Richtig Barfen

Barfen bedeutet, eine Katze mit rohem Fleisch zu ernähren, und das so naturnah wie möglich. Beim Barfen werden sozusagen Beutetiere simuliert. Das Thema Barfen ist sehr umstritten. Wir möchten dir erklären, was es mit Barfen genau auf sich hat und die Vorteile, wie auch die Nachteile, diskutieren. Zudem erfährst du, was du beim Barfen alles beachten solltest, damit es deiner Katze damit gut geht.

Was ist Barfen?

Die Bezeichnung Barf ist die Kurzform von „Biologisch Artgerechte RohFütterung“. Deine Katze soll so natürlich wie möglich ernährt werden. Beim Barfen wird sozusagen ein Beutetier simuliert. In der Natur frisst deine Katze rohes Fleisch, Fell, Innereien und Knochen. Also soll sie auch zu Hause rohes Fleisch bekommen.

Rohes Fleisch enthält nicht alle benötigten Nährstoffe, sodass diese mit natürlichen Nahrungsergänzungsmittel hinzu gegeben werden.

Ist fertiges Katzenfutter nicht gesund genug?

Doch, denn ansonsten wäre es nicht auf dem Markt. Mit Nass- und Trockenfutter aus der Tüte oder Dose kannst du deine Katze problemlos ernähren. Jedes Futter, das als Alleinfuttermittel gekennzeichnet ist, enthält alles, was deine Katze benötigt. Die Zusammensetzung des Futters ist sogar an die Bedürfnisse bestimmter Altersstufen angepasst.

Allerdings weißt du nie, was genau in diesem Futter drin ist. Ist das Fleisch fett oder mager? Was sind die tierischen Nebenprodufte? Ist das Fleisch hochwertig oder wurden nur Schlachtabfälle verwendet? Die Antworten auf diese Fragen wirst du wohl niemals bekommen.

Fertigfutter wurde tatsächlich erst im Jahr 1958 erfunden. Den Pionier kennen wir heute als „Whiskas“. Das Fertigfutter hat sich rasend schnell verbreitet. Warum? Ganz einfach, weil es günstig ist, praktisch ist und so gut wie keinen Aufwand erfordert. Die Katze bekommt was sie braucht ohne, dass man das Futter regelmäßig selbst zusammenstellt.

Andersherum haben sich die Katzen ebenfalls schnell dran gewöhnt. Das gilt aber nicht für ihren Verdauungstrakt. Bis dieser von Frischnahrung auf Fertigfutter umgestellt ist, wird es noch viele Generationen dauern. Fertigfutter ist nicht ungesund, es ist lediglich nicht natürlich.

Vorteile beim Barfen

Obwohl Barfen oft ein Streitthema ist, kann man gewisse Vorteile nicht von der Hand weisen. Der größte Vorteil ist, dass du genau weißt, was deine Katze frisst. Du suchst das Fleisch selbst aus und hast die Kontrolle über die Zubereitung. Bei industriell produziertem Katzenfutter kannst du nicht wissen, ob das Fleisch hochwertig ist oder aus Schlachtabfällen besteht, die anderenfalls weggeschmissen worden wären.

Wie bereits erwähnt, wurde Fertigfutter erst 1958 erfunden. Barfen ist die natürlichste Art der Ernährung, näher an der Natur geht es kaum. Deine Katze bekommt, was sie auch in der freien Wildbahn bekommen hätte. Ihr ganzes Verdauungssystem ist auf diese Form der Ernährung eingestellt. Mit der Erfindung von Nassfutter sind schließlich nicht alle Katzen sofort mutiert, sodass sie nur noch Fertigfutter verdauen können.

In Fertigfutter kommen auch häufig Geruchsverstärker oder Konservierungsstoffe zum Einsatz. Manche Katzen reagieren darauf allergisch. Beim Barfen besteht dieses Problem nicht.

Eine positive Wirkung hat das Barfen auch auf die Zahngesundheit. Wenn du genau hinsiehst, wie Katzen Fertigfutter fressen, dürfte dir das schnell einleuchten. Sie kauen im Grunde gar nicht, sondern schlingen es meistens einfach runter. Da gibt es keinen Reinigungseffekt, zum Abkratzen von Zahnbelag etc. findet viel zu wenig Kontakt statt.

Beim Barfen hat die Mieze ordentlich etwas zu kauen. Die Zähne müssen richtig ins Fleisch reingehauen werden und ohne zu kauen kriegt sie es nicht so klein, dass sie es schlucken kann. Hier gibt es einen tatsächlichen Reibungs- und damit Reinigungseffekt.

Viele Katzen werden durchs Barfen sogar entspannter. Schlingt sie das Fertigfutter so schnell wie möglich runter, stresst sie sich damit selbst. Beim Barfen hat deine Katze mehr Ruhe. Es dauert länger, Schlingen ist nicht möglich. Sie muss sich mehr Zeit nehmen und ist dabei länger beschäftigt und langweilt sich nicht. Außerdem sorgt fertiges Futter häufiger mal für Magenverstimmungen.

Risiken und Nachteile beim Barfen

Ein Vorteil beim Barfen ist ja, dass du genau weißt, welche Qualität das Fleisch hat. Allerdings gibt es deswegen auch ein gewisses Risiko. In Fleisch können sich Keime und Bakterien bilden, die für deine Katze vielleicht gefährlich sein könnten, für dich aber harmlos sind. Du musst ganz besonders auf die Küchenhygiene achten. Die Arbeitsfläche etc. sollte vor der Zubereitung einer Portion gründlich gereinigt werden und deine Hände sollten auch frisch gewaschen sein.

Barfen ist arbeitsaufwändig, zumindest, wenn du alles immer frisch zubereitest. Bereitest du eine große Menge zum Einfrieren zu, die dann zwei Wochen oder so hält, ist das mit dem Aufwand nicht so schlimm. Du solltest dir trotzdem Gedanken darüber machen, wenn du überlegst aufs Barfen umzusteigen.

Vor allem, wenn du deine Supplemente selbst herstellst, musst du dich vorher ausgiebig mit dem Thema auseinandersetzen und bei der Zubereitung sehr präzise arbeiten. Zu wenig von einem Nährstoff ist schlecht, aber mehr ist auch nicht immer besser.

Du solltest auch genauer auf deine Katze achten, denn Mangelernährung zeigt sich meist schleichend. Deine Katze wird wahrscheinlich nicht von jetzt auf gleich schwach und gebrechlich. Vielmehr lässt ihre Lebensfreude ganz langsam nach. Da solltest du sehr gut auf sie auspassen, um rechtzeitig gegensteuern zu können. Das ist besonders wichtig, wenn du mit der Herstellung von Supplementen gerade erst anfängst. Zudem ist Barfen meist teurer als gutes Nassfutter vom Discounter.

Welches Fleisch soll ich füttern?

Grundlegend kannst du jedes Fleisch füttern. Ausnahmen bilden Schwein und Wildschwein. Diese Tiere können im rohen Fleisch ein für Katzen tödliches Virus in sich tragen. Ansonsten sind Geflügel, Rind, Wild, Fisch oder Kleintiere unproblematisch.

Du solltest nur auf die Qualität des Fleisches achten. Es sollte mindestens für den menschlichen Verzehr geeignet sein. Dann kannst du wenigstens davon ausgehen, dass es ordentlich auf Bakterien etc. überprüft wurde, wobei es natürlich immer auch zu Fehlern kommen kann. Selbst wenn du mit einem Metzger befreundet bist, solltest du nicht darauf vertrauen, dass das Fleisch, welches nach Ladenschluss entsorgt werden würde und es statt dessen dir überlässt, sicher und keimfrei ist.

Der Fettgehalt spielt eine wichtige Rolle. Unsere Ginny ist die faulste Katze, die ich kenne. Ihr würden wir möglichst mageres Fleisch geben. Jack hingegen ist so etwas wie ein Vorbildathlet, ständig aktiv, schlank und muskulös. Der könnte ruhig fettigeres Fleisch bekommen, da er eben genug Energie verbraucht.

Brauche ich Nahrungsergänzungsmittel?

Wenn du deiner Katze nur gelegentlich mal rohes Fleisch gibst, kannst du darauf verzichten. Deine Katze wird dadurch sicher keine Mangelerscheinungen bekommen. Wenn du jedoch regelmäßig barfst, wirst du um Supplemente nicht herumkommen. Der Grund ist ganz einfach.

Eine Katze, die eine Maus fängt, kaut ja nicht nur auf dem Mäusesteak rum. Sie frisst auch teilweise Knochen und die Innereien. Nur so bekommt sie alles, was sie braucht. Reines Muskelfleisch genügt nicht. Wenn du deine Katze nur mit rohem Fleisch ernährst, enthältst du ihr wichtige Vitamine und Mineralien vor. Nach einiger Zeit wird es deiner Katze schlechter und schlechter gehen. Der Grund ist Mangelernährung.

Nun stehst du vor dem Problem, gefüllte Mäusemägen, Fell und Knochen aufzutreiben. Aber keine Sorge, dafür gibt es genügend Ersatzprodukte, wie natürliche Öle, synthetisiertes Taurin oder Knochenmehl. Knochenmehl sorgt zum Beispiel für die Calciumzufuhr. Bierhefe versorgt deine Katze mit Vitamin B.

Du wirst dich in die Thematik einlesen müssen, um herauszufinden, wie viel von welchem Supplement du dem Fleisch hinzugeben musst. Im Idealfall besprichst du das mit einem auf Ernährung spezialisierten Tierarzt. Nur so kannst du dir sicher sein, dass deine Katze die Menge der einzelnen Nährstoffe bekommt, die sie benötigt.

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Es gibt auch Vollsupplemente. Diese bestehen aus einer „für Katzen sinnvollen“ Mixtur. Das ist in etwa so, als wenn du eine Tütenbolognese kaufst. Fleisch und Wasser rein, fertig. Diese Mixtur ist eben für Bolognese sinnvoll. Besser schmeckt sie wahrscheinlich, wenn du die Zutaten einzeln auswählst und abwiegst. Gesünder ist das in der Regel auch.

Wir möchten Vollsupplemente hier keineswegs schlechtreden, sondern nur verdeutlichen, dass man seine Ergänzungsmittel auch individuell an die eigene Katze anpassen kann. Wer sich nicht die Mühe machen möchte, sich regelmäßig in die Küche zu stellen und alle Zutaten genau abzuwiegen, kann selbstverständlich zur Fertigmischung greifen.

Selbiges gilt für Anfänger, die sich bei der richtigen Dosierung noch unsicher sind. Wenn du mit dem Barfen gerade erst anfängst, ist so eine Mischung sehr gut geeignet. Solltest du dir unsicher sein, dass das mit dem Barfen bei deiner Katze funktioniert, raten wir sogar zu einer fertigen Mischung. Nimmt sie das rohe Futter nämlich nicht an, hast du nicht unzählige Böxchen und Fläschchen herumstehen, mit denen du dann kaum etwas anfangen kannst. Akzeptiert deine Katze das Fleisch, kannst du dich immer noch auf die Suche nach dem individuell besten Rezept begeben.

Hervorzuheben ist, dass im Gegensatz zu Nahrungsergänzungsmitteln für Menschen, die Ergänzungsmittel für Katzen tatsächlich natürlich sind. Es handelt sich größtenteils um natürliche Mehle und Öle. Nur das lebensnotwendige Taurin kommt in Pulverform.

Barfen – Das richtige Rezept?

Hier wird es tricky. Wenn du die Ernährung deiner Katze auf Barfen umstellen möchtest, kommst du nicht umhin, dich gründlichst in das Thema einzulesen. Dafür gibt es auf dem Markt diverse Fachliteratur, denn mit Fleisch allein wirst du nicht auskommen. Du kannst nicht einfach ein 100-Gramm-Tütchen durch 100 Gramm rohes Fleisch ersetzen

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Wir empfehlen zudem, dass du dich an einen Tierarzt mit Spezialisierung auf Tierernährung wendest. Das Rezept sollte individuell zusammengestellt werden, damit du deiner Katze nicht versehentlich viel zu viel oder zu wenig Nährstoffe verabreichst.

Tipp: Wenn du das Futter für deine Katze zubereitest, mach das nicht portionsweise. Bereite lieber eine große Menge vor und packe die einzelnen Portionen in den Tiefkühler. Damit sparst du auch Geld, denn große Menschen Fleisch sind pro Kilo meist günstiger als kleine. Der Aufwand wird auch drastisch verringert und das Fleisch bleibt im Gefrierer sehr lange frisch.

Du musst die Portionen nur rechtzeitig rausnehmen, damit sie zur Fütterungszeit aufgetaut sind und Raumtemperatur haben. Solltest du das mal vergessen und musst die Portionen möglichst schnell auftauen, lass bitte die Finger von der Mikrowelle, auch vom Auftauprogramm. In der Mikrowelle können viele wichtige Nährstoffe zerstört werden.

Leg den Beutel lieber in einen Topf mit warmem Wasser. Das dauert zwar etwas länger, aber soweit mir bekannt ist, ist noch nie eine regelmäßig gefütterte Katze gestorben, weil sie ihr Futter ausnahmsweise mal eine halbe Stunde später bekommen hat.

Alternativen zum eigenen Rezept

Natürlich gibt es keine biologische Ernährung, die nicht von der Industrie nachgemacht wird. Daher wundert es nicht, dass du auch „Fertig-Barfen“ kannst. Du kannst dir auch Barf-Fertigmischungen im Internet bestellen. Bei einem seriösen Händler erfährst du die exakten Bestandteile der Zusammensetzung, damit du genau weißt, was du bekommst. Oftmals musst du nur noch ein wenig Öl dazugeben. Der Händler verrät dir aber, welches Öl und wie viel davon du dazugeben musst.

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Die Barf-Mischung wird dir dann tiefgefroren geliefert. Diese Art des Barfens ist eine gute Idee für jeden, der aus dem Barfen keine Wissenschaft machen möchte oder schlichtweg zu wenig Zeit hat, regelmäßig das Futter selbst zu mischen. Ich weiß, dass ich weiter oben geschrieben habe, dass Barfen individuell ist. Eine Empfehlung für Fertig-Barfen passt da eigentlich nicht zusammen.

Du solltest in jedem Fall mit einem Tierarzt über das Barfen sprechen. Dieser kann auch herausfinden, was deine Katze individuell für Nährstoffmengen braucht. Druck dir vor dem Besuch ein paar Produktinformationen aus, damit du sie mit dem Arzt durchgehen kannst, um zu erfahren, ob die Zusammensetzungen für deine Katze geeignet sind.

Das ist im Grunde wie Dosenfutter, das verträgt auch jede Katze mit einem normalen Stoffwechsel. Barf-Futter ist einfach nur bedeutend hochwertiger, weil du eben rohes Fleisch bekommst und keines, welches viele industrielle Prozesse durchlaufen hat und bei dem du nie ganz sicher sein kannst, was wirklich drin ist.

Sollte ich meine Katze ausschließlich barfen?

Wenn du richtig barfst, kannst du deine Katze ausschließlich auf diese Weise ernähren. Mit richtig barfen meinen wir, dass du dich intensiv mit der Thematik beschäftigt hast und bereit bist, die Kosten und den Aufwand nicht zu scheuen.

Für die Nacht empfehlen wir jedoch normales Fertig- oder Trockenfutter. Es handelt sich schließlich um rohes Fleisch und wenn du dir vorstellst, dass da während der ganzen Sommernacht roher Fisch bei 28 Grad Raumtemperatur im Napf liegt… Mir jedenfalls wäre nicht wohl dabei.

Wir selbst barfen unsere drei Katzen nicht, das ist uns zu teuer und zu aufwändig. Rohes Fleisch kriegen sie aber trotzdem häufiger. Wenn wir etwas mit frischem Hühnchen oder Rinderhack zubereiten, bekommen sie etwas davon ab. Gerne kaufen wir auch mal eine Packung Hühnerherzen. Ich selbst würde sie nicht essen, aber es ist kräftiges Muskelfleisch, welches den Katzen richtig gut schmeckt.

Damit ersetzen wir gerne mal eine ganze Mahlzeit und die Miezen haben ihren Spaß, denn vorm Fressen wird so ein Herz gerne mal wie ein Ball durch die Küche gekegelt. Vor dem Schlafengehen suchen wir gründlich nach Überresten und alles, was wir finden, sammeln wir ein und werfen es weg. Das soll nicht die ganze Nacht vor sich hin gammeln.

Es gibt auch Leute, die halb-barfen und zum Beispiel nur zum Frühstück rohes Fleisch servieren. Wie du es am Ende machst, bleibt dir selbst überlassen. Unsere Empfehlung bleibt, nur am Tag zu barfen, allein schon, damit nichts über Nacht verderben kann.

Wie stelle ich die Ernährung auf Barfen um?

Du kannst deine Katze nicht zum Verzehr von rohem Fleisch zwingen. Es gibt Katzen, die stehen einfach nicht darauf. Ein Beispiel ist unsere Cloé. Wenn es mal frisches Fleisch gibt, bekommt sie auch immer etwas ab. Aber sie weiß absolut nichts damit anzufangen. Da wird mal geschnuppert und mit der Pfote dran gestupst. Jack dagegen könnten wir problemlos barfen, der wird eher misstrauisch, weil es auf einmal so viel tolles Futter gibt. Ginny wäre das mit dem vielen Kauen zu anstrengend.

Aber du kannst auch Glück haben und die Umstellung wird sofort angenommen. Der Großteil der Katzenbevölkerung gehört jedoch zu den Gewohnheitstieren, die Neuem mit Skepsis gegenüber stehen. Dann kannst du versuchen, sie an das neue Futter zu gewöhnen.

Zuallererst probierst du aus, wie deine Katze reagiert. Dafür bereitest du eine einzelne Portion zu und wartest ab. Stürzt sie sich direkt darauf, ist der Fall klar und du kannst mit der Großproduktion anfangen. Sollte sich deine Katze nicht darauf stürzen, sondern dran schnuppern, planlos davorsitzen oder einfach gehen, lass ihr etwas Zeit.

Stell dir vor, die serviert jemand einen Teller mit gebratenen Insekten. Die sind sehr gesund und sollen auch gut schmecken. Wahrscheinlich wirst du dich, wenn du das nicht kennst, nicht gleich drüber hermachen. Vermutlich würdest du dir das erstmal anschauen, abwarten und später mal probieren. Wenn es dir schmeckt, isst du den Teller dann sicher auch leer.

Deiner Katze geht es genauso. Sie ist vielleicht zunächst irritiert, aber wenn nichts anderes da ist, probiert sie es bestimmt. Du kannst auch Leckerchen hinzugeben, um sie auf den Geschmack zu bringen. Ansonsten kannst du versuchen, ihre Ernährung schrittweise umzustellen.

Das machst du, indem du eine kleine Menge Nassfutter durch rohes Fleisch ersetzt. Bereite das Stücken Fleisch genauso zu wie eine ganze Mahlzeit, also mit den richtigen Ölen etc., denn sie soll sich ja an den kompletten Geschmack gewöhnen. Das ganze Spielchen treibst du dann eine Woche lang. Sollte es dazu kommen, dass deine Katze gut frisst, aber immer um das Fleisch herumfuttert, hast du schlechte Karten. Dann will sie einfach nicht.

Sollte dieses Vorgehen erfolgreich sein, ersetzt du die Woche eine größere Menge Nassfutter durch Fleisch. Du siehst ja, wie deine Katze es annimmt, wenn sie gleich mehr von dem Fleisch frisst, dauert es nicht mehr lange, bis du sie ausschließlich barfen kannst.

Barfen – Ein Fazit

Gesundheitlich ist Barfen eine tolle Sache. Du hast die volle Kontrolle über das, was deine Katze zu futtern bekommt und kannst sogar eine Supplementmischung herstellen, deren Zusammensetzung für deine Katze maßgeschneidert ist. Wenn ich das Geld und die Zeit hätte, würde ich unsere drei Schätzchen auch barfen.

Das bringt uns auch gleich zu den Nachteilen, es braucht eben viel Zeit und Tütchen oder Schälchen sind nun eben auch meist günstiger als Frischfleisch. Auch der Arbeitsaufwand ist nicht zu vernachlässigen.

Wer also genug Zeit und Geld hat, macht mit Barfen sicher nichts falsch. Besser kann man eine Katze eigentlich nicht ernähren.

Am Ende entscheidet aber immer noch die Katze. Wenn sie nicht will, dann will sie nicht. Da kannst du auch nichts dran ändern. Aber du hast es wenigstens versucht.