Sabbern bei Katzen

Es heißt, Katzen die sabbern sind krank. Das stimmt nur bedingt. Katzensabber ist oft auch ein Zeichen dafür, dass es deiner Katze richtig gut geht. Weniger gut ist es, wenn deine Katze dauernd sabbert oder mit dem Sabbern weitere Verhaltensänderungen einhergehen.

Katzen, die sich wohl fühlen, sabbern gern

Sabbern muss nicht immer auf eine Krankheit hindeuten. Als wir Ginny bekommen haben, hatten wir zunächst auch Bedenken, weil sie ungewöhnlich viel sabbert. Jack sabbert so gut wie überhaupt nicht. Bei ihr ist es so, dass sie sehr anspruchslos ist und leicht glücklich zu machen ist sie ebenfalls. Sie ist sehr menschenaffin und lebt lieber mit Menschen als mit anderen Katzen zusammen.

Ihre Liebe zeigt sie uns oft, indem sie zu uns auf die Couch kommt, tretelt, schnurrt, Köpfchen gibt und sabbert wie wild. Auch wenn sie sich bei uns einrollt und gekrault wird, fängt sie sofort an zu sabbern, es entstehen teils richtig große Sabberflecken. Aber da die weder riechen, noch kleben oder Spuren hinterlassen, ist alles bestens. Sie zeigt damit einfach nur, wie wohlig und entspannt sie gerade ist.

Wenn deine Katze in so einer Situation nicht sabbert, ist das kein Grund zur Sorge. Wie bereits erwähnt, unsere anderen beiden Katzen sabbern so gut wie nie, nur bei ihr ist das eben sehr stark ausgeprägt. Gesundheitlich geht es Madam bestens.

Eine Situation kann bei deiner Katze auch auftreten: Wir waren mit ihr beim Tierarzt, weil sie irgendwelche Verdauungsprobleme hatte. Der Tierarzt hat ihr eine Spritze gegeben und wir konnten wieder zurück nach Hause. Auf einmal höre ich es laut schmatzen. Das war Ginny, die so viel Speichel produzierte, dass sie ihn kauen konnte und der in sitzender Position aus dem Mäulchen floss, sodass die Fäden bis auf den Boden gingen.

Natürlich wurde schnell der Tierarzt angerufen. Die nette Dame am anderen Ende der Leitung schaute nochmal nach, was Ginny gegeben wurde und meinte, das wäre normal, viele Katzen reagieren so auf das Medikament, wenn das in einer Stunde noch nicht vorbei wäre, sollten wir nochmal vorbei kommen. Und tatsächlich: Nach einer Viertelstunde war wieder alles normal. Es kann also nicht schaden, den Tierarzt zu fragen, ob eine solche Reaktion bei den Medikamenten für deine Katze vorkommen kann, denn es sah fast so aus, als könne sie an ihrem eigenen Speichel ertrinken. Der Schreck war nicht von schlechten Eltern.

Katze sabbert viel: Diese Krankheiten könnten dahinter stecken

Sabbern kann aber auch auf Krankheiten hindeuten. Wenn deine Katze sabbert, wenn sie sich wohlfühlt, ist das eher eine Ehre für dich. Macht deine Katze das auch so manchmal, wenn sie zufrieden schnurrend durch die Wohnung läuft, um sich den nächsten Schlafplatz zu suchen, kann das auch normal sein.

Ginny fühlt sich immer wohl und sabbert ständig ein wenig, wenn sie nicht gerade schläft, spielt oder auf dem Klo hockt. Zum Tierarzt gehen solltest du, wenn deine Katze situationsunabhängig zu viel Speichel produziert oder sie ansonsten irgendwelches – für deine Katze – ungewöhnliches Verhalten an den Tag legt.

Erkrankung der Atemwege

Das Tückische bei einer Erkrankung der Atemwege ist, dass du sie selbst nicht ganz einfach erkennen kannst. Keucht deine Katze oder atmet sie schwer, kann eine Entzündung der Atemwege wie etwa des Halses oder der Nasennebenhöhlen vorliegen.

Auch eine Erkältung ist nicht auszuschließen. Obwohl deine Katze mit einer Erkältung nicht zwingend gleich zum Tierarzt muss, solltest du einen aufsuchen, allein schon, um sicherzugehen, dass es sich nicht um den gefährlichen Katzenschnupfen handelt, der unbehandelt häufig mit dem Tod einhergeht. Generell ist es eine gute Idee zum Arzt zu gehen, wenn deine Katze komisch atmet.

Erkrankungen der Organe

Übermäßiger Speichelfluss kann auch auf Organerkrankungen zurückzuführen sein. Besonders betroffen sind Leber und Nieren. Erkrankungen rund um diese Organe bewirken starkes Sabbern und sollten unbedingt behandelt werden. Das Problem ist, dass viele Erkrankungen nicht mehr heilbar sind, wenn sie ein spätes Stadium erreicht haben.

Dafür sind die Krankheiten meist zumindest behandelbar, sodass sich der Erkrankungsverlauf aufhalten oder extrem verlangsamen lässt. Liegt so eine Erkrankung vor, wird die Katzenernährung wahrscheinlich etwas teurer, denn meist brauchst du dann Spezialfutter, in dem alles enthalten ist, was eine Katze mit einer solchen Erkrankung benötigt. Dafür kannst du dir vielleicht eine dauerhafte Behandlung mit Medikamenten ersparen, die wohl noch teurer und stressiger wäre.

Erkrankungen im Mundraum

So intelligent Katzen auch sind, sie sind zu blöd, uns rechtzeitig mitzuteilen, dass irgendetwas mit ihnen nicht stimmt. Oder sie sind zu stolz. Wenn deine Katze anfängt, außer der Reihe stark zu sabbern, kann es ein Problem im Mundraum geben.

Vor allem bei jungen Katzen ist es wichtig, regelmäßig die Zähne zu kontrollieren. Der positive Nebeneffekt ist, dass sie lernen die Prozedur nicht zu fürchten, und, dass es nicht weh tut, wenn du ihr ins Gesicht greifst und das Mäulchen öffnest. Ein Leckerchen danach und du kriegst die Katze schnell auf deine Seite.

Munderkrankungen wie eine Zahnfleischentzündung erkennst du auch als Laie. Die entzündete Stelle ist dicker und sieht auch anders aus als das normale Zahnfleisch. Ein Besuch beim Tierarzt ist dringend angeraten. Zahnstein dürftest du auch erkennen. Im Grunde kann man sagen, dass du zum Tierarzt gehen solltest, wenn dir irgendetwas im Zahnbereich merkwürdig vorkommt.

Zahnbehandlungen bei Katzen sind aufwändig und daher relativ teuer. Mit solchen Problemen solltest du sofort zum Tierarzt gehen und lieber 30 Euro für eine Diagnose und Medikamente ausgeben, als später über eintausend Euro für eine Operation. Abgesehen davon sind unbehandelte Zahnerkrankungen sehr schmerzhaft für deine Katze.

Auch bei verändertem Fressverhalten solltest du den Tierarzt aufsuchen. Besonders schnell solltest du reagieren, wenn deine Katze beim Fressen aufschreit oder nur mit einer Seite frisst. Wenn sie häufig Fleischbröckchen wieder ausspuckt bzw. sie ihr wieder aus dem Mäulchen fallen, sind wahrscheinlich Zahnschmerzen die Ursache und die sollten lieber heute als morgen behandelt werden.

Gifte und Fremdstoffe

Es ist durchaus möglich, dass deine Katze irgendetwas verschluckt hat, was sie nicht hätte verschlucken sollen. Ein Fremdkörper, beispielsweise eine „Wollmaus“ oder ein Stückchen Häkelgarn, soll durch starken Speichelfluss wieder hochgewürgt werden. Gelingt ihr das oder übergibt sie sich, sollte alles wieder ok sein, dann ist der Fremdkörper meist raus. Die Miezekotze ist ja recht flüssig, einen Fremdkörper darin würdest du sicher erkennen.

Ginny hat einmal etwas Rotes ausgekotzt, das wie Blut aussah. Aber wir konnten es mit einer Gabel rausnehmen und waschen. Ja, wir haben Katzenkotze gewaschen, auf der Skala „verrückte Dinge, die Katzenhalter tun“, rangiert das irgendwo im Mittelfeld. Sie hatte aber nur einen halben Mini-Cupcake mit einem halben roten Papierförmchen gefressen und es scheinbar bereut. Wer kann schon ahnen, dass die kleine Katze plötzlich Lust auf Kuchen bekommt?

Du solltest deine Katze aber unbedingt weiter im Auge behalten, denn wenn das nicht alles war, musst du evtl. zum Tierarzt. Vielleicht hat sie nicht nur einen Faden, sondern auch einen anderen kleinen Gegenstand verschluckt, der ihr im Hals stecken geblieben ist. Dass kann sehr schmerzhaft und auch gefährlich für deine Katze werden. Geht es ihr danach nicht wieder gut oder stoppt der Speichelfluss nicht innerhalb weniger Minuten, solltest du deinen Tierarzt aufsuchen.

Eine Vergiftung kann ebenfalls zu erhöhtem Speichelfluss führen, schließlich versucht die Katze, die Giftstoffe wieder loszuwerden. Die Katze kann sich an vielem vergiften, seien es Reinigungsmittel, giftige Pflanzen oder sonstige Gifte.

Eine Vergiftung erkennst du daran, dass sich die Katze häufig übergibt, sich allgemein noch merkwürdiger verhält als sonst oder Durchfall bekommt. Selbst mit einem leichten Verdacht auf eine Vergiftung solltest du unbedingt sofort zum Tierarzt. Hier kann es tatsächlich um Leben und Tod gehen und wir schätzen mal ins Blaue, dass es dir ein paar Euro für die Untersuchungen wert sind, dass deine Katze überlebt.

Wir selbst haben auch viel Geld beim Tierarzt gelassen, als wir uns noch nicht so gut mit Katzen auskannten. So hatten wir die Befürchtung, dass der damals noch junge Jack sich beim Sturz vom Kratzbaum (Ginny saß oben und hat ihn runtergeprügelt. Das hat er nicht kommen sehen.) eine Rippe gebrochen hat. Glücklicherweise war es nur ein blauer Fleck, der von selbst ausheilen sollte. Aber die Gewissheit, dass alles in Ordnung ist, war uns das Geld wert.

Stressbedingtes Sabbern

Stress kann starkes Sabbern verursachen. Es gibt viele Situationen, die eine Katze so richtig stressen können. Ein Tierarztbesuch ist in der Regel immer mit viel Stress verbunden, denn die wenigsten Katzen mögen den Tierarzt. Und dann bleibt auch noch der Transport hin und wieder zurück. Das ist jede Menge Stress für das Tier, all die Geräusche, die für sie viel lauter sind als für dich, das eingesperrt sein, das Gerumpel und dann noch das begrabbelt werden beim Tierarzt, der einen im Zweifel noch piekst.

Auch eine lange Autofahrt bedeutet enormen Stress für dein Miezilein. Da ist sie so lange eingesperrt, es rumpelt und wenn du nicht gerade ein Elektroauto fährst, ist es für die Katze auf Dauer richtig laut darin. Wasser hat sie auch keins und auch kein Fressen. In der Regel macht das aber nichts, deine Katze ist zum Fressen wahrscheinlich sowieso zu aufgeregt. Trotzdem solltest du ihr ca. alle 3 Stunden etwas anbieten.

In der Regel klingt der Speichelfluss aber relativ schnell wieder ab, wenn sich deine Katze in den eigenen vier Wänden wieder beruhigt hat. Etwas kraulen und ein paar Leckerlis helfen ihr sicher, wieder runterzukommen.