten aber nicht das Problem sein. Vielmehr geht es um die laufenden Kosten, denn das Tier möchte ja gefüttert werden und muss gelegentlich auch mal zum Arzt. Die reinen Unterhaltskosten ohne Arztbesuche liegen bei rund 30 Euro im Monat, also einem Euro pro Tag. Darin enthalten sind zwei Tütchen Nassfutter, eine Hand voll Trockenfutter und ein paar Cent fürs Streu. Je nach Marke und Verbrauch können weitere Kosten anfallen, aber hier sprechen wir von wenigen Euro im Monat.

Alles in allem bist du mit 30 bis 40 Euro pro Monat locker dabei und hast noch etwas Geld für Leckerchen über. Zusätzlich solltest du noch etwas Geld für Arztbesuche zurücklegen. Diese sind nämlich nicht im Leistungsumfang deiner Krankenversicherung enthalten, sodass du, wenn du nicht eine spezielle Katzenkrankenversicherung abschließt, alles aus eigener Tasche bezahlen musst.

Je nach Art und Schwere der Erkrankung oder Verletzung kommst du mal mit einer Rechnung von weniger als einhundert Euro aus der Praxis oder du musst mehrere hundert Euro berappen. Für Operationen zahlst du schnell mehr als eintausend Euro. Wenn du das nicht gerade in deiner Portokasse hast, solltest du pro Monat mindestens 20 Euro zurücklegen.

Mit weiteren Kosten musst du nicht rechnen, abgesehen davon, dass deine Katze sicher dafür sorgt, dass deine Polstermöbel früher ausgetauscht werden müssen als normalerweise. Anders als für einen Hund, brauchst du keine zusätzliche Haftpflichtversicherung. Schäden, die deine Katze Dritten zufügt, sind normalerweise mit deiner privaten Haftpflichtversicherung versichert – im Zweifel frag bei deiner Versicherung nochmal genau im Vertrag nach.

Das gilt auch, wenn deine Katze FreigängerIn sein sollte. Selbst wenn deine Katze unbeaufsichtigt spontan auf die Straße rennt, wo ein tierfreundlicher Autofahrer noch gerade so ausweichen kann, dabei eine alte Frau vom Fahrrad stößt und mehrere geparkte Autos beschädigt, übernimmt deine Privathaftpflicht die Haftung für die Schäden bis zur vereinbarten Deckungssumme.

Bin ich wirklich als Katzenhalter geeignet?

Stell dir bitte eine grundlegende Frage. Was hältst du von dem Gedanken, mit einem Kleinkind zusammenzuleben? Ich meine jetzt kein Kleinkind das dauernd kreischt und wie wild herumrennt, sondern eher einen kleinen Mitbewohner, der von dir abhängig ist, dich manchmal nervt, aber auch oft gemütlich kuscheln kommt. Wenn dich dieser Gedanke grundlegend abschreckt, bist du wohl kein Katzentyp und ein Hund kommt für dich sowieso nicht infrage.

Katzen sind tatsächlich wie Kleinkinder, nur etwas selbstständiger. Deine Katze ist immer da und vor allem hat sie ihren eigenen Kopf. Wie bei einem Kleinkind, welchem langweilig wird, hat auch die Katze genug Zeit, sich jede Menge Blödsinn auszudenken, was zugegebenermaßen oftmals auch äußerst unterhaltsam ist.

Um die schönen Seiten brauchst du dich sicher nicht zu kümmern, denn wenn sich die Katze an dich gewöhnt hat, bist du ihr Bezugsmensch, der sie füttert, die Toilette reinigt und stets frisches Wasser gibt. Im Gegenzug bedankt sie sich bei dir, schnurrt, rollt sich bei dir ein und freut sich, wenn du nach Hause kommst. Wenn sich deine Katze bei dir wohlfühlt, bekommst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit mindestens so viel Liebe zurück, wie du ihr gegeben hast.

Damit ihr friedlich zusammen leben könnt, musst du dich auch der Katze anpassen. Wenn deine Katze deine Wohnung betritt, betritt sie damit auch ihr Territorium und du darfst dich als ein Sympathisant darin aufhalten. Wenn du viele Pflanzen hast, wird sich das sicher bald ändern. Zunächst musst du schauen, welche deiner Pflanzen für Katzen giftig sind. Die müssen raus.

Wir hatten damals recht viele Pflanzen, aber jetzt, wo wir drei Katzen haben, besteht mindestens die Hälfte der Wohnungsbotanik aus Kräuterpflanzen auf vollen Fensterbrettern, auf die die Katzen nicht kommen, und Kakteen, die sie aus vermutlich offensichtlichen Gründen in Ruhe lassen. Schnittblumen kommen über Nacht ins abgeschlossene Badezimmer. Tun wir das nicht, finden wir regelmäßig morgens abgebissene Blüten und unschuldig guckende Katzen vor.

Auch von zerbrechlichen Gegenständen, die offen herumstehen, solltest du dich verabschieden bzw. sie an einem sicheren Ort aufstellen. Auch geübte Springer verfehlen mal ihr Ziel oder schießen darüber hinaus. Ihren Schwanz benötigen Katzen nicht nur zum Kommunizieren, sondern auch, um ihr Gleichgewicht zu halten. Weitere Kontrolle haben sie über ihren Schwanz allerdings nicht. Ein Sektglas an der Tischkante interessiert den Schwanz nicht, wenn sie mit ihm wedelt. Scherben sind da beinahe vorprogrammiert, auch bei der sanftesten Katze.

Darüber hinaus solltest du deine Fenster vergittern, damit die Katze nicht versehentlich aus dem Fenster fällt oder eigenmächtig auf Erkundungstour geht. Vergittern ist ein hartes Wort, es reicht, wenn du außen einen Rahmen vors Fenster schraubst, über den du ein Katzennetz gespannt hast, das wirkt dann nicht mehr ganz so wie ein Gefängnis. Aber hey, es wäre immerhin ein Gefängnis mit Miezekatze, das gleiche Vieles wieder aus.

Auf Kipp stellen solltest du deine Fenster nicht mehr, zu groß ist die Gefahr, dass die Katze versucht, hinauszukommen und sich einen Beckenbruch einzieht oder ihren Bauch so einquetscht, dass sie keine Luft mehr bekommt und erstickt. Aber auch dafür gibt es spezielle Gitter, die du einhängen kannst, wenn du auf Kipp lüften möchtest.

Natürlich musst du deine Katze auch dreimal am Tag füttern und täglich Wasser austauschen und die Toilette reinigen. Aber das war dir sicherlich bereits in dem Moment klar, als du angefangen hast, über eine eigene Samtpfote nachzudenken. Wenn du von Anfang an einen festen Fütterungsplan einführst, wird sich der Biorhythmus der Katze daran anpassen.

Wenn es mal Abweichungen gibt, sieht deine Katze dir das sicher nach, aber wenn du immer nach Belieben fütterst, dürfte sie dir schon zeigen, dass ihr das nicht passt. Im besten Fall bettelt sie einfach den ganzen Tag, was zwar echt süß ist, einem aber mit der Zeit auch gehörig auf den Geist gehen kann.

Solltest du bei all diesen Punkten mindestens mit einem „dann ist das halt so“ reagiert haben, ist die Bahn frei, dann bist du wahrscheinlich ein Katzenmensch. Du musst nur in dich gehen und dir ganz sicher sein, dass du es auch schaffst und wirklich willst. Anders als ein Kind kannst du eine Katze zwar einfach weggeben, wenn du dich nicht mit ihr anfreunden kannst oder sie einfach nicht mehr willst. Das solltest du jedoch zum Wohle des Tieres niemals tun, es sei denn, du stellst fest, dass du spontan eine Katzenhaarallergie entwickelt hast, die nicht therapierbar ist. Die Katze hat sich auch an dich gewöhnt und liebt dich, auch wenn sie es vielleicht nicht immer zeigt. Ein Abschied in ein neues Heim tut ihr sehr weh, daher sei dir bitte wirklich sicher.

Du bist dir sicher? Dann herzlichen Glückwunsch und viel Spaß mit deiner baldigen Katze. Wir wünschen euch beiden von ganzem Herzen ein glückliches Familienleben.

Vorbereitung und Einzug des neuen Kätzchens

An dieser Stelle möchten wir ausführen, wie du dich auf dein neues Kitten vorbereiten kannst und wie die erste Zeit nach dem Einzug so abläuft. Genieße diese Zeit, denn sie kommt nicht wieder und sie werden ja so schnell erwachsen. Wenn du eine bereits erwachsene Katze hast, kannst du diesen Abschnitt überspringen. Den Einzug einer erwachsenen Katze behandeln wir im weiteren Verlaufe des Textes im Kapitel „Was mache ich, wenn eine erwachsene Katze einzieht?“ ein.

Vor dem Einzug solltest du alles vorbereiten. Was bedeutet das? Nun, zunächst brauchst du natürlich das passende Zubehör. Dazu gehören viele Tütchen Nassfutter für Kitten. Kittenfutter ist feiner gehäckselt als Futter für erwachsene Katzen, damit das Kätzchen es mit den kleinen Zähnchen besser essen kann. Außerdem sind Nährstoffe und Mineralien enthalten, die besonders gut und wichtig für Gesundheit und Wachstum des Fellbündels sind. Von Trockenfutter würden wir abraten. Die Bröckchen sind für das kleine Gebiss zu schwer zu kauen und entziehen dem Körper Wasser. Trockenfutter sollte es erst geben, wenn das Kleine etwas größer geworden ist.

Als Napf genügt ein ganz einfaches Modell aus Metall, wie es sie für etwa fünf Euro sogar in großen Supermärkten schon gibt. Der Katzennapf ist zwar unverhältnismäßig groß, aber nicht zu groß, so dass dein Kitten auch daraus problemlos fressen kann. Ein besonderer Kittennapf ist nicht erforderlich. Achte nur darauf, dass er rutschfest ist, vor allem, wenn du glatte Böden hast. Aber die meisten Näpfe haben eh einen abnehmbaren Gummirand.

Als Wassernapf reicht eine nicht zu hohe Schale aus dem Küchenschrank aus. Ansonsten nimmst du einfach einen günstigen Metallnapf, der in etwa die Höhe des Fressnapfes hat.

Nun fehlt noch ein Katzenklo. Hier gibt es von der einfachen Plastikwanne übers Wohnklo bis hin zum selbstreinigenden Palast so ziemlich alles. Als neuer Katzenhalter möchte man es dem Tierchen ja so schön wie möglich machen und ist geneigt, viel zu viel Geld auszugeben für etwas, das weder Mensch noch Katze braucht.

Jede Katze hat ihren eigenen Charakter. Wir haben es stets mit der klassischen Plastikwanne vom Tierhandel probiert und waren jedes Mal erfolgreich. Diese einfache Toilette wurde immer sofort angenommen. Solltest du merken, dass deine Katze sie quasi erst im letzten Moment benutzt oder nur, wenn sie unbeobachtet ist, kannst du die Toilette gegen ein Modell mit Aufsatz tauschen. Es gibt tatsächlich Katzen, denen es unangenehm ist, beim defäkieren gesehen zu werden.

Streu ist generell ein wichtiges Thema. Es muss nicht das absolute Luxusstreu sein. Lass dich nicht von der Werbung aufs Kreuz legen. Im Idealfall weißt du, welches Streu die Katze in ihren ersten Wochen bekommen hat. Dann ist sie das gewohnt und du kannst das gleiche oder ein ähnliches Katzenstreu kaufen. Kitten haben noch sehr sanfte und empfindliche Pfoten, weswegen du bei der Wahl vorsichtig sein solltest.

Die besten Erfahrungen haben wir mit feinkörnigem Streu gemacht. Für wenig Geld gibt es dieses Streu bei den meisten Discountern. Die Marken variieren aber es ist stets ein viereckiger Karton, keine Tüte oder Beutel. Kostenpunkt liegt bei ca. 3,70€ pro Packung. Mit einer einzigen Katze reicht ein Karton fast eine Woche.

Nun musst du aber auch noch deine Wohnung katzensicher machen. Zunächst solltest du versuchen, möglichst viele Lücken zu schließen. Kätzchen sind neugierig und untersuchen jeden kleinen Winkel. Schneller als du gucken kannst, können sie auf Tische und kleine Schränke springen. Cloé, unsere Jüngste Katze, war acht Wochen alt als wir sie bekamen. Drei Tage später hat sie alleine den Kratzbaum erklommen (ohne Leiter etc.). Nach fünf Tagen hat sie es geschafft, den Kleiderschrank über ein angelehntes Bügelbrett zu erklimmen und nach einer Woche hat sie es aus dem Stand auf den Schreibtisch geschafft.

Was du daher tun solltest ist, zerbrechliche Gegenstände sicher unterzubringen. Das Kitten ist noch ein wenig unkoordiniert und tapsig und muss alles erkunden. Dabei kann schon mal etwas zu Bruch gehen. Gefährlich wird’s, wenn dein Kätzchen den Spalt hinter einem Schrank erkunden möchte. Es besteht durchaus die Chance, dass es abrutscht und hinunterfällt. Im besten Fall steht dir eine Bergungsaktion bevor. Im schlimmsten Fall leidet dein Kitten, weil es sich verletzt hat, und zwar so lange, bis du es gefunden hast. Da ist es doch besser, größere Spalten mit einem einfachen Sperrholzbrett zu schließen, welches du auf den Schrank schraubst. Sehr scharfe Ecken und Kanten solltest du auch abrunden.

Das nächste Projekt ist der Kratzbaum. Den perfekten Kratzbaum kannst du dir natürlich selbst bauen, auch wenn das ein riesiger Aufwand ist. Hier empfehlen wir, genau wie bei der Katzensuche, zunächst private Kleinanzeigen. Unser Kratzbaum ist über einen Meter breit und zwei Meter hoch, mit zahlreichen Ebenen, einer Höhle und kräftigen Stämmen zum Kratzen. Im Laden würdest du für so einen Kratzbaum mindestens 300 Euro bezahlen. Wir haben ihn für ein Viertel des Ladenpreises bekommen. Die Vorbesitzer wollten ihrer Katze mit dem Baum etwas Gutes tun. Diese hat sich ein paarmal draufgesetzt und scheinbar entschieden, dass er ihrer nicht würdig ist. Glück für uns.

Generell richtet sich der Kratzbaum nach deinen Platzverhältnissen. Idealerweise hat er mindestens zwei bis drei Ebenen und eine Höhle zum Verkriechen und schlafen. Hängematten sind auch immer gerne gesehen. Hier hat Qualität tatsächlich ihren Preis. Nimm lieber etwas mehr Geld in die Hand und kaufe einen mittelgroßen Kratzbaum in amtlicher Qualität als einen riesigen Kratzbaum aus Presspappe und mit dünnen Balken. Den mittelgroßen Kratzbaum kannst du immer noch mit weiteren Ebenen vergrößern.

Das Billigmodell bricht irgendwann einfach zusammen. Auch hier spreche ich wieder aus Erfahrung. Wenn wir unsere auswärts lebenden Eltern besuchen fahren, tun wir das meist über mehrere Tage. Beide Eltern haben für solche Aufenthalte jeweils einen Billigkratzbaum vom Discounter, so Modelle mit einer Höhle, einer Säule und einer kleinen Ebene. Obwohl sie nur wenige Tage im Jahr benutzt werden, sind beide schon teils stark beschädigt. Den oben genannten werden wir demnächst austauschen. Mittlerweile ist er doch auch gut abgewetzt, aber wir haben ihn ja schon seit etwa neun Jahren mit mittlerweile drei Katzen. Das ist für einen Kratzbaum sicher ein stolzes Alter.

Wenn du damit durch bist, brauchst du eigentlich nur noch ein paar Kissen und Decken an passende Stellen zu legen, damit sich die Katze ihren Lieblingskuschelplatz aussuchen kann. Nun nimmst du dir für nach dem Einzug ein paar Tage frei, du wirst sie brauchen. Und erhol dich vor dem Einzug nochmal gut, denn die Tage und Nächte ab dem Einzug waren für uns extrem anstrengend. Zugleich waren es aber auch ein paar der besten Tage, die wir je haben durften.

Es ist soweit, das Kitten zieht ein, was soll ich tun?

Der große Tag ist gekommen: Das Herz schlägt höher, denn das kleine Kätzchen zieht ein. Doch was machst du am Anfang damit? Zunächst lass das Tierchen erstmal ankommen, es ist nämlich grad von Aliens entführt worden. Zumindest würdest du dich an seiner Stelle so fühlen. Das Kitten wurde seiner Familie entrissen, Mama, Papa und Geschwister sind nicht mehr da.

Es kommt in eine kleine Box und ab ins Auto, wo die vertrauten Gerüche fehlen und es laute Fahrgeräusche gibt. Dann sind da neue Menschen, unbekannte Gerüche, eine ganz neue Umgebung und vermutlich drückt mittlerweile auch die kleine Blase, vom Hunger mal ganz abgesehen. Und dann kommst du. Das Kätzchen ist jetzt schon überfordert, wenn du es gleich mit Knuddeleien und Hochheben und nach seinem Namen fragen strapazierst, meinst du es gut, aber das Fellbündel weiß dann überhaupt nicht mehr was Phase ist.

So haben wir es bei Jack auch gemacht. Der Impuls ihn durchzuflauschen war natürlich sehr stark, aber er sollte sich erstmal umschauen. Das hat er auch getan. Er ist aus dem Transportkorb gelaufen, hat sich einmal umgesehen und ist schnurstracks in den Flur zum Katzenklo getigert. Woher er sofort wusste wo das ist, fragen wir uns heute noch.

Anschließend hat er sich alles angeschaut und kam dann von sich aus zu uns und hat ausprobiert, ob seine Diener auch gut im Kraulen sind. Glücklicherweise konnten wir den kleinen Mann zufriedenstellen. Es kann natürlich auch anders laufen. Vielleicht ist das Kätzchen auch verängstigt und gestresst, sodass der Transportkorb der sicherste Ort überhaupt zu sein scheint.

Die Verlockung ist groß, es rauszuholen, um ihm seine neue Heimat und Familie zu zeigen. Aber versetz dich mal in die Lage der kleinen Katze. Du bist nach der Fahrt verängstigt, alles ist neu und auf einmal greifen zwei gigantische Hände nach dir, auf deren Handfläche dein ganzer Körper passt. Du wärst sicher wenig begeistert davon, die Menschen kennenzulernen, zu denen die Hände gehören und kriegst noch mehr Panik als du ohnehin schon hast.

In so einem Fall braucht die Katze Zeit. Sie wird schon rauskommen, spätestens, wenn sie Hunger hat. Sie muss sich zunächst entspannen. Dazu braucht sie ihre Ruhe. Vielleicht kannst du sie ja mit ein paar Leckerchen ködern. Frag die Vorbesitzer einfach, welche Leckerchen sie gewohnt ist. Wenn du ihr die gleichen anbietest, ist das ein erster Schritt in Richtung Vertrauen. Stell den Transportkorb einfach so auf, dass sie dich nicht direkt sehen kann. Hauptsache du siehst sie, wenn sie rauskommt.

Dann kannst du sie in Ruhe erkunden lassen. Sie wird auch zu dir kommen und sollte sich schnell anfassen lassen. Wenn Sie nur auf Toilette geht und sich wieder verkriecht, brauchst du lediglich etwas Geduld. Stell ihr Näpfe mit Fressen und Wasser in die Nähe des Korbs und warte. Sie ist wohl schlichtweg ein wenig schüchtern. Vermutlich strunzt sie spätestens in ein paar Stunden durch die Wohnung und macht sich mit allem vertraut.

Die erste Nacht wirst du mit Sicherheit nur sehr wenig Schlaf bekommen. Klein Jack hat uns ordentlich auf Trab gehalten. Er ist durch die Wohnung geflitzt und wir sind natürlich hinterher, allein schon um zu sehen, was ihn besonders fasziniert und welche Ecken vielleicht doch noch gefährlich sein könnten. Zwischendurch kam er immer wieder erschöpft an und hat sich bei uns eingerollt.

Die Neugier war aber zu groß, geschlafen hat er an dem Tag kaum und wenn die Katze nicht schlafen kann, darfst du selbstverständlich auch nicht schlafen (Meinung der Katze). Er hat sich als es spät wurde zwischen uns auf dem Bett rücklings gestreckt hingefläzt. Zwischendurch ist er immer wieder auf uns rumgelaufen. Immer wieder dachten wir, er wäre in seiner Höhle endlich eingeschlafen, wenn er da reingekrochen ist und keine Geräusche mehr von sich gegeben hat. Etliche Male haben wir so leise wie möglich das Licht ausgemacht und hörten kurz darauf ein Getapse, ein kleines Miau und spürten den Kater wieder ankommen.

Geschlafen haben wir vielleicht drei bis vier Stunden, dann stand der Kater wieder auf der Matte. Eines Morgens habe ich den Kleinen gespürt, aber nicht gesehen. Er ist einfach zwischen den Knöpfen in den Bettdeckenbezug geschlüpft und streckte dann ganz begeistert seinen Kopf unten heraus. Die nächsten Nächte verliefen ähnlich. Nach ein paar Tagen hat sich das aber gegeben und wir konnten unseren normalen Rhythmus wieder aufnehmen. Das war auch bitter nötig, denn der „Babyurlaub“ war zu Ende.

Wie gehe ich richtig mit dem Kitten um?

Katzen gelten als nicht lernfähig im Sinne von auf Kommandos hören. Wenn du ein kleines Katzenbaby hast ist das die beste Gelegenheit, das Verhalten deiner Katze zu beeinflussen. Bei uns ist es so, dass die Katzen nicht auf die Anrichte in der Küche springen dürfen. Auch ohne Katzen auf der Anrichte sind immer genug Katzenhaare im Essen. Wenn deine Katze auf eine bestimmte Fläche nicht rauf darf, musst du sie jedes Mal, wenn sie drauf hüpft runternehmen.

Am besten sagst du dabei mit bestimmender Stimme „Nein“. Du kannst auch die natürliche Wasserscheue von Katzen ausnutzen. Die meisten Katzen halten nicht viel von Wasser, außer es ist zum Trinken da. Du besorgst dir eine Spritzflasche, wie du sie von Pflanzen her kennst. Solche Spritzflaschen kriegst du in fast jedem Ein-Euro-Laden. Du füllst sie mit Wasser und immer, wenn die Katze die verbotene Zone betritt, spritzt du ihr ins Gesicht. Mit der Zeit wird das der Katze in der Regel zu blöd und sie springt nicht mehr auf die Anrichte, zumindest nicht, wenn sie weiß, dass du zu Hause bist.

Im April 2019 haben japanische Forscher in einer Studie bewiesen, dass Katzen ihren eigenen Namen verstehen. Verschiedene Katzen hatten ähnlich klingende Namen. Entsprach der gerufene Name exakt dem Namen einer der Katzen, reagierte sie und drehte den Kopf in die Richtung der Forscher. Natürlich klappte das nicht immer, denn ein Nebenergebnis der Studie ist der Beleg der Erkenntnis, dass Katzen nur hören, wenn sie hören wollen. Alles in allem wurde aber belegt, dass Katzen auf ihren Namen reagieren und nicht auf gut Glück reagieren, wenn ein ähnliches Wort gerufen wurde.

Worauf wir damit hinaus wollen ist, dass du gleich am Anfang damit beginnen solltest, ihr ihren Namen beizubringen. Das machst du, indem du ihn ständig widerholst. Du sollst dabei natürlich nicht monoton immer ihren Namen vor dich hinsagen, als würdest du versuchen, ihn dir zu merken. Wenn du der Katze Leckerchen aus der Hand gibst, sagst du bei jedem Leckerchen ihren Namen und streichelst sie zum Lob. Wenn du mit ihr spielst, sag dabei bei direkten Interaktionen ihren Namen. Irgendwann wird sie dieses Geräusch mit etwas Positivem verbinden und wenn du sie rufst, kommt sie dann auch angelaufen. Allerdings nur, wenn sie es möchte.

Kitten haben unglaublich kleine Mägen. Der Magen einer so jungen Katze ist gerade mal so groß wie ein menschlicher Daumennagel. Entsprechend häufig brauchen sie Futter. Achte daher darauf, dass stets Nassfutter im Napf ist. Abends kannst du ihn einmal für die Nacht füllen, du brauchst jetzt nicht alle drei Stunden aufzustehen, um Futter nachzulegen.

Manche Katzen sind bei ihrem Futter sehr wählerisch und fressen nur ganz bestimmte Marken und Geschmacksrichtungen. Gibt es etwas anderes, wird die Nase gerümpft, frei nach dem Motto „das kannst du selbst fressen, ich mach die Biege“. Lass sie sich das gar nicht erst angewöhnen. Es ist zwar ein gut gemeinter Gedanke, sie in den ersten Wochen oder Monaten besonders zu verwöhnen indem es ganz, ganz tolles Futter gibt.

Wenn du das jedoch machst, besteht die Gefahr, dass sie sich daran gewöhnt und du entweder nachgeben oder sie langfristig umgewöhnen musst. Bei uns gab es daher ab Tag 1 Nassfutter vom Discounter. Es gab immer Futter von unterschiedlichen Discountern und in allen Geschmacksrichtungen, die es gab. So lernten sie, dass das das Futter ist, das es eben gibt. Dank der Vielfalt legten sie sich keine Futterallüren zu und essen, was in den Napf kommt. Übrigens sind laut Stiftung Warentest manche Hausmarken sogar qualitativ hochwertiger und gesünder als teureres Markenfutter.

Gib auch ruhig abwechselnd Nassfutter in Gelee und Sauce. Das reicht an Vielfalt schon aus. Katzen, die wirklich jeden Tag das Gleiche bekommen, verlieren irgendwann die Lust darauf. Unsere lieben Futter in Sauce, aber zwischendurch gibt es auch mal Gelee. Natürlich kannst du auch mal besonderes Katzenfutter reichen. Das ist eine tolle Abwechslung und zumindest bei unseren Katzen ist es so, dass die Näpfe danach blitzeblank und absolut leer sind. Nun kann es sein, dass die Katze ein Lieblingsfutter hat und dies einfordert. Das tut sie, indem sie dich vorm Napf sitzend vorwurfsvoll anschaut und nicht frisst.

Wie bereits erwähnt, sind Katzen wie Kleinkinder. Du hattest bestimmt auch mal so eine Phase, in der du dir an jedem Tag Nudeln mit Tomatensauce oder Fischstäbchen mit Pommes gewünscht hast. Deine Eltern haben dir den Wunsch wahrscheinlich nicht erfüllt, aber es in den Speiseplan integriert, sodass du einmal in der Woche dein Leibgericht bekommen hast.

Wenn du deine Leibspeise nicht täglich bekommen hast, hast du das andere Essen trotzdem gegessen, einfach nur, weil du halt Hunger hattest. Bei Katzen ist das genauso. Du kannst Katzenfutter allerdings nicht ewig draußen liegen lassen. Spätestens jeden Abend musst du es austauschen. Verweigert die Katze das Futter, tausch es aus, aber gegen die identische Marke mit dem gleichen Geschmack.

Möglicherweise frisst sie das wieder nicht. Dann musst du leider hart bleiben. Am nächsten Morgen ist der Napf bestimmt nicht mehr ganz voll. Katzen sind Tiere, die haben Triebe und einen Überlebensinstinkt. Ein Mensch kann seinen Protest kundtun indem er sich zu Tode hungert. Eine Katze tut das nicht. Der Hunger treibt es irgendwann rein, es ist noch keine Katze vor dem vollen Napf verhungert. Unsere haben es auch mal versucht. Schade Miezis, wir haben gewonnen.

Vielleicht mögen die Katzen das Futter auch, aber als Kleinkind testest du halt deine Grenzen aus. Die Katze lotet aus, ob sie sich das Fressen wünschen kann. Wenn du es austauschst und ihr ihr Lieblingsfutter hinstellst, hast du verloren, dann ist die Katze endgültig König.

Was du nur unbedingt tun solltest ist, deine Katze grundlegend zu untersuchen. Futterverweigerung kann auch auf eine Krankheit hindeuten. Möglicherweise tut ihr der Magen weh oder etwas stimmt mit den Zähnen nicht. Ob es an einer Krankheit liegt, kann nur der Tierarzt mit Sicherheit sagen. Aber wenn du sie am Bauch anfassen darfst und sie generell nicht faucht, wenn du sie berührst und sie sich ansonsten normal verhält, handelt es sich wahrscheinlich um Protest.

Wenn sie lustlos wird, vielleicht unrein, ihre Toilette nicht mehr benutzt und ihre Augen oder ihr Fell nicht mehr richtig glänzen, solltest du mit ihr unbedingt zum Tierarzt. Aber auch sonst ist das ein guter Rat, denn das Immunsystem eines Kitten ist nicht sonderlich gut und körperliche Reserven sind auch kaum vorhanden.

Was mache ich, wenn eine erwachsene Katze einzieht?

Der Einzug einer erwachsenen Katze kann genauso einfach sein wie der Einzug eines Kittens, allerdings ist er häufig deutlich schwieriger. Das Problem ist, dass die Katze sich an ihr früheres Leben gewöhnt hat. Sie hat ihre Bezugsmenschen gehabt, ihr gewohntes Revier und hat wohl ganz normal und zufrieden dahingekatzt.

Jetzt ist das alles weg. Das Revier ist neu, alles riecht anders, keins der Möbel ist von ihr markiert. Die geliebten Menschen sind weg, stattdessen stehst du da, siehst aus wie ein Mensch und riechst auch wie ein Mensch, aber beides deckt sich nicht mit dem was sie kennt. Zudem ist ihr Charakter bereits entwickelt, sie hat ihre Eigenarten entwickelt und gepflegt, vielleicht war es für den Vorbesitzer auch in Ordnung, wenn sie ihre Krallen an der Couch geschärft hat. Jetzt ist sie in deiner Wohnung und schaut erstmal ganz verdutzt.

Grundlegend kannst du so vorgehen, wie du bei einem Kitten vorgehen würdest. Mit etwas Glück ist es auch so. Unsere Schmusekatze, Ginny, ist nach Jack eingezogen. Auf die Besonderheiten der Zusammenführung mehrerer Katzen gehen wir in einem gesonderten Beitrag ein. Sie selbst hat sich jedenfalls super eingewöhnt. Wir haben sie im Internet angeboten bekommen als wir nach einem Spielpartner für Jack gesucht haben.

Wir wurden kontaktiert und die Geschichte hinter Ginny ist, dass sie als Kitten über ein halbes Jahr bei einer älteren Person gelebt hat, die am zweiten Weihnachtstag friedlich entschlafen ist. Nun hatten die Angehörigen schon mehrere Katzen und konnten sie nicht behalten. Also kam sie zu uns.

Die Übergangsvorbesitzer haben uns ihren Napf und ein paar Tütchen ihres gewohnten Futters mitgegeben, weil sie angeblich nichts anderes frisst. Probiere es trotzdem zunächst mit einer Hausmarke, wenn es sich um teureres Markenfutter handelt. Das Discounter-Futter hat sie nämlich schon am ersten Abend eifrig schnabuliert.

Was ansonsten oft empfohlen wird, wenn eine Katze sich auf eine bestimmte Marke festgelegt hat, ist, ihr das neue Futter nach und nach unterzujubeln. Alle paar Tage gibt es ein klein wenig mehr von dem neuen Futter zum gewohnten Futter in den Napf. Natürlich ersetzt du damit einen Teil des alten Futters, sonst frisst sie zu viel. In der Regel klappt das und nach einiger Zeit frisst sie auch das Futter, das sie vorher ablehnte.

Allgemein ist es wichtig, der Katze Zeit zu lassen. Entweder kommt sie wie Ginny bei uns schon am ersten Abend mit ins Bett oder sie verkriecht sich und faucht dich sogar an. In so einer Situation ist viel Geduld gefordert, das Schlimmste was du machen kannst, ist, dich ihr aufzuzwängen. Wenn sie sich gern in ihrem Transportkorb aufhält, dann ist das so. Der Korb ist für sie sicher nicht der angenehmste, aber immerhin der vertrauteste Ort in der fremden Umgebung. Das ist ihr sicherer Rückzugsort, von dem aus sie alle ihre Erkundungsgänge startet.

Vielleicht kommt sie erstmal nur raus, wenn du schläfst. Das ist in Ordnung. Sie wird schon irgendwann mitbekommen, dass das jetzt nicht nur ein Ausflug, sondern dass die Wohnsituation ab jetzt dauerhaft so ist. Wenn du ihr nicht richtig auf die Nerven gehst, wird sie bald auch freiwillig zu dir kommen und selbst den Kontakt suchen. Wunder dich übrigens nicht, wenn die Katze in den ersten Tagen bis Wochen wirklich um jede Wand und um jeden Gegenstand herumstreicht. Katzen haben feine Drüsen, die einen ganz eigenen Geruch abgeben.

Ähnlich wie Hunde, die ihr Revier mit Urin an den umlegenden Bäumen markieren, markiert die Katze ihr Territorium mit ihrem Fellgeruch. Du brauchst also keine Angst zu haben, dass sie irgendeine Verhaltensstörung hat oder es ihr juckt.

Fazit: Ich bekomme eine Katze

Am Anfang haben wir dir gezeigt, wie du für dich erkennen kannst, ob du Katzen einfach nur süß findest oder ob du tatsächlich der Typ Mensch bist, der mit einer Katze gemeinsam sehr viele glückliche Jahre verbringen kann.

Grundlegend ist die Haltung einer Katze unkompliziert und günstig. Wenn du günstiges Futter und Katzenstreu verwendest, liegst du bei etwa 30 bis 40 Euro im Monat, wobei hier Rücklagen für einen Arztbesuch nicht mit eingerechnet sind. Du musst die Katze dreimal täglich füttern und einmal pro Tag die Katzentoilette reinigen und im Zweifel das Katzenstreu austauschen.

Natürlich gehören auch Aufmerksamkeit und Schmuseeinheiten zur gesunden Katzenhaltung dazu. Wenn deine neue Katze, egal ob groß oder klein, bei dir einzieht, gibt es nur zwei Optionen. Entweder sie findet alles toll und aufregend oder sie hat keine Lust und verkriecht sich. Im zweiten Fall brauchst du lediglich eine Menge Geduld. Die Katze wird schon kommen, es dauert einfach nur etwas länger, bis Vertrauen gefasst ist.

Wenn sie nach mehreren Wochen immer noch kein Vertrauen gefasst hat und sich nur noch verkriecht, dann passt ihr etwas wirklich nicht. In diesem Fall ist es eine Überlegung wert, das Tier weiterzuvermitteln. Das heißt aber nicht, dass du kein Katzenmensch bist. Vielleicht mag die Katze nur irgendetwas in der Wohnung oder an dir nicht. Bei einer anderen Katze läuft es dann sicherlich besser.